Katzen können an verschiedenen Krankheiten leiden und in Situationen geraten, in denen sie sich verletzen. Weil sie ihre Schmerzen gut verbergen, fallen gesundheitliche Probleme manchmal erst spät auf. Wir verraten dir, welche Krankheiten und Verletzungen bei Katzen besonders häufig vorkommen und worauf du als Halter oder Halterin achten solltest.
Welche Krankheiten bei Katzen häufig vorkommen
Katzen gelten als robuste Tiere. Doch auch sie können krank werden. Manche Beschwerden treten bei Katzen öfter auf. Wir geben dir einen Überblick über die häufigsten Katzenkrankheiten.
Häufige Katzenkrankheiten von A bis Z
Abszess: Ein Abszess ist eine schmerzhafte Beule unter der Haut. Sie entsteht, wenn sich eine Wunde entzündet und sich Eiter sammelt. Oft sind Abszesse eine Folge von Bissen. Darüber können schnell Bakterien eindringen. Die Stelle wird warm, schwillt an und tut der Katze oft weh. Manche Tiere ziehen sich dann zurück oder lassen sich nicht mehr gern anfassen. Ein Abszess sollte vom Tierarzt oder der Tierärztin geöffnet und gereinigt werden. Dann kann die Entzündung besser abheilen. Mit der richtigen Behandlung erholen sich betroffene Katzen schnell wieder.
Allergien: Von einer Allergie spricht man, wenn das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert. Das können Bestandteile im Futter sein, aber auch Pollen, Gräser oder Hausstaub. Bei einer Futtermittelallergie zeigen Katzen oft Erbrechen, Durchfall und Juckreiz. Heuschnupfen und Pollenallergie machen sich durch Niesen, tränende Augen oder gereizte Schleimhäute bemerkbar. Mit guter Therapie lassen sich Allergien meist gut in den Griff bekommen.
Anämie: Anämie bedeutet, dass die Katze zu wenige rote Blutkörperchen im Blut hat. Die sind wichtig, weil sie Sauerstoff transportieren. Zu einer Anämie kann es zum Beispiel durch Parasitenbefall, Nieren- oder Lebererkrankungen oder Infektionen kommen. Anzeichen sind blasse Schleimhäute, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, schnelle Atmung und schneller Puls. Die Diagnose erfolgt durch eine Blutuntersuchung. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In schweren Fällen kann eine Bluttransfusion notwendig sein.
Arthrose: Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der Knorpel langsam abbaut. Häufig betroffen sind ältere Katzen. Die Gelenke werden steif und tun weh, besonders nach Ruhephasen. Die Katzen ziehen sich zurück, springen und spielen weniger. Die Diagnose erfolgt durch eine allgemeine Untersuchung und Röntgenbilder. Heilbar ist Arthrose nicht. Die Erkrankung kann nur gelindert werden. Dabei können Schmerzmittel und Physiotherapie helfen.
Augenerkrankungen: Bei Katzen können verschiedene Augenkrankheiten auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Bindehautentzündungen. Symptome sind gerötete, tränende und verklebte Augen, häufiges Blinzeln und Lichtempfindlichkeit. In vielen Fällen verschreibt der Tierarzt oder die Tierärztin Tropfen, um die Entzündung zu behandeln. Eine weitere Augenkrankheit ist der Graue Star, wobei er bei Katzen nicht so häufig auftritt wie bei Hunden. Das ist eine Trübung der Augenlinse. Die Krankheit entsteht oft im Alter oder als Folge von Diabetes. Unbehandelt kann sie zur Blindheit führen.
Harnwegserkrankungen: Auch Harnwegserkrankungen wie Blasenentzündungen und Harnsteine kommen bei Katzen vor. Typische Beschwerden sind häufige Toilettengänge mit wenig Harn. Meist haben die Katzen Schmerzen beim Wasserlassen. Manchmal ist auch Blut im Urin. Ursachen für Harnwegsinfekte können Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten sein. Auch Stress und einseitige Fütterung spielen eine Rolle. Durch ein Ungleichgewicht von Mineralien können sich Harnsteine bilden. Sie blockieren den Harnfluss, was für die Tiere sehr unangenehm ist. Schlimmstenfalls verschließen sie die Harnröhre komplett. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und kann Medikamente und spezielles Diätfutter umfassen.
