Katze mit Zahnbürste bei Zahnstein
Tiergesundheit

Zahnstein bei der Katze: Erkennen und behandeln

25.06.2022

Im Bereich der Zähne haben Katze und Mensch eines gemeinsam: Ein- bis zweimal im Jahr sollten wir die Zähne untersuchen lassen, damit Zahnstein entfernt und andere Probleme im Mundraum ausgeschlossen werden. Nehmen die Ablagerungen überhand, äußert sich das mitunter in Verfärbungen oder gefährlichen Entzündungen. In diesem Beitrag erfährst du, wie du Zahnstein bei deiner Katze schon früh erkennst und wie er behandelt wird. Wir erklären außerdem, wie du deinem Haustier hilfst, die Zähne sauber zu halten.

Bei Zahnstein handelt es sich um die häufigste Erkrankung der Maulhöhle von Katzen und Hunden. Ältere Tiere sind davon häufiger betroffen als Jungkatzen. Die hartnäckigen Ablagerungen haben vielfältige Ursachen. Meist ergänzen sich weiche Nahrungsreste, Bakterien und Speichel zu einer anfangs weichen Masse namens Plaque. Mit der Zeit wird diese Schicht fester und führt zu Zahnfleischentzündungen. Bleibt der Zahnstein langfristig unbehandelt, können Löcher in Zahnhälsen und -wurzeln entstehen und die Zähne müssen entfernt werden.

Die Entzündungen aus dem Maul können sich in Form von Eiterbakterien im gesamten Körper der Katze verteilen und auch Herz, Leber oder Niere befallen und zu gesundheitlichen Problemen führen. Es ist daher wichtig, Zahnstein rechtzeitig zu erkennen und regelmäßig zu entfernen.

Zahnstein bei Katzen erkennen

Logischerweise sind die meisten Symptome von Zahnstein im Maulbereich einer Katze zu finden. So bildet sich auf den Zähnen ein bräunlich-gelber Belag und das Zahnfleisch sieht gerötet statt rosa aus. Mitunter blutet es sogar und färbt den Speichel ebenfalls rötlich. Darüber hinaus kann es zu Mundgeruch bei Katzen führen. Da das entzündete Zahnfleisch mit Schmerzen einhergeht, verlieren viele Katzen die Lust am Fressen und erscheinen appetitlos. Auch kaltes Futter und Wasser können an den empfindlichen Zähnen Schmerzen auslösen.

Ein verändertes Fressverhalten ist also immer ein Grund, dem Tier einmal ins Maul zu schauen. Da die Fellnasen dies meist vehement ablehnen, gilt es, die Chancen zu nutzen, wenn beim Spielen, Fressen oder Gähnen die Zähne freiwillig zum Vorschein kommen.

So erkennst du Zahnprobleme bei deiner Katze

Auf folgende Aspekte solltest du achten, um Zahnprobleme und Schmerzen bei deiner Katze zu erkennen:

  • Sind die Zähne weiß?
  • Sind Beläge auf den Zähnen zu erkennen?
  • Sind alle Zähne vorhanden und gleich lang?
  • Ist das Zahnfleisch rosa oder gerötet?
  • Erscheint der Speichel klar oder blutig?
  • Verströmt die Katze unangenehmen Mundgeruch?
  • Frisst sie ohne Zögern und mit gesundem Appetit oder hat sich ihr Fressverhalten negativ verändert?
  • Meidet die Katze kaltes Futter oder Wasser?

Da nicht alle Symptome problemlos festgestellt werden können und auch nicht alle Erscheinungen gleichzeitig auftreten müssen, empfiehlt es sich, im Verdachtsfall den Rat eines Tierarztes oder einer Tierärztin einzuholen.

Zahnstein bei der Katze entfernen

Generell sollten die Zähne jüngerer Katzen mindestens im jährlichen Rhythmus auf Zahnstein kontrolliert werden. Bei älteren oder bereits von Ablagerungen betroffenen Tieren erfolgt die Zahnsanierung in kürzeren Abständen. Abwarten macht das Krankheitsbild leider nicht besser.

Für die Behandlung wird die Katze in der Regel unter Vollnarkose gesetzt oder tief sediert, damit sich das Tier die Untersuchung gefallen lässt, weniger Schmerzen verspürt und die behandelnde Person sicher arbeiten kann. Mit einem Ultraschallgerät wird jeder Zahn einzeln vom Zahnstein befreit und anschließend poliert, damit sich neue Beläge nicht so schnell bilden können. Fallen an den Zähnen schwere Schäden auf, kann eine Blut- und Urinuntersuchung sinnvoll sein, um mögliche Organschäden in Folge der Zahnerkrankung festzustellen. Oft wird außerdem ein Röntgenbild von Kiefer und Zähnen zur genaueren Untersuchung erstellt. Schmerzmittel bekommen die meisten Katzen dann, wenn Zähne gezogen werden müssen. Antibiotika können außerdem dabei helfen, die Bakterienanzahl in der Maulhöhle zu verringern und somit die Heilung zu verbessern.

Eine solche fachgerechte Behandlung kann nur in einer tierärztlichen Praxis erfolgen. Der Zahnstein sitzt zu fest, um ihn zuhause wegzubürsten oder wegzukratzen. Der Versuch kann zudem zu Verletzungen von Mensch und Tier führen und die Beziehung nachhaltig beschädigen.

