Ein Dackelwelpe liegt auf einer Decke und schaut fragend. Was gibt es zu beachten, wenn ein Hund einzieht?
Haltung

Ein Welpe zieht ein: Tipps für die ersten Tage und Wochen

11.06.2019

Mit dem Einzug eines jungen Hundes in dein Zuhause verändert sich dein ganzes Leben. Wir geben Tipps, wie du von Anfang an die richtigen Weichen stellst – und hoffentlich einen Freund und Mitbewohner fürs Leben bekommst.

Dein Welpe zieht ein und wir empfehlen dir, vorab einige Punkte zu beachten und vorzubereiten. Hole deinen Welpen in den Morgenstunden ab. Das gibt dir Zeit für ein ausführliches Gespräch mit dem Züchter oder Tierheim-Betreuer vor der Übergabe.

Das sollten dir der Züchter oder die Tierheimmitarbeiter mitgeben

  • einige Portionen des Futters, das der Welpe bisher bekommen hat
  • den Impfpass (zwingend) bzw. den Haustierausweis mit der Chipnummer des Welpen
  • Ergebnisse von Gesundheitsuntersuchungen auf Erbkrankheiten (Gentests)
  • den Ahnenpass, falls er vorhanden ist
  • ein Kuscheltier oder eine Decke mit dem Nestgeruch seiner Familie
  • wenn vorhanden, ein Welpengeschirr und eine Welpenleine
  • schön wäre auch ein kleiner Steckbrief des Welpen mit Charakteristika, Temperament und ein paar Babyfotos

Das solltest du vor dem Einzug des Welpen zu Hause haben

  • ein Futternapf und zwei Wassernäpfe
  • ein bis zwei Spielsachen für Welpen
  • eine Welpenbox. Sie ist nicht für den ausgewachsenen Hund gedacht
  • eine weiche warme Decke und/oder ein Körbchen, das der Welpengröße entspricht
  • ein Vorrat an Küchenrollen bzw. Putztüchern, denn ab und zu wird ein Malheur passieren
  • Einigkeit darüber, wie der Welpe gerufen werden soll. Das ist wichtig, damit er schnell lernt, auf seinen Namen zu reagieren
  • Wenn nötig, ein weiches Welpengeschirr (das einige Wochen mit wächst) und eine kurze Welpen-Leine
  • Gitter oder Gittertüren vor Treppen innerhalb der Wohnung
  • Kindersicherungen in den Steckdosen, die der Welpe erreichen kann

Was ist wichtig, wenn der Welpe bei dir einzieht?

  • Bevor er ins Haus kommt, muss der Welpe sich erst lösen.

Die Trennung von seiner Familie und dem vertrauten Zuhause, die Fahrt zum neuen Heim sowie die ihm nicht vertrauten Menschen schlagen sich bei Welpen auf Blase und Darm nieder. Bevor du also mit dem Welpen dein Zuhause betrittst, setze ihn draußen auf eine Grünfläche und warte bis er sich gelöst hat. Am besten wählst du einen Platz, wo er auch künftig seine Geschäfte erledigen kann.

  • Der Welpe lernt sein Zuhause kennen.

Wenn du deinen Welpen in einer Transportbox geholt hast, öffne diese und warte, bis das Hundebaby von sich aus herauskommt. Setze ihn in der Wohnung ab und lass ihn einfach gewähren. Die meisten Welpen schnüffeln zuerst ihr komplettes Umfeld ab und wenden sich immer wieder dir zu. Streichle das Hundebaby dann und rede leise und mit hoher Stimme mit ihm. Will er das Zimmer verlassen, bleibst du in der Nähe. Greife aber nur ein, wenn er sich in Gefahr bringt. Mancher Welpe findet sofort den Futternapf und frisst ein paar Happen. Die meisten sind aber noch zu aufgeregt und beschnuppern erst einmal alles.

  • Nach dem Einzugsstress ist der Welpe müde.