Diabetes: Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung. Dabei kann der Körper Zucker nicht mehr richtig verarbeiten. Entweder produziert die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin oder die Körperzellen reagieren nicht darauf. Typische Anzeichen sind vermehrtes Trinken, häufiges Urinieren, gesteigerter Appetit und gleichzeitig Gewichtsverlust. Mit der Zeit werden die Katzen müde, schwach und bekommen weitere gesundheitliche Probleme. Die Diagnose wird über Blut- und Urinwerte gestellt. Die Behandlung besteht meist aus Insulinspritzen und einer Anpassung des Futters. Bei guter Einstellung können Katzen mit Diabetes ein langes und schönes Leben führen.
FIP: Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine schwere Viruserkrankung. Sie wird durch eine Mutation des felinen Coronavirus hervorgerufen. Das feline Coronavirus ist bei Katzen sehr verbreitet. Etwa 70 % aller Tiere tragen es in sich. In den meisten Fällen handelt es sich um harmlose Varianten. Je mehr aber davon vorhanden sind, desto wahrscheinlicher ist eine Mutation, die eine FIP-Infektion auslöst. Die Krankheit tritt in zwei Formen auf. Bei der „feuchten“ Form kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen im Bauch- oder Brustraum. Die Folge ist eine Bauchfellentzündung, die sich zu einer Brustfellentzündung ausweiten kann. Die „trockene“ Form ist von Fieber und Atembeschwerden begleitet. Sie hat Schäden an inneren Organen zur Folge. Eine FIP verläuft meist tödlich. Zwar gibt es erfolgversprechende Wirkstoffe. Diese sind in Deutschland aber noch nicht zugelassen.
FIV oder Katzen-Aids: Katzen-Aids wird durch das feline Immundefizienzvirus (FIV) verursacht. Es schwächt das Immunsystem der Katze. Am häufigsten erfolgt die Übertragung durch Bisse. Unkastrierte, freilaufende Kater sind am meisten gefährdet. Viele Katzen zeigen anfangs keine Symptome. Irgendwann treten jedoch immer wieder Infekte auf, weil das Immunsystem nicht mehr richtig arbeitet. Eine Heilung gibt es nicht, aber betroffene Katzen können mit guter Pflege oft noch viele Jahre gut leben. Dabei ist darauf zu achten, dass sie andere Katzen nicht anstecken.
FORL: FORL steht für feline odontoklastische resorptive Läsionen. Das ist eine Zahnerkrankung, bei der sich die Zahnsubstanz der Katze nach und nach auflöst. Im fortgeschrittenen Stadium kann die Katze nur noch schlecht fressen, weil sie Schmerzen hat. Häufig sind mehrere Zähne gleichzeitig betroffen. Eine FORL kann nur durch eine Röntgenuntersuchung eindeutig identifiziert werden. Eine Heilung gibt es nicht. Meist müssen die Zähne entfernt werden, damit die Katze keine Schmerzen mehr hat.
Genetische Erkrankungen: Genetische Erkrankungen entstehen durch Veränderungen im Erbgut. Sie betreffen bestimmte Katzenrassen häufiger als andere. Bei Perserkatzen kommt zum Beispiel die polyzystische Nierenerkrankung (PKD) vor. Hier bilden sich flüssigkeitsgefüllte Zysten in den Nieren und stören die Nierenfunktion. Als kurzköpfige Rasse sind Perserkatzen mitunter auch von einem Hydrocephalus („Wasserkopf“) betroffen. Bei diesem sammelt sich zu viel Flüssigkeit im Gehirn. Das verursacht neurologische Probleme. Maine Coons leiden öfter an HCM (hypertrophe Kardiomyopathie). Das ist eine Herzkrankheit, bei der der Herzmuskel verdickt und schlechter arbeitet. Unabhängig von der Rasse werden weiße Katzen mit blauen Augen oft taub geboren. Das liegt am sogenannten W-Gen. Es ist für die Fell- und Augenfarbe verantwortlich. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass sich das Hörorgan im Innenohr nicht richtig entwickelt.
