Einer Katze wird Blut abgenommen.
Tiergesundheit

Katzen Blut abnehmen lassen: Gründe, Ablauf und Kosten

20.11.2023

Eine Blutabnahme kann aufgrund verschiedener Anlässe nötig sein. Beispielsweise, um bei einer akuten Erkrankung eine Diagnose stellen zu können, die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung zu überprüfen oder auch im Rahmen einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige rund um den Ablauf, die Gründe und die Kosten einer Blutabnahme.

Warum ist Blutabnahme bei Katzen wichtig?

Es gibt unterschiedliche Anlässe für eine Blutabnahme und eine sich daran anschließende Laboruntersuchung.

  • Diagnostik: Akute gesundheitliche Probleme, bei denen eine Diagnose gestellt werden muss. Mit einer Blutuntersuchung ergeben sich Hinweise auf eine Infektion durch Viren, Bakterien oder Parasiten feststellen. Außerdem hilft eine Blutuntersuchung dabei, Entzündungsreaktionen zu erkennen, mögliche Tumorerkrankungen wahrzunehmen oder den Hormonspiegel zu bestimmen. Bei Verdacht auf Vergiftungen, Allergien wie Heuschnupfen oder einer Mangelversorgung mit bestimmten Nährstoffen kann eine Blutuntersuchung für Klarheit sorgen.
  • Vorsorgeuntersuchungen: Mit prophylaktischen Blutuntersuchungen lassen sich Erkrankungen mitunter bereits vor wahrnehmbaren Symptomen erkennen. Das gilt beispielsweise für Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen oder Nieren- oder Lebererkrankungen. Prophylaktische Untersuchungen haben sich vor allem bei älteren Tieren bewährt, weil diese mit einer höheren Wahrscheinlichkeit erkranken.
  • Kontrolle während einer Behandlung: Die Wirksamkeit einer Behandlung lässt sich mit einer Blutuntersuchung gut kontrollieren. Stellt man fest, dass die gewünschte Wirkung nicht erreicht worden ist, kann die Behandlung gezielt angepasst werden.
  • Kontrolle bei dauerhafter Medikamentengabe: Chronische Erkrankungen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion werden häufig mit Medikamenten behandelt. Um die optimale Dosis zu verordnen, zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, sind Blutuntersuchungen ein bewährtes Hilfsmittel.

Blutuntersuchung ist nicht gleich Blutuntersuchung. Gibt es doch viele verschiedene Möglichkeiten, Erkenntnisse aus der Untersuchung des Blutes zu ziehen. Beispielsweise die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen (hämatologischer Befund), die Gerinnungsfähigkeit des Blutes oder eine chemische Analyse hinsichtlich Hormone und Elektrolyte. So ist eine Blutuntersuchung ein vielseitig anwendbares Instrument für Tierärztinnen und Tierärzte.

Vorbereitung auf die Blutabnahme Katzen

Eine gute Vorbereitung sorgt für eine möglichst stressfreie und unproblematische Blutabnahme bei deiner Katze.

  • Vorab üben: Gewöhne deine Katze daran, dass sie sich an Bein und Pfote anfassen lässt. Nimm immer mal ihr Bein in die Hand und streichel über mögliche zukünftige Einstichstellen.
  • An Rasierer gewöhnen: Bei einer Blutabnahme wird mitunter die Einstichstelle rasiert. Dieses Geräusch kann auf die Katzen bedrohlich wirken. Leichter machst du ihr die Blutentnahme, wenn sie mit dem Geräusch eines Rasierers in ihrer Nähe vertraut ist. Alternativ eignet sich auch das Geräusch einer elektrischen Zahnbürste.
  • An die Transportbox gewöhnen: Der Gang in die Tierarztpraxis ist für die wenigsten Katzen entspannt. Du hilfst deinem Stubentiger, wenn er seine Transportbox als Wohlfühlort oder zumindest als sicheren Ort empfindet. Trainiere mit deiner Katze, sich in der Katzenbox aufzuhalten. Statte die Box mit einer kuscheligen Decke, einem Lieblingsspielzeug und Leckerlis aus. Eine gute Übung ist es, wenn Katzen von klein auf an den Besuch in der Kleintierpraxis gewöhnt werden.
  • Vor der Blutabnahme sollte eine Katze je nach Fragestellung nüchtern sein. Lass sie zehn bis zwölf Stunden vor der Blutabnahme nichts mehr fressen und sorg bei einer Freigängerkatze dafür, dass sie sich bereits seit dem Vorabend in der Wohnung aufhält.
  • Bereite dich selbst gut auf die Blutabnahme vor. Wenn du weißt, wie die Untersuchung abläuft, gibt dir das Sicherheit und je ruhiger du bist, desto entspannter kann auch deine Katze sein.

Wie lange muss die Katze vor Blutabnahme nüchtern sein?

Für die Blutabnahme sollte die Katze nüchtern sein. Zum einen kann eine Nahrungsaufnahme in den Stunden vor der Blutabnahme die Blutwerte beeinflussen. Zum anderen kann es sein, dass eine Katze für die Blutabnahme sediert wird. Ein voller Magen kann zu Komplikationen führen, wenn sie während der Sedierung erbrechen sollte. Daher sollten Katzen zehn bis zwölf Stunden vor der Blutabnahme nichts fressen. Um dies auch bei Freigängerkatzen sicherzustellen, sollte man diese ab dem Abend vor der Blutabnahme in der Wohnung halten und nicht herauslassen.

