Eine Katze bekommt ihre Katzen-Impfungen beim Tierarzt
Tiergesundheit

Schutz vor schweren Erkrankungen: Katzen-Impfungen beugen vor

16.02.2016

Katzen, selbst reine Wohnungskatzen, kommen auf verschiedenen Wegen mit Krankheitserregern in Verbindung, gegen die sich der Organismus kaum wehren kann. Einige Krankheiten können deiner Samtpfote viel Leid bescheren, manche sind sogar lebensbedrohlich.

Mit Impfungen beugst du dem vor, denn sie wappnen das Immunsystem gegen relevante Erreger. Lies weiter und erfahre alles, was du über Impfungen bei Katzen wissen musst!

Was ist vor einer Impfung der Katze zu beachten?

Bevor deine Katze geimpft wird, führt der Tierarzt einen allgemeinen Gesundheitscheck durch. Leidet die Katze aktuell an einer Erkrankung oder ist geschwächt, würde der Impfstoff sie zusätzlich belasten. Es ist möglich, dass sich der Impfschutz dann nicht wie vorgesehen entfaltet, da das Immunsystem anderweitig ausgelastet ist und keine Antikörper bildet. Schlimmstenfalls wird deine Katze durch die zusätzliche Belastung geschwächt und es treten gesundheitliche Komplikationen auf.

Mindestalter für eine Impfung

Impfungen sollen Tieren möglichst viel Nutzen bei möglichst geringem Risiko bringen. Deshalb prüft die StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) die Impfstoffe auf Wirksamkeit und Risiken, bewertet diese auf dieser Basis und spricht Empfehlungen aus. Dazu zählt das Mindestalter für Impfungen. Für dich ist dies wichtig zu wissen, wenn du Katzenbabys aufziehen möchtest oder eine junge Katze aufnimmst.

Junge Katzen nehmen in den ersten Lebenswochen Nährstoffe und Antikörper über die Muttermilch auf. Ist die Mutter gesund und geimpft, ist daher der Nachwuchs ebenfalls entsprechend geschützt. Doch selbst wenn die Mutter keinen Impfschutz hat, ist sie bereits mit diversen Keimen und Erregern in Kontakt gekommen. Die Jungstiere sind Krankheiten deshalb nicht völlig schutzlos ausgeliefert und in den ersten Wochen würde eine Impfung das noch gänzlich untrainierte Immunsystem völlig überfordern. Als empfohlenes Mindestalter für eine erste Impfung gilt aufgrund dieser Erkenntnis die achte bis neunte Lebenswoche.

Gesundheitszustand

Parasitenbefall durch Flöhe oder Würmer sind ebenso ein Grund, die Impfung zu verschieben wie Fieber, Durchfall und andere Erkrankungen. Idealerweise wird deine Katze daher eine bis zwei Wochen vor der Impfung entwurmt und erhält gegebenenfalls ein Mittel gegen Flöhe. Ein Gesundheitscheck wird direkt vor der Impfung durchgeführt.

Warum sind Impfungen so wichtig?

Es gibt ansteckende Krankheiten, die für deine Katze wirklich gefährlich werden oder sie nachhaltig beeinträchtigen können. Einige Erreger sind auch auf Menschen übertragbar. Impfungen dienen dem Schutz des Einzeltieres und dazu, die Ausbreitung der Krankheiten einzudämmen.

Welche Impfungen gibt es für Katzen?

Unterschieden wird zwischen

  • Grundimpfungen
  • Zusatzimpfungen
  • Grundimmunisierung
  • Auffrischungsimpfungen

Grundimmunisierung

Die empfohlene Grundimmunisierung erfolgt ab der achten Lebenswoche. Sie umfasst für alle Katzen jeweils eine Erst- und Wiederholungsimpfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, damit das Immunsystem einen Grundschutz aufbauen kann. Je nach Risiko kann in den folgenden Wochen eine Grundimmunisierung der Katze auch gegen Katzenleukose und Tollwut vorgenommen werden. Anschließend werden in Intervallen Auffrischungsimpfungen durchgeführt, um den Immunstatus aufrechtzuerhalten.