Hauterkrankungen: Hauterkrankungen bei Katzen zeigen sich häufig durch Haarausfall, Juckreiz oder Schuppen. Eine Form davon ist die feline selbstinduzierte Alopezie, kurz FSA. Dabei reißt oder leckt sich die Katze das Fell selbst aus. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von Allergien bis hin zu psychischem Stress. Viele Katzen zeigen Hautprobleme zuerst durch vermehrtes Putzen, bevor kahle Stellen sichtbar werden. Eine genaue Diagnose ist wichtig, damit die Katze gezielt behandelt werden kann.
Katzenleukämie: Katzenleukämie wird auch feline Leukose genannt. Sie wird durch das feline Leukämievirus (FeLV) übertragen. Das Virus befällt das lymphatische System. Von dort breitet es sich in den Blutbahnen, im Knochenmark und schließlich im gesamten Körper aus. Das Virus ist krebserregend. Es schwächt das Immunsystem und greift verschiedene Organe an. Die Übertragung erfolgt meist über direkten Kontakt mit Speichel, etwa durch gegenseitiges Putzen oder durch Bisse. Zunächst wirken betroffene Katzen müde, verlieren Gewicht und bekommen häufiger Infektionen. Später kann es zu Blutarmut, Tumoren oder schweren Entzündungen kommen. Eine Heilung gibt es nicht. Die wichtigste Vorsorge ist eine Impfung.
Katzenschnupfen: Katzenschnupfen heißt fachsprachlich feline virale Rhinotrachitis. Es ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die vor allem die Atemwege, Augen und Schleimhäute betrifft. Sie wird durch verschiedene Viren und Bakterien ausgelöst. Dazu gehören das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus. Eine Impfung bietet den besten Schutz und verhindert schwere Krankheitsverläufe. Bei ungeimpften Katzen kann die Krankheit tödlich enden. Typische Symptome sind Niesen, Nasenausfluss, tränende Augen, Heiserkeit und Fieber. Die Behandlung richtet sich nach den auslösenden Erregern. Ohne Therapie wird die Erkrankung chronisch und der Zustand des Tieres verschlechtert sich.
Katzenseuche: Katzenseuche, auch feline Panleukopenie, genannt, ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Sie wird durch das feline Panleukopenie-Virus übertragen und schwächt das Immunsystem. Besonders gefährdet sind ungeimpfte Katzen, vor allem Kitten. Die Symptome sind Apathie, Mattigkeit und starkes Fieber. Hinzu kommen Erbrechen und blutige Durchfälle, wodurch eine Austrocknung droht. Bei einem perakuten Verlauf sterben die Tiere innerhalb kürzester Zeit, ohne Symptome zu zeigen. Eine schnelle und intensive Behandlung mit Infusionen und Medikamenten ist lebenswichtig. Am besten schützt eine Impfung.
Magen-Darm-Erkrankungen: Probleme mit der Verdauung gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei Katzen. Typische Beschwerden sind Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Sie können plötzlich auftreten oder immer wiederkehren. Die Auslöser reichen von verdorbenem Futter und Futterunverträglichkeiten über Parasiten bis hin zu Infektionen oder Stress. Manche Katzen reagieren auch sehr empfindlich auf Futterwechsel oder fressen Dinge, die sie nicht vertragen. Bei länger anhaltenden Beschwerden sollte die Katze tierärztlich untersucht werden. Je nach Ursache helfen Medikamente oder eine Futterumstellung, um den Magen-Darm-Trakt wieder zu beruhigen.
