Zwei Katzen kuscheln
Erziehung und Training

Katzen zusammenführen & vergesellschaften – So funktioniert´s

22.02.2022

Auch wenn Katzen als Einzelgänger gelten, kann es gerade Wohnungskatzen allein langweilig werden. Viele Menschen entscheiden sich deshalb dafür, dem angestammten Stubentiger einen Partner an die Seite zu stellen. Eigentlich eine gute Idee, aber leider ist nicht jede Mieze sofort begeistert vom Familienzuwachs. Damit die Vergesellschaftung und das Zusammenleben langfristig funktionieren, solltest du einige Dinge im Auge haben.

Dass Katzen Einzelgänger sind, ist ein Vorurteil. Vielmehr kommt es auf die Lebensbedingungen an: Darf das Tier nach draußen und dort seinem Spiel- und Jagdtrieb nachgehen? Oder lebt die Katze allein tagein tagaus in einer Wohnung und bekommt ihr Futter bereitgestellt? In diesem Fall kann ein gleichartiger Kamerad Schwung ins Katzenleben bringen. Aber auch unter Freigängern gibt es Tiere, die die Gesellschaft einer anderen Katze zu schätzen wissen.

Die Auswahl der neuen Katze ist entscheidend

Ist die Entscheidung getroffen, dass ein neuer tierischer Mitbewohner einziehen soll, sollten die Eigenschaften der alteingesessenen Katze berücksichtigt werden. Bei der Vergesellschaftung entscheiden insbesondere das Alter und die Charaktereigenschaften der beiden Tiere darüber, ob sie zusammenpassen und Katzenfreunde werden können.

Handelt es sich bei der angestammten Katze um eine ruhige Vertreterin, tut man ihr mit einem sanftmütigen Partner einen größeren Gefallen als mit einem Wildfang. Eine dominante Katze hingegen kommt auch mit einem Frechdachs gut zurecht. Es empfiehlt sich außerdem, eine jüngere oder maximal gleichaltrige Katze dazu zu holen, damit der ersten Katze nicht der Rang abgelaufen wird. Allerdings sollte der Altersunterschied auch nicht zu groß sein: Von einer Vergesellschaftung von Senioren und Jungtieren ist aufgrund der unterschiedlichen Bedürfnisse der ungleichen Paare eher abzuraten.

Das Geschlecht spielt bei der Vergesellschaftung von zwei Katzen eine untergeordnete Rolle. Abgesehen von unkastrierten Katern können alle Tiere gut miteinander auskommen. Bei gemischtgeschlechtlichen Paaren sollte man die Tiere kastrieren lassen, um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden. Zwei kastrierte Kater in Wohnungshaltung können ebenfalls harmonisch zusammenleben, bei Freigängerkatern kann es hingegen zu Revierstreitigkeiten kommen.

Auch die verschiedenen Katzenrassen haben ihre Eigenarten. So kann es hilfreich sein, sich über Rasseportraits einzelner Rassen wie Karthäuser, Bengalkatzen un Co. Zu informieren.

Bevor man eine Zweitkatze zu sich holt, sollte sichergestellt sein, dass die neue Katze im Notfall wieder von der Tiervermittlung zurückgenommen wird. Selbst mit viel gutem Willen kann eine Vergesellschaftung scheitern – vor allem bei älteren Tieren.

Unkompliziert ist es hingegen, wenn zwei Kitten gleichzeitig in den Haushalt einziehen. Die meisten Katzenkinder bauen eine innige Beziehung zueinander auf. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tiere aus einem Wurf oder aus unterschiedlichen Würfen stammen. Die nachfolgenden Tipps zur Vergesellschaftung brauchen also nur angewendet werden, wenn bereits eine Katze Teil der Familie ist und ihren angestammten Platz mit einem neuen Mitbewohner teilen soll.

Günstige Voraussetzungen bereits vor dem Einzug der Zweitkatze schaffen

Bevor die neue Katze einzieht, sind ein paar Vorbereitungen notwendig. Da Katzen Futter- und Trinknäpfe ungern teilen, muss für jedes Tier ein eigenes Exemplar zur Verfügung stehen. Dasselbe gilt für Bürste und Spielzeug. Auch das Katzenklo beanspruchen Katzen gern für sich. Daher gilt hier die Faustregel: Pro Katze eine eigene Toilette plus eine weitere Toilette für beide zusammen.

