Weißes Pferd steht vor schöner Landschaft auf einer Weide
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Von der Atmung bis zur Zucht: Zehn kuriose Fakten über Pferde

17.08.2022

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Pferde begleiten uns Menschen nun schon seit Tausenden von Jahren. Die Tiere sind aber so komplex, dass selbst den meisten Pferdeliebhaber:innen nicht alle Details über ihre treuen Begleiter bekannt sind. Wie lange schlafen Pferde? Können sie durch den Mund atmen? Und kann mein Pferd meine Emotionen erkennen? Das und mehr erfährst du in unserer Zusammenstellung der interessantesten Fakten über Pferde.

Weltweit leben schätzungsweise über 60 Millionen Pferde. Über 200 Pferderassen sind bekannt, die in ihrer Widerristhöhe von unter einem Meter bis fast zwei Meter variieren. Entsprechend kann die Waage auch Werte von einem menschlichen Gewicht bis zu fast einer Tonne Masse anzeigen. Kurzum: Es gibt zu Pferden eine Menge Zahlen und Fakten, über die man vielleicht noch nie so detailliert nachgedacht hat.

Lustige Fakten und Zahlen über Pferde:

1. Pferde haben großen Durst

Im Ruhezustand benötigt ein Pferd etwa fünf Liter Wasser pro 100 Kilogramm Körpergewicht am Tag. Bewegt es sich viel, wird gearbeitet oder es herrschen hohe Temperaturen, kann sich dieser Wasserbedarf schnell um 50 Prozent erhöhen. Eine säugende Stute trinkt sogar gleich doppelt so viel. Bei 500 Kilogramm Körpergewicht benötigt ein Vollblut somit schnell 25 bis 35 Liter Wasser an einem normalen Tag. Ähnliche Mengen an Flüssigkeit schwitzen Pferde bei Anstrengung aber auch wieder aus. Entsprechend wichtig ist es, den Wasserbedarf immer im Blick zu behalten.

2. Pferde müssen ständig fressen

Eine große Menge Flüssigkeit nehmen Pferde über das Futter auf. Optimalerweise dürfen Pferde so kontinuierlich fressen, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten nicht mehr als vier Stunden betragen. Der Grund dafür ist simpel: Der empfindliche Magen-Darm-Trakt der Tiere lässt immer nur kleine Nahrungsmengen zu, die dafür in kürzeren Abständen aufgenommen werden müssen. Da dies in vielen Ställen nicht möglich ist oder die Pferde bei permanenter Nahrungsaufnahme einfach zu dick werden würden, kann es zu Koliken kommen. Eine Pferde-Krankenversicherung ist hilfreich, damit die Kosten für die Pferdebesitzer:innen nicht ausufern.

Außerdem interessant: Bei Studien wurde herausgefunden, dass klassische Musik die Tiere entspannt. Dadurch fressen sie ihr Heu gelöster und mit größerem Appetit. Auch das Schlafverhalten soll sich dadurch verbessern.

3. Pferde schlafen nur 20 Minuten

Pferde sind Meister der kurzen Schläfchen, auf Neudeutsch Power Napping. Das liegt in ihrer Natur: Pferde schlafen in der Regel maximal 20 Minuten am Stück. Insgesamt kommen sie über den Tag verteilt auf bis zu fünf Stunden Schlaf. Zusätzlich dösen die Fluchttiere häufig mit halb geöffneten Augen. Auf diese Art können sie bei Gefahr jederzeit das Weite suchen.

4. Pferde haben einen Knochen weniger als Menschen

Beim Anblick eines stattlichen Pferdes mag man es kaum glauben, aber Pferde haben mit 205 Knochen genau einen weniger als Menschen. Allerdings kursieren unterschiedliche Zahlen in Büchern und dem Internet: Bestimmte Knorpel, die zu Knochen werden oder Knochen, die mit der Zeit zusammenwachsen, werden hier unterschiedlich gewertet.

Auch psychologisch gesehen gibt es über Pferde spannende Fakten:

5. Pferde erkennen menschliche Emotionen

Pferde spüren nicht nur instinktiv, ob ein Mensch in ihrer Gegenwart gerade besonders emotional ist. Wie in Studien festgestellt wurde, können sie auch unsere Tonlage und Mimik deuten. Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden den Tieren Bilder von gut gelaunten oder wütenden Menschen gezeigt und über Lautsprecher lobende oder schimpfende Stimmen abgespielt. Nur wenn die Ton-Bild-Paare zusammenpassten, reagierten die Pferde verstärkt auf die Stimmungen.

Entsprechend sollte man beim eigenen Lob an das Pferd immer auch mit Gesicht und Stimmlage dahinterstehen. Wirkt das Lob, als wäre man abwesend, trifft das auch auf die Wirkung des Lobes zu.

6. Pferde können sich selbst im Spiegel erkennen

Wie andere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, können sich Pferde selbst im Spiegel erkennen. Dafür wurden die Tiere mit geruchsloser Farbe markiert und vor einen Spiegel geführt. An den farblich markierten Stellen rieben sich die Tiere mehr als an den unmarkierten Bereichen.

