Katze springt in der Wohnung von Stuhl zu Stuhl, eine Wohnungskatze zu beschäftigen ist nicht leicht.
Haltung

Tipps für den Alltag: Die Wohnungskatze beschäftigen

22.07.2022

Freigängerkatzen streifen oft Stunden durch ihr Revier oder verschwinden gar für Tage. Währenddessen halten sich reine Wohnungskatzen in einem viel kleineren Areal auf. Damit sie gesund bleiben und nicht übergewichtig werden, sind gute Ideen der Katzenhalter:innen gefragt. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du auch schnurrende Schmusekatzen mit eher gemütlichem Charakter zu Bewegung animieren.

Einige Tierfreund:innen kennen das sicherlich: Es ist Wochenende, es stehen keine Termine an, man würde am liebsten den ganzen Tag im Sessel lesen oder die nächste Serie schauen. Trotzdem weiß man, dass es sinnvoll ist, sich aufzuraffen – und zumindest ein wenig aktiv zu werden, im Haushalt zu arbeiten, einen kleinen Spaziergang zu machen oder ins Fitnessstudio zu fahren.

Bei Wohnungskatzen ist die Situation sehr ähnlich. An einem typischen Arbeitstag stehen sie morgens mit ihren Menschen auf, verbringen dann einige Stunden allein und warten auf die Streichel- und Spieleinheiten am Abend. Wenn in einem solchen Alltag keine Anreize auftauchen, die zur Bewegung animieren, dann wird die Katze sich der Langeweile hingeben, dösen und faulenzen und nach und nach Gewicht zulegen. Das Schöne daran ist: Ebenso wie beim Menschen ist es nie zu spät, Aktivität ins Leben zu bringen. Alles, was man braucht, sind ein paar gute Ideen.

Wann ist eine Katze übergewichtig?

Welchen Kalorienbedarf ein Tier hat und welcher Körperbau normal ist, hängt stark von der Rasse und der individuellen Veranlagung ab. Daher gibt es nicht das eine absolute Gewicht, ab dem ein Tier zu viel wiegt. Stattdessen kann man das richtige Gewicht dem Tier meist ansehen – oder es zumindest fühlen:

  • Normalgewicht: Hat eine Katze annährend ihr Idealgewicht, ist ihre schlanke Taille von oben erkennbar. Am Bauch sammelt sich nur ein minimales Fettpolster. Beim Abtasten oder Streicheln sind zudem Rippen und Wirbelsäule fühlbar. Bei Langhaarkatzen lässt sich das Normalgewicht meist nicht rein optisch erkennen, sondern muss ertastet werden.
  • Untergewicht: Je weiter eine Katze unterhalb ihres Normalgewichts ist, desto deutlicher werden die Rippen und die Rückenwirbel sichtbar. Statt einer Taille springt direkt der Beckenknochen ins Auge. Eine Fettschicht im Bauchbereich ist nicht mehr vorhanden.
  • Übergewicht: Wiegt eine Katze zu viel, dann bilden sich größere Fettschichten an Bauch und Brust und auch die Taille ist nicht mehr erkennbar. Fettschichten können auch die Rückenwirbel verdecken, sodass diese schwieriger zu ertasten sind.

Abgesehen von den optischen Unterschieden ist Übergewicht für Katzen vor allem ein Gesundheitsrisiko. Diabetes, Leber- und Herzerkrankungen und Gelenkprobleme sind nur einige der möglichen Folgen von überflüssigen Kilos. Zudem leidet die Lebensqualität, wenn das Tier schon bei kleinster Anstrengung außer Atem gerät oder Schmerzen bei jeder Bewegung verspürt.

Wer bei seinem Haustier ein ungesundes Gewicht feststellt, tut richtig daran, diese Situation zu ändern. Zur Sicherheit ist allerdings zuerst immer ein Besuch in einer Tierarztpraxis empfohlen, um abzuklären, welche Maßnahmen im Sinne der Katze sind.

Katzen ausreichend Bewegung verschaffen

Katzen ohne Freigang neigen eher dazu, ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen anzusammeln. Vierbeinige Kumpel können hier Abhilfe schaffen: Grundsätzlich sind Tiere in Mehrkatzenhaushalten durch die Gesellschaft automatisch aktiver und es treten seltener Probleme durch zu wenig Bewegung auf. Auch Folgen von Einsamkeit, beispielsweise aggressivem oder depressivem Verhalten, wird so vorgebeugt. Dennoch sollten die Menschen ihren Wohnungskatzen zusätzliche Anreize schaffen, um sie zu beschäftigen.

1. Futter erjagen

Um einer Wohnungskatze Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten, kann beispielsweise das Ritual des Fütterns herhalten. So kann eine Katze ihrem Trockenfutter hinterherjagen oder dieses an versteckten Orten im Haus suchen. Auch erhöhte Plattformen, die erst erklettert werden müssen, eignen sich bei ausreichender Fitness für die Mahlzeiten. Damit nicht zu viel gefüttert wird, sollte die Menge genau abgestimmt sein und auch die Zwischendurch-Leckerlis in die Gesamtfuttermenge miteingerechnet werden. Da Katzen dazu neigen, eher zu wenig zu trinken, sollte Wasser jederzeit und leicht zugänglich zur Verfügung stehen.