Ausreichend Schlaf- und Rückzugsplätze für die Katzen sollten ebenfalls vorhanden sein. Jede Katze beansprucht zwei bis drei Plätze für sich. Ideal wäre es zudem, wenn jede Katze ihren eigenen Kratzbaum hätte. Sollen sich die beiden Katzen zukünftig jedoch einen Kratzbaum teilen, sollte dieser groß genug sein, damit sich die Vierbeiner bei Bedarf auch hier aus dem Weg gehen können. Ein doppelstämmiger Kratzbaum ist zu empfehlen.

Die beiden Katzen mit Abstand und langsam aneinander gewöhnen

Gut ist es, wenn sich Halter:innen für die Vergesellschaftungsphase ein paar Tage Urlaub nehmen oder die Ankunft des neuen Mitbewohners zumindest auf ein Wochenende legen. So ist die nötige Zeit und Ruhe für die nächsten Eingewöhnungsschritte vorhanden.

Wenn die neue Katze einzieht, ist es sinnvoll, die Tiere zunächst in getrennten Räumen unterzubringen. Der erste Kontakt sollte indirekt hergestellt werden, indem man den Katzen die Möglichkeit gibt, sich zunächst mit dem Geruch des anderen Tieres vertraut zu machen. Dafür wird jede Katze mit einem Tuch abgerieben, das dann in das Zimmer der anderen kommt. Zusammen mit dem Tuch sollte man ein Leckerchen reichen. So verknüpfen die Miezen den Geruch der fremden Katze gleich positiv.

Der erste direkte Kontakt sollte auf sicherem Terrain stattfinden, also zum Beispiel durch ein Gitter getrennt. Die schützende Barriere sollte hoch und engmaschig sein. Katzen können sich durch erstaunlich kleine Lücken quetschen und hoch springen. Die Tiere sollten die Möglichkeit haben, sich mehrere Tage auf diese Weise miteinander vertraut zu machen. Anfangs sollte man die Katzen im Auge behalten und mit einer Leckerei belohnen, wenn sie sich friedlich verhalten. In dieser Situation wäre es zudem von Vorteil, wenn eine zweite Person dazukäme. So kann sich jeweils eine Person um eine Katze kümmern.

Wird das Gitter entfernt, sollten sich die Katzen in den ersten Tagen nur unter Beobachtung und auf neutralem Terrain begegnen – beispielsweise im Flur. Die Schlafplätze der jeweils anderen sind tabu! Die frischgebackenen Zweifachkatzenhalter:innen sollten Ruhe ausstrahlen und leise und liebevoll mit den Tieren reden. Dabei sollte auch die alteingesessene Katze genug Aufmerksamkeit erhalten, damit sie nicht eifersüchtig wird. Erst wenn klar ist, dass keine der Katzen aggressiv reagiert, dürfen die Tiere schließlich ohne Beaufsichtigung aufeinandertreffen.

Die wichtigsten Tipps für eine erfolgreiche Vergesellschaftung auf einen Blick:

  • Berücksichtige bei der Wahl der Zweitkatze Charakter und Alter der Erstkatze.
  • Stelle im Vorfeld sicher, dass du die neue Katze zurückgeben kannst, sollte die Vergesellschaftung scheitern.
  • Schaffe für den neuen tierischen Mitbewohner neues Equipment an. Katzen teilen nicht gern.
  • Gewöhne die Katzen langsam und zunächst mit Abstand aneinander.
  • Strahle Ruhe aus und gib den Katzen Leckerli, um die fremde Katze mit einer positiven Erwartungshaltung zu verknüpfen und positives Verhalten zu bestärken.
  • Schenke beiden Katzen genügend Aufmerksamkeit, um Eifersucht zu vermeiden.

Mit einer guten Vorbereitung und Geduld sollte einer erfolgreichen Zusammenführung und Vergesellschaftung der Katzen nichts im Wege stehen.

 

 

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