kleiner schwarzer Hund bekommt Spritze von Tierärztin. Arzthelferin und Besitzerin streicheln den Hund zur Beruhigung.
Tiergesundheit

Impfungen beim Hund – Wann sind welche Impfungen sinnvoll?

19.03.2015

Impfen ist auch bei Hunden sinnvoll: Viele Krankheiten wurden dadurch schon seltener (Tollwut, HCC). Gegen diese Krankheiten sollten Hunde daher grundsätzlich geimpft werden: Tollwut, Staupe, HCC (Hepatitis contagiosa canis), Parvovirose, Leptospirose. Wichtig: In der Krankenversicherung für Hunde der Uelzener gibt es Zuschüsse für Impfungen.

Parvovirose

Parvovirose ist eine Erkrankung, die vor allem junge Welpen betrifft und tödlich enden kann. Erkrankte Welpen sind in einem schlechten Allgemeinzustand. Charakteristisch ist ein extrem stinkender und wässriger Durchfall, den die jungen Hunde häufig absetzen. Sie magern ab und trocknen durch den hohen Flüssigkeitsverlust aus. Hohes Fieber (40 bis 42 Grad Celsius) und eine verminderte oder ganz eingestellte Futteraufnahme sind weitere Anzeichen. Erreger der Parvovirose ist ein Virus, welches die Zellen des Darmepithels befällt und zerstört sowie das Knochenmark und das lymphatische System angreift. Die Hunde, die noch kein vollständig ausgebildetes Immunsystem haben, werden zusätzlich geschwächt.

Das Virus ist hoch ansteckend und überlebt in der Umwelt sehr lange. Hunde nehmen es beim Beschnuppern des Kotes auf. Überträger können aber auch Hundebesitzer:innen oder deren Schuhe sein. Die meisten handelsüblichen Desinfektionsmittel töten das Virus nicht ab. Im Fall einer Infektion müssen spezielle Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen ergriffen werden. Eine Behandlung ist sehr kostspielig und der Erfolg ist abhängig vom Schweregrad der Symptome.

Grundimmunisierung gem. Impfempfehlung der StIKo Vet: Erstimpfung 8., Zweitimpfung 12., Drittimpfung 16. Lebenswoche, Viertimpfung im 15. Lebensmonat. Auffrischung alle drei Jahre.

Staupe

Staupe ist eine Viruserkrankung. Hunde, aber auch Katzen können sich infizieren. Die Tiere zeigen abhängig vom Alter und dem befallenen Organsystem unterschiedliche Symptome: hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Durchfall oder Atemwegssymptomatik wie eitriger Nasenausfluss und Hautveränderungen an Maul und Nase. In besonders schweren Fällen treten Schädigungen des Gehirns mit zentralnervösen Störungen auf. Muskelzittern – der sogenannte Staupetick – sowie unkoordinierte Bewegungen oder Blindheit sind die Folgen.

Rund zwei Jahrzehnte war die Staupe in Deutschland dank der Impfungen nicht mehr aufgetreten. Durch Hunde aus Osteuropa und die zunehmende Impfmüdigkeit ist die Krankheit wieder auf dem Vormarsch. Hunde, die als Welpe befallen waren, weisen nach der Infektion das charakteristische Staupegebiss auf: Das Virus befällt die Zellen, die für die Zahnbildung zuständig sind. Sie stören die Zahnentwicklung und fallen durch Defekte des Zahnschmelzes auf. Werden die Hunde im fortgeschrittenen Erwachsenenalter infiziert, spricht man von der „Old Dog Enzephalitis“. Bei diesen Hunden sitzt das Virus im Gehirn und sorgt für permanent fortschreitende neurologische Defizite.

Grundimmunisierung gem. Impfempfehlung der StIKo Vet: Erstimpfung 8., Zweitimpfung 12., Drittimpfung 16. Lebenswoche, Viertimpfung im 15. Lebensmonat. Auffrischung alle drei Jahre.

