Katze mit einem Katzengeschirr auf grüner Wiese
Erziehung und Training

Mit der Katze spazieren gehen

22.05.2022

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Besitzer:innen von Hauskatzen kennen das lange Gesicht ihrer Stubentiger, wenn sie sehnsüchtig aus dem Fenster schauen. Katzen lieben es, die Natur zu erkunden, da sie schließlich auch Freigänger sind, die gern nach Herzenslust ihrem Abenteuergeist nachgehen. Wenn du keinen Auslauf im Garten ermöglichen kannst, könntest du mit deiner Katze spazieren gehen. Welche Gründe dafür und dagegen sprechen, wie du es vorbereitest und welche Alternativen es gibt, erfährst du hier.

Mit der Wohnungskatze spazieren gehen

Wer städtisch wohnt, sorgt sich oft zu sehr um die eigene Katze, um sie regelmäßig allein nach draußen ziehen zu lassen. Dennoch möchte fast jeder Katzenfreund das Leben seines Tieres so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Gemeinsame Spaziergänge an der Leine können eine Option sein, einen sicheren Zugang zur Außenwelt zu schaffen.

Vorteile vom Gassigehen mit der Hauskatze

Mit der Katze spazieren zu gehen hat folgende Vorteile:

  • Ausflüge an der Leine sind für die Hauskatze relativ sicher und bieten ihr Bewegung und Abwechslung. So kann sie aufgestaute Energie oder Nervosität abbauen, frische Luft schnuppern und gleichzeitig die Bindung zu ihrem Menschen vertiefen. Langfristig kann das Übergewicht, Gelenkverschleiß und unerwünschte Verhaltensweisen durch Langeweile verhindern.
  • Es gibt Situationen, in denen es zunächst sicherer ist, das Umfeld gemeinsam mit der angeleinten Katze zu erkunden – selbst wenn sie später eigenständiger Freigänger werden soll. Nach einem Umzug beispielsweise müssen Katzen erst einmal ihr neues Revier kennenlernen. Mit ihrem Menschen können sie das unbekannte Umfeld behütet erkunden, Artgenossen auf Abstand treffen und sich die Umgebung einprägen.
  • Nach einer Krankheit oder bei einem sehr schüchternen Tier kann der Mensch als Begleitung Sicherheit geben. So kann die Wohnungskatze unter Aufsicht die ersten Schritte in die Natur wagen.

Nachteile der Leinenführung

In manchen Fällen sind Spaziergänge an der Leine mit der Katze jedoch nicht zu empfehlen. Das betrifft die folgenden Konstellationen:

  • Manche Tiere wollen sehr autonom agieren und sträuben sich grundsätzlich dagegen, an einer Leine geführt zu werden. Wenn deine Katze nicht bereit ist, sich in ihrem Bewegungsrhythmus einschränken zu lassen und auch nach liebevollem Üben das Geschirr nicht toleriert, dann solltest du das akzeptieren.
  • Sehr ängstliche oder scheue Stubentiger, die sich bereits in den eigenen vier Wänden schreckhaft zeigen, kann die Außenwelt überfordern. Panik und Flucht könnten die Reaktion sein, wenn ein solches Tier den vielen Reizen durch befahrene Straßen, fremde Menschen und andere Tiere ausgesetzt wird. Dabei könnte sich die Katze sogar verletzen, wenn sie versucht, sich im Zuge einer panischen Reaktion von der Leine und dem Katzengeschirr zu befreien.

Ob deine Katze an der Leine geführt werden kann, hängt also von den persönlichen Vorlieben, deinem Umfeld und dem Charakter des Tieres ab. Katzen, die bereits als Jungtiere an der Leine geführt wurden, tolerieren und genießen diese Erfahrung eher als ältere Katzen, die damit noch nie konfrontiert wurden. Wenn du dich also dazu entschließt, mit deiner Wohnungskatze spazieren zu gehen, solltest du einige Vorkehrungen treffen.

Mit der Katze spazieren gehen – Vorbereitung

Wer seine Katze an der Leine ausführen möchte, sollte so früh wie möglich mit dem Training anfangen. Umso älter und unflexibler die Katze ist, umso schwerer wird sie sich mit der Leine tun. Das frühe Training mit recht jungen Kätzchen sollte vor allem positive Erfahrungen bieten. Die Leinenführung wird so nicht als bedrohlicher Freiheitsentzug aufgefasst, sondern geht mit Gefühlen von Sicherheit und Entspannung einher.

Wie beim Hundetraining kann hier mit einem Clicker und Leckerlis oder Streicheleinheiten gearbeitet werden, um das Belohnungszentrum im Gehirn der Katze zu aktivieren. Dabei ist es wichtig, genau auf das Verhalten und die Reaktionen des Tieres zu achten. Wenn deine Hauskatze Anzeichen von Stress zeigt, beispielsweise durch einen starren Körper, angelegte Ohren, wenn sie faucht oder sich demonstrativ hinlegt, solltest du das Training beenden.

