Jubel, Getrommel, Gesänge, La-Ola-Wellen – ein Fußballspiel im Stadion kann ein echtes Erlebnis sein. Man ist mittendrin im Geschehen und fiebert mit den anderen mit. Um sich von der Stimmung anstecken zu lassen, braucht es kein Expertenwissen. Es geht um die Gemeinschaft und den Spaß am Sport
Viele möchten diese Erfahrung gerne mit Freunden oder der Familie teilen. Doch wie sieht es mit dem eigenen Vierbeiner aus? Dürfen Hunde mit ins Stadion? Und ist das überhaupt eine gute Idee? In unserem Artikel erfährst du alles, was du dazu wissen musst.
Mit Hund ins Stadion: Allgemeine Regelungen
In deutschen Fußballstadien ist es Besucherinnen und Besuchern überwiegend verboten, Tiere mitzunehmen. Eine Ausnahme wird oft Assistenzhunden gemacht. Sie ermöglichen Menschen mit Handicap die Teilhabe am öffentlichen Leben. Für Assistenzhunde gelten jedoch bestimmte Regeln.
Auch auf Sportplätzen und in öffentlichen Sportanlagen sind Hunde in der Regel nicht erlaubt. Die Bestimmungen variieren zwar je nach Stadt und Gemeinde. Trotzdem herrscht auf allgemein genutzten Sportflächen meist ein Hundeverbot.
Etwas anders kann es bei privaten Sportstätten und Vereinsstadien aussehen. Hier ist die Mitnahme von Hunden im Hausrecht unterschiedlich geregelt. Manchmal sind bei bestimmten Veranstaltungen oder auf speziell ausgewiesenen Flächen Hunde erlaubt. Aber auch hier sind Verhaltensregeln zu berücksichtigen. In den meisten Fällen müssen Hunde an der Leine geführt werden oder auch einen Maulkorb tragen.
Warum ein Hund im Stadion problematisch ist
Hunde sind nicht ohne Grund in den meisten Stadien verboten. Was bei uns für gute Stimmung sorgt, ist für unsere Vierbeiner purer Stress. Im Stadion kommen viele Menschen auf engem Raum zusammen. Lautes Anfeuern, Fangesänge, Gejohle, Pfiffe – all der Lärm kann Hunde überfordern und verunsichern. Darüber hinaus begegnen ihnen unzählige, fremde Gerüche.
Besonders problematisch wird es, wenn es zu Gedränge, Krawallen oder den Einsatz von Pyrotechnik kommt. Hunde können dadurch in Panik geraten und sich selbst oder andere verletzen.
Auch für stresserprobte Tiere ist ein Fußballstadion kein geeigneter Ort. Zum einen dürfen sie nirgends ihr Geschäft verrichten. Zum anderen kommt es bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen zwangsläufig dazu, dass Getränke verschüttet werden und Essen herunterfällt. Tut sich ein Hund daran gütlich, kann das zu gesundheitlichen Problemen führen.
Nicht nur das Wohlbefinden des Hundes spielt eine Rolle. Es gibt Menschen, die Angst vor Hunden haben. Sie fühlen sich dann vielleicht unwohl und können das Spiel gar nicht richtig genießen.
Kein Stadionverbot für Assistenz- und Polizeihunde
Hunde sind in vielen Stadien verboten. Eine Ausnahme wird jedoch oft Assistenzhunden gemacht. Auch Polizei- und Diensthunde dürfen ins Stadion.
Recht auf Teilhabe: Assistenzhunde im Stadion
Seit 2002 gibt es in Deutschland das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Es soll dafür sorgen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen nicht benachteiligt werden. 2021 wurde eine neue Regelung (§ 12e BGG) ergänzt. Sie besagt, dass Menschen mit Handicap ihren Assistenzhund mit in öffentliche Einrichtungen nehmen dürfen. Zu solchen Einrichtungen zählen auch Sport- und Freizeitstätten wie Fußballstadien. Sie haben gegenüber Assistenzhunden eine sogenannte Duldungspflicht.