Zahnsteinbildung bei der Katze vorbeugen

Die wirksamste Methode, um Zahnstein zu verhindern, ist ein gründliches und regelmäßiges Zähneputzen. Im Idealfall wird die Katze dafür schon von klein auf an den Ablauf gewöhnt. Tierärzt:innen empfehlen dabei folgende Schritte:

  • Die Innenseite der Lippen mit dem Finger streicheln,
  • etwas Tierzahncreme hinzufügen,
  • die Zähne sanft massieren.

Zu Beginn kannst du dafür deinen eigenen Finger mit einem Fingerling nutzen. Hat sich deine Katze an das Gefühl des Zähneputzens gewöhnt, ist es jedoch ratsam, eine für Katzen geeignete Zahnbürste zu verwenden, da diese hygienischer ist und für mehr Sauberkeit sorgt.

Deine Katze sollte immer Positives mit der Zahnhygiene verbinden. Am besten beginnst du die Putzeinheiten in einer entspannten Situation, beispielsweise beim Kuscheln auf der Couch. Sowohl bei den beschriebenen ersten Schritten als auch beim späteren Putzen mit einer Zahnbürste solltest du die Katze stetig belohnen. Die eine Katze reagiert eher auf sanft lobende Worte, anderen entspannen sich am besten bei Streicheleinheiten. So verbinden die Samtpfoten das Zähneputzen schon bald mit einer angenehmen Erfahrung und integrieren es als tägliche Routine in ihren Tagesablauf.

Unterstützend können weitere Hilfsmittel bei der Zahnpflege sinnvoll sein. So gibt es zum Beispiel Trinkwasserzusätze, Kauspielzeuge und Zahnpflege-Snacks, die zur Zahnhygiene beitragen. Zudem ist regelmäßig angebotenes Trockenfutter hilfreich, da die harten Futterstücke weiche Beläge teilweise abreiben und das Zahnfleisch besser durchblutet wird.

Sonderfall: Die Zahnerkrankung FORL

Feline odontoklastische resorptive Läsionen, kurz FORL, stellen eine besondere und häufige Zahnerkrankung bei Katzen dar. Im Unterschied zu Löchern durch Karies sind hier körpereigene Zellen dafür verantwortlich, dass Substanz am Zahn abgebaut wird. Da dieser Prozess meist an der Zahnwurzel beginnt, bleiben die Entwicklungen für das menschliche Auge von außen zunächst unsichtbar und sind nur über Röntgenaufnahmen zu erkennen. Ein erstes Anzeichen ist gerötetes Zahnfleisch im Bereich der Zahnwurzeln (Saumgingivitis).

Einzelne Studien nähren den Verdacht, dass nahezu jede zweite Katze von dieser Erkrankung betroffen sein könnte. Die Symptome: Starke Zahnschmerzen halten die betroffenen Tiere vom Fressen ab und sorgen mitunter für einseitiges Kauen oder ein ruckartiges Zucken. Mundgeruch ist auch hier ein Anzeichen. Das Zahnfleisch und die Zahnoberfläche können allerdings noch absolut gesund aussehen.

Gesunde Zähne – gesunde Katze

Die Zahnpflege ist für unsere Katzen sehr wichtig. Leider versuchen unsere Stubentiger oft zu verstecken, wenn es ihnen nicht gut geht. Entsprechend aufmerksam solltest du als Halter:in daher sein und auf die kleinen Symptome achten, die für Zahnstein sprechen. Und wenn es tatsächlich Probleme mit den Zähnen gibt: Bitte warte nicht lange ab, sondern suche zügig tierärztlichen Rat! Wer seine Katze aber ohnehin regelmäßig dem Tierarzt vorstellt, um Zahnstein auszuschließen oder zu entfernen, der ist auf der sicheren Seite. So kann die Katze auch im hohen Alter noch ihr Lieblingsfutter genießen.

Tipp: Die Uelzener Katzen-Krankenversicherung bezuschusst die Zahnsteinentfernung und Zahnreinigung bei deiner Katze mit bis zu 100 Euro pro Versicherungsjahr.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich Zahnstein bei meiner Katze?

Zahnstein bei Katzen erkennt man in der Regel an einem bräunlich-gelben Belag auf den Zähnen. Das Zahnfleisch ist oft gerötet und es kann zu Blutungen kommen. Mundgeruch lässt oft auch auf Zahnstein schließen.

Was kann ich tun, um Zahnstein bei meiner Katze vorzubeugen?

Am besten kann man Zahnstein mit regelmäßigem Zähneputzen vorbeugen. Daran sollte man seine Katze von klein auf gewöhnen. Zu Beginn eignet sich ein Fingerling, später sollte eine Zahnbürste für Katzen mit spezieller Zahncreme verwendet werden.

 Wann muss ich mit Zahnstein bei der Katze zum Tierarzt oder zur Tierärztin?

Eine regelmäßige Zahnkontrolle durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin sollte bei jüngeren Katzen einmal im Jahr stattfinden. Bei älteren Tieren oder Katzen, die bereits Zahnstein haben oder stark zu Ablagerungen neigen, sollte die Zahnsanierung in kürzeren Abständen durchgeführt werden.

Zahlt meine Katzenversicherung die Zahnsteinentfernung?

Die Uelzener Katzen-Krankenversicherung übernimmt die anfallenden Kosten für eine Zahnreinigung oder Zahnsteinentfernung bei deiner Katze mit bis zu 100 Euro pro Versicherungsjahr.

Auch interessant