Leishmaniose beim Hund.
Tiergesundheit

Leishmaniose beim Hund: Symptome, Behandlung und Vorbeugung

04.07.2026

Leishmaniose ist eine Erkrankung, die durch Parasiten hervorgerufen wird. Sie kann bei Menschen und Tieren auftreten, wobei Hunde unter den Haustieren am häufigsten betroffen sind.

Übertragen wird Leishmaniose hauptsächlich durch Stiche von Sandmücken. Sie ist vorrangig in warmen Regionen und auf fast allen Kontinenten verbreitet. In Europa kommt sie in vielen Ländern des Mittelmeerraums vor, beispielsweise in Portugal, Griechenland, Italien und Spanien. Leishmaniose zählt daher zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten.

In unserem Artikel erfährst du alles, was du über Symptome, Risiken und Vorsorgemaßnahmen wissen musst.

Was ist Leishmaniose? Erreger und Übertragung

Leishmaniose wird durch einzellige Parasiten namens Leishmanien verursacht. Sie sind nach dem schottischen Tropenarzt William B. Leishman benannt. Er und sein Kollege Charles Donovan entdeckten und beschrieben den Erreger Anfang des 20. Jahrhunderts.

Es gibt verschiedene Arten von Leishmanien. Bei Hunden spielt vor allem Leishmania infantum eine Rolle. Diese Art ist im Mittelmeerraum und in Lateinamerika besonders verbreitet.

Der Hauptübertragungsweg sind Stiche durch Sandmücken. Die Mücken infizieren sich, indem sie Blut von erkrankten Tieren aufnehmen. Beim nächsten Stich übertragen sie die Parasiten auf ein weiteres Lebewesen.

Neben Sandmücken können Leishmanien auch von Hund zu Hund übertragen werden. Hier gibt es zwei mögliche Übertragungswege:

  • beim Deckakt zwischen einem infizierten und einem gesunden Tier
  • von der Mutterhündin auf die Welpen im Mutterleib

Diese Übertragungswege kommen jedoch deutlich seltener vor.

Was passiert im Körper bei einer Leishmaniose?

Wird ein gesunder Hund von einer infizierten Sandmücke gestochen, gelangen über ihren Speichel Leishmanien in seinen Körper. Der Organismus erkennt die Parasiten als Erreger. Dadurch werden Fresszellen, sogenannte Makrophagen, aktiviert. Sie nehmen die Leishmanien auf.

Normalerweise zerstören die Fresszellen eingedrungene Erreger zuverlässig. Den Leishmanien gelingt es jedoch, sich in den Zellen einzunisten. Dafür nehmen sie eine unbewegliche Form an.

Wie sich die Erkrankung weiterentwickelt, hängt von der Immunantwort des Hundes ab:

  • Zellvermittelte Abwehr: Das Immunsystem stimuliert die Fresszellen. Dadurch kann es ihnen gelingen, die Leishmanien zu bekämpfen. Die Infektion bleibt häufig lokal begrenzt oder verläuft ohne erkennbare Symptome.
  • Humorale Abwehr: Das Immunsystem bildet Antikörper. Diese können die innerhalb der Fresszellen lebenden Leishmanien jedoch nicht ausreichend bekämpfen. Die Parasiten vermehren sich und können sich über die Blut- und Lymphbahnen im Körper ausbreiten.

Breitet sich die Infektion aus, kann das für den Hund schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Die Leishmanien befallen unter anderem das lymphatische System. Dadurch können sich Milz und Lymphknoten vergrößern.

Im weiteren Verlauf können auch Leber und Nieren geschädigt werden. Durch Ablagerungen sogenannter Immunkomplexe können die Filtereinheiten der Nieren beeinträchtigt werden. Daraus kann sich langfristig ein Nierenversagen entwickeln. Es zählt zu den häufigsten Todesursachen bei einer Leishmaniose.

Die Parasiten können außerdem das Knochenmark befallen und dort die Blutbildung stören. Eine mögliche Folge ist eine Blutarmut, die medizinisch als Anämie bezeichnet wird. Auch Haut, Schleimhäute, Gelenke und Augen können betroffen sein.

Symptome von Leishmaniose beim Hund

Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung liegen häufig mehrere Monate, manchmal sogar Jahre. Es kann daher lange dauern, bis sich erste Symptome zeigen.

Die Krankheitsanzeichen sind zudem unspezifisch. Sie können auch auf andere Erkrankungen hindeuten.

