Erziehung und Training

Den Hund stubenrein bekommen – Tipps und Tricks

17.09.2019

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Sobald ein neues Familienmitglied einzieht, kommt schnell die Frage auf, wie lange es eigentlich dauert bis der Welpe stubenrein ist. Welche Faktoren hineinspielen, was Sie tun können oder lieber lassen sollten, um Ihren Hund schnell stubenrein zu bekommen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Aller Anfang ist schwer – wie bekomme ich meinen Hund stubenrein?

Die Frage „Wann ist ein Welpe stubenrein?“ taucht meist spätestens dann auf, wenn der vierbeinige Familienzuwachs bei Ihnen zu Hause einzieht. Aber auch erwachsene Hunde aus dem Tierschutz, die vielleicht zuvor nur auf der Straße gelebt haben, können unter Umständen noch nicht stubenrein sein – schließlich kennen sie es nicht, in einer Wohnung zu leben.

Das Training, um einen Welpen stubenrein zu bekommen, kostet oft einige Nerven. Dennoch sollte man sich vor Augen führen, dass gerade ein junger Hund nicht absichtlich eine Pfütze in der Wohnung hinterlässt. Deswegen sollten Sie immer fair gegenüber Ihrem Hund bleiben sowie stets Geduld und innere Ruhe bewahren – schimpfen ist da kontraproduktiv.

Körperliche Voraussetzungen damit ein Welpe stubenrein wird

Hunde sind insgesamt sehr reinliche Tiere und versuchen, ihr Zuhause sauber zu halten. Das „Problem“ ist nur, dass ein Welpe seine Blase rein körperlich noch nicht kontrollieren kann, wenn er im Alter von acht oder neun Lebenswochen bei Ihnen einzieht. Das bedeutet: Wenn der Welpe muss, dann muss er und dann macht er auch – egal an welcher Stelle. Das kann er gar nicht verhindern und so passiert das ein oder andere Missgeschick in der Wohnung.

Ab wann ist ein Welpe stubenrein?

Einige Welpen verstehen schnell, manche sogar schon in der Prägephase zwischen der vierten und achten Lebenswoche, wo sie sich lösen dürfen. Andere hingegen brauchen mehrere Wochen bis Monate, ehe sie sich an die Regeln in der neuen Wohnung gewöhnt haben und ihren Löseplatz kennen. Zu beachten ist, dass Hunde erst in einem Alter von 14 Lebenswochen ihren Blasen- sowie Darmschließmuskel kontrollieren können und erst dann stubenrein werden.

„Mein Hund wird einfach nicht stubenrein!“

Wenn Ihr Welpe es scheinbar nicht verstehen will, nur draußen sein Geschäft zu verrichten, sollten Sie sich nicht zu viele Gedanken darüber machen. Es ist vollkommen normal, dass einige Hunde länger brauchen. Ab einem Alter von sechs Monaten sind die meisten Hunde stubenrein. Sollte danach noch öfter ein Missgeschick passieren, raten wir Ihnen, Ihren Tierarzt aufzusuchen und sich beraten zu lassen. Es können sowohl physische oder gar psychische Ursachen, als auch Krankheiten wie beispielsweise eine Blasenentzündung Ihres Hundes hinter der fehlenden Sauberkeit stecken.

Nicht zu vergessen: Sobald Sie als Besitzer ungeduldig werden oder gar mit Ihrem Vierbeiner schimpfen, baut sich Druck auf und überträgt sich auf den Hund. In so einer angespannten Atmosphäre fällt es Ihrem Hund wiederum schwerer, stubenrein zu werden. Beweisen Sie deshalb Geduld in der Welpenerziehung – stubenrein werden alle physisch und psychisch gesunden Hunde irgendwann.

Alles ist aufregend – auch beim Gassi gehen

Draußen ist für Ihren kleinen Vierbeiner alles spannend, neu und aufregend. Beim Erkunden des Gartens oder beim Gassi gehen kann es passieren, dass Ihr Hund vergisst, sein Geschäft zu verrichten – auch, wenn er vorher ganz dringend musste. Zeitdruck und schimpfen sind hier fehl am Platz. Haben Sie Geduld und geben Sie Ihrem Hund die Zeit, die er benötigt, um sich an die Umgebung zu gewöhnen und belohnen Sie ihn, wenn er sein Geschäft draußen verrichtet hat. Am besten suchen Sie für das Welpentraining einen Ort, an dem wenig Ablenkung herrscht und er seine Ruhe hat.

Tipp: Es gilt die Regel, mindestens fünf Minuten länger mit dem Hund draußen zu bleiben, nachdem er sein Geschäft verrichtet hat. So besteht nicht die Gefahr, dass er es mit Absicht lange hinauszögert, weil er das Verrichten des Geschäfts damit verknüpft, dass es wieder zurück nach Hause geht.

Angst und Unsicherheit bei der Welpenerziehung

Es kann vorkommen, dass Ihr Hund von den ganzen Geräuschen und Eindrücken überfordert und eingeschüchtert ist. Sollte Ihr Hund Angst haben oder sich draußen nicht sicher fühlen, wird er dort auch nicht sein Geschäft verrichten.

