Ärztin untersucht Pferd auf Krankheiten. Wird eine OP notwendig sein?
Häufige Fragen

Liste der häufigsten Pferdekrankheiten und Operationen

20.01.2023

Am schönsten ist das Leben mit deinem Pferd, wenn es gesund und fit ist. Doch leider verläuft kaum ein Pferdeleben ohne Krankheiten. Hier bekommst du einen praktischen Überblick der wichtigsten Pferdekrankheiten und Operationen. Mit vielen nützlichen Verweisen auf ausführlichere Krankheitsporträts.

Häufigste Pferdekrankheiten und Operationen

  • Arthrose: Bei dieser fortschreitenden degenerativen Gelenkerkrankung wird der Knorpel, der in den Zwischenräumen der Gelenke als schützender „Stoßdämpfer“ fungiert, durch andauernden Abrieb dünner. Die Gelenke entzünden sich und Bewegung verursacht Schmerzen. Unter Arthrose leidende Pferde versuchen eine Schonhaltung einzunehmen, um diese Schmerzen möglichst zu vermeiden. Daher zeigt sich eine Arthrose in Lahmheit und einem eingeschränkten Gang. Arthrose ist nicht heilbar. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser lassen sich die Symptome jedoch lindern und der Krankheitsverlauf verlangsamen.
  • Atemwegserkrankungen: Zu den Atemwegserkrankungen gehören eine ganze Reihe verschiedener Erkrankungen, beispielsweise allergischer Husten, Dämpfigkeit, chronisch obstruktive Bronchitis (COPD), Asthma oder eine Erkältung. Atemwegserkrankungen können sich durch folgende Symptome zeigen: Husten, Ausfluss aus der Nase, Kurzatmigkeit, pfeifende Atemgeräusche, Schwitzen, Fieber, Schwellungen der Lymphknoten, Appetitlosigkeit.
  • Augenoperation: Pferde leiden unter verschiedenen Augenerkrankungen, bei denen Operationen durchgeführt werden müssen. Hier einige Beispiele: Bulbus Extirpation (Entfernung des Augapfels), Vitrektomie (operative Entfernung des Glaskörpers im Auge, beispielsweise bei Mondblindheit), Glaukom-OP (Verhinderung einer Erblindung durch Grünen Star), Keratektiomie (Entfernung der Hornhaut), Abrasio cornea (Abschürfung der obersten Hornhautschicht), Tumorentfernung.
  • Ballentritt: Der Ballentritt ist eine Verletzung, die bei Pferden relativ häufig vorkommt und zu einer blutigen Angelegenheit werden kann. Schon kleine Wunden sind behandlungsbedürftig, weil der Ballen naturgemäß nah am Boden ist und daher leicht mit Schmutz und Keimen in Berührung kommen kann. Von einem Ballentritt spricht man, wenn das Pferd mit dem Hinterhuf in die Fesselbeuge seines vorderen Hufs tritt. Das kann beispielsweise beim übermütigen Toben auf der Weide oder auch beim Reiten in verschiedenen Disziplinen passieren. Die Verletzungen müssen nicht immer schwerwiegend sein. Kleinere Kratzer und Hautabschürfungen können Halter und Halterinnen im Normalfall gut selbst behandeln. Tiefe Wunden und schwerwiegende Prellungen müssen jedoch umgehend tierärztlich versorgt werden.
  • Blasenentzündung: Bei einer bakteriellen Infektion gelangen Bakterien über die Harnwege in die Blase und verursachen dort eine Infektion. Zumeist handelt es sich um Fäkalbakterien, wie Kolibakterien (Escherichia coli). Stuten sind häufiger betroffen. Denn der Abstand zwischen Harnröhre und After ist kürzer als bei ihren männlichen Artgenossen, so können Bakterien aus dem Darm leichter in die Harnwege gelangen.
  • Druse: Sehr ansteckende Infektion mit dem Bakterium Streptococcus eque. Druse ist eine schmerzhafte Erkrankung der oberen Atemwege, die sich mit Symptomen, wie Nasenausfluss, Husten, Fieber und geschwollenen Lymphknoten äußert. Die Inkubationszeit beträgt zwischen drei und 14 Tagen. Das bedeutet, das Pferd kann bereits andere Tiere anstecken, obwohl es selbst noch keine Symptome zeigt. Außerdem ist das Bakterium sehr langlebig und kann bis zu vier Tagen im Futter und sogar bis zu acht Wochen im Wasser überleben.
  • Equines Cushing-Syndrom (ECS): Unheilbare Hormonstörung, die jedoch behandelt werden kann. Bei an ECS erkrankten Pferden weist die Hirnanhangdrüse (Epiphyse) eine Fehlfunktion auf. Es kommt unter anderem zu Hufrehe, Fellwechselstörungen, Muskelschwund und Fettumverteilungen. Ein weiteres Symptom ist der Anstieg des Blutzuckerspiegels und damit einhergehender starker Durst. Die übermäßige Trinkmenge kann teilweise nichtmehr vom Kot aufgenommen werden und wird dann als Kotwasser ausgeschieden. ECS kann mithilfe eines Bluttests diagnostiziert werden und mit Medikamenten behandelt werden.