Für einen jungen Hund ist der Abgabetag mit enormem Stress verbunden, der ihn erschöpft. Wird das Hundebaby bei seiner Schnuppertour unruhig, hilf ihm noch einmal hinaus zum Löseplatz deiner Wahl und zeige ihm dann seinen Tages-Schlafplatz, der möglichst in deiner Nähe sein sollte. Lass ihm dann seine Ruhe, bis er von selbst wieder aufwacht (und sicher gleich hinaus muss).

  • Am ersten Tag lernt der Welpe nur dich kennen.

Natürlich wollen die Nachbarn, die Freunde und die Verwandtschaft das lang erwartete Hundebaby kennen lernen. Das sollen sie auch aber nicht in den ersten Tagen. Erst soll der Welpe seinem engen Familienkreis näher kommen und die neuen menschlichen Mitbewohner als vertrauenswürdig einstufen. Besucher müssen warten.

  • Nimm dem Welpen die Angst in der ersten Nacht.

Wenn du vom Züchter oder dem Tierheimmitarbeiter eine Decke oder ein Kuscheltier mit bekommen hast, lege diese in seinen Nachtschlafplatz. Der Geruch nimmt ihm ein bisschen von der Angst. Schließlich hat er noch nie ohne Mutter und Geschwister übernachtet. Wenn er mit ins Schlafzimmer darf, platziere sein Körbchen, die Transportbox oder seine Decke neben dem Bett. So kannst du ihn mit ein paar Streicheleinheiten beruhigen, wenn er weint oder fiept. Außerdem merkst du, ob er unruhig wird und zum Pinkeln ins Freie muss. Wenn er nicht im Schlafzimmer übernachten soll, lege ein gebrauchtes Kleidungsstück, das nach dir und ihm riecht, in den Schlafplatz. Die meisten Welpen schlafen erst einmal erschöpft ein, werden aber nach einigen Stunden wach und jammern um Hilfe. Nach zwei Nächten ist in den meisten Fällen Ruhe, denn inzwischen weiß dein Welpe, dass er bei dir sicher und geborgen ist.

Die ersten Wochen des Welpen im neuen Zuhause:

Wie viel Auslauf/Bewegung braucht mein Welpe?

Es gibt eine Faustregel: Fünf Minuten pro Lebensmonat, bei acht Wochen alten Welpen also zwei mal fünf = zehn Minuten, verteilt auf zwei Gassigänge.  Mit zwölf Wochen sind es bereits fünfzehn Minuten und wenn der Welpe vier Monate alt ist, kann er zweimal täglich zehn Minuten draußen laufen und tollen. Wer sich nicht an die Faustregel halten will, sollte sein Hundebaby draußen genau beobachten. Wenn es sich häufiger hinsetzt und beginnt, die Außenreize (fliegendes Blatt, Passanten) zu ignorieren, brich den Auslauf ab. Achtung: Bei Welpen, die jünger als zwölf Wochen sind, solltest du wegen des fehlenden kompletten Impfschutzes keinen Kontakt zu anderen Hunden suchen.

Hat der Welpe alle Impfungen? Ist er entwurmt?

Gut versorgte Welpen haben mit acht Wochen die Grundimmunisierung hinter sich. Wenn du deinen Welpen mit zwölf Wochen bekommst, sollte er auch die wichtige Wiederholungs- und die Tollwutimpfung bekommen haben. Außerdem hat er sich in seiner alten Umgebung einer Wurmkur unterzogen. Falls einige Impfungen oder die Wurmkur nicht erfolgt sind, hole das unbedingt nach. Solltest du vorhaben, das Hundebaby in einer Welpengruppe spielen zu lassen, ist es günstig, zusätzlich noch gegen Zwingerhusten zu impfen.