4 Schritte zur Vorbereitung zum Gassigehen mit deiner Katze

  1. Als erstes steht das Anlegen des Katzengeschirrs auf dem Trainingsplan. Das Geschirr sollte gepolsterte, verstellbare Gurte haben, sodass es sich optimal an den Körper der Katze anpassen lässt. Ein zu enges Geschirr oder Halsband kann das Tier einschnüren; eines, das zu locker sitzt, erhöht die Gefahr, dass die Katze sich befreit. Mit viel positiver Verstärkung und kurzen Trainingseinheiten gewöhnt sich deine Katze an das Gefühl, ein Geschirr zu tragen.
  2. Erst wenn das Geschirr problemlos toleriert wird, geht es an die Leinenführigkeit. Katzen sind weniger steuerbar als Hunde, sodass viel Lob vonnöten ist, bis ein Tier einsieht, dem Menschen zu folgen. Mit Druck wird das nicht funktionieren. Dennoch sollte die Katze sanften Zug am Geschirr kennen – für den Fall, dass sich die Leine verheddert und die Bewegungsfreiheit der Katze eingeschränkt wird.
  3. Ehe deine Katze die ersten Schritte im Freien wagt, ist ein Check-up beim Tierarzt oder bei der Tierärztin ein Muss: Auf der Agenda stehen die üblichen Katzen-Impfungen gegen Infektionskrankheiten sowie eine ausreichende Floh- und Wurmprävention. Wenn du eine passende Katzen-Krankenversicherung abschließt, musst du dir auch keine Gedanken mehr über die Kosten dieser Behandlungen machen. Im unwahrscheinlichen Fall, dass sich die Katze doch einmal aus dem Geschirr zwängt, hilft die Kennzeichnung mit einem Mikrochip am Halsband.
  4. Der erste Ausflug nach draußen sollte gut vorbereitet Es ist sinnvoll, ihn zu Zeiten zu planen, in denen nicht allzu viel Verkehr herrscht oder der Nachbarshund gerade vorbeiläuft. Auch solltest du die Antwort auf die Frage kennen, was im Notfall zu tun ist: Welche Abkürzung gibt es nach Hause, wenn die Stimmung kippt? Lässt sich die Katze zur Not auf den Arm nehmen?

Alternativen zur Leinenführung

Manche Katzenhalter:innen merken bei diesen Vorbereitungen, dass das Laufen an der Leine nichts für ihren Liebling ist. Macht nichts – es stehen noch viele andere Möglichkeiten zur Verfügung, den Stubentiger geistig und körperlich fit zu halten. Das Wichtigste ist schließlich, dass die Katze Spaß hat und sich wohlfühlt. Ein ausbruchsicheres Gehege kann beispielsweise der Katze Platz für Erkundungen im Garten bieten. Durch stabile Netze und andere Umzäunungen können Balkone katzensicher gemacht werden. Und natürlich lässt sich auch die Zeit in Innenräumen abwechslungsreich und aktiv mit Spielen und Klettermöglichkeiten gestalten.

Nicht mit der Katze spazieren gehen, wenn sie es nicht möchte

Beim Spaziergang mit der Katze gibt es also keine Patentlösung: Manche Katzen lieben es, andere hassen es. Sieh also genau hin, was dein Tier dir zeigt, wenn es an einen gemeinsamen Ausflug geht. Wenn deine Hauskatze partout keine Lust hat, ein Brustgeschirr zu tragen und draußen spazieren zu gehen, gibt es schließlich viele andere Möglichkeiten, sie daheim ausgiebig zu beschäftigen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Kann man mit einer Katze spazieren gehen?

Grundsätzlich kannst du mit deiner Katze spazieren gehen, wenn diese das auch möchte. Nicht jeder Katze gefällt die Leinenführung. Demnach solltest du genau schauen, ob es deiner Katze gefällt, spazieren zu gehen.

Kann ich mit meiner Katze spazieren gehen ohne Leine?

Ohne Leine solltest du mit deiner Katze nicht spazieren gehen. Wähle lieber andere Aktivitäten aus, um sie zu beschäftigen. Du kannst beispielsweise mit ihr in der Wohnung oder im Garten spielen oder auch deinen Balkon katzensicher machen, damit sie dort an die frische Luft kommt.

Warum sollte ich mit meiner Katze spazieren gehen?

Spazieren gehen mit deiner Katze kann die Bindung zwischen dir und deiner Samtpfote verbessern, sie kommt an die frische Luft und ihr könnt gemeinsam das Umfeld erkunden.

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