Katze verrichtet auf grünem Rasen ihr Geschäft.
Tiergesundheit

Katzenverdauung: Häufigkeit des Stuhlgangs, Durchfall und Tipps für eine gesunde Verdauung

08.08.2023

Das Leben mit Katzen ist voller Überraschungen. Leider sind darunter auch weniger schöne, wie zum Beispiel unerwartet auftretende gesundheitliche Probleme. Dazu gehören leider vergleichsweise häufig Verdauungs- und Kotabsatzschwierigkeiten. Dabei ist eine gut funktionierende Verdauung extrem wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Stubentiger. Ist die Verdauung doch die Basis für eine gute Nährstoffversorgung im gesamten Katzenkörper. Verdauungs- und Stuhlgangprobleme können Anzeichen für diverse Erkrankungen sein. Viele davon können, früh erkannt, gut behandelt werden. Probleme mit der Verdauung sollten also stets ernstgenommen und im Fall der Fälle tierärztlich untersucht und behandelt werden.

Dieser Artikel erklärt das Verdauungssystem der Katze und den Prozess der Verdauung. Außerdem erfährst du, worauf bei der Häufigkeit des Stuhlgangs zu achten ist, wie man die Verdauung seiner Katze unterstützen kann und bei welchen Anzeichen man unbedingt die tierärztliche Praxis aufsuchen sollte.

Anatomie des Verdauungssystems bei Katzen

Einige Verdauungsprobleme werden auch für uns Laien verständlicher, wenn wir die Funktionsweise des Verdauungssystem unserer vierbeinigen Freunde durchschauen. Von der Futteraufnahme bis zum Ausscheiden durchläuft die Nahrung einen sehr abwechslungsreichen Weg. Jede Station ist wichtig und bereits Probleme an einer einzigen Stelle können sich negativ auf die Gesundheit der Samtpfote auswirken. Folgende Organe bzw. Körperteile durchläuft die Nahrung auf ihrem Weg durch den Katzenkörper:

  • Maul: Hier beginnt die Verdauung mit der Zerkleinerung des Futters. Katzen haben vergleichsweise wenig Speichel, sodass das Futter im Maul, anders als beim Menschen, lediglich mechanisch durch das Kauen zersetzt wird.
  • Speiseröhre: Die Muskulatur der Speiseröhre transportiert die grob zerkleinerte Nahrung in den Magen.
  • Magen: Im Katzenmagen herrscht aufgrund eines pH-Werts von 1 bis 2 ein sehr saures Milieu. Dies sorgt dafür, dass Proteine leichter zersetzt und Bakterien abgetötet werden können. So wird die Nahrung vorverdaut und gelangt dann in den Dünndarm.
  • Dünndarm: Hier sorgen Verdauungsenzyme dafür, dass der Nahrungsbrei weiter zersetzt wird.
  • Gallenblase und Leber: Die Leber speichert in der Gallenblase produziert Gallenflüssigkeit. Diese wird bei Bedarf an den Dünndarm abgegeben. Die Gallenflüssigkeit erleichtert Verdauungsprozesse und sorgt dafür, dass sich Fett und Wasser leichter verbinden können.
  • Bauchspeicheldrüse: Hier werden unter anderem Verdauungsenzyme produziert, die Fette, Proteine und Kohlenhydrate im Dünndarm aufspalten.
  • Die im Dünndarm aufgespaltenen Nährstoffe werden über die Darmwände in den Blutkreislauf weitergeleitet und gelangen so über den Blutkreislauf zu den entsprechenden Organen.
  • Dickdarm: Hier wird der Nahrungsbrei verdickt und dann in den Enddarm weitergeleitet.
  • Enddarm und After: Hier sammelt sich der im Dickdarm angedickte Nahrungsbrei und wird als Kot ausgeschieden.

Normaler Stuhlgang bei Katzen

Am besten funktionieren Verdauung und Kotabsatz, wenn alles seinen gewohnten Gang geht. Ein gesunder Stuhlgang bei Katzen zeichnet sich durch eine feste, aber nicht zu feste Konsistenz aus. Die Farbe sollte hell bis dunkelbraun sein. Die Häufigkeit des Stuhlgangs kann je nach Aktivität und Futter variabel sein und von ca. alle zwei Tage bis zweimal täglich stattfinden.

Leider ist es bei der Verdauung wie so oft im Leben: Nicht immer geht es reibungslos. Abweichungen in Konsistenz, Farbe, Geruch oder Häufigkeit sollten genauer beobachtet werden. Denn dahinter können sich gesundheitliche Probleme verbergen. Daher sollte in folgenden Fällen die Katze unbedingt tierärztlich untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.

