Ein Beagle sitzt alleine im Wohnzimmer.
Erziehung und Training

Trennungsangst: Wenn Hunde nicht allein bleiben wollen

17.01.2024

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Als soziale Tiere suchen die meisten Hunde engen Anschluss an ihre Menschen und empfinden Stress, wenn sie allein gelassen werden. Doch sie können lernen, damit umzugehen.  Tipps zum richtigen Training und was du gegen die Panik deines Vierbeiners tun kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Trennungsängsten beim Hund vorbeugen

So rührend es ist, wenn der junge Hund uns auf Schritt und Tritt verfolgt und uns in der Wohnung nie aus den Augen lässt: Damit ist der Grundstein für spätere Trennungsangst bereits gelegt.

Gleich nach dem Einzug sollte ein junger Hund erfahren, dass es keine Katastrophe ist, wenn du in ein anderes Zimmer gehst, in das er dir nicht folgen kann. Schließe die Tür hinter dir und warte ein paar Minuten. Bleibt er ruhig, öffne die Tür und setze dich wieder auf einen Stuhl oder tue sonst irgendetwas im Zimmer. Keinesfalls darfst du jetzt den Hund begrüßen oder verhätscheln.

Das praktizierst du mehrmals am Tag. Öffne niemals die Tür, wenn der Hund weint oder an der Türe kratzt, sondern immer erst dann, wenn er ruhig ist. Allmählich kannst du dann die Zeiten verlängern, während dein Hund in einem Zimmer allein bleibt und du in einem anderen Raum bist. Schließlich kannst du die Wohnung kurz und dann immer länger verlassen, ohne dass der Hund in Panik gerät.

Trennungsangst beim Hund therapieren

Wenn der Hund bereits unter Trennungsangst leidet, brauchst du viel Geduld und Konsequenz. Je länger die Trennungsangst schon besteht, desto länger dauert auch die Therapie, da sich das Angstverhalten durch wiederholte Panikattacken immer weiter festigt. Wer also glaubt, da müsse der Hund durch, verschlimmert dessen Leiden, statt ihm zu helfen.

Der richtige Warteplatz, um den Hund ans Alleinsein zu gewöhnen

Bevor du mit dem Training beginnst, trainiere das Schicken auf einen Schlaf-, Ruhe- oder Warteplatz. Definiere einen Ort, auf den der Hund sich zurückziehen soll, während du abwesend bist. Das kann eine Decke oder ein Körbchen sein. Der Platz sollte sich in einer Ecke befinden, damit der Hund keinen Überblick über die Umgebung hat, also keine Wachfunktion übernehmen muss.

Diesen Platz machst du ihm angenehm, indem er dort – und nur dort – feinste Leckerbissen und sein absolutes Lieblingsspielzeug bekommt – zum Beispiel einen Kong, einen Futterball oder ein Quietschie. Leckerbissen und Hundespielzeug dürfen ab sofort nur dort angeboten werden und müssen immer weggeräumt werden, wenn der Hund vom Platz aufstehen darf. Ziel ist es, dem Hund das Gefühl zu vermitteln, dass der Aufenthalt auf seinem Platz prima ist.

Verbinde das Locken auf diesen Platz mit einem Schlüsselwort, das idealerweise fröhlich gerufen wird: „Auf die Decke!“, „Auf den Platz!“, „Geh schlafen!“. Deine Wortwahl ist egal, sie muss nur klar verknüpfbar mit dem Gang auf die Decke sein. Erst sollte der Hund nur kurz dortbleiben müssen, während du noch im Raum bist. Dann verlängerst du seinen Aufenthalt dort und schließlich verlässt du den Raum.

Um zu kontrollieren, ob der Hund sich ruhig verhält, sind eine Videokamera oder ein Babyfon nützlich. Bleibt der Hund ruhig und geht nicht ergeben, sondern fröhlich auf seinen Platz, hast du gewonnen und kannst deine Abwesenheit erst aus dem Raum, dann aus der Wohnung ganz allmählich verlängern.

Auf Winseln, Gebell oder Kratzen reagierst du nicht, sondern wartest einen ruhigen Moment ab, um wiederzukommen.

Weggehen und Wiederkommen bei Trennungsangst

Das Entfernen aus der Wohnung sollte immer ohne große Worte oder Trost erfolgen. Pfeife fröhlich vor dich hin, zeige deine gute Stimmung deutlich und gehe, ohne sich um den Hund zu kümmern, zur Haustüre. Stimmungsübertragung macht einen Großteil der Hundegefühle aus, deshalb ist ein Abschied mit mitleidigen Worten kontraproduktiv. Er ängstigt den Hund.

Um ihm das Alleinsein zu versüßen, haben sich die Lieblingsspielzeuge und Leckerbissen bewährt, die ihm abwechselnd zur Verfügung stehen, damit sie ihren Reiz nicht verlieren. Ganz wichtig ist es, sofort bei der Rückkehr die tollen Spielsachen wegzuräumen und kein großes Begrüßungsszenario zu veranstalten. Erst wenn der Hund sich beruhigt hat, ruf ihn zu dir und knuddel ihn durch oder gehe eine Runde Joggen mit dem Hund. Es kann Wochen dauern, bis die positiven Gefühle des Hundes seine Ängste überdecken. Aber mit Geduld und Konsequenz kann jeder Hund lernen, ohne Angst allein zu bleiben.

Und falls die Trennung doch dauerhaft ist, weil der/die Besitzer:in wechselt? Dann lies hier nach, wie du im Falle einer Trennung mit Hund dem geliebten Haustier bei der Bewältigung helfen kannst.

FAQ: Häufige Fragen zur Trennungsangst bei Hunden

Was hilft bei Trennungsangst beim Hund?

Gewöhne deinen Hund ans Alleinsein, indem du in einen anderen Raum gehst und ihn ein paar Minuten allein lässt. Lass ihm am besten eine spaßige Ablenkung, wie sein Lieblingsspielzeug oder Leckerli da. Wenn er ruhig bleibt, kehre nach ein paar Minuten ohne viel Aufsehen in den Raum zurück.

Wie bringe ich meinen Hund dazu, allein zu bleiben?

Um den Hund ans Alleinsein zu gewöhnen, sind Geduld und Konsequenz nötig. Idealerweise sollte er bereits als Welpe lernen, dass es keine Katastrophe ist, wenn du in ein anderes Zimmer gehst, in das er nicht folgen kann. Verlasse mehrmals am Tag den Raum, schließe die Tür hinter dir und warte ein paar Minuten, bis du wieder ohne viel Aufsehen zurückkehrst.

Kann ein zweiter Hund bei Trennungsangst helfen?

Ein zweiter Hund kann bei Trennungsangst helfen, aber es gibt keine Garantie. Wichtig ist, dass sich beide Hunde miteinander verstehen, um zusätzliche Probleme zu vermeiden. Außerdem muss der zweite Hund ebenfalls an das Alleinsein gewöhnt werden, um das Risiko zu vermeiden, dass sich beide Hunde in ihrer Angst gegenseitig verstärken.

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