Zeigen Sie Ihrem Hund, dass er keine Angst haben muss, und vermitteln Sie ein Gefühl der Sicherheit und belohnen Sie seine Fortschritte. Auch hier braucht Ihr Hund genügend Zeit, um sich an die Umgebung zu gewöhnen und die „Gefahren“ selbst einzuschätzen. Und erst dann wird es klappen, den Hund stubenrein zu bekommen.

Signale des Hundes beobachten und Missgeschicke vermeiden

Jeder Hund hat seine eigenen Signale, um anzuzeigen, dass er muss. Solche Signale können zum Beispiel sein:

  • im Kreis drehen
  • hektisch schnüffeln
  • eine Ecke suchen
  • kurz Blickkontakt zum Menschen aufnehmen
  • in Richtung der Tür laufen
  • fiepen

 

Beobachten Sie Ihren Hund einmal genau, um herauszufinden, wie er Ihnen Bescheid sagt. Besonders in den Wachphasen sollten Sie Ihren Hund im Auge behalten und stets auf die Signale achten, um schnell reagieren zu können, bevor ein Missgeschick passiert.

Man kann bei Welpen davon ausgehen, dass sie immer nach dem Schlafen, Spielen, Fressen und nach anderweitiger Aufregung pinkeln müssen. Sie sollten den Hund vorsorglich schon einmal nach draußen bringen und ihn loben, wenn er dort sein Geschäft verrichtet.

Es ist außerdem hilfreich, in regelmäßigen Abständen mit seinem Hund ins Freie zu gehen oder ihn in den Garten zu lassen, damit er sich lösen kann. Besonders am Anfang sind 1,5 bis 2 Stunden ein guter Rhythmus. Die Abstände können dann während des Welpentrainings langsam gesteigert werden.

Um Ihren Hund stubenrein zu bekommen, kann es gerade über Nacht hilfreich sein, dem Hund eine Hundebox bzw. einen Kennel als Schlafplatz anzubieten. Wenn Ihr Vierbeiner die Hundebox von Anfang an kennt und sie zum Beispiel über Futter positiv verknüpft hat, ist es für ihn auch überhaupt nicht schlimm, darin zu schlafen. Er gewöhnt sich schnell an seine neue „Höhle“ und nimmt den Rückzugsort auch gern an.

Da Hunde nicht in ihr eigenes Bett machen, wird Ihr Welpe sich dementsprechend bemerkbar machen und nicht seinen Schlafplatz verunreinigen, wenn er einmal muss. So können Sie ihn schnell an einen Löseplatz bringen, an dem er sein Geschäft verrichten kann. Damit das auch gut funktioniert, ist es wichtig, dass die Box des Hundes in der Nähe des Schlafplatzes des Menschen steht, damit Sie auch wirklich wach werden.

Schimpfen verschlimmert die Situation

Das Schlimmste, was Ihnen in der Erziehung zur Stubenreinheit passieren kann, ist, dass Ihr Hund sich nicht mehr traut, vor Ihnen zu pinkeln, da er Angst hat, dass Sie mit ihm schimpfen. So wird er sich lieber unbeobachtete Momente suchen, um in einer Ecke sein Geschäft zu verrichten.

Auch der häufige Tipp, den Hund zur Strafe mit der Nase in seine Hinterlassenschaften zu stupsen, ist in der Welpenerziehung absolut fehl am Platz. Lerntheoretisch ist der Hund nicht in der Lage, einen Zusammenhang zwischen seinem Missgeschick und der Strafe herzustellen. Stattdessen lernt er, dass sein Mensch schimpft und ganz furchtbare Dinge mit ihm anstellt – das Vertrauen schwindet.

Ist ein Missgeschick im Haus passiert, ist es ratsam, Ihren Hund zu ignorieren und dafür nicht auszuschimpfen, denn selten kann er wirklich etwas dafür. Am besten bringen Sie ihn aus dem Zimmer und entfernen die Pfütze kommentarlos. Wenn Ihr Hund dabei zusieht, besteht die Gefahr, dass er das Verrichten seines Geschäfts im Haus mit Aufmerksamkeit verbindet. In Folge dessen wird er öfter ins Haus machen, weil er weiß, dass Sie gleich mit den Putzmitteln zur Stelle sind und er so in gewisser Weise Aufmerksamkeit von Ihnen bekommt.

Party beim Lösen

Häufig wird empfohlen, eine Riesen „Party“ zu schmeißen, wenn der Hund sein Geschäft draußen verrichtet. Problematisch wird es, wenn sie bereits freudig losjubeln, während sich ihr Hund gerade hinhockt oder bereits dabei ist. Er wird schnell aufhören und mit ihnen „Party machen“ wollen – diese Art der Belohnung ist in dem Moment kontraproduktiv.

Das bedeutet aber nicht, dass Sie Ihren Hund nun nicht dafür loben sollen, wenn er sein Geschäft draußen verrichtet – im Gegenteil. Für den Hund ist es wichtig, für positives Verhalten entsprechend belohnt zu werden, aber es muss kein riesiger Jubelschrei sein. Ein ruhiges stimmliches Lob ist ausreichend und wird Ihren Hund nicht beim Pipimachen unterbrechen und Sie dabei weiterbringen, Ihren jungen Hund stubenrein zu bekommen.

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