Alter Holzstall mit Heu als Einstreu für Pferde.
Haltung

Einstreu für Pferde: So triffst du die richtige Wahl!

05.10.2022

Stroh, Späne, Pellets oder ganz anderer Bodenbelag? Bei Einstreu haben Pferdehalter und Stallbetreiber die Qual der großen Auswahl. Hier findest du einen Überblick über Alternativen, die nicht nur Pferde, sondern auch Stallbetreiber schätzen.

Die trockenen und heißen Sommer führen zu Ressourcenknappheit

Jedes Jahr steigen die Temperaturen und es wird wärmer und wärmer. Dazu kommt noch der Niederschlagsmangel. Für Urlauber an der See ein Traum, für Landwirte und Pferdebesitzer ein Desaster. Im Norden und Osten Deutschlands gibt es enorme Ernteeinbußen. Heu und Silage sind in manchen Gegenden absolute Mangelware. Beim Stroh ist die Lage etwas entspannter, da in den betroffenen Gebieten alles, was pressbar war, verarbeitet wurde. Perspektivisch müssen sich Pferdebesitzer auch hier auf steigende Preise einstellen. Stroh wird außerdem vermehrt als Futter eingesetzt, da Raufutter wie Heu und Heulage knapp geworden ist. Welche Alternativen gibt es zur Stroheinstreu in den Pferdeställen? Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Varianten? Wann ist eine Umstellung sinnvoll?

Der Klassiker beim Pferdeeinstreu: Stroh

Stroh ist nach wie vor die beliebteste Art der Einstreu für Pferde in deutschen Ställen. Stroh-Einstreu isoliert sehr gut und Pferde liegen ausgesprochen gern darauf. Es ist in normalen Erntejahren relativ kostengünstig, bietet Beschäftigung und obendrein fressen es die Pferde gern.

Allerdings hat Stroh auch Nachteile: Pferdehalter benötigen große Lagerkapazitäten. Eine sachgerechte Lagerung ist wichtig, da die Qualität des Strohs für die Gesundheit der Pferde entscheidend ist. Wird es durch falsche Lagerung feucht, bilden sich schnell Schimmelsporen und Pilze. Je nach Qualität kann es beim Einstreuen auch stark stauben. Die anfallende Mistmenge ist hoch und die Entsorgung häufig teuer, gerade in Ballungsgebieten. Auch Biogasanlagen nutzen Strohmist nicht, weil er nur einen niedrigen Brennwert hat.

Strohpellets für Pferde – saugstark und bequem

Strohpellets werden aus den verschiedensten Kulturpflanzensorten wie Hafer, Weizen oder Raps gepresst. Somit unterscheidet sich je nach Ausgangsmaterial auch die Saugfähigkeit und Geruchsbindung der Pellets.

Die Vorteile gegenüber dem klassischen Stroh:

  • Sie lassen sich wesentlich platzsparender als ungepresstes Stroh lagern. Erst nachdem sie ausgelegt und bewässert werden, entfalten die Pellets ihr volles Volumen
  • Das Strohgranulat ist deutlich saugfähiger als nicht gepresstes Stroh
  • Sie sind durch ihre spezielle Verarbeitung mit weniger Keimen belastet
  • Der Reinigungsaufwand ist recht gering, wodurch die Mistmenge reduziert wird
  • Die Entsorgung der Pellets ist relativ unproblematisch. Sie können als Mist zum Düngen verwendet werden und Biogasanlagen nehmen die Reste dankbar an

Die Nachteile von Strohpellets

  • Frisst das Pferd die Pellets, kann es zu Krankheiten beim Pferd kommen
  • Die feuchten Pellets können besonders bei älteren Pferden eine Gefahr darstellen

Die Alternative zum Stroh als Einstreu: Späne fürs Pferd

Inzwischen gibt es auf dem Markt unzählige Alternativen zum Stroh. Seit Jahrzehnten sind Hobelspäne ein gängiges Produkt. Sie können sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Allergiepferden mit Atemwegsproblemen kann die Entstaubung für Erleichterung sorgen. Während der kalten Jahreszeiten brauchen Pferde keinen extrem warmen Stall, generell gilt es aber, für ein gutes Stallklima für das Pferd zu sorgen – besonders bei empfindlichen Tieren. Das Fressen von Holzspäne kann zu Verstopfungen und somit zu Koliken beim Pferd führen. Demnach wird vom Verwenden von Holzspänen bei Pferden, die zu viel Stroh fressen, abgeraten. Die anfallende Mistmenge ist relativ gering, allerdings kompostieren und zersetzen sich die Späne nur langsam, weshalb sie weder von den Landwirten noch von Biogasanlagen gern abgenommen werden.

Das gesundheitsschonende Einstreu: Leinenstroh für Pferde

Leidet dein Pferd unter angeschlagenen Bronchen oder Husten, empfiehlt sich vor allem Leinenstroh Einstreu. Es sorgt für ein besseres Stallklima und ist sehr staubarm. Zudem ist es eine praktische Alternative für Pferde, die gern an ihrer Einstreu knabbern. Das Leinenstroh enthält Bitterstoffe, die einen unangenehmen Geschmack haben.

Darüber hinaus bindet es sehr gut Feuchtigkeit, sodass nasse Stellen gezielt mit der Mistgabel entfernt werden können.

Aufgrund seiner geschmeidigen Faser bietet Leinenstroh eine bequeme und weiche Unterlage für dein Pferd. Da es beim Auftreten stark nachgibt und federt, schont es zugleich die Gelenke der Tiere.

Das ständige Ausmisten ist bei jeder Einstreu wichtig

Die beste Einstreu bringt nichts, wenn nicht auf die entsprechende Stallhygiene geachtet wird. Demnach ist es bei allen Formen der Einstreu wichtig, dass der Stall regelmäßig ausgemistet wird. Anderenfalls kann es dazu führen, dass dein Pferd krank wird mit beispielsweise einer Strahlfäule.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Welche Einstreu saugt am besten?

Es gibt nahezu endlos viele Möglichkeiten der Einstreu für Pferde. Am saugfähigsten sind dabei neben dem klassischen Stroh, Alternativen wie Strohgranulat, Späne oder Leinenstroh.

Wie viel Einstreu braucht ein Pferd?

Es kommt darauf an, wie die Einstreu beschaffen ist und wie sich das Pferd verhält. Zudem ist die Größe der Pferdebox ausschlaggebend, in den meisten Fällen braucht man für eine 12 m² große Box ca. 3 große Ballen Stroh.

Welche Einstreu für Pferde staubt nicht?

Vor allem Leinenstroh und Holzspäne sind besonders staubarme Einstreu für Pferde.

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