Katze mit Grauem Star
Tiergesundheit

Grauer Star bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

13.12.2023

Bei der Diagnose Grauer Star oder Katarakt handelt es sich um eine Eintrübung der Linse im Auge der Katze. Diese führt zu einem verringerten Lichteinfall und damit zu einer eingeschränkten Sehfähigkeit, die sich nach und nach bis zur völligen Erblindung entwickeln kann. In diesem Artikel zeigen wir Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten für diese unheilbare, in vielen Fällen jedoch gut zu operierende Augenerkrankung auf.

Ursachen des Grauen Stars bei Katzen

Bei den Ursachen der Katarakt unterscheidet man primäre und sekundäre Ursachen.

Primäre: Angeborener Grauer Star. Diese Katarakt kann möglicherweise erblich oder aufgrund von Störungen in der fetalen Entwicklung zustande kommen. Dabei ist die Trübung der Linse bereits bei der Geburt vorhanden und schreitet voran.

Sekundär: Durch andere Krankheiten ausgelöst. Damit sind Erkrankungen wie Bluthochdruck oder eine Uveitis (Entzündung) gemeint, die eine Trübung der Linse zur Folge haben können.

Folgen Ursachen können für die Entstehung eines Grauen Stars verantwortlich sein:

  • Alterung (50 % der Katzen älter als ca. 13 Jahre leiden unter Katarakt)
  • angeborene Veranlagung
  • Entzündungen wie Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut im Augeninneren)
  • Traumatisch durch Verletzung der Linse (beispielsweise aufgrund von Kratzwunden durch andere Katzen)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
  • Ernährungsbedingt (Mangel an Arginin bei Milchersatznahrung für Kitten)

So erkennst du, ob deine Katze Grauen Star hat

Ein Grauer Star entwickelt sich schleichend. Die Katze sieht aufgrund der Eintrübung der Linse schlechter. Für das menschliche Auge ist diese Eintrübung zunächst jedoch nicht zu erkennen. Daher ist ein Grauer Star vor allem am veränderten Verhalten der Katze auszumachen. Stößt eine Katze beispielsweise an Objekte, die sie in ihrer vertrauten Umgebung noch vor Kurzem problemlos umgehen konnte, läuft sie vorsichtiger oder verfehlt bei Sprüngen mitunter ihr Ziel, sollte sie unbedingt tierärztlich untersucht werden.

Da der Graue Star schleichend fortschreitet, ist die Früherkennung entscheidend. Regelmäßige Tierarztbesuche und eine aufmerksame Beobachtung des Verhaltens und der Augen der Katze können helfen, eventuelle Probleme im Frühstadium zu identifizieren. Ist der Graue Star fortgeschritten, lässt sich selbst mit bloßem Auge eine Eintrübung der Linse erkennen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte man mit der Katze unbedingt zur Tierärztin oder zum Tierarzt gehen.

Diagnose und Tierarztbesuch

In der Tierarztpraxis wird mittels Spaltlampe im Rahmen einer ophthalmologischen Untersuchung eine Diagnose gestellt. Daneben können Bluttests und andere diagnostische Verfahren durchgeführt werden, um die genauere Ursache für eine Linseneintrübung zu diagnostizieren. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Aussichten für eine erfolgreiche Behandlung.

Behandlungsmöglichkeiten von Katarakt bei Katzen

Handelt es sich um eine sekundäre Katarakt, wird die ursprüngliche Erkrankung wie beispielsweise Bluthochdruck medikamentös behandelt. Die Linsentrübung selbst ist nicht behandelbar. Durch eine Behandlung der ursächlichen Erkrankung kann das Fortschreiten des Grauen Stars jedoch verlangsamt werden.

