Kleiner Hund steht nass in der Badewanne während er mit Shampoo eingerieben wird. Es ist nicht einfach seinen Hund richtig zu waschen.
Pflege

Den Hund richtig waschen: So klappt es!

08.09.2022

Dein Hund muss mal wieder richtig gewaschen werden, aber von ihm fehlt jede Spur? Dabei ist die Pflege von Hundehaut und -fell wichtig für die Gesundheit deines Vierbeiners. Doch was tun, wenn der Hund einfach nicht in die Badewanne mag? Mit unseren Tipps und Tricks bist du für den nächsten Waschtag perfekt gewappnet.

Der Herbstanfang ist für viele Hunde die schönste Zeit des Jahres. Draußen wird es langsam kühler, goldbunte Blätter und verheißungsvolle Pfützen bedecken den Boden. Auch viele Hundestrände heißen ihre tierischen Besucher noch willkommen. Bei angenehmer Temperatur gibt es in der Natur also viel zu entdecken. Da kann es passieren, dass der Vierbeiner nach einem Schlammbad dreckig nach Hause kommt – und dann richtig gewaschen werden muss. Viele Hunde haben auch eine diebische Freude daran, sich in Übelriechendem zu wälzen. An einem ausgiebigen Bad führt dann kein Weg vorbei, möchte man Sand, Blätter oder Schlimmeres nicht auf dem eigenen Sofa haben.

Hunde baden – ja oder nein?

Ob, wann und wie oft ein Hund gebadet werden sollte, hängt ganz von den Gewohnheiten und dem Charakter des Hundes ab. Während aktive Tiere gern in Unterholz und See stürmen und dabei ganz schön dreckig werden können, gehen es ältere Artgenossen oft gemütlicher an. So kann es sein, dass manche Hunde wöchentlich und andere nur alle paar Monate ein Bad benötigen.

In der Regel sollten Hunde bei Weitem nicht so oft gebadet werden, wie es bei uns Menschen der Fall ist. Zu häufiges Baden schädigt die dünne Schutzschicht der Hundehaut. Sie neigt dann zu Trockenheit, wird empfindlicher und anfälliger für verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze. Hauterkrankungen, Schuppen und starker Juckreiz können die Folge sein. Daher gilt als Faustregel: Ein Hundebad steht meistens nur an, wenn sich der Schmutz nicht mehr aus dem Fell bürsten lässt. Ansonsten reicht es vollkommen aus, ein bis zwei Badetage pro Quartal einzuplanen. Dann hat der schützende Fettfilm genügend Zeit, um sich wieder zu erholen.

Wer seinen Welpen baden möchte, der sollte wissen, dass die Haut junger Hunde besonders empfindlich ist. Ab dem vierten Lebensmonat ist ein gelegentliches Waschen des Welpen zwar zu vertreten, sollte aber nur bei Bedarf erfolgen.

Was ist beim Baden zu beachten?

Beim Baden des eigenen Vierbeiners gibt es einiges zu berücksichtigen. Das Fell und die Haut von Hunden sind anders beschaffen als die von Menschen. Deswegen brauchen sie eine Pflege, die ganz auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und die sensible Haut nicht reizt.

  • Temperatur: Im Normalfall reicht es aus, das Fell, die Pfoten und den Afterbereich des Hundes vorsichtig mit kühlem Wasser abzuwaschen. Bereits warmes Wasser bei circa 38°C kann zu Kreislaufproblemen führen.
  • Hundeshampoo: Ein spezielles Hundeshampoo kommt dann zum Einsatz, wenn das Fell unangenehm riecht und sich Verkrustungen gebildet haben. Normale Shampoos aus dem Drogeriemarkt sind für Hunde jedoch ungeeignet. Sie sind auf menschliche Bedürfnisse abgestimmt und schaden der Haut des Vierbeiners. Shampoos für Hunde sind sehr mild, haben einen niedrigen pH-Wert und kommen ohne reizende Duftstoffe aus.
  • Allergien: Hunde mit Allergien brauchen eine besondere Pflege. Tierärzt:innen können helfen, einen individuellen Pflegeplan zusammenzustellen. Dazu können Anti-Allergen-Shampoos, Lotionen und Sprays gehören. Auch die Wasch-Abstände variieren je nach Bedarf zwischen einer täglichen oder wöchentlichen Dusche.
  • Fellwechsel: Im Frühjahr und im Herbst steht bei Hunden der Fellwechsel an. Normalerweise genügt es, das Fell des Vierbeiners gründlich auszukämmen. Das kann den Fellwechsel beschleunigen. Zusätzliches Duschen oder Baden ist jedoch nicht nötig.
  • Angst vor Wasser: Wer seinen Hund von klein auf mit positiver Verstärkung an das Baden gewöhnt, schafft angenehme Erinnerungen. Mit viel Geduld, Leckerlis und Lob wird aus dem Waschen ein lieb gewonnenes Ritual.

