Reitlehrerin führt Kind auf Pferd über den Trainingsplatz.

Tierberufe im Porträt: Reitlehrer und Reitlehrerinnen

19.06.2026

Reitlehrer und Reitlehrerinnen bringen Menschen das Reiten bei oder helfen ihnen, darin besser zu werden. Dabei geben sie Sicherheit, motivieren und zeigen, wie man richtig mit einem Pferd umgeht.

Wer in diesem Beruf arbeitet, muss selbst gut reiten und sein Wissen vermitteln können. Auch Einfühlungsvermögen und ein gutes Gespür sind wichtig. Schließlich führt man als Reitlehrer oder Reitlehrerin zwei Welten zusammen: die Welt der Menschen und die Welt der Pferde.

In unserem Artikel erfährst du alles Wissenswerte über das Berufsbild, angefangen bei typischen Alltagsaufgaben bis hin zu wichtigen Absicherungen.

Was macht ein Reitlehrer eigentlich?

Die Aufgaben von Reitlehrern und Reitlehrerinnen sind vielfältig. Neben dem eigentlichen Unterricht kümmern sie sich um die Pferde und die gesamte Organisation drumherum.

Unterrichten

Der Reitunterricht ist ein wesentlicher Teil der Arbeit von Reitlehrern und Reitlehrerinnen. Das beinhaltet:

  • Reitstunden geben, für Anfänger und Fortgeschrittene
  • Techniken erklären, zeigen und korrigieren, zum Beispiel Sitz, Hilfengebung und Gleichgewicht
  • Wissen zum Umgang mit Pferden vermitteln
  • Übungen je nach Niveau und Fortschritt anpassen
  • motivieren und konstruktives Feedback geben

Arbeit mit Pferden

Reitlehrer und Reitlehrerinnen arbeiten nicht nur mit Menschen, sondern auch eng mit den Pferden. Sie müssen das Verhalten der Tiere verstehen und einordnen können. Anleitung und Ausbildung sind wichtige Kernbereiche. Oft sind Reitlehrer und Reitlehrerinnen auch für die Haltung und Pflege zuständig.

  • Pferde an den Unterricht gewöhnen und darauf vorbereiten
  • eigene Pferde trainieren und ausbilden
  • Pferde bei Turnieren und Wettkämpfen betreuen
  • richtige Versorgung und Pflege der Tiere sicherstellen
  • auf Gesundheit und Wohlergehen der Pferde achten

Organisation

Neben der Arbeit mit Mensch und Tier gibt es einiges zu organisieren.

  • Stundenpläne erstellen und Termine verwalten
  • Schüler und Eltern informieren und beraten
  • Stallalltag koordinieren
  • Turnierteilnahmen vorbereiten und begleiten
  • Material und Ausrüstung pflegen und instand halten

Der Berufsalltag von Reitlehrern und Reitlehrerinnen

Der Arbeitsalltag von Reitlehrern und Reitlehrerinnen beginnt weit vor dem Unterricht. Zuerst füttern und versorgen sie die Pferde. Danach kontrollieren sie Hilfsmittel und Ausstattung wie Sättel und Zaumzeug. Alles muss intakt sein und für den Einsatz vorbereitet werden.

Während des Unterrichts arbeiten Reitlehrer und Reitlehrerinnen eng mit Mensch und Tier zusammen. Sie erklären Techniken, machen selbst Übungen vor und korrigieren ihre Schülerinnen und Schüler. Dabei behalten sie Pferd und Mensch gleichzeitig im Blick. So können sie einschreiten, falls Probleme entstehen.

Reitlehrer und Reitlehrerinnen unterrichten Menschen unterschiedlicher Altersstufen und Erfahrungslevel. Sie betreuen Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Manche stehen noch ganz am Anfang. Andere sind schon fortgeschritten. Darauf müssen sich Reitlehrer und Reitlehrerinnen einstellen und ihre Lehrstunden entsprechend anpassen.

Nach dem Unterricht ist die Arbeit noch nicht getan. Die Pferde müssen abgesattelt, geputzt und abermals versorgt werden. Der Reitlehrer oder die Reitlehrerin prüft, ob die Tiere die Einheit gut überstanden haben. Häufig folgt ein kurzes Feedbackgespräch mit den Schülerinnen und Schülern, damit sie ihre Leistung besser einschätzen können. Parallel dazu notiert sich der Reitlehrer oder die Reitlehrerin wichtige Beobachtungen für das nächste Training.

