Drei Katzen trinken aus einer Schale. Eine der Katzen hat etwas Übergewicht.
Tiergesundheit

Gewichtsprobleme bei Katzen: Woran erkenne ich, ob meine Katze zu dick oder dünn ist

06.03.2024

Ein optimales Körpergewicht zu halten, kann ganz schön knifflig sein – nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere Vierbeiner. Katzen können ebenso unter Übergewicht oder Untergewicht leiden wie wir Zweibeiner, und wie bei Menschen können Gewichtsprobleme weitere gesundheitliche Schwierigkeiten mit sich bringen. Doch woran erkennt man überhaupt, ob die eigene Katze zu dick oder zu dünn ist? Was können Ursachen sein und wie begegnet man dem Problem? Um diese und weitere Fragen rund ums Thema Körperform und Gewicht bei Katzen soll sich dieser Artikel drehen.

Ursachen für Untergewicht und Übergewicht bei Katzen

Die Gründe für Gewichtsprobleme bei Katzen sind ähnlich mannigfaltig wie bei Menschen. Ist die Katze zu dick, sollte immer erst ein Blick auf die Ernährung geworfen werden. Nimmt die Katze mehr Kalorien zu sich, als sie verbraucht, legt sie an Gewicht zu. Insbesondere Stubentiger ohne viel Auslauf sowie kastrierte und ältere Tiere neigen dazu, sich Pölsterchen anzufressen. Neben der Ernährung können aber auch viele andere Faktoren eine Rolle spielen. Das Gleiche gilt für untergewichtige Katzen. Die Ursachen für Gewichtsprobleme sollten immer abgeklärt werden, um die richtigen Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Häufige Ursachen für Untergewicht und Übergewicht bei Katzen im Überblick:

  • Mangel- bzw. Überernährung: Werden zu viele Kalorien zugeführt, etwa durch zu häufiges Füttern oder zu große Portionen, droht Übergewicht. Umgekehrt kann eine Ernährung mit zu wenig Kalorien und Nährstoffen zu Unterernährung führen.
  • Wenig Auslauf: Übergewicht betrifft häufig Wohnungskatzen, die weniger aktiv sind als Freigänger, was wiederum zu einem geringeren Kalorienbedarf führt.
  • Kastration/Sterilisation: Ist die Katze sterilisiert oder kastriert, hat das häufig Auswirkungen auf den Stoffwechsel und den Appetit, was zu einer ungewollten Gewichtszunahme führen kann.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter verringert sich meist das Aktivitätslevel, so dass weniger Kalorien verbraucht werden, was Übergewicht begünstigt. Allerdings können ältere Katzen aufgrund von Verdauungsproblemen oder vermindertem Appetit auch an Gewicht verlieren.
  • Genetische Prädisposition: Einige Katzenrassen oder Einzeltiere neigen genetisch bedingt eher zu Unter- oder Übergewicht.
  • Akute oder chronische Krankheiten: Bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Niereninsuffizienz, Krebs oder hormonelle Störungen können Gewichtsprobleme hervorrufen. Eine schnelle Gewichtsabnahme, die sich nicht durch veränderte Ernährung erklären lässt, sollte immer tierärztlich abgeklärt werden, da ernstzunehmende Krankheiten, aber auch Parasitenbefall dahinterstecken können. Frisst deine Katze plötzlich kaum noch, solltest du auch das Gebiss in Augenschein nehmen. Zahnschmerzen können die Bereitschaft zur Futteraufnahme erheblich einschränken.
  • Psychologische Faktoren: Stress, Angst und Langeweile können sowohl zu übermäßiger Futteraufnahme als auch zu verringertem Appetit führen und somit Gewichtsprobleme begünstigen.

Es muss nicht immer ein ernsthaftes medizinisches Problem hinter Gewichtsproblemen stecken. Manchmal reicht es, ein anderes Futter auszuprobieren, um beispielsweise mäkeligen Katzen die Futteraufnahme buchstäblich schmackhafter zu machen. Wichtig ist auch, auf eine ansprechende, saubere Futterstelle zu achten, wo die Katze ihre Mahlzeiten in Ruhe verspeisen kann.