Infographik zeigt häufige Pferde-Operationen bei einem Hengst.

  • Gelenkoperation: Gelenkoperationen gehören mit zu den häufigsten Operationen bei Pferden. Darunter beispielsweise die Arthroskopie (minimalinvasive Gelenkoperation zur Entfernung von knorpeligen oder knöchernen Fragmente, sogenannten Chips) und die Osteosynthese (Frakturversorgung oder Gelenksversteifungen).
  • Grauer Star (Katarakt): Diese Eintrübung der Augenlinse, die bis zur Erblindung führen kann, kommt realitiv häufig vor. Ursachen können genetische Einflüsse, chronische Augenentzündungen oder auch Stoffwechselerkrankungen sein. Medikamente und Operationen können zum Teil helfen.
  • Herpes (Equine Herpesvirus Infektion): Herpes ist eine häufig vorkommenende durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit. Ist ein Pferd einmal infiziert, trägt es die inaktiven Viren sein Leben lang in sich. Es kann bei Stress oder einem geschwächten Immunsystem immer wieder zur Aktivierung des Virus und damit zu einer erneuten Erkrankung kommen. Man unterscheidet fünf verschiedene Herpestypen, die sich zum Teil in unterschiedlichen Symptomen äußern. Hier findest du Weiteres zu Symptomen und Behandlung von Herpes beim Pferd.
  • Hufrollen-Syndrom (Podotrochlose, Podotrochlitis): Man unterscheidet eine meistens durch Keime verursachte Hufrollenentzündng (Pototrochlitis) von einer degenerativen Hufrollenerkrankung, bei der keine Erreger beteiligt sind (Podotrochlose). Es handelt sich beim Hufrollen-Syndrom um ein schleichend entstehende, schmerzhafte Erkrankung zumeist beider Vorderhufe, die eine der häufigsten Ursachen für Lahmheit ist. Neben Lahmheit, sind weitere Symptome unter anderem verstärktes Laufen auf den Zehen, häufiges Stolpern mit der Vorhand, flache Trachten und lange Zehen.
  • Hufrehe: Entzündung der Huflederhaut. Diese verbindet das Hufbein mit der Hornkapsel. Die Lederhaut schwillt an, kann sich jedoch nicht ausdehnen und verursacht starke Schmerzen und Durchblutungsstörungen. Der Huf wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Wird Hufrehe frühzeitig erkannt, ist sie gut behandelbar. Mehr zu Symptomen, Ursachen und Behandlung liest du in diesem Artikel über Hufrehe.
  • Kolik: Bauchschmerzen jeder Art. Dabei ist die Kolik keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das durch verschiedenartige Erkrankungen hervorgerufen werden kann. Am häufigsten kommen Darmkoliken vor. Es lassen sich beispielsweise unterscheiden: Verstopfungen, Darmdrehungen, Darmverschlüsse oder Gas- und Sandkoliken. Ausführlicheres findest du in diesem Artikel über Kolik beim Pferd. Bei einer Kolik kann es zu einer Kolik-Operation kommen. Dies ist eine relativ häufig vorkommende, sehr aufwändige und auch teure Operation. In vielen Fällen ist sie die einzige Möglichkeit, das Leben eines Pferdes zu retten.
  • Mauke: Eine Entzündung der Haut vorwiegend im Ballen- und Fesselbereich, die durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen wird. Man unterscheidet zwischen nässender und trockener Mauke. Begünstigt wird Mauke durch Stehen auf feuchtem oder matischem Boden. Mehr zu Ursachen, Behandlung und Vorbeugen bei Mauke findest du in Mauke beim Pferd frühzeitig erkennen und behandeln.