Die Arbeit als Reitlehrer oder Reitlehrerin ist körperlich anspruchsvoll. Zum einen ist Kondition gefragt, da man mehrmals am Tag Reitkünste demonstriert und Ausritte begleitet. Zum anderen ist man verschiedenen äußeren Faktoren ausgesetzt. Bei der Arbeit im Freien sind es unterschiedliche Witterungsverhältnisse wie Hitze, Kälte, Regen und Wind. In geschlossenen Räumen warten Stallgerüche und Staub.

Die Arbeitszeiten richten sich meist nach den Reitschülerinnen und Reitschülern. Diese haben häufig nur in den Abendstunden oder am Wochenende Zeit. Im Profisport ist man wiederum an feste Turnier- und Wettkampftage gebunden. Die Arbeitszeiten fallen dementsprechend anders aus als etwa bei klassischen Bürojobs.

Wichtige Fähigkeiten: Das solltest du als Reitlehrer oder Reitlehrerin mitbringen

Wenn du Reitlehrer oder Reitlehrerin werden möchtest, solltest du bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringen.

Reiterliches Können

Wer Menschen das Reiten beibringen möchte, muss es selbst können, und zwar auf professionellem Niveau. Sehr gute reiterliche Fähigkeiten sind daher die Grundlage, um Reitlehrer oder Reitlehrerin zu werden. Dazu gehören:

  • sicherer Umgang mit Pferden verschiedener Rassen und Charaktere
  • tiefes Verständnis für Pferdeausbildung, Pferdepflege und Pferdegesundheit
  • Fähigkeit, Pferde einzureiten und mit Problempferden umzugehen
  • sicheres Lesen der Körpersprache und des Verhaltens von Pferden
  • Kenntnisse in verschiedenen Reitdisziplinen wie Dressur, Springen oder Westernreiten
  • Fähigkeit, Übungen korrekt vorzureiten und damit als Vorbild zu fungieren

Pädagogisches Geschick

Gut zu reiten bedeutet nicht automatisch, gut zu unterrichten. Es braucht auch die Fähigkeit, Sachverhalte zu vermitteln. Dabei spielen folgende Aspekte eine Rolle:

  • klare und verständliche Kommunikation
  • Geduld und Empathie
  • Fähigkeit, Feedback motivierend und konstruktiv zu formulieren

Soziale Fähigkeiten

Als Reitlehrer oder Reitlehrerin sollte man auch bestimmte kognitive und soziale Fähigkeiten mitbringen.

  • Beobachtungsgabe: Im Unterricht passiert vieles gleichzeitig. Als Reitlehrer oder Reitlehrerin musst du Pferd und Mensch kontinuierlich im Blick behalten. Nur so kannst du einschätzen, ob es Lernfortschritte gibt und das Reiterpaar harmoniert.
  • Reaktionsgeschwindigkeit: In brenzligen Situationen musst du in der Lage sein, schnell einzugreifen.
  • Verantwortungsbewusstsein: Als Reitlehrer oder Reitlehrerin trägst du Verantwortung für Tier und Mensch. Deswegen ist ein hohes Maß an Fürsorge und Umsicht gefragt.
  • Sorgfalt: Nachlässigkeit kann im Reitsport schnell gefährlich werden. Sorgfalt ist daher besonders wichtig, sei es beim Umgang mit Pferden oder bei der Unterrichtsvorbereitung.
  • Selbstständigkeit: Du musst deinen Alltag gut organisieren können, Entscheidungen treffen und auch in stressigen Situationen den Überblick behalten.

Als Reitlehrer oder Reitlehrerin zu arbeiten, ist vielschichtig und mitunter herausfordernd. Ein Grundgerüst an wichtigen persönlichen Fähigkeiten hilft dir in diesem Beruf sehr weiter.

Ausbildung und Qualifikation von Reitlehrern und Reitlehrerinnen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich zum Reitlehrer oder zur Reitlehrerin ausbilden zu lassen.

Nebenberuflich über Trainerlizenzen

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bietet die Möglichkeit, nebenberuflich Trainerlizenzen zu erwerben. Darüber kann man sich als Reitlehrer oder Reitlehrerin qualifizieren. Das Lizenzsystem ist abgestuft. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf.

