Aufmerksamer Hund trainiert mit Frauchen das Hundekommando, gib Pfote.
Erziehung und Training

Hundekommandos, die sitzen sollten

08.09.2022

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Erziehung und TrainingHunden Kommandos beibringen

Vom klassischen „Sitz!“ über das entspannte Laufen neben dem Fahrrad bis zum Pfötchen geben: Gut sitzende Hundekommandos sind unentbehrlich für ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Hund. Dabei zeigt sich sehr deutlich, wer viel Zeit in die Erziehung seines Hundes investiert hat und wer ihn einfach gewähren lässt. Wie, wann und warum du das Training am besten anfängst, liest du hier.

Es kann so schön sein, einen Hund zu haben. Ein Tier, das sich entspannt abends auf dem Sofa kraulen lässt und bei Spaziergängen locker neben seinem Menschen trabt. Leider passiert zuweilen das Gegenteil: Schon der Junghund ist kräftig genug, seinen Menschen an der Leine zu anderen Hunden hinzuzerren und zweibeinige Gäste müssen sich nach dem Begrüßungsritual umziehen. Damit genau das nicht passiert, ist ein strukturiertes Training von Kommandos und Verhaltensweisen notwendig – am besten ab dem Einzug des Welpen in sein neues Zuhause. So ersparst du dir in den folgenden Jahren viel Ärger und Arbeit.

Warum ein Hund Kommandos beherrschen sollte

Hundekommandos, einige sprechen auch von Signalen oder Befehlen, bilden die Grundlage für ein harmonisches Leben mit dem Hund als Haustier. Das beginnt schon bei dem Verständnis von „brav“ oder „fein“ als Lob oder dem Signal „Nein!“, um eine Aktion zu unterlassen. Eine gute Erziehung bezieht sich immer darauf, dass gewünschtes Verhalten belohnt und nicht erwünschte Handlungen als solche gekennzeichnet und zukünftig unterlassen werden.

Ein gut erzogener Hund ist nicht nur ein Wohlfühlfaktor für Zuhause, sondern gewährleistet auch eine gewisse Sicherheit im Alltag. Im Straßenverkehr zum Beispiel kann ein unkontrollierbares Tier sich und andere Verkehrsteilnehmer schnell gefährden.

Auch beim Zusammentreffen mit anderen Hunden oder Menschen bei einer Gassirunde darf der Vierbeiner nicht einfach losstürmen. Und schließlich kann es sogar entscheidend für das Hundeleben sein, wenn er einen Giftköder entdeckt und diesen aufgrund eines Befehls wieder ausspuckt. Eine Hunde-Krankenversicherung bietet dir weitere Sicherheit, wenn es doch einmal zum Ernstfall kommt und tierärztliche Hilfe notwendig wird.

Letztlich hat das gemeinsame Training aber auch positive Effekte für die Bindung zwischen Hundehalter:in und Hund. Das Tier freut sich über die Aufmerksamkeit und wird mental ausgelastet. Daher ist es empfohlen, auch nach der Grundausbildung weitere Signale zu trainieren und Hunden Kommandos beizubringen – am besten lebenslang.

Wie unterschiedlich Hundekommandos übermittelt werden können

Menschen nutzen gesprochene Sprache für ihre Kommunikation und Hunde sind in der Lage, Worte mit Dingen oder Befehlen in Verbindung zu setzen. Entsprechend sind Signalwörter der Standard unter den Hundekommandos. Studien kamen zuletzt zu dem Ergebnis, dass Hunde im Schnitt etwa 89 einzelne Wörter abspeichern und mit einer Handlung verknüpfen können. Je nach Hund kann diese Zahl aber stark in beide Richtungen variieren. Außerdem achten sie auf den Tonfall deiner Nachricht. Wer mit seinem Hund spricht, sollte daher darauf achten, dass ein Lob auch wie ein Lob klingt. Besonders Welpen reagieren stark auf die Stimmlage.

Darüber hinaus können Hunde aber auch Gestik, Mimik und Verhalten interpretieren. Häufig werden etwa bestimmte Handbewegungen mit deinem gesprochenen Signal verknüpft. Auch Pfeifsignale hört man immer wieder, wenn man im Park spazieren geht.

Signale können zudem mit technischen Hilfsmitteln gegeben oder unterstützt werden. Klassisch dient dazu die Hundepfeife. Alternativ gibt es das Clickertraining. Der Clicker gibt bei Betätigung ein neutrales Klick-Geräusch von sich, auf das der Hund konditioniert wird und eine Belohnung bekommt. Zentral ist dabei das Timing. Wenn das Tier genau in dem Moment, wenn es etwas richtig gemacht hat, das bestätigende Klickgeräusch hört, kann sich schneller ein Lernerfolg einstellen.

So werden Hundekommandos trainiert

Zentral für das richtige Training eines Hundes ist ein passendes Lernumfeld. Besonders zu Beginn sollte er sich in einem vertrauten Umfeld aufhalten, in dem es möglichst wenig Ablenkungen gibt.

Ein gutes Signalwort:

  • Ist leicht rufbar.
  • Unterscheidet sich von anderen Kommandos.
  • Kommt nicht zu häufig im Alltag vor.