Katzenseuche

Hauptüberträger der Katzenseuche ist das Feline Panleukopenie-Virus, welches sich sowohl unter Katzen direkt als auch über Gegenstände verbreiten kann. Daher wird eine Impfung für reine Wohnungskatzen empfohlen. Der Erreger ist sehr überlebensfähig und hoch ansteckend. Neben Durchfall und Erbrechen kann deine Katze Fieber und einen unkoordinierten Gang aufweisen. Insbesondere bei Jungtieren kann die Krankheit tödlich enden.

Katzenschnupfen

Verursacher des Katzenschnupfens sind Herpes- und Caliciviren sowie Bordetellen und Chlamydien. Unter dem Oberbegriff werden Atemwegserkrankungen zusammengefasst, die sich in typischen Erkältungssymptomen äußern. Kritisch sind beim Katzenschnupfen Sekundärinfektionen durch Bakterien, welche den Krankheitsverlauf verschlimmern und häufig zu chronischen Erkrankungen führen oder tödlich enden. Chlamydien sind außerdem auf den Menschen übertragbar.

Leukose

Das Feline Leukämievirus wird durch Speichel, Urin und Blut übertragen und befällt das Immunsystem. Da ein direkter Kontakt zur Übertragung erforderlich ist, zählt die Immunisierung zu den Zusatzimpfungen, die für Freigänger empfohlen werden. Eine erkrankte Katze ist allgemein geschwächt und anfälliger für weitere Krankheiten. Die Lebenserwartung verkürzt sich, das Virus kann zusätzlich das Knochenmark befallen und die Tumorbildung begünstigen. Die Risiken sinken mit zunehmendem Alter.

Tollwut

Die durch Lyssa-Viren ausgelöste Tollwut führt zu Aggression oder anderen Verhaltensauffälligkeiten sowie Desorientierung und Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod. Der Erreger befällt das Gehirn und ist vom Tier auf den Menschen übertragbar. Obwohl sie in Deutschland als ausgerottet gilt, kann sie jederzeit aus Tollwutgebieten eingeschleppt werden. Ein Restrisiko bleibt daher bestehen und die Tollwut-Impfung bei Freigängerkatzen sinnvoll.

Weitere Katzen-Impfungen

Folgende Zusatzimpfungen können bei gesteigertem Risiko sinnvoll sein:

  • FIP (Feline Infektiöse Peritonitis, ausgelöst durch das Feline Coronavirus): bei häufigem Kontakt zu anderen Katzen
  • Chlamydophila felis und Bordetella bronchiseptica (beides Katzenschnupfenerreger, gegen die nicht standardmäßig eine Grundimmunisierung erfolgt): bei engem Kontakt zu Artgenossen (Zucht, Pension, Tierheim)

Allgemeine Impfempfehlungen der StIKo Vet

Vorab ist zu sagen, dass eine Grundimmunisierung auch später möglich ist. Die Empfehlungen beziehen sich auf das Mindestalter und die Intervalle.

  • Lebenswoche: Erstimpfung Katzenseuche und Katzenschnupfen
  • Lebenswoche: Wiederholungsimpfung Katzenseuche und Katzenschnupfen, Erstimpfung Leukose, Erstimpfung Tollwut
  • Lebenswoche: Wiederholungsimpfung Katzenseuche, Katzenschnupfen und Leukose
  • mit 15 Monaten: Wiederholungsimpfung Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose und Tollwut

Damit ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Die Auffrischungsimpfungen erfolgen anschließend abhängig vom Impfstoff in Abständen von üblicherweise einem bis drei Jahren.