Neurologische Erkrankungen: Neurologische Erkrankungen betreffen das Gehirn und das Nervensystem der Katze. Sie zeigen sich oft durch Veränderungen im Verhalten oder in der Bewegungssteuerung. Bei älteren Katzen tritt häufiger eine Form von Demenz auf. Sie miauen viel, wirken orientierungslos und können ihren Alltag nicht mehr so gut bewältigen. Epilepsie zeigt sich durch plötzliche Krampfanfälle. Sie kann angeboren sein, durch Verletzungen entstehen oder mit anderen Erkrankungen zusammenhängen. Eine genaue Diagnose durch den Tierarzt ist wichtig. Mit den richtigen Medikamenten und Vorsichtsmaßnahmen lassen sich viele neurologische Probleme gut managen.
Niereninsuffizienz: Niereninsuffizienz bedeutet, dass die Nieren der Katze ihre Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen. Das betrifft vor allem das Filtern von Schadstoffen. Besonders ältere Katzen sind häufig betroffen, da die Nierenfunktion im Laufe der Jahre nachlässt. Erste Anzeichen sind vermehrtes Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam und bleibt daher lange unbemerkt. Mit einer Blut- und Urinuntersuchung kann eine Niereninsuffizienz festgestellt und das Stadium der Erkrankung bestimmt werden. Eine Heilung ist nicht möglich. Mit Diätfutter und Medikamenten lässt sich der Krankheitsverlauf oft deutlich verlangsamen, so dass die Katze weiterhin eine gute Lebensqualität hat.
Parasitenbefall: Viele Katzen werden im Lauf ihres Lebens von Parasiten befallen. Vor allem Freigänger sind einem hohen Risiko ausgesetzt. Ohrmilben sorgen für dunkle Beläge im Ohr und starken Juckreiz. Betroffene Katzen schütteln häufig den Kopf und kratzen sich. Auch Flöhe und Haarlinge verursachen unangenehmen Juckreiz. Zecken bohren sich mit ihren Beißwerkzeugen in die Haut. Dabei können sie gefährliche Krankheitserreger übertragen. Sie müssen deshalb schnell entfernt werden. Würmer gelangen über oft über Beutetiere oder den Kontakt mit infizierten Tieren in den Körper. Meist sind Magen-Darm-Probleme die Folge. Eine gute Vorsorge mit antiparasitären Mitteln und Hygiene sind wichtig.
Pilzerkrankungen: Pilzerkrankungen bei Katzen betreffen vor allem die Haut. In den meisten Fällen werden sie vom Hautpilz Microsporum canis verursacht. „Canis“ bedeutet zwar „Hund“, aber auch Katzen sind häufig davon betroffen. Er löst eine sogenannte Dermatophytose aus. Die Krankheit kann auch auf andere Tiere und Menschen übergehen. Typische Anzeichen sind Juckreiz und kahle, schuppige Stellen im Fell. Besonders junge und geschwächte Katzen sind anfällig, da ihr Immunsystem Pilze schlechter abwehren kann. Die Diagnose erfolgt anhand einer Haarprobe, eines speziellen Lampentests oder einer Untersuchung unter dem Mikroskop. Zur Behandlung kommen pilzhemmende Shampoos und Medikamente zum Einsatz. Es ist wichtig, die Aufenthaltsplätze der Katze gut zu reinigen. Pilzsporen können lange in der Umgebung überleben.
Schilddrüsenüberfunktion: Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) entsteht, wenn die Schilddrüse zu viele Hormone produziert. Dadurch läuft der Stoffwechsel dauerhaft „auf Hochtouren“. Das belastet den Katzenkörper auf Dauer stark. Symptome sind Gewichtsverlust trotz großem Appetit, vermehrtes Trinken, stumpfes Fell, Nervosität und Unruhe. Anhand einer Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob ein erhöhter Schilddrüsenwert vorliegt. Mit Medikamenten und Spezialfutter kann man die Erkrankung behandeln. Gegebenenfalls wird die Schilddrüse entfernt.
