Pferde im Stall.
Haltung

Stallwechsel: Pferd klebt & wie du ihm helfen kannst

24.01.2024

Dein Pferd soll den Stall wechseln oder ist gerade dabei, sich in einer neuen Umgebung einzuleben? Hier erfährst du, was du dabei beachten solltest.

Wann ist es Zeit für einen Stallwechsel?

Für einen Stallwechsel kann es ganz verschiedene Gründe geben.

  • Du ziehst selbst um und brauchst auch für dein Pferd ein neues Zuhause.
  • Dein Pferd versteht sich nicht (mehr) mit den anderen Pferden im Stall.
  • Du verstehst dich mit den anderen Einstellerinnen und Einstellern im Stall nicht. Oder hast Schwierigkeiten mit dem Stallbesitzer.
  • Du wünschst dir eine bessere Versorgung und Pflege für dein Pferd hinsichtlich Futterqualität, Weidebedingungen und besser qualifiziertem Personal.
  • Du siehst mehr und besser Möglichkeiten für die Interaktion deines Pferdes mit anderen Pferden.
  • Ein anderer Stall bietet dir und deinem Pferd bessere Trainingsmöglichkeiten. So gibt es in einem neuen Stall möglicherweise einen besseren Reitplatz oder eine Reithalle.
  • Die Haltungsbedingungen in einem neuen Stall sind besser für dein Pferd, weil beispielsweise eine Koppelhaltung möglich ist, anderes Einstreu verwendet wird oder das Stallklima ein Besseres ist.

Gleichgültig aus welchen Gründen man einen Stallwechsel in Erwägung zieht, er sollte stets gut überlegt sein. Ist der Stallwechsel für ein Pferd doch eine herausfordernde Situation, bei der es einiges zu beachten gibt. Andererseits kann ein Stallwechsel manchmal einfach nötig und sinnvoll sein. Mit einer guten Vorbereitung und Begleitung deines Pferdes lässt sich ein Stallwechsel mit möglichst wenig Stress gestalten, sodass sich dein Pferd in seiner neuen Umgebung schnell wieder wohlfühlen wird. Vielleicht sogar wohler als zuvor in der früheren Umgebung.

Was ist beim Stallwechsel zu beachten?

Damit ein Stallwechsel möglichst reibungslos über die Bühne geht, kannst du viel tun. Dabei ist sowohl die Vorbereitung als auch der Umzug an sich und die erste Zeit im neuen Stall wichtig. Hier sind einige wichtige Punkte, die du beachten solltest. Darüber hinaus sprichst du dich am besten rechtzeitig mit anderen Einstellerinnen oder Einstellern im neuen Stall ab und lässt dich gegebenenfalls von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt beraten.

Hier nun einige Punkte für die Stallwechsel-Checkliste.

  • Stallwechsel planen (Zeitplanung, Packen, Transport, Eingewöhnung)
  • Einstellvertrag kündigen und einen Vertrag mit dem neuen Stall abschließen.
  • Pferdetransport: Bereite dein Pferd gegebenenfalls auf einen Transport vor, wenn es nicht bereits Übung darin hat (Verladen und Anhängerfahren einüben).
  • Rund ums Pferd: Transport von Reitausrüstung und Zubehör wie Stallapotheke organisieren und durchführen.
  • Fütterung: Eine mögliche Futterumstellung sollte bereits im alten Stall vorbereitet werden.
  • Das Gelände erkunden: Nach dem Umzug empfiehlt es sich, mit dem Pferd gemeinsam das Gelände zu erkunden und ihm zu erlauben, seine neue Umgebung kennenzulernen.
  • Eingewöhnung: Gib deinem Pferd Zeit, sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen. Bei einem Offenstall sollte eine allmähliche Eingewöhnung in die Herde erfolgen. Unter anderem ist dabei wichtig, etwaige Rangordnungskämpfe frühzeitig wahrzunehmen und die Eingewöhnung daran anzupassen. Hier erfährst du mehr zur Eingewöhnung in eine neue Herde: Pferde vergesellschaften.
  • Vermeide Überforderung: Überfordere dein Pferd in der neuen Umgebung nicht. Es sind viele Eindrücke, die auf das Pferd einwirken, sodass es vielfach sinnvoll ist, seine Trainingsziele zunächst ruhen zu lassen.