2. Wohnung katzengerecht einrichten

Auch die Wohnungseinrichtung kann zu mehr Aktivität motivieren. Für die Grundbedürfnisse brauchen Katzen Kratzbäume, Orte zum Verstecken und Schlafen sowie Katzenklos. Es gibt Systeme für die Wand, die die Samtpfote zum Springen und Klettern animieren. Selbst bei geringer Wohnfläche kann sich das Tier so in den einsamen Stunden vielseitig beschäftigen. Vorsicht ist allerdings bei erhöhten Plattformen geboten, durch die die Fenster leichter zu erreichen sind. Ein kritischer Blick auf Kippfenster und Treppenhäuser sind nur zwei Aspekte, die beachtet werden sollten, wenn man die Wohnung katzensicher machen möchte. Wer seiner Katze auf einem Balkon frische Luft und eventuell eine Katzenwiese anbieten möchte, muss auch diesen entsprechend absichern.

3. Geeignetes Katzenspielzeug anbieten

Als natürliche Jäger sollten Katzen grundsätzlich die Möglichkeit haben, dass sie springen, sich anpirschen, aber auch jagen können. Dabei werden unterschiedliche Muskeln beansprucht und trainiert. Es hilft außerdem, wenn manche Gegenstände, die nicht zum Grundbedarf gehören, ab und zu ausgetauscht werden, sodass die Katze immer wieder Abwechslung bekommt und nicht das Interesse verliert.

Spielzeuge können viele verschiedene Reize ansprechen:

Dinge wie Stoffmäuse oder Spielangeln wecken den Jagdinstinkt der Tiere. Entsprechend sollten auch die typischen Jagdmuster nachgeahmt werden. Eine Maus oder das Anhängsel der Spielangel bewegen sich niemals auf die Katze zu, sondern flüchten schnell und im Zickzack-Muster. Wahlweise kann eine nach Katzenminze duftende Maus auch versteckt werden und beschäftigt die Mieze hoffentlich für einige Minuten.

Auch das Futter kann mit Katzenspielzeug kombiniert werden. In Form von Intelligenzspielzeugen fordert das eher die mentalen Fähigkeiten einer Katze. Dinge, die nur mit einigem Aufwand das Futter preisgeben, beschäftigen langfristig und belohnen die Anstrengungen der Katze mit einem Beuteerfolg.

Viele Katzenhalter:innen haben darüber hinaus die Erfahrung gemacht, dass ein Karton manchmal interessanter für das Tier sein kann als der Inhalt. Auch Knistern und Rascheln wecken schnell die Neugier.

Den richtigen Zeitpunkt zum Spielen finden

Zwar sollen sprichwörtlich keine schlafenden Hunde geweckt werden, aber auch für Katzen gilt diese Regel. Motiviertes Spielen kann nicht erzwungen werden – das führt nur zu Stress oder zumindest entsteht keine Motivation. Stattdessen sollte man den richtigen Zeitpunkt zum Spielen abpassen, wenn der Stubentiger ohnehin umherstreift. Gerade in der Dämmerung sind die meisten Katzen aktiv und freuen sich über Beschäftigung.

Darüber hinaus müssen aber auch Menschen in der richtigen Stimmung für die gemeinsame Zeit sein. Wer eigentlich keine Zeit hat oder stark gestresst ist, wird dieses Gefühl automatisch auch dem Heimtier vermitteln und so die Lust am Spielen stören.

Wie die Wohnungskatze sich genug bewegt

Wer seine Katze unterstützen möchte, indem er ihr ausreichend Anreize zur Bewegung bietet, ohne dass sie Freigang bekommt, sollte gleich mehrere Tipps berücksichtigen:

  • Spielzeuge können die Katze sowohl körperlich als auch mental fordern und fördern.
  • Die Wohnung kann abwechslungsreich gestaltet werden, damit die Katze auch ein bisschen klettern und springen kann.
  • Zwei zueinander passende Wohnungskatzen beschäftigen sich gegenseitig automatisch.
  • Futterspiele und verstecktes Futter animieren zur Bewegung.
  • Tägliches Streicheln und Kuscheln verbessern die Bindung zum Menschen und motivieren dadurch, mehr Zeit mit diesem zu verbringen und gemeinsam zu spielen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Welche Katzen eignen sich am besten als Wohnungskatzen?

Jede Katze hat ihre speziellen Bedürfnisse. Auch von den Rassen her sind einige Tiere ruhiger und verschmuster, andere neugieriger und auch etwas wilder. Folgende Rassen haben sich u. a. für die Haltung in einer Wohnung bewährt: Ragdoll, Sphynx, Perser, Birma-Katzen, Russian Blue, Maine Coone, British Kurzhaar oder die Norwegische Waldkatze

Welche Möglichkeiten gibt es, Wohnungskatzen zu beschäftigen?

Grundsätzlich sind Tiere in Mehrkatzenhaushalten aktiver. Lebt die Katze als Einzeltier im Haushalt, sollte sich z. B. die Fütterung an das natürliche Verhalten der Katze anlehnen. So kann eine Katze ihrem Trockenfutter hinterherjagen oder dieses an versteckten Orten im Haus suchen. Auch erhöhte Plattformen, die erst erklettert werden müssen, eignen sich bei ausreichender Fitness für die Mahlzeiten. Doch auch Spielzeuge wie z. B. Stoffmäuse oder Spielangeln können viele verschiede Reize anbieten.

Wie viel Bewegung benötigt meine Wohnungskatze?

Bewegung hält gesund und macht einen glücklich. Das gilt auch für Katzen. Wie viel Bewegung eine Katze braucht ist, abhängig von ihrem Alter, der Gesundheit und dem Lebensstil. Um gesund und motiviert zu bleiben können über den Tag verteilt mehrere Spielpausen eingelegt werden. Ein allgemeine Formel, wieviel Bewegung am Tag angemessen sind, gibt es dabei nicht. Zieht sich die Katze zurück, hat sie sich erst einmal ausgetobt.

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