Spondylose: Spondylose ist eine Erkrankung der Wirbelsäule. Sie entsteht durch Verschleiß oder dauerhafte Überlastung. Betroffen sind vor allem ältere und übergewichtige Katzen. Die Bandscheiben und Wirbelkörper nutzen sich ab. Dabei können knöcherne Auswüchse an den Wirbeln entstehen. Das beeinträchtigt die Beweglichkeit zusätzlich. Drücken die knöchernen Zubildungen auf Nerven, sind Schmerzen die Folge. Viele Katzen zeigen anfangs kaum Symptome. Im fortgeschrittenen Stadium wirken sie steifer und bewegen sich weniger. Manche Tiere reagieren empfindlich, wenn man ihren Rücken berührt, oder ziehen sich insgesamt mehr zurück. Die Diagnose erfolgt anhand von Röntgenaufnahmen. Behandelt wird Spondylose durch Medikamente, Physiotherapie, Gewichtsreduzierung und angepasste Bewegung.
Toxoplasmose: Toxoplasmose wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii ausgelöst, den viele Katzen in sich tragen. Die meisten Tiere zeigen keine Symptome, weil ihr Immunsystem den Erreger gut unter Kontrolle hält. Bricht die Erkrankung trotzdem aus, wirken betroffene Katzen müde, fressen schlechter oder haben Fieber. Manchmal kommen Atemprobleme oder Verdauungsbeschwerden dazu. Besonders gefährdet sind sehr junge, ältere oder geschwächte Tiere. Die Diagnose erfolgt über Bluttests oder Kotuntersuchungen. Mit passenden Medikamenten lässt sich die Erkrankung meist gut behandeln. Erkrankte Katzen erholen sich in der Regel vollständig. Für schwangere Frauen ist wichtig zu wissen, dass sie sich mit Toxoplasmose anstecken können. Der Erreger kann dem ungeborenen Kind schaden. Deswegen ist besondere Vorsicht geboten.
Tumorerkrankungen: Tumorerkrankungen treten bei Katzen vor allem im höheren Alter auf. Zu den verbreiteten Formen gehören Lymphome, die das Immunsystem betreffen, und Mammatumore bei weiblichen Katzen. Von Hautkrebs sind oft Katzen mit hellem Fell betroffen, die viel UV-Strahlung ausgesetzt sind. Knochenkrebs kommt seltener vor. Er ist jedoch sehr schmerzhaft und aggressiv. Die Diagnose erfolgt meist durch Ultraschall, Röntgen oder Gewebeproben. Je nach Art und Stadium des Tumors können Operationen, Medikamente oder Chemotherapie helfen.
Übergewicht: Übergewicht ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Hauskatzen. Es entsteht meist durch eine Kombination aus zu viel Futter und zu wenig Bewegung. Übergewichtige Katzen haben Schwierigkeiten, sich richtig zu bewegen und zu putzen. Das schränkt das Wohlbefinden ein. Das zusätzliche Gewicht erhöht das Risiko für Diabetes, Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden und andere Erkrankungen. Halter und Halterinnen erkennen Gewichtsprobleme bei der Katze oft spät. Ein Tierarzt oder eine Tierärztin kann einschätzen, ob die Katze zu schwer ist. Mit angepasster Fütterung und mehr Aktivität lässt sich das Gewicht meist in den Griff kriegen.
Zahnstein: Zahnstein erkennt man an gelben bis bräunlichen Ablagerungen auf den Zähnen. Er entsteht, wenn sich Plaque (Bakterien, Futterreste, Speichel) ansammelt und verhärtet. Im Lauf der Zeit können Entzündungen, Mundgeruch und Schmerzen beim Fressen auftreten. Unbehandelter Zahnstein kann das Zahnfleisch schädigen und zu weiteren ernsthaften Problemen führen. Bei einer professionellen Zahnreinigung wird der Zahnstein unter Narkose entfernt. Regelmäßige Kontrollen und Zahnpflege helfen, neue Beläge zu reduzieren und die Mundgesundheit der Katze zu erhalten.
Zahnfleischentzündung: Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entsteht, wenn sich Bakterien am Zahnfleischrand vermehren und dort eine Entzündung auslösen. Die betroffene Katze hat oft gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, frisst schlechter, speichelt viel oder zeigt Schmerzen beim Kauen. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sie sich ausbreiten und letztlich zum Zahnverlust führen. Der Tierarzt erkennt die Erkrankung meist schnell und kann mit einer geeigneten Behandlung helfen.