  • Durchfall: Hält dünnflüssiger Durchfall länger als 24 Stunden an, ist es dringend ratsam, mit der Katze die tierärztliche Praxis aufzusuchen. Zeigt der Kot veränderte Farbe oder Geruch oder hat sich der Allgemeinzustand der Katze verschlechtert, ist es besser, gar nicht so lange zu warten, sondern die Katze unverzüglich einem Tierarzt oder einer Tierärztin vorzustellen. Denn dies könnte beispielsweise auf Würmer oder andere Krankheiten hindeuten.
  • Verstopfung: Stockt die Verdauung und die Katze setzt nicht wie gewohnt ihren Kot ab, muss das nicht immer ein Hinweis auf gesundheitliche Schwierigkeiten sein. In vielen Fällen löst sich das Problem wortwörtlich von selbst, indem der Stuhlgang am Folgetag wieder ganz normal vonstattengeht. Zeigt die Katze jedoch Anzeichen von Bauchschmerzen, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder verschlechtert sich ihr Allgemeinzustand, sollte man bei ausbleibendem Stuhlgang allerdings unverzüglich den Tierarzt oder die Tierärztin aufsuchen.
  • Farbe: Kann man einen Blick auf den Kot werfen und sieht dieser dunkler als sonst oder gar schwarz aus, sollten die Alarmglocken läuten. Denn farblich stark verdunkelter Kot kann auf Blut im Stuhl hinweisen. Auch dann ist ein Besuch in der tierärztlichen Praxis dringend zu empfehlen.
  • Geruch: Der Geruch von Katzenkot ist für die meisten von uns nicht besonders angenehm. Ein besonders unangenehmer Geruch hingegen könnte ein Krankheitsanzeichen sein und sollte Anlass für einen dringenden Besuch beim Tierarzt sein.

Faktoren, die die Häufigkeit des Katzenstuhlgangs beeinflussen

Jede Katze ist anders. So kann auch die Häufigkeit des Stuhlgangs bei Katzen variieren. Einige Stubentiger scheiden zweimal täglich Kot aus, andere nur alle ein bis zwei Tage einmalig. Die Häufigkeit des Katzenstuhlgangs hängt dabei von verschiedenen Einflussfaktoren ab.

Ernährung:

Die Art und Menge der Nahrung beeinflussten die Häufigkeit des Stuhlgangs. So sorgt eine ballaststoffreichere Ernährung für einen eher häufigeren Stuhlgang. Eine ballaststoffärmere Ernährung geht in der Regel mit einem selteneren Stuhlgang einher.

Bewegung:

Angemessene Bewegung beeinflusst sowohl die Häufigkeit des Stuhlgangs als auch die Qualität der Verdauung. So trägt viel Bewegung zu einer beschleunigten Verdauung und Vermeidung von Verstopfung bei.

Flüssigkeitszufuhr:

Entscheidend für die Häufigkeit des Ausscheidens ist die Flüssigkeitszufuhr. Katzen, die eher wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, haben seltener Stuhlgang als Katzen, die verstärkt trinken. Die Flüssigkeit beeinflusst nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Konsistenz des Kots. Daneben ist eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung für die Gesundheit der Katze, zum Beispiel für gesunde Nieren, essenziell. Ebenso trägt ausreichend Flüssigkeit zu einer reibungslosen Verdauung bei.

Rasse:

Die Rassezugehörigkeit kann die Häufigkeit des Stuhlgangs beeinflussen. Wobei man wissen sollte, dass die Unterschiede bei Katzen innerhalb einer Rassepopulation größer sein können als die zwischen Katzen verschiedener Rassen. Unabhängig davon können beispielsweise langhaarige Katzen beim Putzen mehr Haare aufnehmen und diese Haarballen können dann mitunter zu Verstopfungen führen. Als anfälliger für Verstopfung gelten ebenfalls die sehr verbreiteten British Kurzhaar.

Alter:

Einflussreicher als die Rasse, ist in der Regel das Alter. So kann sich die Häufigkeit des Stuhlgangs bei älteren Katzen verändern. Weniger Bewegung und eine trägere Verdauung sorgen vielfach für einen selteneren Stuhlgang. Bei Kitten finden tendenziell häufiger Ausscheidungsprozesse statt als bei erwachsenen Katzen.

Gesundheitszustand:

Bei einigen Erkrankungen gehören Verdauungsprobleme und damit einhergehend eine veränderte Häufigkeit des Ausscheidens zur typischen Symptomatik. Generell sollte man seine Katze gut beobachten und Abweichungen typischen Verhaltens oder körperlichen Erscheinens wahrnehmen und gegebenenfalls tierärztlichen Rat einholen.

Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Verdauung bei Katzen

Um Verdauungsproblemen vorzubeugen, können Katzenhalter:innen viel für eine gesunde Verdauung tun. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung.

