Blonder Junge spielt mit einer kinderfreundlichen Katze.
Haltung

Kinderfreundliche Katzen und katzenfreundliche Kinder

22.09.2022

Tierliebe Eltern haben gern das Idealbild vor Augen: Das eigene Kind wächst gemeinsam mit einer Katze auf, die beiden werden tierisch beste Freunde und profitieren von der gegenseitigen Zuneigung. Und tatsächlich ist das sehr häufig sogar der Fall! Wichtig ist, sich einige Gedanken vor der Anschaffung einer kinderfreundliche Katze zu machen und das Kind gut auf das tierische Familienmitglied vorzubereiten.

Eine der ersten Fragen, wenn eine Katze in die Familie aufgenommen werden soll, ist natürlich, was für eine Katzenrasse es überhaupt werden soll. Wenn die Wohnung genügend Platz bietet, empfiehlt sich für ein Kind eine freundliche Wohnungskatze. Diese sind tendenziell geselliger als Freigänger und werden wahrscheinlich häufiger von sich aus den Kontakt zum Kind suchen.

Eine wichtige Eigenschaft einer kinderfreundlichen Katze ist die Vorliebe zum Schmusen und Spielen. Außerdem sollte die Samtpfote ruhig sein, damit sie nicht gleich bei der ersten falschen Handlung gestresst reagiert. Wer eine familienfreundliche und verspielte Katze mit einem ausgeglichenen Charakter sucht, dürfte bei einer der Rassen aus der nachfolgenden Liste fündig werden.

Kinderfreundliche Katzenrassen

  • Die Ragdoll gilt gemeinhin als sanftmütig und gesellig. Widme der Katze genug Aufmerksamkeit und das Zusammenleben mit Menschen oder weiteren Artgenossen wird meist unproblematisch. Ein großer Vorteil im Umgang mit Kindern ist, dass Ragdolls sich eher zurückziehen, wenn sie genug haben, als dass sie kratzen oder zubeißen würden.
  • Als große Katze mit dichtem Fell ist die Maine Coon wie gemacht für Aufenthalte im Haus. Die geduldigen Riesen leben gern in großen Familien und gewöhnen sich auch gut an Famileinhunde. Der Spieltrieb bleibt bis ins höhere Alter erhalten.
  • Britisch Kurzhaar zeichnen sich in der Regel durch einen extremen Spieltrieb aus und bleiben auch darüber hinaus anhänglich in der Nähe ihrer Menschen. Dieses Vertrauen muss jedoch verdient werden: Zu Beginn kann die verspielte Britisch Kurzhaar erst einmal zurückhaltend agieren.
  • Im turbulenten Spiel mit dem Kind geht gern einmal etwas zu Bruch. Katzen der Rasse Russisch Blau gelten als besonders umsichtig, sodass diese Gefahr vielleicht ein bisschen reduziert wird. Die anpassungsfähigen Tiere kommen auch gut damit zurecht, wenn das Kind der Neuzugang im Familiengefüge ist.
  • Da eine Katze ein wichtiger Sozialpartner für das Kind werden kann, ist auch die Siamkatze eine Überlegung wert. In großen Haushalten kommen die Samtpfoten gut zurecht. Besonders ihre Gesprächigkeit, also ihr Hang zum ausführlichen Miauen, ist weithin bekannt. Auch wenn sich Kind und Katze inhaltlich nicht verständigen können, ist wohl kaum eine Katze besser für ein Gespräch vorbereitet als diese Rasse.

Katzen aus dem Tierheim – das sind die Besonderheiten

Als Gegensatz zu den oben genannten reinrassigen Tieren finden sich im Tierheim vor allem Mischlingskatzen. Diese können von den Mitarbeiter:innen in der Regel gut eingeschätzt werden und besonders ältere Tiere haben vielleicht sogar bereits Vorerfahrungen im Umgang mit Kindern. Eine Beratung kann hier einen guten Eindruck vermitteln, was für ein Tier man gegebenenfalls zu sich holt. Solche Erfahrungswerte und Informationen über das individuelle Tier sind Gold wert – und meist belastbarer als allgemeine Informationen über eine Katzenrasse. Katzen aus dem Tierheim sind zudem meist bereits geimpft und kastriert und kosten deutlich weniger als eine Rassekatze von einer Züchterin oder einem Züchter.

Katzen und Kleinkinder: Behutsam aneinander gewöhnen

Beim Umgang von Kleinkindern und Katzen ist zuerst eine Frage von Relevanz: Wer war zuerst da? Lebte die Katze schon im Haushalt, als das Baby kam, dann benötigt ein ruhiges Tier etwas Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Säugling und Katze wachsen dann gemeinsam auf und gewöhnen sich so ganz natürlich aneinander.

Wenn zuerst der menschliche Nachwuchs auf die Welt kommt, sollte man mit dem Kauf einer Katze hingegen noch etwas warten. Ab dem dritten Lebensjahr können Kleinkinder besser verstehen, dass die Katze ein Lebewesen ist und achten besser auf die Reaktionen des Tieres. Ist das Kind schon älter, kann es zum Beispiel bei der Auswahl und der Namensgebung helfen und baut so direkt eine stärkere Verbindung zum Haustier auf.