Schrittweise kann das Wort dann in vielen Wiederholungen trainiert werden. Ein euphorisches Lob oder eine Belohnung, wenn ein Befehl richtig ausgeführt wurde, sind dabei essenziell. Die einzelnen Schritte, wie man einem Hund Kommandos beibringt, haben wir in diesem Beitrag ausführlich dargestellt.

Diese Grundkommandos sollte jeder Hund beherrschen

Einige Kommandos sollten als Grundlage für Hunde in der Erziehung zuerst trainiert werden:

  • Aus oder Nein sind wichtige Hundekommandos, um das Tier zum Aufhören zu bewegen. Von harmlosen Momenten, wenn ein Hund sein Spielzeug nicht loslassen will, bis zum möglichen Fressen von potenziell tödlichen Fundstücken decken die Befehle eine breite Spannweite ab. Aus wird oft verwendet, um eine gestartete Handlung zu unterbrechen, während Nein diese bereits zu Beginn unterbindet.
  • Schluss, Fertig oder Okay sind mögliche Auflösesignale, um eine Übung zu beenden. Wenn der Vierbeiner etwa über einige Sekunden ruhig liegen soll, dann wird ihm so die Erlaubnis gegeben, wieder aufzustehen.
  • Sitz signalisiert dem Hund, dass er sich ruhig an einer Stelle hinsetzen und dort warten soll. Das wird häufig genutzt, wenn der Hund nicht herumlaufen soll, etwa in der Bahn oder vor einem Geschäft beim Einkaufen. Platz ist hingegen das Kommando, damit sich der Hund hinlegt.
  • Um einen Hund zurückzurufen, sollte das Kommando gut rufbar und daher möglichst kurz sein. Etabliert haben sich Signalwörter wie Komm oder Hier. Wichtig ist vor allem, dass man sich auf ein Wort festlegt und nur dieses trainiert, damit der Befehl eindeutig ist.
  • Kommandos wie Bleib und Weiter helfen dabei, die Bewegung des Hundes zu steuern. So kann es etwa gefährlich werden, wenn ein Hund einfach losstürmt. Es kann aber auch beispielsweise beim Fahrradfahren hinderlich sein, wenn er an manchen Ecken immer wieder schnüffeln will oder die Witterung eines anderen Hundes aufnimmt und sich umsieht. Ein effektives Kommando kann auch im Falle das Weglaufen verhindern.
  • Bei Fuß und Bei Mir bestimmen hingegen einen Raum, in dem sich das Tier bewegen darf. Während Bei Fuß signalisiert, dass der Hund dauerhaft an der Seite seiner Person bleiben soll, legt Bei Mir nur die Nähe zum Menschen fest. Der Vierbeiner darf aber noch rund herum kreisen oder zum Beispiel die Seite wechseln, an der er läuft.

Den Hund mit weiteren Übungen auslasten

Wenn ein Hund die genannten Grundkommandos beherrscht, dann sollte er im Alltag gut über Signale zu kontrollieren sein. Dennoch hilft es, wenn man nun nicht mit dem Training aufhört, sondern weiterhin Zeit mit seinem Tier verbringt und es mental fordert. Je nach Charakter und Rasse können verschiedene weitere Hundebefehle helfen, das Tier auszulasten.

  • Such fordert etwa dazu auf, einer Fährte zu folgen oder versteckte Leckerlis zu finden.
  • Bring oder Hol sind Aufforderungen zum Apportieren.
  • Aber auch Gib Pfote oder Mach Männchen beschäftigen den Hund für eine längere Zeit, bis er es erlernt hat.

Wer die Hundeerziehung konsequent und strukturiert angeht, der wird viel Freude mit seinem Vierbeiner haben. Von Sitz über Platz bis Such – alle Übungen tragen nicht nur zu einem gut erzogenen Hund bei, sondern festigen auch die Bindung zwischen Mensch und Tier. Lob, Leckerlis und viel Liebe sind ebenfalls Schlüsselreize, die beim Hund das gewünschte Verhalten festigen.

Meistert dein Hund alle Kommandos spielend, so können Steigerungen wie Agility oder Bikejöring für euch auch interessante Themen werden.

Möchtest du noch mehr wertvolle Tipps rund um die Vierbeiner? Dann schau doch dich doch weiter um im Uelzener Hunderatgeber.

Oder möchtest du bestimmte Themen/Begriffe finden? Dann nutze unsere Suche.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Welche Hundekommandos sollte ein Welpe können?

Die wichtigsten Kommandos für das Welpentraining sind: Hierher, Sitz, Platz, Bleib und Aus.

Was sind die wichtigsten Kommandos?

Diese wichtigen Grundkommandos sollte jeder Hund beherrschen: Aus oder Nein; Sitz oder Platz; Bei Fuß / Bei Mir; Komm oder Hier und Bleib. Wenn ein Hund diese Grundkommandos beherrscht, dann sollte im Alltag gut über Signale zu kontrollieren sein.

Ab wann sollte dein Hund die Grundkommandos können?

Erst ab einem Alter von sechs oder sieben Monate sind Hunde groß genug die Grundkommandos zu erlernen.

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