Hund steht neben rauchender Frauchen. Passivrauchen beim Hund ist eine ernstzunehmende Gefahr.
Tiergesundheit

Passivrauchen und Nikotinvergiftung beim Hund

13.03.2023

Nikotin ist ein Nervengift, das geraucht innerhalb von unter zehn Sekunden das Gehirn erreicht. So entsteht der positive Kick, den viele Raucher:innen kurz nach dem ersten Zug spüren. Auch, wenn der Nikotinkonsum in den vergangenen Jahren rapide zurückgegangen ist, so entscheiden sich doch immer noch viele Menschen für den blauen Dunst. Darunter auch Haustierhalter:innen. Viele von ihnen gehen achtsam mit ihrem Nikotinkonsum um und vermeiden es, ihre Haustiere dem ungesunden Rauch auszusetzen. Doch manch einem oder einer ist vielleicht gar nicht bewusst, wie schädlich Tabakrauch ist. Daher schauen wir uns hier die Einflüsse von Nikotin auf die Gesundheit unserer vierbeinigen Freunde etwas genauer an.

Ist Passivrauchen für Hunde schädlich?

Viele fragen sich: Ist Rauch für Hunde schädlich? Darauf gibt es eine klare Antwort: Ja, Tabakrauch, beispielsweise von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen, ist für Hunde ungesund. Denn Hunde atmen den Rauch aus der Umgebung ein. Je nachdem wie viel Rauch sie einatmen, werden die Atemwege der Fellnasen belastet. Die im Rauch enthaltenen Stoffe, wie Kohlenmonoxid, Teer, Stickstoffoxide und Benzol, reizen Atemwege und Augen. Das kann zu Atembeschwerden und tränenden Augen führen. Sind Hunde dauerhaft Tabakrauch ausgesetzt, kann dies zu einem erhöhten Krebsrisiko und zur Schwächung des Immunsystems führen.

Doch nicht nur der Rauch, der sich in der Luft befindet, kann Hunden schaden. Auch Rauchpartikel, die sich im Fell des Hundes festsetzen, können zu gesundheitlichen Problemen führen. Denn lagern sich Rauchpartikel im Fell ab, besteht das Risiko, dass sie vom Hund eingeatmet werden. Auch, wenn der Raum womöglich bereits sorgfältig gelüftet wurde, kann der Hund über die Rauchpartikel im Fell weiterhin schädliche Stoffe einatmen.

Nicht nur der eingeatmete Rauch stellt eine Gefahr für den vierbeinigen Freund dar. Akut noch gefährlicher können umherliegende Zigaretten oder sogar lediglich Zigarettenkippen sein. Dazu braucht der oder die Halter: in gar nicht selbst zu rauchen. Verschluckt ein Hund, beispielsweise bei einem Spaziergang, versehentlich eine Zigarettenkippe, so kann dies lebensgefährlich sein.

Symptome einer Nikotinvergiftung

Was passiert, wenn ein Hund eine Zigarette frisst? Selbst geringe Mengen Nikotin können für einen Hund gefährlich sein. Besonders bei Welpen und kleinen Hunden sollte man sehr achtsam sein und sofort reagieren, wenn sie Überreste von Zigaretten gefressen haben.

Folgende Symptome können je nach Schweregrad bei einer Vergiftung vorkommen:

  • Zittern
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Speicheln
  • beschleunigte Atmung
  • Schwäche bis hin zu Lethargie
  • erhöhter Körpertemperatur
  • Herzrhythmusstörungen

Frisst ein Hund womöglich eine ganze Zigarette, kann das unter Umständen zu Herz-Kreislauf-Versagen führen. Zeigt ein Hund Symptome einer Nikotinvergiftung oder vermutet man, dass ein Hund eine Zigarette oder Überreste davon gefressen hat, sollte man unbedingt eine Tierarztpraxis aufsuchen. Denn Hunde können an einer Nikotinvergiftung sterben. Eine Nikotinvergiftung ist unter Umständen ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss. Falls vorhanden hält man möglichst Angaben zum Nikotingehalt der jeweiligen Zigarettenmarke bereit. Diese sind der Packung zu entnehmen. Außerdem kann es helfen, das Gewicht des Hundes nennen zu können. Denn dies kann eine wichtige Information für den oder die Tierärzt:in sein.  In einem Fall wie diesem ist es besonders gut, wenn man sich mit einer Versicherung gegen die finanziellen Risiken einer Erkrankung abgesichert hat. Hundeversicherungen können zumindest die finanzielle Belastung der tierärztlichen Behandlung mildern.

Behandlung

Je nach Schwere der Symptome wird ein oder eine Tierärzt:in folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Um die Aufnahme des Nikotins in den Köper möglichst schnell zu unterbinden, kann toxinbindende Aktivkohle verabreicht werden.
  • Eine Flüssigkeit- und Elektrolyttherapie kann helfen, ein mögliches, durch Erbrechen bzw. Durchfall hervorgerufenes, Flüssigkeitsungleichgewicht auszugleichen.
  • Leidet der Hund unter Krämpfen und Atemnot, können Beruhigungsmittel helfen, dass die Atmung und Muskulatur des Hundes sich entspannt und es ihm schnell wieder besser geht.
  • Liegt der Beginn der Vergiftung noch nicht allzu lange zurück, kann der oder die Tierärzt:in den Hund zum Erbrechen bringen, sodass eine weitere Aufnahme des Nikotins in den Stoffwechsel verhindert werden kann.
  • Mithilfe einer Magenspülung können Reste der Vergiftungsverursacher entfernt werden.