Turnierpferde sind an Ortswechsel gewohnt und tun sich häufig leicht mit einem Stallwechsel. Pferde, die nur selten einen Ortswechsel erlebt haben, können sensibler auf einen Stallwechsel reagieren. So kann ein altes Pferd einen Stallwechsel problematisch erleben. Manche Pferde trauern regelrecht um ihre früheren Stallkameraden. Da fragt man sich, wie man das Pferd womöglich auf sanfte Weise unterstützen kann.

Homöopathie: Helfen Globuli und Bachblüten?

Bei gesundheitlichen Beschwerden ist grundsätzlich tierärztlicher Rat einzuholen. Für die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise. Dennoch berichten Pferdehalterinnen und Pferdehalter immer wieder von positiven Erfahrungen mit homöopathischen Mitteln.

Homöopathische Mittel müssen auf das jeweilige Pferd abgestimmt sein. Daher lassen sich hierzu keine pauschalen Empfehlungen aussprechen. Am besten lässt man sich von Tierärztinnen und Tierärzten oder Tierheilpraktikerinnen und Tierheilpraktikern beraten, die Erfahrung mit Homöopathie haben.

Bei unruhigen und nervösen Pferden können Beruhigungsmittel eine Option sein. In jedem Fall sollte die Tierärztin oder der Tierarzt entscheiden, ob und wie behandelt werden sollte.

Wann Reiten nach einem Stallwechsel?

Der geeignete Zeitpunkt des ersten Reitens nach dem Stallwechsel kann je nach Pferd sehr unterschiedlich sein. Pferde, die Ortswechsel, beispielsweise durch Turnierteilnahmen, gewohnt sind, können mitunter bereits am Einzugstag oder am Folgetag geritten werden. Anderen Pferden sollte man womöglich eher einige Tage Zeit lassen, sich zunächst einzugewöhnen, das Gelände führend zu erkunden oder auch erst einmal lediglich zu longieren.

Für Reiter:innen: Kündigungsfristen beachten

Häufig finden sich im Einstellvertrag Angaben zu den Kündigungsfristen. Gibt es keinen Vertrag oder sind die Kündigungsfristen nicht im Vorfeld geregelt worden, so gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Für alle Beteiligten ist ein einvernehmlicher Stallwechsel von Vorteil. Im Zweifel sollte man sich juristisch beraten lassen.

Fazit

Ein Stallwechsel ist eine bedeutende Veränderung für Pferde, die gut durchdacht sein sollte. Gründe dafür können vielfältig sein, von Umzügen über soziale Unverträglichkeiten bis zu verbesserten Haltungsbedingungen. Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend. Dazu gehören beispielsweise Vertragsänderungen, Transportplanung und Eingewöhnungsphasen. Bei gesundheitlichen Problemen sollte stets tierärztlicher Rat eingeholt werden. So kann der Stallwechsel bei nervösen Tieren von der Tierärztin oder dem Tierarzt beratend begleitet werden. Je nach Pferd ist eine längere oder kürzere Phase der Eingewöhnung erforderlich. Entscheidend sind stets die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Pferdes. Insgesamt sind eine gute Planung und ruhige und möglichst entspannte Durchführung des Stallwechsels förderlich für eine leichte Umgewöhnung.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Stallwechsel

Wie schnell gewöhnt sich ein Pferd an einen neuen Stall?

Die Eingewöhnungszeit in einem neuen Stall kann sehr unterschiedlich lang sein. Von einigen Tagen bis zu Wochen kommt alles vor. Die Länge der Eingewöhnung hängt beispielsweise davon ab, wie gut sich ein Pferd generell auf Veränderungen einstellen kann, aber auch Herdenstruktur und Umstellung von Boxen- auf Offenstall- Haltung können neben vielen anderen Faktoren eine Rolle spielen. Wichtig ist, seinem Vierbeiner die Möglichkeit zu geben, sich die neue Umgebung vertraut machen zu können. Dazu empfiehlt es sich die Zeit zu nehmen, mit dem Pferd über das Gelände zu spazieren und ihm alles zu zeigen bzw. es auch im Rahmen der Möglichkeiten selbst beschnuppern zu lassen.

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