braune Stute legt ihren Kopf schützend auf den Rücken des Fohlens.
Erziehung und Training

Fohlen sicher aufwachsen lassen

07.04.2022

Den Traum vom eigenen Fohlen haben viele Pferdehalter:innen. Doch was gilt es bei Haltung und Erziehung des Nachwuchs zu bedenken? Wie gestaltet man die ersten Tage, Wochen und Monate pferdegerecht – und noch dazu sicher?

Gesundes und sicheres Aufwachsen eines Fohlens beginnt schon mit dem Zeitpunkt der Geburt. Fällt der Tag, an dem der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt, auf einen sehr frühen Zeitpunkt im Jahr, kann es passieren, dass das Fohlen wetterbedingt seine ersten Lebenswochen mehr in der Box als auf der Weide verbringt. Genügend Bewegung – möglichst in der Herde – ist aber gerade in den ersten Wochen unerlässlich für die Reifung des jungen Organismus und die Entwicklung eines ausgeglichenen Sozialverhaltens. Ein Geburtstermin im späten Frühjahr ist dagegen ideal. Dann kann das Fohlen bereits nach wenigen Tagen mit der Mutterstute auf die Weide.

Die ersten Tage im Leben eines Fohlens

In den ersten Tagen nach der Geburt des Fohlens entwickeln viele Stuten einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Diesen sollte man unbedingt berücksichtigen, um die eigene Sicherheit und die der Pferde zu gewährleisten. Sind Stute und Fohlen in der Box, sollte man Abstand halten und sich immer zuerst der Mutterstute nähern. So kann man an ihrem Verhalten beobachten, ob sie ein Näherkommen zum Fohlen zulässt. Legt sie die Ohren an, dreht sie einem gar die Kruppe zu oder stellt sie sich beschützend vor ihr Fohlen? Dann helfen nur Geduld und ein ruhiges, langsames Herangehen an die Stute. Auf der Weide kann man ebenfalls häufig beobachten, dass die Mutterstute ihr Neugeborenes in den ersten Tagen regelrecht von den Artgenossen abschirmt. So verständlich der Wunsch ist, das Fohlen sofort zu streicheln – um sich selbst und die Pferde nicht zu gefährden, sollte man der Stute und ihrem Nachwuchs etwas Zeit lassen, bevor man das Fohlen zum ersten Mal berührt. Gerade in den ersten Tagen ist die Entwicklung der Mutter-Kind-Bindung besonders wichtig. Erfahrene Züchter:innen lassen daher die Stute mit dem neugeborenen Fohlen erst nach ein paar Tagen zurück in die Weidegruppe.

Sicher und gesund aufwachsen

Bewegung, frische Luft, ausreichend Muttermilch und Sozialkontakte – das sind die wichtigsten Faktoren, damit ein Fohlen in den ersten Lebenswochen sicher, gesund und artgerecht aufwachsen kann. Im Idealfall ist das Fohlen zügig nach der Geburt täglich mit der Mutter und weiteren Stuten-Fohlen-Paaren auf der Weide. Gerade in den ersten Tagen hält sich der Nachwuchs eng an die Mutterstute. Im Hinblick auf die Sicherheit ist dies ganz entscheidend: Dadurch, dass das Fohlen der Mutter auf dem Weg von der Box zur Weide und auch dort dicht folgt, lernt es, Gefahren und Begrenzungen zum Beispiel bei engeren Wegen, am Gatter oder am Weidezaun  einzuschätzen. So wird das Verletzungsrisiko beim vierbeinigen Nachwuchs gering gehalten.

Merke: Den größten Anteil der Erziehungsarbeit eines Fohlens sollten in seinen ersten Lebensmonaten zunächst die Mutterstute und die Herde übernehmen, nicht der Mensch!

Fohlen an den Menschen gewöhnen

Schon ein paar Tage nach der Geburt kann man beginnen, das Fohlen an den Menschen zu gewöhnen. Wichtig dabei ist, mit dem Fohlen stets so umzugehen, wie es das aus der Herde kennt. Ruhiges Ansprechen, langsame Bewegungen, allmähliches Annähern sollten die ersten Ziele sein. Feste Bezugspersonen helfen, das Vertrauen in den Menschen aufzubauen und zu stabilisieren. Manche Züchter:innen beginnen mit der Gewöhnung an die Berührung des Menschen in der Box. Sie suchen sich einen festen Platz in der Box, machen sich klein, indem sie sich zum Beispiel hinhocken, und nutzen die natürliche Neugier des Fohlens für eine vertrauensvolle Annäherung. Nach ein paar Tagen ist es meist problemlos möglich, auf das Fohlen zuzugehen und es zu berühren.

Sicher durch die Fohlenzeit

Einen wesentlichen Punkt sollten Fohlenbesitzer:innen in puncto Sicherheit nicht aus den Augen verlieren – und das ist die Pferdehalter-Haftpflichtversicherung. Wenn man selbst Besitzer:in der Mutterstute ist und für diese bereits eine Versicherung besteht, ist das Fohlen zunächst bis zum vollendeten zwölften Lebensmonat bei der Uelzener beitragsfrei mitversichert. Kauft man ein Fohlen oder einen Absetzer, muss dagegen unabhängig vom Alter sofort eine Versicherung abgeschlossen werden.

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