Haut- und Fellveränderungen bei Leishmaniose

  • Haarausfall im Gesicht, an den Beinen oder am Rumpf
  • Entzündungen und Haarausfall um die Augen, die als „Brillenbildung“ bezeichnet werden
  • Schuppen, Knötchen, Bläschen oder verhornte Hautstellen
  • schlecht heilende Wunden und Geschwüre, insbesondere an Druckstellen
  • brüchige oder verformte Krallen
  • Entzündungen des Krallenbetts

Weitere Krankheitsanzeichen von Leishmaniose

  • Apathie, Müdigkeit und Schwäche
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Gewichtsverlust
  • vergrößerte Lymphknoten
  • Nasenbluten
  • Gelenkprobleme und Lahmheit

Treten solche Symptome auf, sollte der Hund tierärztlich untersucht werden. So lässt sich herausfinden, ob Leishmaniose oder eine andere Erkrankung dahintersteckt.

Verbreitung von Leishmaniose

Leishmaniose ist weltweit verbreitet. Sie kommt in vielen Mittelmeerländern Europas, in Teilen Afrikas und Asiens sowie in Mittel- und Südamerika vor.

Eine Ausnahme bilden Australien und Ozeanien. Erkrankungsfälle ließen sich dort bislang meist auf Infektionen im Ausland zurückführen. Zwar wurde in Australien eine einheimische Leishmanienart bei Kängurus nachgewiesen, Krankheitsmeldungen sind jedoch selten. Australien gilt daher nicht als typisches Risikogebiet für die Leishmaniose bei Hunden.

Anders sieht es im europäischen Mittelmeerraum aus. Hier können die Infektionsraten bei Hunden regional sehr hoch sein. In einigen Gebieten Andalusiens und Siziliens wurden bei Untersuchungen hohe Anteile infizierter Hunde festgestellt.

Seit einigen Jahren breiten sich Sandmücken weiter in Richtung Norden aus. Ein möglicher Grund dafür sind steigende Temperaturen, durch die auch in gemäßigten Regionen geeignete Lebensbedingungen entstehen. Vereinzelt wurden bereits Leishmaniosefälle beschrieben, die nicht eindeutig mit einem Auslandsaufenthalt in Verbindung gebracht werden konnten.

Welche Hunde sind besonders gefährdet?

Wer mit seinem Hund in ein Risikogebiet reist, sollte sich bewusst sein, dass dort eine reale Infektionsgefahr besteht. Insbesondere von Frühling bis Herbst können Sandmücken aktiv sein.

Mithilfe vorbeugender Maßnahmen lässt sich das Risiko einer Infektion reduzieren. Ein vollständiger Schutz ist jedoch nicht möglich. Daher sollte sorgfältig abgewogen werden, ob der Hund in ein Risikogebiet mitgenommen werden muss.

Auch bei der Adoption eines Hundes aus dem Ausland spielt Leishmaniose eine wichtige Rolle. Viele Tiere aus Risikogebieten tragen den Erreger bereits in sich, ohne erkennbare Symptome zu zeigen.

Selbst ein negatives Testergebnis vor der Ausreise bietet keine vollständige Sicherheit. Bei einer frischen Infektion können Leishmanien möglicherweise noch nicht nachgewiesen werden. Deshalb ist es sinnvoll, den Hund nach seiner Ankunft tierärztlich untersuchen und den Test gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen zu lassen.

Leishmaniose beim Hund diagnostizieren

Einen wichtigen Hinweis liefert die Vorgeschichte des Hundes. Stammt er aus einem Risikogebiet oder hat er sich dort aufgehalten, erhöht das die Wahrscheinlichkeit einer Leishmaniose.

Für die weitere Diagnostik wird dem Hund Blut entnommen und im Labor untersucht. Bei Leishmaniose zeigen sich häufig Veränderungen der roten und weißen Blutkörperchen sowie bestimmter Organwerte. Diese Veränderungen können als Hinweis dienen, reichen allein aber nicht für eine sichere Diagnose aus.

Um eine Infektion mit Leishmanien nachzuweisen, stehen unter anderem folgende Verfahren zur Verfügung:

Antikörpertest

Bei einem Antikörpertest wird eine Blutprobe auf Antikörper untersucht, die das Immunsystem des Hundes als Reaktion auf die Leishmanien gebildet hat. Die Erreger werden somit indirekt nachgewiesen.

PCR-Test

Ein direkter Nachweis von Leishmanien ist mithilfe eines PCR-Tests möglich. Dabei wird nach der Erbsubstanz der Parasiten gesucht. Als Probenmaterial können je nach Fall beispielsweise Blut, Lymphknotengewebe, Knochenmark oder Hautgewebe verwendet werden.