  • Parasiten: Zu den Parasiten gehören Würmer, Insekten und Spinnentiere. Parasiten sind Überträger von Krankheiten, ohne dass sie dabei selbst erkranken. Man unterscheidet Endoparasiten und Ektoparasiten. Endoparasiten, beispielsweise Würmer, leben im Inneren des Körpers und sind unter anderem für Magenprobleme, Durchfall und Koliken verantwortlich. Ektoparasiten finden sich außen auf dem Pferd und lösen beispielsweise starken Juckreiz oder Entzündungen aus.
  • Spat: Eine lokale chronisch-degenerative Arthrose des Sprunggelenks, bei der sich Knochenwucherungen entwickeln. Spat zeigt sich in einer sich allmählich entwicklenden Lahmheit und gilt als eine der häufigsten Lahmheitsursachen. Weitere Symptome sind verkürzte Schritte, Tritte und Sprünge. Um Schmerzen zu vermeiden, fußt das an Spat erkrankte Pferd auf den Zehen. Die Behandlung zielt darauf ab, die Degeneration aufzuhalten. Daneben werden die Schmerzen und die Entzündung behandelt.
  • Strahlfäule: Bei Strahlfäule zersetzen Fäulniserreger und Bakterien das Strahlhorn. Damit wird ein wichtiger Teil des Hufs beschädigt, der beispielsweise für die Durchblutung und Stabilität des Hufs verantwortlich ist. Dieser Prozess kann bis zur Auflösung des Strahlhorns führen. Es kommt aufgrund der schwächeren Durchblutung zu Hufkrankheiten. Außerdem wird die Stabilität des Hufs beeinträchtigt, was zu Lahmheit führen kann. Die Strahlfäule kann sich auch auf die Lederhaut ausweiten, sodass das Pferd unter starken Schmerzen leidet. Hier findest du weitere Informationen zu Ursachen, Symptomen und Behandlung der Strahlfäule.
  • Tumoroperation: Tumore sind Gewebevergrößerungen. Ob diese gutartig oder bösartig sind, wird mit einer histologischen Untersuchung festgestellt. Häufige Tumorarten sind: Equines Sarkoid (Hauttumor), Lymphom (Neubildung von Zellen in Lymphknoten), Melanom (schwarzer Hautkrebs) und Plattenepithelkarzinom (weißer Hautkrebs). Tumoroperationen gehören mit zu den häufigeren Eingriffen beim Pferd.
  • Wundnaht: Wundnähte sind mit die häufigsten Operationen bei Pferden. Es gibt ganz verschiedene Ursachen, bei denen eine Wundnaht nötig wird. Schnitte, Stiche, Platzwunden oder Quetschwunden. Wunden bringen immer das Risiko einer Infektion mit sich. Daher ist das Säubern und die anschließende Hygiene bei Wundnähten besonders wichtig.
  • Zahnoperationen: Pferde leiden, ganz ähnlich wie Menschen, unter vielerlei Zahnproblemen. Es können Extraktionen notwendig werden, Füllungen. Aber auch Wurzelbehandlungen, Wurzelresktion oder Zahnfistel-Operationen.

Fazit

Kaum ein Pferd bleibt von Krankheiten und Operationen verschont. Oberste Priorität ist es zu erkennen, wenn das Pferd Krankheitsanzeichen zeigt. Im nächsten Schritt kommt es auf die richtige Reaktion an. Im Zweifel ist es immer richtig, den oder die Tierärzt:in zu holen. Denn früh erkannt, lassen sich viele Erkrankungen gut behandeln. Wer zu lange wartet, setzt sein Pferd manches Mal womöglich unnötigem Leid aus. Vor zu hohen Tierarztkosten schützt du dich im Idealfall bereits, wenn dein Pferd noch jung. Mit einer guten Pferde-OP-Versicherung oder Pferde-Krankenversicherung sicherst du dich ab.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Sind Pferdekrankheiten auf Menschen übertragbar?

Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, nennt man Zoonosen. Es gibt eine ganze Reihe derartiger Erkrankungen. Eine Übertragung ist jedoch selten. Folgende Erkrankungen gehören zu denen von Pferden auf den Menschen übertragbaren Zoonosen: Dermatophilose, Hautpilz (Dermatophytose), Salmonellose, Tollwut und Campylobact

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