Schäferhund liegt neben dem Arbeitsplatz auf dem boden und beobachtet gespannt die umgebung er ist ein Bürohund
Erziehung und Training

Bürohund: Wichtige Fragen zum Hund am Arbeitsplatz

11.06.2019

Den eigenen Hund täglich unterm Schreibtisch im Büro liegen zu haben, hat viele Vorteile – für das Tier, den Halter aber auch für die Kollegen und den Chef. Einen Anspruch haben Angestellte darauf jedoch nicht. Wir erklären die rechtliche Lage.

Die Experten sind sich einig: Ein Hund am Arbeitsplatz verbessert das Betriebsklima, motiviert nicht nur den Hundehalter zu besserer Arbeitsleistung, sondern auch die Kollegen und sorgt für entspannte Stimmung. Und doch darf nicht jeder seinen Hund mit zur Arbeit nehmen, denn ein grundsätzliches Recht dazu gibt es nicht. Wir beantworten Dir die häufigsten Fragen, die sich stellen, wenn Du Dein Tier gern zu Deinem Begleiter im Job machen würdest:

Wenn ich meinen Hund ins Büro mitnehmen möchte, brauche ich dann die ausdrückliche Erlaubnis durch meinen Chef?

Eine ausdrückliche Genehmigung vom Chef ist Voraussetzung, wenn der Vierbeiner mit zur Arbeit soll. Auch wenn der Kollege aus der ersten Etage täglich seinen tierischen Begleiter mit ins Büro nimmt, ist das noch keine generelle Erlaubnis. Es gilt zwar der Gleichbehandlungsgrundsatz – also darf ein Arbeitgeber nicht willkürlich einem Mitarbeiter die Mitnahme gestatten und anderen verbieten. Aus sachlichen Gründen kann der Arbeitgeber aber unterschiedliche Begründungen rechtfertigen. So spielen zum Beispiel der Arbeitsort – Großraumbüro oder Single-Arbeitsstätte – die Größe oder das Verhalten des Hundes eine Rolle. Damit der Hund auch regelmäßig ins Büro kommen kann ist es wichtig, dem Hund Kommandos beizubringen, damit es zu keinen unerwünschten Situationen kommt.

Sollte oder muss ich die Erlaubnis vertraglich festhalten (lassen)?

Eine feste Vereinbarung bringt Sicherheit. Arbeitgebern und Hundehaltern bietet eine schriftliche Genehmigung die Möglichkeit, Regeln festzulegen: In welche Räume darf der Hund? Wann darf Gassi gegangen werden? Kommt es zu Unstimmigkeiten im Betrieb, fungiert die Genehmigung auch als Beweis.

Kann der Arbeitgeber eine einmal gegebene Genehmigung widerrufen?

Der Arbeitgeber kann die Genehmigung jederzeit widerrufen. Hat ein neuer Kollege eine Allergie oder Angst vor Hunden? Dann hat die Fürsorge für die Mitarbeiter für den Chef Priorität. Auch eine gute Kinderstube des Hundes ist wichtig. Hundehalter sollten ihre Kollegen ernst nehmen und Kompromisse eingehen – nur so kann die Beziehung Mensch und Hund am Arbeitsplatz ein Erfolg werden.

Wenn ich meinen Arbeitsplatz kurz verlassen muss und den Hund einem Kollegen oder einer Kollegin anvertraue, wer haftet dann, wenn der Hund etwas verschmutzt oder zerstört?

Grundsätzlich unterliegt jeder Tierhalter der Tierhalterhaftung gemäß § 833 BGB. Richtet der Hund einen Schaden an, schützt eine Hundehalter-Haftplicht-Versicherung. Die Angebote der Versicherer sind groß. Es ist ratsam, auf eine möglichst hohe Deckungssumme von mindestens zehn Millionen Euro zu achten. Achtung: Manche Versicherungen schließen bestimmte Hunderassen aus. Beim Spezialisten für Tierversicherungen – der Uelzener – spielen Rasse, Größe oder Herkunft keine Rolle.

Übrigens: Am Aktionstag „Kollege Hund“ – immer am letzten Donnerstag im Juni –  organisieren viele Firmen und Unternehmen einen Schnuppertag für Vierbeiner am Arbeitsplatz. Der tierische Aktionstag soll zu einer größeren Akzeptanz von Hunden im täglichen Arbeitsbetrieb verhelfen.

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