Häufige Fragen

Die Körpersprache der Katze

23.07.2019

Unsere Samtpfoten haben eine Menge zu erzählen. Dafür nutzen sie nicht nur ihre Stimme, sondern vor allem ihren Körper. Im zweiten Teil unseres Lexikons Katze-Deutsch klären wir auf, was sich hinter der Körpersprache Deiner Katze versteckt. Schau genau hin, was Schwanz, Ohren, Augen und Fell alles verraten.

Wenn die Katze den Schwanz sprechen lässt

Hoch aufgerichteter Schwanz

Der steil nach oben gerichtete Schwanz der Katze verrät ihre gute Laune, positive Stimmung und gegenüber Menschen auch die Lust auf näheren Kontakt. Wer die Katze dann streichelt, spürt ein Zittern im Schwanz, der weiter senkrecht nach oben zeigt.

Nach unten hängender Schwanz mit nach oben aufgerichteter Spitze

Bei allen Reviergängen und beim gemütlichen Schlendern lässt die Katze den Schwanz locker nach unten hängen, hebt aber die Spitze leicht an. Ihre Stimmung ist ausgeglichen, kann aber blitzschnell umschlagen. So eine Katze sollten Sie ansprechen, bevor Sie sich ihr nähern. Dann zeigt die geänderte Schwanzhaltung gleich an, ob sie Lust auf Kontakt hat oder nicht. Schnellt er nach oben, bedeutet das „Ja“. Beginnt er sich zu bewegen, ist die Katze misstrauisch und Sie sollten vorsichtig sein.

Zuckende Schwanzspitze

Eine zuckende Schwanzspitze sieht man oft, wenn die Katze durchs Fenster schaut und draußen einem Vogel oder Schmetterling mit den Augen folgt. Die Schwanzspitze, die sich leicht hin und her bewegt, zeigt ihre aufkommende Erregung an. Sie zuckt manchmal auch, wenn wir die Katze streicheln. Dann will sie, dass wir aufhören.

Hin- und herschlagender Schwanz

Ein stark pendelnder Schwanz zeigt hohe Erregung an, etwa vor einem Sprung auf Beute oder dem spielerischen Angriff auf einen Artgenossen. Wild spielende Katzen schlagen oft mit ihrem Schwanz und zeigen damit auch, dass niemand ihr Spiel oder ihre Jagd stören sollte.

Gesträubte Schwanzhaare

Der zur doppelten Dicke aufgeplusterte Schwanz signalisiert Abwehr. Die Katze will sich groß machen und gefährlich aussehen. Sie stellt alle Schwanzhaare senkrecht, sodass der Schwanz wie eine Bürste aussieht. Jungkätzchen zeigen diese Bürste oft im Spiel, bevor sie sich auf einen Ball, eine Plüschmaus oder eine andere Katze stürzen. Auch wenn zwei Katzen sich spielerisch verfolgen, ist der Schwanz meistens dick gesträubt.

Nach vorn gerichtete Ohrmuscheln

Gespitzte, nach vorn gerichtete Ohren signalisieren Konzentration und Aufmerksamkeit. Dabei kann die Katze ihren Kopf wenden, um so ein Geräusch noch besser anzupeilen. Die Ohrmuscheln entspannen wieder, wenn das Geräusch als uninteressant eingeordnet wird. Öffnen Sie aber zum Beispiel die Kühlschranktür, stehen sie sofort wieder voll in Anspannung.

Schräg zur Seite stehende Ohrmuscheln

Wenn die Katze die Ohren seitlich stellt, fühlt sie Unbehagen oder Misstrauen. Irgendetwas stört sie.

In verschiedene Richtungen zeigende Ohrmuscheln

Weil Katzen ihre Ohrmuscheln unabhängig voneinander bewegen können, sieht man häufiger, dass sie eine nach vorn und eine seitlich ausrichten. Dann hören sie tatsächlich auch stereo und erkunden unterschiedliche Geräusche. Dieses Ohrenspiel signalisiert, dass die Katze unentschlossen ist und sich erst entscheiden wird, welches Geräusch für sie interessanter ist.

Flach an den Kopf gedrückte Ohren

Flach an den Kopf gedrückte Ohren bedeuten bei Katzen die höchste Alarmstufe. Um einem Gegner möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, pressen sie die Ohren fest an den Schädel. Eine Katze, die so vor Dir sitzt, greift an, wenn Du näherkommst. Besser, Du schaust zur Seite und entfernst Dich.