Leptospirose

Leptospirose ist eine bakterielle Erkrankung, die auch für Menschen ansteckend ist. Symptome können Fressunlust, Mattigkeit, Erbrechen und Durchfall, oft auch einhergehend mit blutigem Stuhl, sowie Gelbsucht sein. Aber auch ein häufiger Harnabsatz als Folge einer Nierenentzündung ist möglich. Eine ernsthafte Komplikation kann ein akutes Nierenversagen sein. Das Virus vermehrt sich im Körper des Hundes und schädigt Organe wie Augen, Nieren, Gehirn, Leber und Milz.

Als Überträger der Leptospirose auf den Hund gelten vor allem Schadnager. Hunde können sich über das Saufen von verunreinigtem Wasser, das Fressen einer infizierten Ratte oder Maus sowie deren Kot anstecken. Eine Übertragung vom Muttertier auf die ungeborenen Welpen oder über Bisswunden kann ebenfalls zu einer Ansteckung mit Leptospirose führen. Die Therapie und die Chancen auf Heilung sind abhängig vom Schweregrad der Symptome. Bei einer starken Leber- und Nierenschädigung ist eine symptomatische Therapie möglich.

Grundimmunisierung gem. Impfempfehlung der StIKo Vet: Erstimpfung 8., Zweitimpfung 12. Lebenswoche, Drittimpfung im 15. Lebensmonat. Auffrischung jährlich, kann aber auch alle sechs Monate sinnvoll sein (Tierarzt fragen).

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Hepatitis contagiosa canis (HCC) wird von einem Virus verursacht, welches sich sehr lange stabil in der Umwelt hält. Hunde nehmen es über Nase und Maul auf. Es verursacht Mattigkeit, Fieber, Fressunlust, Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen sowie im weiteren Verlauf auch Bauchwassersucht und Gelbsucht. Es schädigt vor allem die Leber. Hunde können zu Dauerausscheidern werden und verteilen es vor allem über den Speichel, Harn und Kot in der Umwelt.

Infizierte Tiere werden mit Antibiotika, Leberschutzpräparaten, Schmerzmitteln und gegebenenfalls mit Infusionen behandelt. In schlimmen Verlaufsformen kann die Krankheit tödlich enden.

Grundimmunisierung gem. Impfempfehlung der StIKo Vet: Erstimpfung 8., Zweitimpfung 12., Drittimpfung 16. Lebenswoche, Viertimpfung im 15. Lebensmonat. Auffrischung alle drei Jahre.

Tollwut

Tollwut ist eine tödlich verlaufende anzeigepflichtige Krankheit, die auch auf den Menschen übertragbar ist. Die Erkrankung kann schon ansteckend sein, bevor Symptome auftreten. Eine Ansteckung erfolgt über Bisse beziehungsweise die Aufnahme von Speichel, zum Beispiel über Schleimhautwunden. Im Körper aufgenommen, dringt es auch in die Muskulatur und Nervenleitbahnen sowie ins Gehirn vor und verursacht schwere Verhaltensänderungen und Lähmungserscheinungen.

Das erste Stadium dauert einige Stunden bis Tage und ist gekennzeichnet von Wesens- und Verhaltensänderungen. Diese äußern sich von überfreundlichem bis abweisendem sowie ängstlichem oder aggressivem Verhalten. Die betroffenen Hunde werden lichtscheu und suchen dunkle Plätze auf. Sie bellen oder beißen unkontrolliert oder schnappen nach imaginären Fliegen.

Die Aggressivität der betroffenen Tiere steigt im zweiten Stadium. Symptome sind Drangwandern, Desorientierung, stures Herumirren, Zerbeißen von Gegenständen, lang gezogenes Bellen, Raserei, Schluckstörungen, starkes Speicheln, Aggressivität und Lähmungen. In der dritten Phase geht die Unruhe zunehmend in Erschöpfungs- und Lähmungszustände über. Der komatöse Zustand führt schließlich zum Tod. Die Tollwut kann nur prophylaktisch durch Impfungen bekämpft werden. Ist das Tier infiziert, ist keine Heilung möglich und das Tier verstirbt.

Grundimmunisierung gem. Impfempfehlung der StIKo Vet: Erst- und Zweitimpfung in der 12. und 16. Lebenswoche, Drittimpfung im 15. Lebensmonat. Auffrischung je nach Hersteller jährlich bis alle drei Jahre.

Auch interessant