Körperform beurteilen: Ist meine Katze zu dick oder zu dünn?

Deutliches Unter- oder Übergewicht bei Katzen ist meist auf den ersten Blick zu erkennen, wobei die Körperform nur ein Indikator ist. Je nach Rasse, Geschlecht, Alter und individueller Statur kann sich der Körperbau von Tier zu Tier unterscheiden, ohne dass dies eindeutige Rückschlüsse darauf zulässt, ob ein optimales Gewicht vorliegt oder nicht. Es gibt einige Anhaltspunkte, die dabei helfen können, den Körperbau einer Katze einzuschätzen:

  • Rippen: Die Rippen der Katze sollten nicht auf den ersten Blick sichtbar sein, das würde auf Untergewicht hindeuten. Allerdings sollte es leicht möglich sein, die Rippen durch eine dünne Fettschicht hindurch zu ertasten.
  • Sanduhr-Figur: Blickt man auf die Katze von oben herab, sollte eine deutliche Taille hinter den Rippen folgen, so dass die Figur sanduhrähnlich anmutet.
  • Bauch: Katzen sind keine Hängebauchschweine – wenn das aufgrund ihrer Form von der Seite betrachtet nicht eindeutig zu erkennen ist, deutet das auf Übergewicht hin.
  • Hüfte/Lende: Sind die Hüftknochen und die Wirbelsäule deutlich zu sehen, kann das ein Anzeichen für Untergewicht sein. Die Knochenstrukturen sollten nicht prominent hervorstechen.

Infografik: Körperformen einer Katze.

Wie schon erwähnt, sagt die Körperform nur bedingt etwas über den Gesundheitszustand beziehungsweise den Gewichtsstatus aus. Es gibt eher stämmige und schlanke Rassen, außerdem sind individuelle Unterschiede zu berücksichtigen. Bekannt für ihren kräftigen Körperbau sind zum Beispiel Katzen der Rassen Britisch Kurzhaar, Ragdoll, American Shorthair und Maine Coon. Eher filigran anmutende Rassen sind beispielsweise Siamkatzen, Abessinier, Orientalisch Kurzhaar und Cornish Rex.

Das optimale Katzengewicht: Was ist zu viel oder zu wenig?

Das Idealgewicht von Katzen kann variieren, abhängig von mehreren Faktoren, wie Rasse, Größe, Körperbau und Alter. Im Allgemeinen liegt das Normalgewicht einer ausgewachsenen Hauskatze bei etwa 3,6 bis 4,5 kg für weibliche Katzen und 4,5 bis 5,5 kg für männliche Katzen. Allerdings können bestimmte Rassen, wie Maine Coons oder Norwegische Waldkatzen, deutlich schwerer sein, während andere, wie die Siamkatze, tendenziell leichter sind.

Es ist wichtig zu beachten, dass das “Idealgewicht” nicht nur eine Frage des Gewichts, sondern auch des Körperzustands ist. Die bereits beschriebenen Aspekte der Körperform helfen dabei, den Zustand deiner Katze im Gesamten zu beurteilen.

Außerdem ist es wichtig, das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren. Verliert eine Katze in kurzer Zeit erheblich an Gewicht, sollte das immer tierärztlich abgeklärt werden. Gewichtszunahme geschieht oft weniger auffällig, sondern langsam über die Zeit. Regelmäßiges Wiegen der Katze hilft dabei, rechtzeitig gegenzusteuern, sollte sich abzeichnen, dass der Stubentiger Übergewicht entwickelt.

Wann ist eine Katze übergewichtig?