Katzen sprechen mit den Augen

Was die Pupillen verraten

Sehr große Pupillen der Katze bedeuten meistens, dass wenig Licht in ihrer Umgebung ist. Wenn es hell ist und die Pupillen sich weiten, steht die Katze unter großer Spannung oder sie hat Angst oder Schmerzen. Verengen sich die Pupillen zu schmalen Schlitzen, geschieht das durch intensive Licht- oder Sonneneinstrahlung, signalisiert aber auch ausgeglichene Stimmung.

Wenn die Katze uns starr in die Augen schaut

In Katzenkreisen ist es unhöflich, sich zu fixieren und es gilt als Drohung. Ganz anders, wenn die Katze unseren Blick sucht und uns intensiv anblickt. Dann nämlich will sie unsere Aufmerksamkeit erregen. Sie hat gelernt, dass wir reagieren und uns ihr zuwenden. Sobald ihr Blick Erfolg hat, zeigt sie deutlich, was sie weiter will: Futter, Streicheleinheiten, ein Spiel oder soll vielleicht eine Tür geöffnet werden?

Wenn die Katze uns zublinzelt

Augenzwinkern bei der Katze ist immer ein Akt der Freundlichkeit. Es ist ein Friedensangebot oder eine Beschwichtigung, wenn sie etwas angestellt hat. Zwinkere zurück, um zu zeigen, dass auch Du in freundlicher Stimmung bist.

Wenn die Katze den Blick abwendet

Eine Katze, die den Kopf zur Seite dreht, nachdem sie kurz zu Dir geschaut hat, will in Ruhe gelassen werden. Das solltest Du akzeptieren.

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Eng anliegendes Fell

Eng anliegendes Fell verrät zunächst einmal den guten Gesundheitszustand der Katze. Es zeigt außerdem, dass ihr die Umgebungstemperatur gerade recht ist. Es signalisiert aber auch Entspannung und Zufriedenheit. Eine solche Katze wird zu schnurren beginnen, wenn Dein Blick auf sie fällt.

Gesträubtes Fell

Stehendes Fell ist kein gutes Zeichen. Zum einen sträubt eine Katze ihre Haare, wenn sie die Haut zusammenzieht. Und das tut sie,  wenn es ihr zu kalt oder sie krank ist. Das Fell sträubt sich auch automatisch bei hoher negativer Erregung, es soll die Katze größer wirken lassen und abschreckend auf eine Gefahr oder einen Feind wirken. Sträubt also eine fremde Katze, wenn Du Dich näherst, ihre Haare, halte Dich von ihr fern. Wenn es Deine eigene ist, sorge für wärmeres Raumklima und beobachte, ob die Haare sich wieder glätten. Wenn nicht, such einen Tierarzt auf und nutze unsere Katzen-Krankenversicherung.

Der Katzenbuckel

Einen Buckel machen Katzen aus zweierlei völlig unterschiedlichen Gründen. Der erste ist die tägliche Morgengymnastik. Nach einem längeren Schlaf strecken und recken sich Katzen, um die Muskeln wieder geschmeidig zu machen. Eine Bewegung dabei ist das Krümmen des Körpers zu einem Hufeisen – der klassische Katzenbuckel.

Wenn sie sich erschrecken oder von einem Feind bedrängt fühlen, stellen sich Katzen seitlich zum Gegner auf ihre Zehenspitzen und krümmen den Körper so stark wie möglich, um die Silhouette bedrohlich und groß erscheinen zu lassen. Gleichzeitig sträuben sie das Nackenfell und die Haare an Schwanz und Rücken und fauchen laut. Junge Kätzchen zeigen im Spiel oft diesen drohenden Katzenbuckel. Erwachsene Katzen dagegen meinen es ernst.

Zusammengezogener Körper

In Todesangst oder in Erwartung eines gefährlichen Angriffs machen Katzen sich so klein wie möglich. Das soll dem Gegner keine Angriffsfläche bieten. Sie ziehen den Körper eng zusammen, legen die Ohren eng an den Kopf und schließen die Augen zu schmalen Schlitzen. Solche Katzen sind hochgefährlich, denn ihnen bleiben nur Flucht oder Angriff. Halte Dich also fern, wenn eine Katze Dir so gegenübersteht.

Miau? Im ersten Teil unseres Lexikons Katze-Deutsch erfährst Du mehr über die Lautsprache Deiner Samtpfote.

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