Passivrauchen: Tiere im Raucherhaushalt

Passivrauchen ist für Haustiere ähnlich gefährlich wie für Menschen. Da Tiere nicht selbst entscheiden können, den Raum zu verlassen oder das Fenster zu öffnen, sind sie dem Rauch hilflos ausgesetzt.

So kann Passivrauchen, je nach Intensität, zu Atemproblemen, Augen- und Hautreizungen, Herzproblemen und Krebs führen. Zudem kann das Passivrauchen die Entstehung von Tumoren und das Vorkommen allergischer Reaktionen bei Hunden begünstigen.

Die schädliche Wirkung des Passivrauchens gilt natürlich nicht nur für Hunde. Auch andere Haustiere können leiden, wenn sie Zigarettenrauch ausgesetzt sind. Da Katzen sich während der Fellreinigung regelmäßig das Fell ablecken, nehmen sie vermehrt Rauchpartikel auf. So kommt es zu einer Belastung im Maul und Rachenbereich und die schädlichen Inhaltsstoffe des Tabaks gelangen in den Körper der Katze. Katzen, die als Wohnungskatzen in Raucherhaushalten leben, sind verstärkt von der Belastung durch Passivrauchen betroffen. Auch Vögel können unter dem Rauch in Wohnräumen leiden und so beispielsweise an Atemwegserkrankungen, wie Lungenentzündungen, erkranken.

Kann ein Hund high werden?

Wenn wir vom Rauchen sprechen, ist das Thema Kiffen mitunter nicht weit. Wie Hunde sich fühlen, wenn sie Cannabisrauch einatmen, können sie uns nicht mitteilen. Es stellt sich jedoch die Frage: Ist Kiffen schädlich für Hunde? Diese lässt sich klar mit „ja“ beantworten. Denn atmen Hunde Cannabisrauch ein, sind Wirkungen auf das Herz-Kreislauf- und Nervensystem festzustellen, deren Ausmaß nicht kontrollierbar ist und im Zweifel tödlich enden kann. Daher sollten Hunde möglichst kein Cannabis zu sich nehmen. Weder in Form von Cannabisrauch noch in Form von mit Cannabis hergestellter Lebensmittel. Geschieht es doch einmal, dass ein Hund, womöglich auch versehentlich, Cannabis zu sich genommen hat, können Symptome, wie beispielsweise niedriger Blutdruck, Erbrechen, Speicheln oder Zittern bis hin zur Epilepsie auftreten.

Befürchtet man, dass der Hund möglicherweise Cannabis gefressen haben könnte, sollte man mit ihm unbedingt die tierärztliche Praxis aufsuchen. Es kann sich unter Umständen um einen medizinischen Notfall handeln, der sofort behandelt werden muss.

Fazit:

Hunde sollten vor Tabakrauch möglichst geschützt werden. Denn Nikotin ist für Hunde schädlich. Passivrauchen kann bei Hunden verschiedenartige Beschwerden hervorrufen bis dahin, dass es schwere Erkrankungen, wie Tumore oder Herzrhythmusstörungen, begünstigen kann. Wenn zu befürchten ist, dass ein Hund eine Zigarette oder Überreste davon verschluckt hat, sollte man unbedingt sofort die tierärztliche Praxis aufsuchen. Denn in diesem Fall handelt es sich unter Umständen um einen medizinischen Notfall. Neben Nikotin sollte auch der Kontakt mit Cannabis oder Produkten, die Cannabis enthalten, vermieden werden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Kann ein Hund Lungenkrebs bekommen durch Passivrauchen?

Passivrauchen begünstigt die Entstehung von Krebs, beispielsweise von Lungenkrebs, Lymphdrüsenkrebs, Tumoren in Mund, Nase und Nebenhöhlen.

Wie häufig Hund im Raucherhaushalt waschen?

Den Hund zu waschen, kann möglicherweise helfen, dass sich der Rauch nicht dauerhaft im Fell festsetzt. Damit lässt sich mitunter vermeiden, dass Hunde die Rauchpartikel durch Lecken aufnehmen. Wie häufig man den Hund waschen sollte, kann sehr unterschiedlich sein. Dies ist beispielsweise abhängig von der Menge an Rauch und der Art des Hundefells. Den Hund, wenn es wirklich nötig ist, ein bis zwei Mal pro Woche zu baden, kann ein guter Richtwert sein. Generell sollte man beim Waschen von Hunden darauf achten, den Hund richtig zu waschen. Es ist darauf zu achten, ein für Hunde geeignetes Shampoo zu verwenden. Wer Zeit und Lust hast findet hier eine Anleitung, sein Hundeshampoo selber zu machen.

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