  • Trainer C (Einstieg): befähigt zum Unterricht von Freizeitreiterinnen und Freizeitreitern und in Vereinen
  • Trainer B (Aufbau): befähigt zum Unterricht von fortgeschrittenen Reitern und Reiterinnen
  • Trainer A (höchste Stufe): befähigt zum Unterricht von Leistungssportlern und Leistungssportlerinnen

Bei der Ausbildung werden theoretisches Wissen und praktische Reitfertigkeiten vermittelt. Dressur und Springen bilden die Grundlage. Wer möchte, kann sich auf bestimmte Reitweisen spezialisieren, etwa Westernreiten oder Distanzreiten. Wichtig zu wissen ist, dass die Ausbildung mit Kosten verbunden ist.

Weg über die Berufsausbildung

Alternativ kann man den Beruf des Pferdewirts oder der Pferdewirtin mit der Fachrichtung Klassische Reitausbildung erlernen. Das ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Er dauert in der Regel drei Jahre.

Darauf aufbauend ist eine Weiterbildung zum Pferdewirtschaftsmeister oder zur Pferdewirtschaftsmeisterin möglich. Das ist die höchstmögliche Qualifikationsstufe in der Pferdebranche. Man kann sich hier unter anderem auf die klassische Reitausbildung spezialisieren.

Für alle Wege gilt: Ohne eigene Reiterfahrung geht es nicht. Wer Reitlehrer oder Reitlehrerin werden möchte, sollte selbst im Sattel gesessen haben, am besten in verschiedenen Disziplinen und auf unterschiedlichen Pferden.

Zugangsvoraussetzungen

Welche Voraussetzungen man für eine Aus- oder Weiterbildung erfüllen muss, ist je nach Anbieter unterschiedlich. Gefordert werden mitunter:

  • Mitgliedschaft in einem Reitverein
  • Reiterpass
  • Besitz spezifischer Reitabzeichen, oft RA 4 oder RA 3
  • Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses
  • polizeiliches Führungszeugnis

Risiken im Berufsalltag

Der Umgang mit Pferden ist nicht ungefährlich. Selbst das liebste Tier kann unvorhersehbar reagieren und Menschen in riskante Situationen bringen.

Möglich sind beispielsweise folgende Szenarien:

  • Ein Schüler fällt während einer Übung vom Pferd und verletzt sich.
  • Ein Pferd tritt während des Unterrichts ein anderes Tier oder eine Person.
  • Ein Pferd läuft unkontrolliert vom Reitplatz und verursacht einen Verkehrsunfall.
  • Ein Schüler verletzt sich, weil die Ausrüstung nicht intakt war.
  • Bei einem Ausritt beschädigt ein Pferd das Eigentum Dritter, zum Beispiel einen Zaun.
  • Ein Zuschauer wird auf dem Reitgelände von einem Pferd verletzt.

Beim Unterricht mit Anfängern und Anfängerinnen ist das Unfall- und Verletzungsrisiko oft besonders hoch. Unerfahrene Reiter und Reiterinnen können gefährliche Situationen noch nicht einschätzen und reagieren weniger kontrolliert.

Problematisch daran ist, dass du als Reitlehrer oder Reitlehrerin haftest, wenn durch dich ein Schaden entsteht. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn du ein falsches Kommando gegeben, ein ungeeignetes Pferd ausgesucht oder ein Hindernis zu hoch aufgebaut hast. Du haftest auch, wenn du den Schaden versehentlich oder aus Unachtsamkeit verschuldet hast. Das kann teuer werden.

Die Berufshaftpflichtversicherung für Reitlehrer und Reitlehrerinnen

Als Reitlehrer oder Reitlehrerin trägst du die Verantwortung für das, was während deines Unterrichts auf dem Reitplatz passiert. Kommt es zu einem Personen- oder Sachschaden, kann es sein, dass du dafür aufkommen musst. Mit einer Berufshaftpflichtversicherung bist du im Schadenfall vor hohen Kosten geschützt.

Was deckt eine Berufshaftpflichtversicherung ab?

Eine Berufshaftpflichtversicherung springt ein, wenn im Rahmen deiner Tätigkeit als Reitlehrer oder Reitlehrerin ein Schaden entsteht. Konkret beinhaltet das:

  • Personenschäden: Verletzungen von Personen während des Reitunterrichts
  • Sachschäden: Schäden an Fahrzeugen, Kleidung, Ausrüstung oder anderen Gegenständen
  • Vermögensschäden: finanzielle Folgeschäden, beispielsweise Arbeitsunfähigkeit wegen einer schweren Verletzung
  • Rechtsschutz im Streitfall: Der Versicherer prüft Ansprüche und vertritt dich bei unberechtigten Forderungen.

