Häufige Fragen

Warum lieben Katzen Kartons?

10.01.2019

Es ist ein Phänomen, das vermutlich jeder Katzenfreund schon einmal beobachtet hat: die magische Anziehungskraft von Kartons auf Stubentiger. Aber was steckt dahinter und mit welchen Pappkameraden darf die Katze gefahrlos spielen? Wir klären auf.

Es reicht ein einzelner Karton. Egal ob groß, klein, rechteckig oder rund – die leblosen Objekte aus Pappe faszinieren Katzen. Ein achtlos auf dem Fußboden oder einem Stuhl abgestellter Karton zieht sofort die Aufmerksamkeit der verspielten Tiere auf sich. In kürzester Zeit werden sie genauestens inspiziert und dienen gern auch als Schlafplatz. Aber warum ist das so?

Rückzugsraum als Stresskiller

Niederländische Forscher von der Universität Utrecht brachten im Rahmen einer Studie zwei Gruppen von Katzen in einen ihnen unbekannten Raum. Die erste Gruppe bekam Kartons als eine Möglichkeit zum Verstecken in den Raum, die zweite Gruppe nicht. Während es sich die Katzen aus der ersten Gruppe von der ersten Stunde an in den zur Verfügung gestellten Pappkartons gemütlich machten, fehlte den Tieren aus der zweiten Gruppe ein Rückzugsort. Das Ergebnis: Die Katzen mit Kartons waren deutlich weniger gestresst und gewöhnten sich schneller an die ungewohnte Umgebung als die Katzen aus der zweiten Gruppe. Die höhlenartigen Gebilde können also das Stresslevel unseren Mitbewohner reduzieren.

Warm und gemütlich

Die Begeisterung von Katzen für Kartons könnte noch einen weiteren Grund haben: Laut einer Studie aus dem Jahr 2006 liegt die ideale Raumtemperatur für Katzen zwischen 30 und 36 Grad Celsius. Ihre menschlichen Mitbewohner bevorzugen aber deutlich kühlere Räume. Deshalb ziehen sich Katzen in unserer Umgebung gern an besonders warme Orte zurück, beispielsweise unter die Heizung oder an den Kamin. Pappkartons sind besonders gut isoliert und oft so klein, dass unsere Samtpfoten eingerollt an jeder Seite den Karton berühren. So wird es schnell warm und herrlich gemütlich.

Verletzungen vermeiden

Bevor Du Deiner Katze einen Karton guten Gewissens überlässt, solltest Du ihn gründlich auf mögliche Verletzungsmöglichkeiten hin überprüfen. Der Karton sollte gut geöffnet sein, damit sich die Katze beim Einstieg nicht einklemmen oder schneiden kann. Ungeeignet sind Kartons, die von Tackernadeln zusammengehalten werden. Diese können sich lösen, aus dem Karton ragen und Deine Katze verletzen, gleiches gilt für scharfkantige Pappteile. Auch Füllmaterial aus Plastik solltest Du aus dem Karton entfernen, sonst besteht Erstickungsgefahr. Zudem sollte er auf einem sicheren Untergrund stehen, damit er nicht mitsamt Deiner Katze herunterpurzelt. Vermeide also wacklige Stühle oder Tische und stelle den Karton am besten direkt auf den Fußboden. Dennoch ist es wichtig, dass du auch auf mögliche Verletzungen vorbereitet bist un eine gute “Katzen-Krankenversicherung” und auch eine Katzen-OP-Versicherung abschließt.

Wenn Du diese Gefahren aus dem Weg geräumt hast, steht dem nächsten Nickerchen im Katzenbett aus Pappe nichts mehr im Wege!

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