Hund mit traurigem Blick
Tiergesundheit

Magendrehung beim Hund

22.10.2021

Aufgrund der speziellen Anatomie besteht bei jedem Hund das Risiko einer Magendrehung – eine lebensbedrohliche Situation. Nur schnelles Eingreifen kann das Tier dann retten. Wir haben zusammengefasst, bei welchen Symptomen die Alarmglocken läuten sollten.

Jede:r Hundehalter:in sollte sich der Gefahr einer möglichen Magendrehung bei seinem Liebling  bewusst sein. Das Risiko ist allerdings nicht gleich verteilt: Bei größeren Hunden, Tieren mit einem tiefen Brustkorb sowie Senioren mit schwachem Bindegewebe passiert es häufiger als bei anderen Artgenossen.

Wie kommt es zu einer Magendrehung?

Bei Hunden ist der Magen nicht starr mit dem Brustkorb verbunden. Flexible Bänder halten ihn in Position. Bei einer Magendrehung kann sich das Verdauungsorgan um die Längsachse drehen. Dadurch werden Ein- und Ausgang abgeschnürt und den Gasen im Magen wird der Weg nach draußen verwehrt. Eine starke Dehnung ist die Folge. Sobald Blutgefäße abgeschnürt werden und eine Sauerstoffunterversorgung herrscht, wird es brenzlig. Das Gewebe des Magens und der umliegenden Organe drohen abzusterben. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass der Magen aufreißt und sich Mageninhalt und -säure in den Bauchraum ergießen. Von der Drehung bis zu einem lebensbedrohlichen Zustand vergehen nur Stunden. Für den Hund zählt also jede Minute. Rund 30 Prozent der Hunde mit einer Magendrehung sterben leider daran. Die Gründe: Die Symptome sind oft nicht eindeutig zuzuordnen und Hilfe kommt zu spät. Eine Magendrehung tritt zudem häufig in der Nacht auf. Warum die Beschwerden oft in diesem Zeitfenster auftreten, konnte bisher wissenschaftlich nicht geklärt werden.

Lebensrettende Behandlung

Hundehalter:innen können keine andere Erste-Hilfe-Maßnahme leisten als sofort den Weg zur  Tierarztpraxis anzutreten. Bestätigt sich der Verdacht durch Röntgenuntersuchungen, handelt der Tierarzt oder die Tierärztin sofort. Mittels einer Kanüle durch die Bauchwand wird der Magen entgast. Das Volumen des Verdauungsorgans reduziert sich und der Magen kann sich allein wieder in die korrekte Position drehen. Diese Methode führt leider nicht immer zum Erfolg. Dann kann dem Vierbeiner nur noch eine Operation helfen: Dabei wird der Bauchraum unter Narkose aufgeschnitten, der Magen an die Ausgangsposition zurückgedreht und fixiert. Dadurch wird eine zukünftige Magendrehung verhindert. Medizinische Eingriffen bei Tieren können sehr teuer sein. Aus dem Grund ist es von Vorteil, sich schon vor dem Eingriff mit einer Hunde-OP-Versicherung und Hunde-Krankenversicherung abzusichern.

Symptome einer Magendrehung

  • Aufgeblähter Bauch
  • Unruhe: Hund läuft viel umher
  • Hecheln
  • Würgen, jedoch ohne Erbrechen
  • Apathie
  • Beeinträchtigte Atmung
  • Verweigerung des Futters

Es handelt sich um einen Notfall: Bitte fahre sofort in eine Tierarztpraxis oder -klinik!

Infografik Magendrehung Hund

 

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