Welche Unfälle und Verletzungen bei Katzen häufig vorkommen
Katzen sind neugierige und aktive Tiere. Sie spielen, klettern und erkunden gern. Dabei kann es zu Unfällen oder Verletzungen kommen. Nicht nur Freigänger, sondern auch Wohnungskatzen sind davon betroffen. Manche Verletzungen wirken zunächst harmlos. Sie können aber ernsthafte Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. In diesem Kapitel findest du einen Überblick über die häufigsten Unfallursachen und Verletzungen bei Katzen.
Die häufigsten Unfälle und Verletzungen bei Katzen
Abgebrochene Zähne: Beim Spielen, Kauen oder nach einem Unfall kann ein Zahn abbrechen. Das Risiko ist besonders groß, wenn der Zahn krank oder vorgeschädigt ist. Ein abgebrochener Zahn ist schmerzhaft. Das erkennt man daran, dass die Katze nur auf einer Seite kaut, lange beim Fressen braucht oder ihr Futter meidet. Ein abgebrochener Zahn muss tierärztlich beurteilt und behandelt werden.
Augenverletzungen: Augenverletzungen können zum Beispiel entstehen, wenn der Katze beim Streifzug durchs Gebüsch ein Ast entgegenschlägt oder sie bei Kämpfen gekratzt wird. Dabei kann die Hornhaut einreißen und sich entzünden. Die Katze blinzelt dann verstärkt und das Auge tränt. Eine schnelle tierärztliche Behandlung ist wichtig. Anderenfalls kann das Auge dauerhaft geschädigt werden.
Bissverletzungen: Bissverletzungen entstehen oft bei Kämpfen zwischen Katzen. Die kleinen Einstichstellen sehen harmlos aus. Aber unter der Haut können sich Entzündungen bilden. Das ist schmerzhaft und belastet den Organismus. Die Katze frisst dann schlechter, verhält sich unruhig oder aggressiv. Bissverletzungen sollten immer vom Tierarzt gereinigt und versorgt werden.
Einklemmen in Kippfenstern: Manche Katzen versuchen, durch angekippte Fenster nach draußen zu gelangen. Dabei kann es passieren, dass sie in der schrägen Öffnung stecken bleiben. Je mehr sie sich versuchen zu befreien, desto tiefer rutschen sie in den Spalt. Dadurch können Nerven und Blutbahnen abgeschnürt werden und schwere innere Verletzungen entstehen.
Insektenstich: Bienen- oder Wespenstiche kommen vor allem im Sommer häufig vor. Sie sind schmerzhaft und führen meist zu einer Schwellung. Gefährlich wird es, wenn die Katze im Maul- oder Rachenraum gestochen wurde oder allergisch reagiert. Bei Atemnot oder starken Schwellungen muss die Katze sofort zum Tierarzt oder zur Tierärztin gebracht werden.
Stürze: Katzen gelten als gute Kletterer. Trotzdem sind sie vor Stürzen nicht gefeit. Zwar haben Katzen die Fähigkeit, sich in der Luft zu drehen und auf den Pfoten zu landen. Dabei ist jedoch die Höhe entscheidend. Ist sie zu gering, bleibt für das Drehen nicht genug Zeit. Auch wenn die Katze auf den Pfoten landet, kann sie mit dem Kopf aufschlagen. Dann sind Verletzungen wie ausgebrochene Zähne und Gehirnerschütterungen möglich. Aus diesem Grund sollte nach jedem Sturz ein Tierarzt oder eine Tierärztin aufgesucht werden.
Vergiftung: Katzen können sich durch Giftpflanzen, chemische Haushaltsmittel, Medikamente oder ungeeignete Lebensmittel wie Schokolade vergiften. Erste Anzeichen sind Erbrechen, Speicheln, Zittern oder Schwäche. Bei Verdacht auf eine Vergiftung zählt jede Minute. Die Katze braucht sofort medizinische Hilfe.