So wird der Welpe schnell stubenrein

Optimal ist es, wenn er bereits am ersten Tag den Löseplatz kennenlernt und mit einem Lob und einem Leckerbissen fürs Geschäftemachen belohnt wird. Im Haus ist in den ersten Wochen deine Beobachtungsgabe gefragt. Grundsätzlich zwicken Blase und Darm nach einem längeren Schlaf beim Aufwachen, zudem zwischen zehn und zwanzig Minuten nach einer Mahlzeit. Bringe den Welpen dann (notfalls auf dem Arm) nach draußen. Lasse ihn danach noch ein bisschen schnüffeln, bevor er wieder zurückmuss. Sonst könnte er später die Zeit bis zum Lösen immer weiter in die Länge ziehen, um das Auslaufvergnügen länger zu genießen. Schau auch genau hin: Wenn der junge Hund beginnt, sich im Kreis zu drehen, am Wohnungsboden zu schnuppern oder leise fiept, dann muss er mal. Reagiere sofort, dann hast du nach einer bis zwei Wochen einen stubenreinen Hund.

Wie oft soll ich den Welpen füttern?

In den ersten sechzehn Wochen darf der kleine Magen nicht überladen werden. Verteile also die Tagesration auf vier bis fünf Portionen am Tag. Ab dem sechsten Monat genügen drei Mahlzeiten, mit einem Jahr kannst du ein- bis zweimal pro Tag füttern. Bei kleinen Hunden bleibe bei mindestens zwei Portionen. Erfahre mehr zu Fütterungszeiten in unserem Magazin-Artikel „Warum Hunde nicht nach 17:00 Uhr füttern?“.

Gönne deinem Welpen seine Ruhephasen

Welpen drehen, wenn sie sich erst eingewöhnt habe, mächtig auf und können, wie es scheint, nicht genug von Spiel, Spaß und Toben bekommen. Sie brauchen aber noch sehr viel mehr Schlaf als im Erwachsenenalter – bis zu zwanzig Stunden täglich. Es ist wichtig, schon den Welpen an Ruhephasen zu gewöhnen, in denen er an einem Kauknochen knabbern, sein Umfeld beachten darf oder schlafen kann. Wenn du ihn das ständige Toben gewähren lässt oder sogar zu Aktivitäten anfeuerst, erziehst du ihn unbeabsichtigt zu einem Workaholic, der als ausgewachsener Hund Dauerbeschäftigung einfordert.

Denke an Steuer und Versicherungen

Wenn er zwölf Wochen alt ist, musst du deinen neuen Mitbewohner bei der Gemeinde anmelden und bekommst den Steuerbescheid. Weil die Höhe der Hundesteuer Sache der Kommunen ist, fällt sie überall unterschiedlich aus. Manche Gemeinden gewähren Hunden aus dem Tierheim Steuerbefreiungen, andere erheben gar keine Steuer. Der Zweithund ist in der Regel deutlich teurer. Erkundige dich am besten bei deiner Gemeinde oder Stadt.

Sehr wichtig ist eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung, die Schäden, die auch schon der Welpe verursachen kann, abdeckt. In einigen Bundesländern und für einige Hunderassen ist die Hundehalter-Haftpflichtversicherung Pflicht. Spare nicht an dieser Versicherung.

Der geliebte Vierbeiner kann aber auch selbst zu Schaden kommen. Das finanzielle Risiko der Tierarztkosten hingegen können Hundehalter mittlerweile über eine Hunde-Krankenversicherung oder eine Hunde-OP-Versicherung sinnvoll absichern. In einer Hunde-Krankenversicherung sind alle ambulanten und stationären, konservativen wie chirurgischen Eingriffe abgedeckt. Eine Hunde-OP-Versicherung hat einen niedrigen Versicherungsbeitrag, deckt jedoch nur die Kosten für eine Operation bei Krankheit oder Unfall des Hundes ab. Wähle die Versicherungslösung, welche die speziellen Bedürfnisse von dir und deinem Vierbeiner abdeckt.

Und nun, da ihr alles über den Umgang mit Welpen erfahren habt, hier alle Informationen zur Pubertät beim Hund. Viel Spaß beim Lesen!

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