Einen solchen Spiegeltest haben bisher erst wenige Tierarten bestanden. Pferde gesellen sich damit beispielsweise zu Menschenaffen, Delfinen und Schweinen.

7. Pferde brauchen ihre Herde

Als soziale Gruppen- und Herdentiere brauchen Pferde andere Artgenossen, um ein glückliches Leben zu führen. In der Gruppe spielen und fressen sie zusammen, betreiben gegenseitige Fellpflege und wachen übereinander. Die Herde übernimmt auch gemeinsam die Aufzucht und Sozialisierung der Fohlen. Eine solche Herde umfasst in der Natur meist etwa zehn Tiere, darunter ein Hengst und mehrere Stuten. Die Junghengste verlassen die Familie nach einiger Zeit und bleiben mit anderen Junggesellen zusammen, bis sie selbst eine neue Herde gründen. Da Menschen die Tiere nach eigenem Ermessen zusammenführen, kann es mitunter zu Reibungen unter den Pferden kommen. Eine genaue Beobachtung der Tiere und der Gruppendynamik ist also zu empfehlen. Eine Einzelhaltung kann zu Verhaltensproblemen führen. Insbesondere ein Fohlen, das in Einzelhaltung aufgezogen wird, lernt einige wichtige Lektionen über das Leben als Pferd und die Sozialisierung in einer Herde gar nicht erst kennen.

8. Pferde können an Depressionen leiden

Depressionen können unter anderem als Folge von Isolation entstehen. Aber auch Bewegungsmangel, Langeweile oder ein zu intensives oder grobes Training können dazu führen. Verändert sich das Verhalten eines Pferdes, sollte man das Tier genau beobachten.

Depressive Pferde zeigen sich oft teilnahmslos oder sind leicht gestresst. Eine Pferdehalter-Rechtsschutzversicherung kann helfen, wenn durch das gestresste Pferd ein Schaden entsteht und es zu einem Rechtsstreit kommt.

Kuriose Fakten über Pferde:

9. Pferde können nicht durch den Mund atmen

Rein anatomisch ist es Pferden nicht möglich, durch den Mund zu atmen. Der Grund: Das lange Gaumensegel verhindert eine Verbindung zur Luftröhre. Mund- und Nasenhöhle sind voneinander getrennt. Das ist allerdings nicht die einzige Besonderheit. Das bekannte Pferdesprichwort „Man hat schon Pferde kotzen sehen“ zielt beispielsweise darauf ab, dass diese unangenehme Körperreaktion Pferden anatomisch ebenfalls nicht möglich ist. Ein Schließmuskel am Mageneingang verhindert das Hochwürgen.

10. Pferde dürfen nicht nach Island eingeführt werden

Um die einheimische Pferdepopulation vor Krankheiten zu schützen, ist es verboten, ein Pferd nach Island zu transportieren. Entsprechend dürfen auch Töltwunder, die die Insel einmal verlassen haben, nie wieder zurückkehren. Spannend ist dabei außerdem, dass ein Islandpferd nur als solches anerkannt wird, wenn es reinrassig gezüchtet wurde und die Abstammung lückenlos bis nach Island zurückgeführt werden kann. Isländer gelten als eine der ältesten Pferderassen der Welt. Nach Island ist Deutschland das Land mit der zweithöchsten Population von Islandpferden.

Diese Pferdefakten zeigen, dass man selbst nach langer Beschäftigung mit den Tieren immer noch etwas lernen kann. Sei es ein Verhaltensmuster, das man erkennen sollte oder spannende Zahlen oder lustige Fakten über Pferde, mit denen man beim nächsten Party-Smalltalk glänzen kann.

Möchtest du noch mehr Pferde-Fakten? Dann schau dich gleich weiter um im Uelzener Pferderatgeber.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie viel schlafen Pferde?

Pferde sind Meister der kurzen Schläfchen. Das liegt in ihrer Natur: Pferde schlafen in der Regel maximal 20 Minuten am Stück. Insgesamt kommen sie über den Tag verteilt auf bis zu fünf Stunden Schlaf.

Wie viel Bewegung benötigt ein Pferd wirklich?

Viel Bewegung kommt den natürlich Bedürfnissen eines Pferdes am nächsten. In freier Wildbahn bewegen sie sich ca. 15 Stunden fressend im Schritt vorwärts.

Fühlen sich Pferde auch alleine wohl?

Als soziale Gruppen- und Herdentiere brauchen Pferde andere Artgenossen, um ein glückliches Leben zu führen. In der Gruppe spielen und fressen sie zusammen, betreiben gegenseitige Fellpflege und wachen übereinander. Die Herde übernimmt auch gemeinsam die Aufzucht und Sozialisierung der Fohlen. Eine Einzelhaltung kann zu Verhaltensproblemen führen. Insbesondere ein Fohlen, das in Einzelhaltung aufgezogen wird, lernt einige wichtige Lektionen über das Leben als Pferd und die Sozialisierung in einer Herde gar nicht erst kennen.

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