Gesunde Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist eine ausgewogene Ernährung. Dazu gehören:

  • Proteine: Katzen sind Fleischfresser. Daher sollte ihr Futter einen hohen Anteil an Fleisch enthalten. Beispielsweise Geflügel oder Rind. Auch Fisch ist ein guter Proteinlieferant, den viele Katzen mögen.
  • Fett: Fette sind wichtig für die Katze, besonders essentielle Fettsäuren sollten im Katzenfutter enthalten sein. Sie sorgen für gesunde Haut und glänzendes Fell.
  • Kohlenhydrate: Katzen benötigen nur wenige Kohlenhydrate und profitieren von einer kohlenhydratarmen Ernährung.
  • Vitamine und Mineralstoffe

Handelsübliches Katzenfutter enthält normalerweise alle nötigen Nährstoffe, die eine Katze für gewöhnlich benötigt. Aufgrund von Erkrankungen, Allergien oder Unverträglichkeiten kann spezielles Futter nötig sein. Hierbei sollte man stets den Empfehlungen des Tierarztes oder der Tierärztin folgen.

Ausreichend Flüssigkeit

Flüssigkeit ist essenziell für eine gute Verdauung. Viele Katzen sind keine begierigen Trinker. Sie haben vielfach nur ein geringes Durstempfinden und neigen daher eher zur Dehydrierung als andere Tiere.

Aus folgenden Gründen ist ausreichendes Trinken für die Verdauung so wichtig:

  • Nährstoffe werden leichter transportiert.
  • Nährstoffe werden vom Körper besser aufgenommen.
  • Magensäure wird verdünnt und mindert das Risiko für Entzündungen und Reizungen im Magen.
  • Hilft Verstopfung und Schmerzen zu vermeiden, weil Kot weicher und formbarer wird.

Regelmäßige Bewegung

Ausreichend Bewegung ist wichtig damit die Darmmuskulatur angeregt wird. Dies fördert einen leichteren Transport des Nahrungsbreis durch das Verdauungssystem. Außerdem sorgt angemessene Bewegung für eine gute Durchblutung. Diese begünstigt die Aufnahme und Weiterverarbeitung von Nährstoffen im Körper.

Fazit

Eine gesunde Verdauung ist für die Katzengesundheit entscheidend. Stellt sie doch sicher, dass die Katze alle für Körper und Stoffwechsel notwendigen Stoffe bekommt. Störungen in der Verdauung können auf mögliche Erkrankungen oder Vergiftungen durch Pflanzen oder auch zum Beispiel Schokolade hinweisen. Daher sollte man Verdauung und Ausscheidungen seines Stubentigers im Blick behalten, um rechtzeitig auf gesundheitliche Probleme reagieren zu können.

Für die Beurteilung von Verdauungsprozessen sind unter anderem Konsistenz, Geruch, Farbe und Häufigkeit des Ausscheidens maßgeblich. Treten hier ungewöhnliche Veränderungen auf, sollte die tierärztliche Praxis zu Rate gezogen werden.

Eine Katzenkrankenversicherung schützt vor hohen Tierarztkosten. Katzenhalter:innen können viel für eine gut funktionierende Verdauung ihrer Stubentiger tun. Neben einer ausgewogenen Ernährung mit ausreichend Proteinen, Fetten und Ballaststoffen, sind vor allem eine gute Flüssigkeitsaufnahme und angemessene Bewegung entscheidend.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es bis Katzen Fremdkörper ausscheiden?

Vermutet oder weiß man, dass die Katze einen Fremdkörper verschluckt hat, sollte man umgehend eine tierärztliche Untersuchung veranlassen. Mitunter werden jedoch unbemerkt Kleinteile verschluckt, die dann ohne Probleme innerhalb weniger Tage auch wieder ausgeschieden werden können.

Welches Öl hilft bei der Verdauung der Katze?

Fischöl, beispielsweise Lachsöl, kann aufgrund seines Reichtums an Omega-3-Fettsäuren helfen Entzündungen im Darm zu reduzieren. Ebenso können Olivenöl und Kokosöl verdauungsförderlich wirken. Es sollte vor der Anwendung stets tierärztlicher Rat eingeholt werden, ob eine Fütterung von Ölen bei der jeweiligen Katze sinnvoll ist.

Welches Futter, wenn Katzen Verdauungsprobleme haben?

Katzen mit Verdauungsproblemen sollten hochwertiges, leicht verdauliches Futter bekommen, das reich an Proteinen ist. Da Verdauungsprobleme mit Unverträglichkeiten gegenüber Gluten oder Getreide zusammenhängen können, kann es empfehlenswert sein, getreidefreies Futter zu verwenden. In der Regel unterstützt ballaststoffreiches Futter eine reibungslose Verdauung. Es kann jedoch auch sein, dass ein Tier mit Faserstoffen im Futter Probleme hat. Daher sollte man stets gut beobachten, wie die Katze auf eine Futterumstellung reagiert. Für die Verdauung und Gesundheit der Katze ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme entscheidend. Daher unterstützt feuchtes Futter die Katze dabei, die nötige Flüssigkeitsmenge aufzunehmen. Bei Verdauungsproblemen sollte man sich von seinem Tierarzt oder seiner Tierärztin beraten lassen.

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