Je nach Stadium der Eintrübung kann in einer Operation die getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt werden. So kann die Sehfähigkeit der Katze wiederhergestellt werden. Dazu wird die eingetrübte Linse mittels Ultraschall (Phakoemulsifikation) zertrümmert, abgesaugt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Ein operativer Eingriff ist bei ansonsten gesunden Katzen ein Routineeingriff mit sehr guten Erfolgsaussichten. Dieser muss, anders als beim Menschen, unter Vollnarkose durchgeführt werden. Weswegen bei einer älteren Katze aufgrund des Narkoserisikos die Notwendigkeit des Eingriffs gut abgewogen werden sollte. Nach einer Operation können Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente nötig sein, um mögliche Komplikationen zu verhindern.

Präventive Maßnahmen

Obwohl nicht alle Fälle von Katarakt verhindert werden können, gibt es präventive Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung verringern können. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Antioxidantien ist, kann die Augengesundheit fördern. Regelmäßige Tierarztbesuche stellen sicher, dass eine mögliche Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Lebensqualität der Katze verbessern

Kann ein Grauer Star nicht operiert werden, lässt sich viel dafür tun, einer Katze dennoch ein unbeschwertes und gutes Leben zu bereiten. Denn auch blinde Katzen können sich bei entsprechender Pflege und Rücksichtnahme in ihrer Umgebung sicher bewegen. So sollte man auf das Umstellen von Einrichtungsgegenständen verzichten und dafür Sorge tragen, dass sich für die Katze wichtige Gegenstände wie Napf, Katzentoilette und Kratzbaum stets an derselben Stelle befinden.

Fazit

Grauer Star ist eine unheilbare Erkrankung. Die Eintrübung der Linse und der damit einhergehende, allmähliche Verlust der Sehkraft betrifft vorwiegend ältere Katzen. Um eine Katarakt möglichst rechtzeitig zu erkennen, sind regelmäßige Augenuntersuchungen durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt hilfreich. Darüber hinaus sollte man seine Katze generell aufmerksam beobachten und sie bei etwaigen Verhaltensauffälligkeiten möglichst schnell tierärztlich untersuchen lassen. Bei der Diagnose Grauer Star kann vielen Katzen mit einer Operation geholfen werden, sodass sie ihre Sehkraft zumeist wiedererlangen können. Ist ein operativer Eingriff nicht möglich, können erblindete Katzen mit entsprechender Pflege und Rücksichtnahme dennoch ein zufriedenes Leben führen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Grauem Star bei Katzen

Was kostet eine Grauer-Star-OP bei Katzen?

Die Operation einer Katarakt ist ein Routineeingriff mit guten Erfolgsaussichten. Bei über 90 % der operierten Katzen erläuft der Eingriff erfolgreich. Zu einer Grauer-Star-Operation können spezielle Voruntersuchungen wie ein EKG nötig sein. Dabei wird sichergestellt, dass die Katze gesund ist und unerkannte Erkrankungen nicht zu Komplikationen führen können. Werden Erkrankungen erkannt, sollten diese vor dem Eingriff behandelt werden. Die Kosten für die Operation können insgesamt zwischen 2000 Euro und 4000 Euro liegen. Bereits die Entfernung der trüben Linse und das Einsetzen der neuen kosten ca. 1000 Euro. Hinzu kommen unter anderem die Kosten für Narkose, Versorgung während des Eingriffs und weitere Leistungen, die im Rahmen der Operation nötig sind. Eine Katzenversicherung hilft, die Tierarztkosten zu tragen.

Was passiert, wenn man einen Grauen Star nicht operiert?

Wird ein Grauer Star nicht operiert, droht der Verlust der Sehkraft. Dabei kann das Fortschreiten der Erkrankung sehr unterschiedlich sein. Eine an sich gesunde Katze zeigt in der Regel einen langsameren Verlauf als eine Katze, die neben dem Grauen Star weitere gesundheitliche Probleme hat. Wird der Graue Star nicht behandelt, können sich Folgeerkrankungen wie Grüner Star (Glaukom), Netzhautablösung oder Entzündungen einstellen.

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