Erziehung und Training

Hundesprache – Kommunikation auf vier Pfoten

26.11.2019

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Vielen Haltern fällt es schwer, den eigenen Hund zu verstehen. Was möchte er mit seiner Körpersprache ausdrücken? Warum knurrt er oder wedelt mit dem Schwanz? Wir führen Sie ein in die Hundesprache und erklären die wichtigsten Signale Ihres Vierbeiners.

Die Hundesprache ist vielfältig und umfangreich. Schließlich sind unsere Vierbeiner Rudeltiere und schätzen wie ihre tierischen Vorfahren, die Wölfe, die Gemeinschaft anderer Hunde. Sie kommunizieren auf verschiedenen Ebenen miteinander und mit uns – mit Lauten, mit Düften und mit dem ganzen Körper. Die Körpersprache des Hundes und sein Verhalten zu verstehen, ist für ein gutes Zusammenleben von Mensch und Tier sowie für die Erziehung wichtig. Herrscht keine gute Mensch-Hund-Kommunikation entstehen schnell Missverständnisse, die im schlimmsten Fall zu einem aggressiven Hundeverhalten führen können. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Hund und beobachten Sie seine Körpersprache genau.

Hundesprache verstehen – Ohne Worte viel sagen

Die wichtigsten Signalgeber des Hundes sind Ohren, Fell, Schwanz, Mimik und Augen. Meist kommen mehrere Hundesignale gleichzeitig zum Einsatz, damit die Botschaft klar und verständlich ist. Unsere Vierbeiner können zum Beispiel ihre Haare im Nacken oder auf dem Rücken aufstellen, um ihre Erregung auszudrücken oder die Ohren eng anlegen, wenn sie große Angst verspüren.

Hundesprache Ohren – angelegt oder aufgestellt?

Hunde haben ein hervorragendes Gehör und nehmen auch die leisesten Geräusche in ihrer Umgebung genau wahr. Aber die Ohren unser Fellnasen dienen auch als Kommunikationsmittel. Ein aufmerksamer und spielfreudiger Hund hat die Ohren aufgestellt und auf den Interaktionspartner ausgerichtet. Er signalisiert freudige Anspannung. Hat der Hund die Ohren angelegt, ist der Vierbeiner verängstigt und misstrauisch. In diesem Fall sollte man ihm Sicherheit vermitteln und ihn beruhigen.

Eine haarige Angelegenheit

Um das Hundeverhalten zu verstehen, lohnt sich auch ein Blick auf das Fell: Mit der Ausrichtung ihrer Haare drücken Hunde eine ganze Reihe von Gemütszuständen aus. Sie können ihr Fell im Nackenbereich, auf dem Rücken und an der Schwanzwurzel aufstellen. Es entsteht die sogenannte „Bürste“. Wenn Hunde ihr Nackenhaar aufstellen oder sich ihre Haare entlang des Rückens oder am Rutenansatz sträuben, passiert dies unbewusst und ist nicht durch den Hund steuerbar. Unsere Hunde signalisieren mit unterschiedlich stark aufgestellten Haaren unterschiedliche Stimmungen: z. B. dass sie beunruhigt sind, sie etwas stört, dass sie Angst haben und sich bedroht fühlen oder aber sie selbst anderen Artgenossen drohen. Besonders vorsichtig sollten Sie im Umgang mit Hunden sein, bei denen das ganze Fell gesträubt ist und bürstenförmig absteht. Dies signalisiert im Zusammenspiel mit einem ebenfalls fletschenden Hund Angriffsbereitschaft.

Ein fröhlicher Hund wedelt mit dem Schwanz, heißt es. Aber stimmt das immer? In der Regel schon, denn wedelt ein Vierbeiner ausgelassen mit dem Schwanz, signalisiert er meist Freude oder Spielbereitschaft. Wird die Rute aber tief gehalten und befindet sich fast zwischen den Beinen, heißt dies in der Körpersprache des Hundes, dass er eher ängstlich und gestresst ist. Im Allgemeinen ist die Haltung des Schwanzes bei jedem Hund je nach Charakter und Persönlichkeit verschieden. Selbstbewusste Tiere laufen mit hoch erhobener Rute umher, wohingegen ängstliche Artgenossen den Schwanz oft eingeklemmt haben.

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte

Sind sie friedlich und entspannt, drohend und angriffslustig oder verängstigt und unterwürfig? Mit ihrem ausdrucksstarken Gesicht können Hunde unterschiedlichste Signale aussenden. Besonders eng verknüpft ist jeder Gesichtsausdruck mit einer ganz bestimmten Stellung der Ohren. Ist ein Hund zum Beispiel misstrauisch und unsicher, so zieht er die Augenbrauen zusammen und hat die Ohren flach angelegt. Ein spielfreudiger Hund blickt sein Gegenüber hingegen mit offenem Gesicht geradewegs an und hat die Ohren aufgestellt.

Wie kommunizieren Hunde?

Anders als ihre Vorfahren beinhaltet die Hundekommunikation verstärkt Laute, besonders im Umgang mit dem Menschen. Schließlich nehmen wir sie auf diese Weise besser wahr. Von Tier zu Tier gibt es allerdings große Unterschiede beim Einsatz der Lautsprache. Einige sind wahre Redekünstler, andere Schweigen sich eher aus. Das hängt von Charakter und Persönlichkeit aber auch der Rasse ab.

Bellt ein Hund zum Beispiel, kann er damit verschiedene Dinge ausdrücken. Ein drohender Hund bellt dumpf und aggressiv, ein spielfreudiger Vierbeiner hoch und abwartend. Auch andere Lautsignale des Hundes sind vieldeutig. Knurren wird häufig als Warnung verstanden, kann aber auch im Spiel zum Einsatz kommen, ohne bedrohlichen Unterton. Nur wer viel Zeit mit seinem treuen Gefährten verbringt, lernt, die Hundesprache zu verstehen und richtig zu deuten.

Hundesignale sind vielstimmig und individuell

Grundsätzlich ist die Hundesprache vielschichtig. Wer seinen Hund richtig verstehen und seine Signale erfolgreich deuten möchte, der sollte den ganzen Körper von den Ohren bis zur Schwanzspitze beachten. Dann gelingt die Kommunikation zwischen Hund und Mensch.

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