Mit einer Berufshaftpflicht musst du keine finanzielle Belastung aufgrund von Schadenersatzanforderungen fürchten. So kannst du dich unbesorgt auf deine Arbeit konzentrieren.

Worauf sollte man beim Abschluss achten?

Beim Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung solltest du darauf achten, dass die Deckungssumme hoch genug ist. Durch Pferde können schwere Schäden entstehen, die mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Genauso wichtig ist ein Blick auf den Leistungsumfang: Greift die Versicherung auch bei Ausritten und Wanderritten? Was gilt bei Reitprüfungen oder öffentlichen Veranstaltungen? Und wie ist der Schutz geregelt, wenn Hilfspersonen im Einsatz sind?

Die Uelzener Berufshaftpflicht für Reitlehrerinnen und Reitlehrer

Die Uelzener bietet für mobil arbeitende Reitlehrer und Reitlehrerinnen ohne eigene Reitschule eine speziell zugeschnittene Berufshaftpflichtversicherung.

Mit einer Summe von 15 Millionen Euro deckt sie Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, sodass du im Ernstfall auf der sicheren Seite bist.

Das Leistungsspektrum bildet den typischen Berufsalltag umfassend ab:

  • Unterricht in Theorie und Praxis
  • Leitung und Beaufsichtigung von Reitprüfungen
  • Ausritte, Wanderritte und Trekkingtouren im Rahmen des Unterrichts
  • Durchführung von Veranstaltungen und Ausflügen
  • Verwendung von Übungsgeräten im Unterricht
  • Korrekturreiten, ohne Schäden am Pferd
  • Schlüsselverlust bis 70.000 Euro
  • Mitversicherung von bis zu 4 Hilfspersonen

Betreibst du einen Reitbetrieb, bist du auch für die Verkehrssicherungspflicht des Geländes zuständig. In dem Fall musst du das Grundstück zusätzlich versichern. Hier bietet sich die Uelzener Haftpflichtversicherung für Pferdebetriebe an.

Fazit

Als Reitlehrer oder Reitlehrerin zu arbeiten bedeutet mehr, als zu unterrichten. Es bedeutet, Mensch und Tier einander näherzubringen, Vertrauen aufzubauen und Fortschritte zu begleiten. Zu erleben, wie aus einem unsicheren Schüler mit der Zeit ein selbstbewusster Reiter wird, ist eine Erfahrung, die nur wenige Berufe so unmittelbar bieten.

Die Arbeit erfordert viel Disziplin, körperlichen Einsatz und ein hohes Maß an Verantwortung. Wer sich darauf einlässt und sich dabei fachlich und versicherungstechnisch gut aufstellt, kann darin echte Erfüllung finden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Berufsbild des Reitlehrers/der Reitlehrerin

Kann man als Reitlehrer selbstständig arbeiten?

Ja, viele Reitlehrer und Reitlehrerinnen sind selbstständig tätig. Das bedeutet mehr Freiheit, aber auch mehr unternehmerische Verantwortung.

Wie sehen die Berufsaussichten aus?

Der Reitsport erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Gut ausgebildete Reitlehrer und Reitlehrerinnen sind besonders in ländlichen Regionen mit aktiver Reitkultur gefragt.

Kann man als Reitlehrer auch online unterrichten?

Theoriestunden, Trainingsbegleitung und Analysen per Videocall gewinnen auch im Reitsport an Bedeutung. Komplett ersetzen lässt sich der praktische Unterricht damit nicht. Aber es eignet sich gut als Ergänzung, um Schüler und Schülerinnen zwischen den Trainingseinheiten zu begleiten.

Wie geht man als Reitlehrer mit schwierigen Schülern um?

Angst vor Pferden, mangelndes Körpergefühl oder unrealistische Erwartungen gehören zum Alltag. Als Reitlehrer oder Reitlehrerin musst du die Grenzen deiner Schüler und Schülerinnen erkennen und deinen Unterricht entsprechend anpassen.

Wie wichtig ist Weiterbildung in diesem Beruf?

Sehr wichtig. Trainingsmethoden im Pferdesport entwickeln sich weiter. Es gibt fortwährend neue Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft und Tierverhaltensforschung. Wer am Ball bleibt, kann das in die Ausbildung einfließen lassen und sich von Wettbewerbern abheben.

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