Tiergesundheit

Leptospirose beim Hund: Warum Dein Hund nicht aus Pfützen trinken sollte

26.11.2019

Was ist schon dabei, wenn der Hund einmal aus einer Pfütze trinkt? Pfützen sind nicht so harmlos, wie sie scheinen. Hier lauert das Bakterium „Leptospira interrogans“. Wir klären auf, warum Leptospiren die Gesundheit Ihres Hundes gefährden können und Pfützenwasser besser gemieden werden sollte.

Leptospiren: Bakterielle Gefahr aus der Pfütze

Hunde werden regelrecht von Pfützen angezogen und trinken gern daraus, um ihren Durst zu stillen. Besonders im Sommer, wenn es draußen warm ist, ist die Verlockung groß, sich in einer Pfütze abzukühlen. Die größte Gefahr beim Trinken aus Pfützen und anderen stehenden Gewässern ist für den Hund die Ansteckung mit Leptospirose, die auch unter den Namen Stuttgarter Hundeseuche und Weil-Krankheit bekannt ist. Viele Hundebesitzer wissen dies nicht und lassen Ihren Vierbeiner ungeahnt aus Wasserlöchern trinken. Dadurch erhöht sich jedoch die Gefahr einer bakteriellen Infektion mit Leptospiren, dem Erreger der Leptospirose.

Übertragung der Leptospirose auf den Hund

Die Leptospiren werden vor allem von wilden Tieren, wie Mäusen und Ratten, über den Urin verbreitet. Die Bakterien bevorzugen eine feuchte Umgebung und fühlen sich in Tümpeln, Lacken oder anderen stehenden Gewässern sehr wohl.

Bei wärmeren Temperaturen bieten Pfützen und Tümpel die besten Voraussetzungen für den Bakterienstamm. Dann vermehren sich die Erreger im Wasser stark und machen die Pfütze oder den Tümpel zu einer erhöhten Gefahrenquelle. Aber auch bei kälteren Temperaturen oder wenn es im Herbst häufiger regnet und Pfützen quasi durchgängig Wasser enthalten, besteht die Gefahr einer Erkrankung Ihres Hundes mit Leptospiren. Diese haben im kühlen Wasser eine Überlebensdauer von mehreren Wochen.

Leptospirose: Symptome beim Hund

Hunde können in jedem Alter an Leptospirose erkranken. Schwere Verläufe gibt es oft bei Welpen oder nicht geimpften Tieren. Über kleine Hautrisse, aufgeweichte Haut und Schleimhäute gelangen die Bakterien in den Körper und verteilen sich über den Blutkreislauf. Wenn sich Ihr Hund mit Leptospirose infiziert, kann dies zu Leber- und Nierenschäden führen.

Anhand der folgenden Symptome können Sie feststellen, ob Ihr Hund von Leptospirose betroffen sein könnte:

  • Fieber beim Hund
  • Appetitlosigkeit
  • Austrocknung
  • Durchfall und Erbrechen
  • Gerinnungsstörungen mit Nasenbluten und punktförmigen Blutungen in der Haut
  • Häufiges Harnabsetzen
  • Kreislaufprobleme
  • Gelbliche Schleimhäute

Viele Leptospiren-Infektionen bleiben allerdings unbemerkt oder weisen nur geringe klinische Symptome auf. Färben sich die Schleimhäute Ihres Hundes gelb, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf. Über eine spezielle mikroskopische Untersuchung des Urins oder eine Blutuntersuchung kann der Tierarzt Leptospirose feststellen.

Therapie

Die Therapie der Leptospirose bei Hunden ist abhängig von dem Zustand des Tieres und der Schwere der Erkrankung. Ist der Hund an Leptospirose erkrankt, wird umgehend mit einer passenden Antibiotikatherapie begonnen. Zugleich werden Maßnahmen zur Linderung der Leptospirose-Symptome beim Hund eingeleitet. Dies können zum Beispiel Infusionen als Flüssigkeitstherapie, Schmerzmittel, Sauerstoff bei Atemnot sowie Magenschutztabletten sein. Ein schwerer Verlauf kann eine Hämodialyse notwendig machen, um ein Nierenversagen abzuwenden. Mit unserer Hunde-Krankenversicherung sind Sie vor den Kosten für die Behandlung geschützt.

Die Progonose für ältere und geimpfte Tiere ist durchaus gut. Auch bei schweren Verläufen liegen die Heilungschancen bei guter tierärztlicher Betreuung bei bis zu 90%. Welpen und ungeimpfte Hunde sowie Tiere, bei denen die Infektion erst sehr spät entdeckt wird, tragen das größte Risiko für einen schweren Verlauf und Langzeitschäden.

Leptospirose- Impfung für Hunde

Die Gefahr einer möglichen Infektion mit Leptospiren lässt sich durch eine Impfung deutlich verringern – und somit auch die Sorge um Ihren Hund. Gemäß der Deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis zählt die Impfung gegen Leptospirose beim Hund zu den Pflichtimpfungen. Die Grundimmunisierung erfolgt in zwei Dosen mit einem Abstand von vier Wochen. Da die Impfung bei Hunden nur maximal ein Jahr hält, muss für einen ausreichenden Schutz jährlich aufgefrischt werden. In Endemiegebieten wird sogar eine Auffrischungsimpfung alle sechs Monate empfohlen. Die Impfung wird in der Regel als Kombiimpfung mit anderen Wirkstoffen angeboten. Die Leptospirose-Impfung beim Hund kostet als Kombiimpfung in der Regel zwischen 50-70 Euro.

Leptospirose: Übertragung auf den Menschen

Leptospirose zählt zu den sogenannten Zoonosen, das heißt zu Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Wenn Sie bei sich selbst Symptome wie Fieber oder grippeähnliche Symptome feststellen, kann es sein, dass Ihr Hund Sie mit dem Erreger angesteckt hat. In dem Fall sollten Sie selbst ebenfalls einen Arzt aufsuchen, da es sonst zu Hirnhautentzündung oder Organschäden kommen kann. In der akuten Phase sollten Sie Ihren Hund nur mit Handschuhen anfassen, damit Sie sich nicht anstecken.

Im besten Fall sollten Sie stets wissen, was Ihr Hund zu sich nimmt. Daher empfiehlt es sich, eine Trinkflasche vor dem Spazierengehen mit sauberem Wasser zu füllen und unterwegs dabei zu haben. Lassen Sie Ihren Hund nicht aus Pfützen und Tümpeln trinken. Ein Hund weiß nicht, dass er nicht aus Pfützen trinken sollte. Er wird es also immer wieder versuchen, wenn er Durst hat und die Gelegenheit dazu bekommt. Sie können entweder Wege mit Pfützen und stehenden Gewässern auf dem Spaziergang meiden oder Ihren Hund mit einem bestimmten „Nein!“ vom Trinken abhalten, wenn er sich der Pfütze nähert. Bieten Sie ihm dazu eine Alternative, wie frisches Wasser aus der Hundeflasche, an.

Wenn Sie kein sauberes Wasser dabei haben, achten Sie darauf, dass Ihr Hund nur aus fließenden Flüssen, größeren Baggerseen oder Seen mit Zu- und Ablauf trinkt. Hier ist das Risiko einer Ansteckung geringer.

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