Unterschiedliche Impfempfehlungen für Wohnungskatzen und Freigänger

Katzen sind individuellen Risiken ausgesetzt, entsprechend unterscheiden sich die Impfempfehlungen. Ein Freigänger kommt mit viel mehr Erregern und Artgenossen in Kontakt. Daher wird für Freigänger dringend auch eine Impfung zumindest gegen Tollwut und Leukose empfohlen, während Wohnungskatzen behüteter leben. Bedenke aber, dass deine Katze aus reiner Wohnungshaltung mal entwischen kann und dann ungeimpft den Risiken eines Freigängers ausgesetzt wäre. Daher raten Tierärzte gerne dazu, auch diese Samtpfoten zusätzlich gegen Leukose und Tollwut impfen zu lassen.

Tipp: Wenn du noch Ideen benötigst, wie du deine Wohnungskatze beschäftigen kannst, schaue doch einfach in unserem Magazinbeitrag vorbei!

Impfvorschriften bei Auslandsreisen

Möchtest du deine Katze mit ins Ausland nehmen, benötigt sie einen EU-Heimtierausweis mit vollständigem Impfnachweis. Die Detailvorschriften können sich je nach Zielland unterscheiden – das betrifft die Immunisierung gegen verschiedene Krankheiten und eventuelle Fristen, wie alt eine Impfung sein darf. Ein Hauptaugenmerk gilt eigentlich immer der Tollwut-Impfung. Hinzu können spezielle Gesundheitsbescheinigungen kommen. Erkundige dich daher rechtzeitig vor einer Reise über die genauen Regelungen im Einzelnen.

Was kostet eine Impfung für Katzen?

Die Katzen-Impfung ist auch mit Kosten verbunden. Hast du eine Katzen-Krankenversicherung abgeschlossen, musst du dir darum weniger Gedanken machen – die Uelzener Versicherung übernimmt beispielsweise Behandlungs- und Arzneimittelkosten zu 100 Prozent und bezuschusst Impfungen mit 100 Euro pro Jahr!

Andernfalls kommen Kosten gemäß der tierärztlichen Gebührenverordnung auf dich zu, die mit dem ein- bis dreifachen Satz berechnet werden dürfen. Sie können daher zwischen Tierärzten variieren. Berechnet werden grundsätzlich

  • Voruntersuchung
  • gegebenenfalls eine ausführlichere Beratung
  • Materialverbrauch
  • Injektion und Impfstoff
  • Eintrag im Impfpass

Nach der Grundimmunisierung sind nicht alle Impfungen jährlich erforderlich, was ebenfalls zu Preisunterschieden je Verabreichung führt. Weitere Unterschiede ergeben sich durch den verwendeten Impfstoff. Eine konkrete Auskunft kann folglich immer nur der Tierarzt geben. Mit zumindest 40 bis 100 Euro solltest du je nach verabreichten Impfungen aber jährlich rechnen.

Impfungen minimieren Krankheitsrisiken

Impfungen dienen dem Schutz deiner Katze vor ansteckenden Krankheiten, die schwere Folgen haben können und teilweise lebensbedrohlich sind. Nicht für alle Katzen sind sämtliche verfügbaren Impfungen erforderlich, aber die Immunisierungen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose und eventuell Tollwut sind zu empfehlen. Damit wird deiner Katze und auch dir selbst unter Umständen viel Leid erspart.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Welche Impfungen sind notwendig für Katzen?

Vorgeschrieben sind Impfungen für Katzen nicht. Empfohlen werden für jede Katze die Grundimpfungen gegen Katzenseuche und -schnupfen sowie je nach Risikofaktor Zusatzimpfungen.

Wie oft muss eine Impfung bei meiner Katze aufgefrischt werden?

Auffrischungsimpfungen erfolgen abhängig vom Impfstoff im Abstand von 1 – 3 Jahren.

Sollte man Hauskatzen impfen lassen?

Einige sehr ansteckende Viren können ohne direkten Kontakt zu infizierten Tieren aufgenommen werden und über Gegenstände in die Wohnung gelangen. Daher sind zumindest Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen sinnvoll.

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