Häufige Fragen

Katzen und Corona – Sicherheit für Mensch und Tier

09.04.2020

Die Corona-Pandemie wirft bei vielen Katzenhaltern Fragen auf: Kann sich meine Samtpfote anstecken, wenn ich krank werde? Darf sie weiterhin nach draußen gehen? Worauf muss ich im Umgang mit ihr achten? Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragestellungen.

Arbeiten mit der Schmusekatze auf dem Schoß: In Zeiten von flächendeckendem Homeoffice ist das ein häufiges Bild. Auch viele alleinlebende Senioren sind aktuell für die schnurrende Gesellschaft dankbar. Und so manche Krankenschwester wird sich freuen, wenn sie sich nach einem stressigen Arbeitstag mit ihrem Stubenkater auf der Couch entspannen kann. Manche machen sich aber auch Sorgen, ob sie den Umgang mit ihrem vierbeinigen Familienmitglied jetzt verändern müssen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Coronavirus und der dadurch ausgelösten Krankheit COVID-19:

Können Katzen an COVID-19 erkranken?

Wie Studien zeigen, sind Katzen im Gegensatz zu anderen Haustieren leichter empfänglich für SARS-CoV-2. Aus verschiedenen Ländern wurden positive Katzen, welche zum Teil Krankheitssymptome zeigten, gemeldet. Die Katzen hielten sich in Haushalten mit an Covid-19 erkrankten Personen auf und wurden wahrscheinlich von diesen Personen angesteckt.

Kann eine Katze das Coronavirus auf den Menschen übertragen?

Katzenhaltung ist laut dem Friedrich-Loeffler-Institut ausdrücklich kein Risikofaktor für COVID-19. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass Katzen eine Rolle bei der Verbreitung des Virus spielen. Selbst eine Übertragung des Virus von infizierten Katzen auf den Menschen konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Grundsätzlich sind im Umgang mit Haustieren die empfohlenen Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Was passiert, wenn ein Katzenhalter an COVID-19 erkrankt?

Umgekehrt können jedoch infizierte Menschen das Virus auf einige empfängliche Tierarten übertragen. Hierzu zählen in erster Linie Katzen und Frettchen, in geringem Maße auch Hunde. Die Pflege und Versorgung des Tieres sollte idealerweise eine andere im Haushalt lebende Person übernehmen, die nicht infiziert ist. Katzenhalter sollten sich an die grundsätzlichen Hygieneempfehlungen im Umgang mit Haustieren halten, um sich und den Vierbeiner zu schützen.

Katzen benötigen weder Atemmasken noch vertragen sie Behandlungen mit Desinfektionsmitteln. Beides würde beim Tier Stress erzeugen und kann Haut und Schleimhäute schädigen.

Wie passiert, wenn meine Katze an SARS-CoV-2 erkrankt ist?

Seit dem 3. Juli besteht eine Meldepflicht für infizierte Katze und Hunde. Diese richtet sich an die zuständigen Aufsichtsbehörden sowie an Tierärzte. Sie dient dazu, weitere Erkenntnisse zu Infektion, Übertragung und Ausbreitung des Virus zu sammeln sowie die Anzahl der infizierten Tiere zu ermitteln. Eine allgemeine Verpflichtung für Tierhalter, ihre Haustiere testen zu lassen, besteht nicht.

Ein Test sollte auch nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn eine Katze mit einem an Covid-19 erkrankten Menschen in engem Kontakt stand und Symptome wie Atemwegs- oder Magen-Darm-Probleme zeigt. In diesem Fall übernehmen die Uelzener Versicherungen die Kosten für alle notwendigen Tests.

Die Uelzener Versicherungen übernehmen auch dann die Kosten, wenn an Covid-19 erkrankte Katzen- oder Hundehalter ihre Katze oder ihren Hund auf SARS-CoV-2 testen lassen möchten. In diesem Fall sollte der Tierarzt nach Angaben des FLI die Probennahme und die Untersuchung beim zuständigen Veterinäramt anmelden. Die Probenahme erfolgt dann durch eine dafür qualifizierte und entsprechend geschützte Person im Haushalt der erkrankten Person.

Der Corona-Test für Tiere ist identisch mit dem, der beim Menschen durchgeführt wird: Es werden Abstriche von der Rachen- und der Nasenschleimhaut genommen. Falls dies nicht möglich ist, können notfalls Kotproben verwendet werden.
Um eine Übertragung von SARS-CoV-2 vom Menschen auf das Tier zu vermeiden, sollte ein infizierter Mensch den nötigen Abstand zu seinem Tier wahren und die allgemeinen Hygienemaßnahmen beachten.

Dürfen Freigänger-Katzen weiterhin nach draußen?

Wenn alle Familienmitglieder gesund sind, können Freigänger-Katzen grundsätzlich weiterhin auf Streifzug nach draußen gehen. Katzen aus Haushalten, in denen ein COVID-19-infizierter Mensch in Quarantäne lebt, sollten nach Möglichkeit für die Dauer der Quarantäne nicht nach draußen gehen. Zudem sollten sie nicht zusammen mit fremden Katzen untergebracht werden, zum Beispiel in einer Katzenpension.

Können Katzen gegen das Coronavirus geimpft werden?

Auch bei Katzen gibt es ein Coronavirus: Das Feline Coronavirus kann bei Katzen zu einer Bauchfellentzündung führen. Es gehört jedoch zu einer anderen Gruppe der Coronaviren als COVID-19. Laut dem Virologen und Tiermediziner Professor Dr. Albert Osterhaus, Leiter des Research Center for Emerging Infections and Zoonoses der Tierärztlichen Hochschule Hannover, schützt eine Impfung gegen das Feline Coronavirus nicht vor einer Infektion mit COVID-19.

Kann die Katze im Notfall dem Tierarzt vorgestellt werden?

Tierärzte und -kliniken gehören zur Grundversorgung, die immer sichergestellt sein muss. Deshalb können Sie jederzeit einen Tierarzt aufsuchen, wenn es notwendig wird. Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) e. V. bittet um eine vorherige Terminabsprache – entweder telefonisch oder online. Bereits vereinbarte Termine zu planbaren Eingriffen und Behandlungen sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Bitte beachten Sie zudem diese Hinweise:

  • Lassen Sie sich vor dem Tierarztbesuch von Ihrem Tierarzt telefonisch beraten.
  • Suchen Sie den Tierarzt nur in dringenden Fällen auf.
  • Nur eine gesunde erwachsene Person sollte die Katze begleiten.
  • Warten Sie nach der Ankunft draußen und folgen Sie den Anweisungen des Personals.
  • Desinfizieren Sie Ihre Hände beim Eintreten.
  • Vermeiden Sie den Kontakt (kein Händeschütteln) und halten Sie stets einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen ein.
  • Vergessen Sie nicht, sich oft und richtig die Hände zu waschen.

Auch interessant