Antikörper- und PCR-Tests können falsch-negative Ergebnisse liefern. Hat sich ein Hund erst vor Kurzem infiziert, wurden möglicherweise noch keine nachweisbaren Antikörper gebildet. Auch die Erreger sind nicht in jeder Probe zuverlässig nachweisbar.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen oder verschiedene Testverfahren miteinander zu kombinieren.

Leishmaniose beim Hund behandeln

Eine Leishmaniose lässt sich in der Regel nicht vollständig heilen. Nach einer Infektion können Erreger im Körper verbleiben. Ziel der Behandlung ist es, die Zahl der Parasiten zu reduzieren, Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.

Viele betroffene Hunde können mit einer konsequenten Behandlung und regelmäßigen Kontrollen noch über Jahre eine gute Lebensqualität haben.

Medikamente gegen Leishmaniose

Bei der Therapie können unterschiedliche Wirkstoffgruppen eingesetzt werden:

  • Leishmanistatische Mittel: Sie hemmen die Vermehrung der Erreger, beseitigen sie jedoch nicht vollständig.
  • Leishmanizide Mittel: Sie töten einen Teil der Parasiten ab und reduzieren ihre Anzahl im Körper.

Welches Medikament oder welche Kombination eingesetzt wird, hängt unter anderem vom Krankheitsstadium, den betroffenen Organen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes ab.

Auch die Art der Verabreichung ist unterschiedlich. Einige Präparate werden als Tabletten gegeben, andere gespritzt. Die Behandlung muss immer durch einen Tierarzt oder eine Tierärztin geplant und begleitet werden.

Prognose bei Leishmaniose

Die Behandlung einer Leishmaniose ist häufig langwierig. Eine erkennbare Besserung kann erst nach mehreren Wochen oder Monaten eintreten.

Spricht ein Hund gut auf die Therapie an und ist beschwerdefrei, kann die Behandlung nach tierärztlicher Einschätzung teilweise angepasst oder vorübergehend reduziert werden. Da die Erreger nicht vollständig aus dem Körper verschwinden, bleiben regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig.

So können erneute Krankheitsschübe sowie Veränderungen der Nieren-, Leber- oder Blutwerte frühzeitig erkannt werden.

Ohne Behandlung kann eine klinisch ausgeprägte Leishmaniose tödlich verlaufen. Häufig sind schwere Nierenschäden oder anderes Organversagen die Ursache. Wie gut die Prognose ist, hängt entscheidend davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt wird und ob bereits Organschäden bestehen.

Leishmaniose beim Hund vorbeugen

Der wirksamste Schutz besteht darin, den Hund nicht in ein Risikogebiet mitzunehmen. Steht trotzdem ein Aufenthalt im Süden an oder lebt der Hund in einem betroffenen Gebiet, empfiehlt sich eine Kombination verschiedener Schutzmaßnahmen.

Sandmücken vom Hund fernhalten

Sandmücken sind vor allem während der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Es ist daher ratsam, den Hund in dieser Zeit möglichst im Haus zu halten.

Fenster und Türen können mit engmaschigen Insektenschutznetzen gesichert werden. Gewöhnliche Moskitonetze sind nicht immer ausreichend, da Sandmücken deutlich kleiner als viele andere Stechmücken sind.

Zusätzlich stehen spezielle Abwehrmittel gegen Sandmücken zur Verfügung, beispielsweise Spot-on-Präparate oder Halsbänder mit repellierender Wirkung. Der Tierarzt oder die Tierärztin kann ein für den Hund und das Reiseziel geeignetes Präparat empfehlen.

Impfung gegen Leishmaniose

Für Hunde stehen Impfstoffe gegen Leishmaniose zur Verfügung. Die Impfung verhindert eine Infektion nicht vollständig. Ein konsequenter Schutz vor Sandmücken bleibt deshalb weiterhin erforderlich.

Die Impfung kann jedoch dazu beitragen, das Risiko einer klinischen Erkrankung und eines schweren Verlaufs zu reduzieren. Ob sie für einen Hund sinnvoll ist, sollte individuell mit dem Tierarzt oder der Tierärztin besprochen werden.

Je nach verwendetem Impfstoff unterscheiden sich das Mindestalter, das Schema der Grundimmunisierung und der Zeitraum bis zum Aufbau des Impfschutzes. Die Impfplanung sollte deshalb rechtzeitig vor der Reise erfolgen. Für einen anhaltenden Schutz sind regelmäßige Auffrischungen erforderlich.

