Zwei getigerte Katzen kuscheln, die beiden kommen aus dem Tierheim.
Haltung

Katze aus dem Tierheim aufnehmen – das gilt es zu beachten

22.02.2022

Liebevolles Zuhause gesucht: In deutschen Tierheimen warten unzählige Katzen darauf, von tierfreundlichen Menschen adoptiert zu werden. Wie bei jeder Tiervermittlung gibt es dabei im Vorfeld ein paar Dinge zu beachten. Welche das sind und was man tun kann, damit sich die Katze gut im neuen Heim einlebt, erfährst du hier.

Katzen landen aus unterschiedlichen Gründen im Tierheim. Manche können bei einem Umzug ihrer Besitzer:innen nicht mitkommen. Auch eine Katzenhaarallergie kann ein Grund sein, warum eine Mieze im Tierheim abgegeben wird. Andere Katzen wiederum werden von ihren Halter:innen ausgesetzt und anschließend von verantwortungsvollen Menschen ins Tierheim gebracht. Eines aber haben alle Tiere gemeinsam: Sie haben ein echtes Zuhause verdient, in dem man sich zukünftig liebevoll um sie kümmert. Denn das Tierheim ist nur eine Übergangslösung – auch wenn die Tiere dort gut versorgt werden.

Checkliste: Was kann ich einer Tierheimkatze bieten?

Spielt man mit dem Gedanken, einer Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu bieten, sollte man sich im Vorfeld ehrlich ein paar Fragen beantworten. Das gilt nicht nur, aber insbesondere für Tierheimkatzen. Schließlich soll das Tier in ein verlässliches und langfristig stabiles Umfeld umziehen.

  • Habe ich genug Platz, Zeit und Geld, um eine Katze bis an ihr Lebensende zu versorgen?
  • Soll die Katze ausschließlich in der Wohnung leben oder soll sie auch nach draußen dürfen?
  • Will ich eine junge, verspielte Katze oder passt eine erwachsene Katze besser in mein Leben, die ihre wildesten Zeiten bereits hinter sich hat?
  • Habe ich Erfahrung mit Katzen und könnte auch ein scheueres Tier zu mir nehmen?
  • Möchte ich eine Katze oder vielleicht gleich zwei Katzen aus dem Tierheim zu mir nehmen?
  • Ist die Urlaubsbetreuung gesichert? Kann sich im Idealfall ein Freund, eine Freundin oder ein Familienmitglied um die Katze kümmern? Oder kann ich sie in einer Katzenpension unterbringen?
  • Kann ich mich damit anfreunden, dass sich die Tierheimmitarbeiter:innen im Vorfeld nach meinen Lebensumständen erkundigen und nach dem Einzug der Katze ggf. einen Kontrollbesuch absolvieren? Diese Maßnahmen dienen ausschließlich dem Wohl des Tieres und auch dazu, Versuchs- und Pelztierhändler:innen abzuschrecken.

Vorteile einer Tierheimkatze

Katzen, die im Tierheim gelebt haben, sind vom Tierarzt oder der Tierärztin gecheckt, entwurmt, entfloht, gechipt, registriert und geimpft. Erwachsene Katzen sind bereits kastriert. Neue Katzenbesitzer:innen sparen demnach Zeit und auch Geld für die ersten Tierarztbesuche. Insofern ist die Schutzgebühr von circa 100 Euro pro Katze gerechtfertigt. Und zudem auch kostengünstiger, als wenn man all die Maßnahmen selbst durchführen lassen müsste.

Außerdem kann man den Tierheimmitarbeiter:innen Fragen bezüglich des Charakters, der Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen sowie der Vorgeschichte der Katze stellen. Das erleichtert das Kennenlernen und die Eingewöhnung der Katze im neuen Zuhause.

Die Mitarbeiter:innen des Tierheims beraten die neuen Katzenbesitzer:innen auch langfristig, also nachdem die Katze bereits im neuen Zuhause lebt. Sie möchten, dass die Vermittlung in private Hände im Sinne der Katze gut verläuft und nachhaltig ist.

Bedingungen für die Vermittlung einer Tierheimkatze

Die Aufnahme einer Katze aus dem Tierschutz ist an Bedingungen geknüpft, von denen sich echte Tierfreund:innen aber nicht abschrecken lassen sollten, da sie einzig und allein dem Wohl des Tieres dienen.

Bevor die Tierheimkatze in das neue Zuhause umziehen kann, muss der/die neue Katzenfreund:in sie mehrmals im Tierheim besuchen. So können sich Mensch und Tier kennenlernen und testen, ob die Chemie stimmt. Gleichzeitig können sich die Tierheimmitarbeiter:innen einen Eindruck davon verschaffen, wie mit dem Tier umgegangen wird. Zudem werden die Mitarbeiter:innen nach den Lebensumständen potenzieller Neu-Katzenbesitzer:innen fragen. So soll sichergestellt werden, dass ein ernsthaftes Interesse besteht und die Katze in ein gutes Zuhause vermittelt wird.

Nachdem die Katze in ihr neues Heim umgezogen ist, ist ein Kontrollbesuch durch das Tierheim möglich, um sicherzustellen, dass sich die Katze gut eingelebt hat und es ihr gut geht.