Praktische Tipps zum richtigen Waschen des Hundes

Ob bei der zotteligen Fellnase oder bei Kleinkindern: Baden will geübt sein. Besonders beim ersten Hund muss man sich als Team allmählich einspielen. Mit der Zeit entwickelt man dann im Hund-Mensch-Gespann seine eigenen Routinen. Das Baden muss also im Grunde nicht unangenehm sein, es braucht nur ein wenig Zeit. Diese Tipps und Tricks dienen als Orientierung für ein erfolgreiches Hundebad:

  1. Vor dem eigentlichen Waschen wird das trockene Fell sorgfältig und in aller Ruhe gebürstet. So werden Knoten und oberflächlicher Schmutz entfernt. Streicheleinheiten und lobende Worte geben dem Vierbeiner dabei ein Gefühl von Geborgenheit.
  2. Die Badewanne oder Dusche sollte vor dem Waschen rutschfest gemacht werden. Eine Antirutsch-Matte oder ein großes Handtuch geben selbst aufgeregten Vierbeinern den nötigen Halt.
  3. Die Wassertemperatur und der -druck können auf dem Handrücken kurz getestet werden. Eine kühle bis höchstens lauwarme Temperatur ist ideal, der Wasserdruck sollte nicht zu stark sein.
  4. Auf das feuchte Fell kann nun das Shampoo aufgetragen werden. Vom Kopf, der Bauchpartie bis zu den Beinen und Pfoten wird das Hundeshampoo mit den Händen oder einem Schwamm gründlich einmassiert. Augen, Nase und Maul spart man aus. Medizinische Shampoos muss man meistens bis zu zehn Minuten einwirken lassen. Dann werden Fell, Hautfalten und Zehen gründlich abgespült.
  5. Nach dem Waschen wird der Hund mit einem Handtuch gut abgetrocknet. Auf knifflige Körperpartien wie Ohren und Falten ist besonders zu achten. Dort schleusen sich Bakterien nur allzu gerne ein. Das überschüssige Wasser schütteln die Fellnasen meist schwungvoll allein ab. Auf einen Föhn ist zu verzichten. Die Föhnluft ist für die Hundehaut zu heiß und kann zu Verbrennungen führen.
  6. Erst wenn das Fell vollständig getrocknet ist, kann der Hund mit einer weichen Naturbürste gekämmt werden. Das Fell wird dann vorsichtig gegen den Strich gebürstet, danach wird es von vorne nach hinten in Wuchsrichtung gekämmt. Verfilzungen und Knoten löst man am besten in Ruhe mit den Fingern und verschafft dem Hund so eine entspannte Fellpflege.

Hundebad: Die einen lieben es, andere ertragen es

Eine gründliche Wäsche ist nicht für jedes Hundegemüt ein Grund zur Freude. Zuweilen ist viel Geduld geboten, um den Vierbeiner langsam an die Dusche heranzuführen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich auch ein ängstlicher Hund gut besänftigen. Helfen ausreichend Lob, Streicheleinheiten und Leckerlis nicht aus, gibt es Alternativen: Manchmal reicht es bereits, den Hund gründlich zu bürsten. Anschließend lassen sich schmutzige Stellen mit einem feuchten Tuch reinigen. Führt an einer Dusche dennoch kein Weg vorbei, können erfahrene Hundefriseur:innen aushelfen. Sie wissen genau, wie mit nervösen Tieren umzugehen ist und sie sind für jeden Fall perfekt gewappnet.

In jedem Fall ist viel Lob und positive Verstärkung gefragt – so lernen die Vierbeiner mit der Zeit, den einst so gefürchteten Waschtag mit Positivem zu verbinden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Muss man Hunde baden?

Ob, wann und wie oft ein Hund gebadet werden sollte, hängt ganz von den Gewohnheiten und dem Charakter des Hundes ab. Während aktive Tiere gern in Unterholz und See stürmen und dabei ganz schön dreckig werden können, gehen es ältere Artgenossen oft gemütlicher an. So kann es sein, dass manche Hunde wöchentlich und andere nur alle paar Monate ein Bad benötigen.

Kann ich meinen Hund mit normalem Shampoo waschen?

Normale Shampoos aus dem Drogeriemarkt sind für Hunde ungeeignet. Sie sind auf menschliche Bedürfnisse abgestimmt und schaden der Haut des Vierbeiners. Shampoos für Hunde sind sehr mild, haben einen niedrigen pH-Wert und kommen ohne reizende Duftstoffe aus. 

Wie oft sollte ich meinen Hund baden?

In der Regel sollten Hunde bei Weitem nicht so oft gebadet werden, wie es bei uns Menschen der Fall ist. Zu häufiges Baden schädigt die dünne Schutzschicht der Hundehaut. Daher gilt als Faustregel: Ein Hundebad steht meistens nur an, wenn sich der Schmutz nicht mehr aus dem Fell bürsten lässt.

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