Welchen Kalorienbedarf ein Tier hat und welcher Körperbau normal ist, hängt stark von der Rasse und der individuellen Veranlagung ab. Daher gibt es nicht das eine absolute Gewicht, ab dem ein Tier zu viel wiegt. Stattdessen kann man das richtige Gewicht dem Tier meist ansehen – oder es zumindest fühlen:

  • Normalgewicht: Hat eine Katze annähernd ihr Idealgewicht, ist ihre schlanke Taille von oben erkennbar. Am Bauch sammelt sich nur ein minimales Fettpolster. Beim Abtasten oder Streicheln sind zudem Rippen und Wirbelsäule fühlbar. Bei Langhaarkatzen lässt sich das Normalgewicht meist nicht rein optisch erkennen, sondern muss ertastet werden.
  • Untergewicht: Je weiter eine Katze unterhalb ihres Normalgewichts ist, desto deutlicher werden die Rippen und die Rückenwirbel sichtbar. Statt einer Taille springt direkt der Beckenknochen ins Auge. Eine Fettschicht im Bauchbereich ist nicht mehr vorhanden.
  • Übergewicht: Wiegt eine Katze zu viel, dann bilden sich größere Fettschichten an Bauch und Brust und auch die Taille ist nicht mehr erkennbar. Fettschichten einer dicken Katze können auch die Rückenwirbel verdecken, sodass diese schwieriger zu ertasten sind.

Wer bei seinem Haustier ein ungesundes Gewicht feststellt, tut richtig daran, diese Situation zu ändern. Zur Sicherheit ist allerdings zuerst immer ein Besuch in einer Tierarztpraxis empfohlen, um abzuklären, welche Maßnahmen im Sinne der Katze sind.

Was füttern bei übergewichtiger Katze?

Bei der Fütterung übergewichtiger Katzen sind zwei Faktoren besonders wichtig. Zum einen sollte der Kaloriengehalt des Futters niedriger sein als bisher, sodass die Katze tatsächlich abnimmt. Zum anderen muss auch eine dicke Katze trotz verringerter Kalorienzufuhr mit allen wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt werden. Daher sollte man nicht einfach die Menge des gewohnten Futters reduzieren. Für die Fütterung einer Katze, die abnehmen soll, kann man daher zu speziellem Diätfutter greifen. Zudem sollte man die Menge der zusätzlich gegebenen Leckerlis im Blick haben, sodass diese das Abnehm-Programm nicht erschweren oder gar verhindern.

Bei Übergewicht sollte man die Tierärztin oder den Tierarzt hinzuziehen, um gesundheitliche Probleme abzuklären, im Fall der Fälle zu behandeln oder eine entsprechende Futterumstellung zu planen. Eine Katzenversicherung hilft bei den Tierarztkosten.

Gesundheitliche Folgen von Gewichtsproblemen bei Katzen

Hat deine Katze zeitlebens leichtes Untergewicht, frisst aber gut und fühlt sich augenscheinlich wohl, handelt es sich vermutlich einfach um ein zierliches Exemplar. Akuter Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund ist jedoch ein Warnsignal, insbesondere, wenn weitere Symptome hinzukommen, zum Beispiel erhöhte Infektanfälligkeit, Lethargie, allgemeine Schwäche, schlechte Fellqualität oder auch Entwicklungsstörungen bei Jungkatzen. Es ist wichtig, die Ursache zu ermitteln, da eine Unterversorgung mit Nährstoffen viele gesundheitliche Komplikationen nach sich ziehen kann – bis hin zu Organversagen und Tod.

Übergewicht bei Katzen ist ebenfalls ein gesundheitlicher Risikofaktor und kann die Entstehung zahlreicher Erkrankungen und Beschwerden begünstigen, zum Beispiel:

Das ist nur eine Auswahl. Übergewicht wirkt sich nachteilig auf viele Körperfunktionen aus und kann allgemein zu einer reduzierten Lebensqualität und Lebenserwartung führen. Um das Idealgewicht zu halten, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Zudem ist darauf zu achten, dass deine Katze genug Bewegung bekommt. Nicht ohne Grund entwickeln reine Wohnungskatzen eher Übergewicht als Freigänger. Aktivität in der Wohnung verringert das Risiko und sorgt nicht zuletzt für einen ausgefüllten Katzenalltag. Mit Spielzeugen sowie Kletter- und Kratzmöglichkeiten im Haus kannst du auch ohne Auslauf für genügend Bewegung sorgen. Sollte erhebliches Übergewicht vorliegen, dem mit einfachen Mitteln nicht zu begegnen ist, empfiehlt es sich, einen Diätplan gemeinsam mit dem Tierarzt oder der Tierärztin zu entwickeln. Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind ebenfalls wichtig, um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls nachzujustieren.

Eine Katzen-Krankenversicherung verringert das finanzielle Risiko, sollte ein Tierarztbesuch nötig werden. Sie erstattet die Kosten für die Behandlung und ermöglicht so eine optimale Versorgung deiner Samtpfote.

Fazit

Gewichtsprobleme bei Katzen, sei es Übergewicht oder Untergewicht, sind nicht zu unterschätzende Gesundheitsrisiken, die ernsthafte Folgen für das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Tiere haben können. Die Gründe für Gewichtsprobleme sind vielfältig und reichen von Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten über genetische Prädispositionen bis hin zu Krankheiten. Eine sorgfältige Beobachtung der Körperform und regelmäßiges Wiegen können dabei helfen, den Zustand der Katze einzuschätzen und frühzeitig zu erkennen, ob sie zu dick oder zu dünn ist.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Gewichtsproblemen bei Katzen

Soll ich meine übergewichtige Katze auf Diät setzen?

Bevor du Veränderungen an der Ernährung deiner Katze vornimmst, empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt oder bei der Tierärztin, um abzuklären, ob das Futter für deine Samtpfote geeignet und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Wie viel Bewegung braucht meine übergewichtige Katze?

Grundsätzlich profitieren alle Katzen von täglicher Aktivität. Wie viel genau nötig ist, um das Idealgewicht zu erreichen oder zu halten, kann man pauschal nicht beantworten. Wichtig ist es, die goldene Mitte zwischen Trägheit und Überforderung zu treffen. Spiel und Bewegung zwischendurch unterstützen das Gewichtsmanagement und halten die Katze nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit.

Wie lange dauert es, bis eine übergewichtige Katze abnimmt?

Das hängt davon ab, mit welchem Startgewicht der Abnehmprozess startet und wie der Diätplan der Katze gestaltet ist. Empfehlenswert ist ein langsamer und stetiger Gewichtsverlust, typischerweise nicht mehr als 1-2% des Körpergewichts pro Woche. Zu schnelles Abnehmen kann gesundheitliche Risiken bergen und ist selten nachhaltig.

Wie oft sollte ich meine Katze wiegen?

Regelmäßiges Wiegen hilft dabei, das Gewicht deiner Katze im Auge zu behalten. Die Häufigkeit hängt von ihrem aktuellen Gesundheitszustand und den Gewichtszielen ab. Normalerweise ist monatliches Wiegen ausreichend, es sei denn, der Tierarzt oder die Tierärztin empfiehlt etwas anderes.

Wie kann ich das Gewicht meiner Katze langfristig halten?

Langfristiges Gewichtsmanagement erfordert eine konsequente Umsetzung des festgelegten Ernährungsplanes sowie ausreichend Bewegung. Regelmäßige Gewichtskontrollen helfen dabei, Tendenzen nach unten oder oben frühzeitig zu erkennen.

Kann eine Katzen-Krankenversicherung bei der Behandlung von Gewichtsproblemen helfen?

Ja, eine Katzen-Krankenversicherung ist sehr hilfreich, da sie die Kosten für viele tierärztliche Behandlungen deckt. Gewichtsprobleme sind ein Risikofaktor, der allerhand Gesundheitsprobleme fördern kann. Mit einer Krankenversicherung für deine Katze bist du auf der sicheren Seite und minimierst das finanzielle Risiko.

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