Katzen und Kleinkinder sollten nie aus den Augen gelassen werden, wenn sie in einem Raum sind. Auf der einen Seite sind die kleinen Menschen noch sehr unbeholfen und können die Katze aus Versehen reizen oder ihr wehtun. Auf der anderen Seite ist aber auch die Wiege mit einem schlafenden Baby ein verlockender Ort für eine Katze, die sich dazukuscheln möchte und so den Säugling verletzen kann.

Haben sich die beiden aneinander gewöhnt, kann eine Katze langfristig zu einer guten Entwicklung des Kindes beitragen. Besonders Einzelkinder haben mit einem Tier an ihrer Seite – oder auf dem Schoß – immer Gesellschaft, wenn sonst niemand Zeit hat. Außerdem sind Katzen wunderbare Zuhörer, die Emotionen wie Traurigkeit erkennen und sich tröstend ankuscheln. Und sie verraten keine Geheimnisse. Die perfekte Katze kann ein schüchternes Kind offener werden lassen, ein hektisches Kind beruhigen und generell Rücksichtnahme und Verantwortung lehren.

Kinderfreundliche Katze = Regeln für Kinder

Neben der familientauglichen Katze ist aber auch ein katzenfreundliches Kind erforderlich, damit eine harmonische Freundschaft entstehen kann. Schon bevor die Katze im Haus ist, sollte das Kind über die Körpersprache von Katzen unterrichtet werden, und was man auf keinen Fall tun sollte. Als grobe Übersicht helfen diese Regeln:

  • Beim Fressen und Schlafen nicht stören.
  • Das Katzenklo und Rückzugsorte wie der Kratzbaum sind tabu.
  • Die Katze nicht ärgern oder verängstigen.
  • Körpersprache und sonstige Signale lesen und darauf reagieren.
  • Die Katze nicht einsperren, aber auch die Türen nach draußen nicht offen stehen lassen.
  • Keine Süßigkeiten oder Reste vom eigenen Essen verfüttern.
  • Hygieneregeln beachten.

Darüber hinaus sollten Eltern ihrem Kind beibringen, wie es die Katze am besten streicheln kann, wie das Hochnehmen behutsam funktioniert und dass Katzen kein Spielzeug sind. Auch die feste Routine der Samtpfote sollte nicht regelmäßig gestört werden. Manche Katzenrassen bilden zudem eine besonders starke Beziehung zu ihrer Bezugsperson aus. Darauf sollte man vorbereitet sein, wenn es beispielsweise mehrere Kinder in der Familie gibt oder man selbst als Elternteil die wichtigste Bezugsperson darstellt.

Je nach Alter des Kindes können Eltern nach und nach Verantwortung und Versorgungsaufgaben übertragen. Bei der Säuberung von Futternäpfen können Kinder schon früh helfen. Ab der Grundschule kann unter Aufsicht auch die Fütterung dazukommen. Je mehr Aufgaben das Kind gewissenhaft übernimmt, desto eher können ihm die weiteren Schritte zugetraut werden, wie etwa die gründliche Reinigung des Katzenklos. Die absolut eigenständige Pflege durch das Kind wird aber erst ab 16 Jahren empfohlen. Das Kürzen von Krallen oder Verabreichen von Medikamenten sollten immer die Eltern übernehmen.

Worauf bei der Hygiene achten

Auch im Bereich der Hygiene gibt es einige einfache Vorkehrungen. Nach dem Spielen oder Schmusen sollten immer gründlich die Hände gewaschen werden. Außerdem sollten Napf und Katzenklo für Kleinkinder unerreichbar sein.

Kommt es einmal zu einem Kratzer auf der zarten Kinderhaut, wird die Stelle desinfiziert und bei Bedarf ein:e Kinderärzt:in eingeschaltet.

Katzenhaar-Allergien können sich leider auch nach Jahren noch ausbilden, sodass dies bei einem Verdacht immer überprüft werden sollte.

Die Eltern sollten das Haustier zudem regelmäßig und gründlich auf einen Befall von Flöhen und Zecken überprüfen. Ist das Tier frei von Parasiten und außerdem geimpft, entwurmt und kein Freigänger, dann kann die kinderfreundliche Katze nach Ermessen der Eltern auch im Bett des Kindes schlafen.

Aber Vorsicht: Möglicherweise sind die beiden schon bald unzertrennlich.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ist eine Katze ein gutes Haustier für Kinder?

Haben sich Katze und Kind aneinander gewöhnt, kann eine Katze langfristig zu einer guten Entwicklung des Kindes beitragen. Katzen sind wunderbare Zuhörer, die Emotionen wie Traurigkeit erkennen und sich tröstend ankuscheln. Die perfekte Katze kann ein schüchternes Kind offener werden lassen, ein hektisches Kind beruhigen und generell Rücksichtnahme und Verantwortung lehren.

Mit welchem Alter ist ein Kind bereit für eine Katze?

Ab dem 3. Lebensjahr können Kleinkinder besser verstehen, dass die Katze ein Lebewesen ist, und achten besser auf die Reaktionen des Tieres. Ist das Kind schon älter, kann es zum Beispiel bei der Auswahl und der Namensgebung helfen und baut so eine stärkere Verbindung zum Haustier auf.

Worauf sollte man beim Zusammentreffen von Katzen und Kindern achten?

Neben der kinderfreundlichen Katze ist auch ein katzenfreundliches Kind erforderlich, damit eine harmonische Freundschaft entstehen kann. Besprich daher die Körpersprache von Katzen und alle Regeln mit dem Kind bevor du eine Katze ins Haus holst .

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