Wie wird die Blutabnahme durchgeführt?

Ängstliche Katzen oder Katzen, die kaum zu halten sind, können vorab sediert werden. Die Blutabnahme erfolgt häufig in einer Vene an einem der Vorderbeine. Aber auch die Entnahme am hinteren Bein ist eine gute Möglichkeit. Dort geht es zuweilen leichter. Mitunter wird die Einstichstelle rasiert. Vor dem Einstich wird die Vene mittels Hand oder einem Stauschlauch gestaut und Einstichstelle gründlich desinfiziert, um Infektionen zu vermeiden. Mit einem Stich wird die Nadel in die Vene eingeführt, um Blut zu entnehmen. Das Blut wird in einem mit den Daten zur Katze beschrifteten Röhrchen gesammelt. Anschließend wird das Blut ins Labor gegeben, entweder direkt in der Praxis oder in ein externes Labor.

Wo nimmt man bei einer Katze Blut ab?

Am häufigsten nimmt man Blut in einer der Vorderpfote ab. Die entsprechende Vene (Vena cephalica) ist in der Regel gut sichtbar und leicht zugänglich. Es ist ebenfalls möglich, das Blut aus einer Vene (Vena saphena) in einer der Hinterpfoten abzunehmen. Falls die Blutabnahme weder in Vorder- noch Hinterpfote möglich ist, kann die Vene am Hals genutzt werden.

Wie kann man eine Katze beruhigen und unterbringen?

Je ruhiger die Katze während der Blutabnahme bleibt, desto unproblematischer und stressärmer verläuft die Entnahme. Dazu trägt eine gute Vorbereitung bei, wie sie oben bereits ausführlicher beschrieben wurde. Darüber hinaus hilft es, wenn du selbst möglichst ruhig und entspannt bist. Sprich beruhigend mit deiner Katze und streichel sie, falls sie es zulässt.

Mögliche Diagnosen per Blutbild

Ein Blutbild liefert zahlreiche Informationen zur Diagnose unterschiedlicher Erkrankungen. Hier eine Auswahl vorkommender Krankheiten:

  • Entzündungen: Eine höhere Anzahl weißer Blutkörperchen kann auf eine Entzündung im Körper hinweisen.
  • Anämie: Eine niedrige Anzahl roter Blutkörperchen ist möglicherweise ein Anzeichen für eine Anämie, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein kann.
  • Lebererkrankungen: Diese können durch von der Norm abweichende Blutwerte angezeigt werden.
  • Nierenerkrankungen: Sind Kreatinin und Harnstoff im Blut feststellbar, ist dies möglicherweise ein Hinweis auf eine Nierenfehlfunktion.
  • Diabetes: Ein hoher Blutzuckerspiegel kann ein Hinweis auf Diabetes mellitus sein.
  • Schilddrüsenüberfunktion: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion finden sich im Blut erhöhte Werte des Schilddrüsenhormons Thyroxin.

Was kostet eine Blutuntersuchung bei einer Katze?

Die Kosten für eine Blutuntersuchung können je nach Fragestellung bis zu 150 Euro, zuzüglich Untersuchung, Blutentnahme, Material, Aufbereitung und ggf. Kurier können die Kosten zwischen 300 Euro und 400 Euro betragen.

Nachsorge

Eine Blutabnahme ist keine besonders schwere Intervention, die Katzen in der Regel sehr gut verkraften. Dennoch sollte man einer Katze nach der Blutentnahme Ruhe gönnen und ihr ermöglichen, dass sie sich in möglichst stressfreier Umgebung aufhalten kann. Außerdem sollte Katzen nach der Blutabnahme ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Nach einer Blutentnahme sollte man seine Katze noch sorgfältiger als sonst beobachten, sodass man mögliche gesundheitliche Probleme aufgrund der Blutentnahme frühzeitig wahrnimmt. Falls die Katze sich ungewöhnlich verhält oder Anzeichen von Unwohlsein zeigt, sollte man seine Tierärztin oder seinen Tierarzt kontaktieren.

Fazit

Die Blutabnahme ist ein wichtiges Instrument in der veterinärmedizinischen Praxis, das mit der sich anschließenden Laboruntersuchung der Diagnostik und der Früherkennung von Krankheiten dient. Eine gute Vorbereitung der Katze trägt zu einer möglichst stressarmen und erfolgreichen Blutabnahme mit aussagekräftigen Laborergebnissen bei. Eine Katzenversicherung entlastet dich bei hohen Tierarztkosten.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Gehört das Blutbild zur Gesundheitsvorsorge bei Katzen?

Ein Blutbild ermöglicht es, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Daher ist ein Blutbild fester Bestandteil gesundheitlicher Vorsorge.

Wie oft sollte ich Blut von meiner Katze abnehmen lassen?

Wie häufig man Blut von seiner Katze abnehmen und was man dann untersuchen lassen sollte, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Alter, Gesundheitszustand oder Krankengeschichte spielen dabei eine wichtige Rolle. Am besten lässt man sich von seiner Tierärztin oder seinem Tierarzt beraten.

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