Das neue Zuhause einrichten

Sind sich Katze und Katzenfreund:in einig und sind alle Bedingungen erfüllt, steht dem Einzug der Mieze in das neue Zuhause nichts mehr im Weg. Dort sollte bereits alles für die Ankunft des neuen tierischen Mitbewohners vorbereitet sein.

Neben Fress- und Trinknapf, Katzenfutter, zwei Katzenklos und -einstreu sollten ein Kratzbaum und zwei bis drei Schlafplätze vorhanden sein. Ideal ist es, wenn man der Katze die Streu und das Futter bereitstellt, die sie bereits kennt. Die Lieblingsdecke aus dem Tierheim hilft der Samtpfote ebenfalls dabei, sich gut in der fremden Umgebung einzuleben. Spielzeug, Bürste und Transportkorb dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen.

Tipps für die Eingewöhnung der Tierheimkatze

Am Tag des Einzugs und in den Tagen danach sollte man dafür sorgen, dass im neuen Zuhause eine möglichst ruhige Atmosphäre herrscht. Viele Gäste, Partys oder Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen sollte man für den Zeitraum der Eingewöhnung vermeiden.

Ideal wäre es, wenn man der Katze für die ersten Tage einen eigenen Raum zur Verfügung stellen könnte, der mit allen notwendigen Utensilien für die Mieze ausgestattet ist. Das ist ihr Rückzugsraum. Dort kann man am Tag der Ankunft die Transportbox hineinstellen und die Tür der Box öffnen. Je nachdem, wie schüchtern die Katze ist, kann es ratsam sein, sich zunächst einmal zurückzuziehen. So kann die Katze ganz in Ruhe und ungestört ihr neues Revier erkunden.

Im nächsten Schritt kann man Kontakt zur Katze aufnehmen, indem man sie freundlich anspricht, anblinzelt – das ist kätzisch für „Ich komme in friedlicher Absicht“ – und mit einem kleinen Jagdspiel und Leckerchen Vertrauen zu ihr aufbaut.

Streicheln sollte man die Katze erst, wenn sie von selbst ankommt und mit dem Köpfchen ihren neuen Menschen anstupst. Damit signalisiert sie: „Du gehörst zu mir!“ Festhalten sollte man die Katze aber niemals. Sie entscheidet selbst, von wem, wann und wie lange sie gestreichelt werden möchte.

Auch kann es sein, dass der neue Stubentiger noch nicht stubenrein ist. Mit ein wenig Training ist der Gang auf die Katzentoilette auch schnell gelernt.

Je nach Charakter und Vorerfahrungen der Katze geht die Eingewöhnung bei der einen Samtpfote schneller, die andere braucht etwas länger. Die Zeit sollte man ihr aber zugestehen.

Scheue Katzen brauchen zunächst Abstand

Scheue Katzen sind nur etwas für Erwachsene, die bereits Erfahrung mit Katzen haben und diese mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen an den Menschen und das neue Zuhause gewöhnen können. Manche Katzen wurden vor ihrer Zeit im Tierheim schlecht behandelt und sind anfangs etwas zurückhaltender und ängstlicher als andere. Aber auch sie fassen häufig wieder Vertrauen zum Menschen und haben ein schönes Zuhause verdient – auch wenn einige von ihnen möglicherweise nicht so anhänglich werden wie Katzen, die ausschließlich positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Ein Haushalt, in dem kleine Kinder oder wilde Teenies wohnen, wäre für diese Katzen allerdings nicht immer geeignet.

Hat man sich dazu entschieden, einer scheuen Katze ein neues Zuhause zu bieten, gelten die bereits genannten Vorbereitungs- und Eingewöhnungstipps natürlich genauso. Ängstliche Katzen sollte man jedoch zunächst mehrere Tage lang in Ruhe lassen. Es kann hilfreich sein, nachts die eigene Schlafzimmertür geöffnet zu lassen. Dann kann die Samtpfote sich ihrem neuen Menschen annähern, während er schläft und keine vermeintliche Gefahr von ihm ausgeht.

Nach einiger Zeit, wenn die Katze sich nicht mehr versteckt und im Beisein des Menschen frisst, kann man sich der ängstlichen Fellnase vorsichtig annähern. Dabei kann es sinnvoll sein, die Katze zunächst ganz vorsichtig mit einem Stab an Berührungen zu gewöhnen. So kommt man ihr anfangs nicht zu nahe. Denn je größer der Abstand zum Menschen, desto weniger Angst haben die Tiere. Das Spiel mit der Jagdangel ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, mit der Katze in Kontakt zu treten, ohne dass man ihr zu nahe kommt. Man kann die Katze auch mit einem Leckerchen heranlocken und so eine positive Beziehung mit dem Menschen herstellen. Nach und nach kann man den Abstand verringern, bis sich die Katze auch mit der Hand streicheln lässt.

Ob jung oder alt, abenteuerlustig oder eher zurückhaltend: Im Tierheim warten viele Katzen auf einen Menschen, der ihnen ein liebevolles Zuhause bietet. Wer eine solche Samtpfote bei sich aufnehmen möchte, muss sich nur an ein Tierheim in der Nähe wenden.

Katzen aus dem Tierheim sind in der Regel entwurmt und frei von Parasiten. In die Vergangenheit der Katze kann leider niemand schauen. Sei abgesichert und informiere Dich über eine OP- und Krankenversicherung für Deinen neuen Liebling. So bist Du im Ernstfall geschützt und die Tierarztkosten gehen auf uns.

 

 

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