Infizierte Hunde weiterhin schützen

Auch Hunde, die bereits mit Leishmanien infiziert sind, müssen vor weiteren Sandmückenstichen geschützt werden. Dadurch lässt sich das Risiko reduzieren, dass eine Sandmücke die Parasiten aufnimmt und anschließend auf andere Tiere oder Menschen überträgt.

Ein konsequenter Mückenschutz trägt somit nicht nur zum Schutz des erkrankten Hundes, sondern auch zur Unterbrechung der Infektionskette bei.

Fazit

Leishmaniose ist eine durch Parasiten verursachte Erkrankung, die vor allem in südlichen Ländern verbreitet ist. Wer mit seinem Hund in den Urlaub fährt oder einen Hund aus dem Ausland adoptiert, sollte sich daher frühzeitig mit dem Thema beschäftigen.

Die Erkrankung kann schwerwiegend verlaufen und lässt sich meist nicht vollständig heilen. Mit einer passenden Therapie und regelmäßigen Kontrollen können viele betroffene Hunde dennoch über lange Zeit eine gute Lebensqualität haben.

Am besten ist es, eine Infektion möglichst zu verhindern. Ein konsequenter Schutz vor Sandmücken und gegebenenfalls eine Impfung können das Erkrankungsrisiko reduzieren.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Leishmaniose beim Hund

Ist Leishmaniose auf den Menschen übertragbar?

Auch Menschen können an Leishmaniose erkranken. Eine direkte Ansteckung durch den Kontakt mit einem infizierten Hund ist jedoch äußerst unwahrscheinlich. Der wichtigste Übertragungsweg ist der Stich einer infizierten Sandmücke.

Ist Leishmaniose eine meldepflichtige Krankheit?

Die rechtlichen Meldepflichten können sich ändern und unterscheiden sich zwischen Erkrankungen bei Menschen und Tieren. Bei Fragen zum aktuellen Stand sollten die zuständigen Behörden oder die Tierarztpraxis konsultiert werden.

Sofern eine tierseuchenrechtliche Meldepflicht besteht, richtet sie sich in der Regel an Tierarztpraxen, Untersuchungseinrichtungen und Labore. Hundehalter und Hundehalterinnen müssen eine Erkrankung normalerweise nicht selbst melden.

Können auch Katzen an Leishmaniose erkranken?

Ja. Katzen können ebenfalls an Leishmaniose erkranken, allerdings deutlich seltener als Hunde. Bei ihnen zeigen sich häufig Hautveränderungen, Augenprobleme oder allgemeine Krankheitsanzeichen. Betroffen sind oft Tiere mit einem geschwächten Immunsystem oder anderen Vorerkrankungen.

Worauf sollte ich bei der Adoption eines Auslandshundes achten?

Frage nach den Untersuchungsergebnissen aus dem Herkunftsland und lass sie von einem Tierarzt oder einer Tierärztin einordnen. Wichtig ist außerdem, den Hund nach seiner Ankunft unabhängig vom Vortest untersuchen zu lassen.

Ein negativer Test vor der Ausreise schließt eine bestehende Infektion nicht sicher aus. Je nach Zeitpunkt der möglichen Ansteckung kann eine spätere Wiederholungsuntersuchung sinnvoll sein.

Was ist zu tun, wenn ein Hund positiv getestet wird, aber keine Symptome zeigt?

Ein positives Testergebnis bedeutet nicht automatisch, dass der Hund bereits klinisch erkrankt ist. Es sollte jedoch tierärztlich eingeordnet und durch weitere Untersuchungen ergänzt werden.

Je nach Befund können regelmäßige Kontrollen von Blut, Urin und Organwerten ausreichen. Ob eine Behandlung erforderlich ist, hängt vom Testergebnis, dem Antikörperspiegel, möglichen Organveränderungen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes ab.

Welche vorbeugenden Maßnahmen schützen meinen Hund vor Leishmaniose?

Zur Vorbeugung empfiehlt sich vor allem ein konsequenter Schutz vor Sandmücken. Dafür stehen beispielsweise repellierende Spot-on-Präparate und spezielle Halsbänder zur Verfügung. Zusätzlich sollte der Hund während der Hauptaktivitätszeit der Sandmücken möglichst im Haus bleiben.

Je nach Reiseziel und individuellem Risiko kann auch eine Impfung sinnvoll sein. Die Uelzener Hundekrankenversicherung kann in Verbindung mit einem entsprechenden Vorsorgebaustein Kosten für bestimmte prophylaktische Maßnahmen übernehmen. Maßgeblich sind die jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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