Tiergesundheit

Wenn das Pferd lahmt

13.06.2019

Erkrankungen des Bewegungsapparats sind beim Pferd neben Atemwegserkrankungen und Erkrankungen des Verdauungstrakts der häufigste Grund für eine tierärztliche Behandlung. Stimmt etwas am Bewegungsapparat nicht, sind erste Anzeichen häufig eine Lahmheit, eine Art Tickern, das Pferd läuft unrund oder ist verspannt. Die Ursachen hierfür können sehr vielfältig sein und von einem Hufabszess bis hin zu einer Arthrose reichen. Wir geben einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen und deren Diagnostik.

Lahmheiten können in ihrer Intensität sehr unterschiedlich sein. Wenn ein Pferd eine Gliedmaße vollständig entlastet, sollte der Halter sofort handeln und einen Tierarzt verständigen. Auch eine Wunde direkt an einem Gelenk und eine vollständig durchtrennte Sehne sind echte Notfälle. Dahingegen können eher dezente, vom Laien kaum erkennbare Lahmheiten mit ein paar Tagen Ruhe oder der Gabe von etwas Schmerzmitteln abheilen. Sie stellen erst einmal keine Notfälle dar.

Lahmheit erkennen und behandeln

Wird der Tierarzt zu einem lahmen Pferd gerufen, muss er zunächst herausfinden, welches Bein betroffen ist. Er führt eine klinische Lahmheitsuntersuchung durch. Dazu wird das Pferd im Schritt und Trab an der Hand auf einem festen Untergrund geführt. Gegebenenfalls kann auch das Vorführen an der Longe auf weichem Boden erforderlich sein. Der Tierarzt tastet das betroffene Bein ab, testet den Huf mit einer Hufzange und macht eine Beugeprobe. Besteht die Lahmheit über einen längeren Zeitraum, ist eine aufwändige Lahmheitsuntersuchung notwendig, um die Ursache des Schmerzes herauszufinden.

Bei Pferden treten je nach Nutzung und Rasse bestimmte (Berufs-)Krankheiten auf:

Beim Springpferd kommen aufgrund der hohen Belastungen eher das Palmar-Foot-Syndrom, Hufgelenkserkrankungen sowie Probleme mit dem Fesselträger und den Kniegelenken vor.

Das Dressurpferd neigt zu Schäden im Bereich des Fesselträgers. Aber auch Fesselgelenksprobleme und Überlastungen des Unterstützungsbands sowie Rückenprobleme gehören zu den Sportverletzungen.

Das Westernpferd hingegen hat meist Schwierigkeiten mit der Hinterhand. Sprunggelenk oder Kniegelenk sind größtenteils betroffen. An der Vordergliedmaße kann ebenfalls das Palmar-Foot-Syndrom auftreten.

Islandpferde neigen aufgrund der Belastung in ihrem Sport und der Genetik zu Spat.

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