Verkehrsunfälle: Bei Unfällen erleiden Katzen oft innere Verletzungen, Knochenbrüche oder stehen unter Schock. Gerade bei Freigängern besteht die Gefahr, dass sie von einem Auto angefahren werden. Selbst wenn wenige äußerliche Spuren zu sehen sind, kann ein Unfall lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund braucht jede Katze nach einem Unfall sofort tierärztliche Hilfe.
Verschluckte Fremdkörper: Es kommt immer wieder vor, dass Katzen Kleinteile und andere Fremdkörper verschlucken. Neben spitzen Gegenständen sind fadenähnliche Objekte wie Lametta oder Ostergras gefährlich. Gelangen sie in den Darmtrakt, können sie ganze Abschnitte abschnüren. Ein erhöhtes Risiko für verschluckte Fremdkörper haben Katzen mit Pica-Syndrom. Das ist eine Essstörung, bei der die Tiere zwanghaft ungenießbare Substanzen (Steine, Abfälle etc.) fressen. Bei Verdacht auf einen verschluckten Fremdkörper sollte die Katze unverzüglich tierärztlich untersucht werden.
Fazit
Katzen zeigen oft erst spät, wenn ihnen etwas fehlt. Umso wichtiger ist es, typische Krankheiten und Unfallrisiken zu kennen und auf kleine Veränderungen im Verhalten zu achten. Viele Beschwerden lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Auch einfache Vorsorgemaßnahmen und regelmäßige Tierarztbesuche können viel dazu beitragen, deine Katze gesund zu halten. So hat sie die besten Chancen auf ein langes und unbeschwertes Leben.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Katzenkrankheiten und Unfällen
Welche Impfungen braucht eine Katze?
Zu den Core-Impfungen, die als notwendig eingestuft werden, zählen:
- Katzenseuche – Felines Parvovirus (FPV)
- Katzenschnupfen – Felines Herpesvirus (FHV) und Felines Calicivirus (FCV)
Non-Core-Impfungen sind nicht per se notwendig, aber je nach Lebensumständen sehr empfehlenswert. Dazu zählen:
- Katzenleukämie – Felines Leukämievirus (FeLV)
- Tollwut – Rabiesvirus: Wichtig bei Reisen in Länder, in denen noch Tollwut existiert
Wann sollte ich bei Erbrechen oder Durchfall zum Tierarzt?
Wenn die Beschwerden länger als einen Tag anhalten, Blut sichtbar ist, die Katze apathisch wirkt oder nichts mehr frisst, solltest du sie tierärztlich untersuchen lassen. Bei jungen, alten oder chronisch kranken Katzen kann es schnell gefährlich werden
Wie oft sollte meine Katze zur Vorsorgeuntersuchung?
Mindestens einmal im Jahr. Ältere Katzen oder chronisch kranke Tiere sollten häufiger kontrolliert werden, damit Veränderungen früh erkannt werden.
Wie kann ich das Risiko für Zahnprobleme verringern?
Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt oder bei der Tierärztin helfen, Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen. Auch eine professionelle Zahnreinigung kann sinnvoll sein. Mit der Uelzener Katzenzahnversicherung bist du vor hohen Tierarztkosten geschützt.
Wie erkenne ich, ob meine Katze dehydriert ist?
Eingesunkene Augen und trockene Schleimhäute („klebriges“ Zahnfleisch) können Hinweise sein. Empfehlenswert ist ein Hauttest: Wenn du die Haut im Nacken anhebst und sie sich danach nur langsam zurückbewegt, ist das ein Zeichen für Dehydrierung. Dehydrierung ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden.
Was mache ich, wenn meine Katze plötzlich humpelt?
Humpeln kann von Prellungen, Verstauchungen oder Krallenverletzungen herrühren. Wenn es nach einem Tag nicht besser wird oder die Katze starke Schmerzen zeigt, sollte ein Tierarzt oder eine Tierärztin draufschauen.
Wie kann ich meine Wohnung für meine Katze sicherer machen?
Dazu kannst du verschiedene Maßnahmen ergreifen:
- Fenster und Balkon sichern
- Giftige Pflanzen entfernen
- Keine Kleinteile herumliegen lassen
- Elektrokabel schützen