Assistenzhund mit ins Stadion nehmen: Voraussetzungen im Überblick
Damit ein Assistenzhund ein Stadion betreten darf, müssen bestimmte gesetzliche und organisatorische Voraussetzungen erfüllt sein:
- Anerkannte Ausbildung und Zertifizierung:
Der Assistenzhund muss von einer anerkannten Ausbildungsstelle geprüft und zertifiziert worden sein. - Rechtzeitige Anmeldung beim Stadionbetreiber:
In vielen Stadien ist eine vorherige Anmeldung erforderlich – teilweise mehrere Wochen vor dem Spiel. - Nachweis und Kennzeichnung:
Der Hund muss sichtbar als Assistenzhund gekennzeichnet sein. Der Halter oder die Halterin muss den offiziellen Ausweis der Mensch-Assistenzhund-Gemeinschaft mitführen. - Leinenpflicht und Sicherheitsvorgaben:
Häufig sind Leine, spezielles Geschirr und Maulkorb vorgeschrieben. - Verlässliches Verhalten:
Der Hund muss ruhig, gut sozialisiert und jederzeit kontrollierbar sein.
Im Dienst der Sicherheit: Polizeihunde im Stadion
Polizeihunde helfen dabei, für Sicherheit im Stadion zu sorgen. Spürhunde suchen nach gefährlichen Gegenständen, zum Beispiel Pyrotechnik oder Sprengstoff. Schutzhunde schützen Personen bei Ausschreitungen. Ihre Anwesenheit kann dazu beitragen, dass Situationen gar nicht erst eskalieren.
Polizei- und Diensthunde sind keine privaten Besucherhunde, sondern dienstlich genutzte Hunde. Sie dienen der Gefahrenabwehr, damit während des Fußballspiels nichts passiert. Als Teil eines übergeordneten Sicherheitskonzept sind sie im Stadion erlaubt.
Zwar sind Polizei- und Diensthunde speziell für stressige Situationen ausgebildet. Trotzdem sind der Lärm und die Menschenmengen im Stadion eine Herausforderung für die Tiere. Deswegen tragen sie in vielen Fällen einen Maulkorb und einen Ohrenschutz.
Hund im Kreisliga-Stadion: Diese Regeln gelten
In kleineren Vereinsstadien oder bei Kreisliga-Spielen können Hunde teilweise erlaubt sein. Dabei gelten in der Regel folgende Vorgaben:
- Leinenpflicht: Der Hund muss während des gesamten Aufenthalts angeleint sein.
- Maulkorb bei Bedarf: Je nach Hausordnung kann ein Maulkorb vorgeschrieben sein.
- Ausreichende Vorbereitung: Der Hund sollte vor dem Spiel Bewegung bekommen und sein Geschäft erledigt haben.
- Wasserversorgung sicherstellen: Der Hund muss jederzeit trinken können.
- Schutz vor Hitze: Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.
Grundsätzlich sollte man sich über die lokalen Bestimmungen und die Hausordnung der Sportanlage informieren. Verstöße gegen das Hausrecht oder gegen kommunale Vorschriften können eine Strafe nach sich ziehen.
Übrigens: Kommt es durch den Hund zu einem Schaden, haftet der Halter oder die Halterin. Eine Hundehaftpflichtversicherung ist daher sehr wichtig. Sie schützt vor hohen Kosten, wenn durch den Hund Personen-, Sach- und Vermögensschäden entstehen. In vielen Bundesländern ist eine Hundehaftpflicht gesetzlich vorgeschrieben.
Fazit
Für die meisten Hunde ist ein Fußballstadion kein geeigneter Ort. Der Lärm, die vielen Menschen und die hektische Stimmung bedeuten großen Stress für die Tiere. Das kann schnell gefährlich werden. Deshalb sind Hunde in großen Stadien und auf öffentlichen Sportplätzen verboten. Ausnahmen gelten für Assistenzhunde sowie für Polizei- und Diensthunde.
Wer seinen Hund mit ins Stadion nehmen darf, sollte gut vorbereitet sein und Rücksicht nehmen. Auch wenn gemeinsame Erlebnisse schön sind, ist es oft besser, den Hund in einer ruhigen Umgebung zu lassen. Denn echte Tierliebe heißt, das Wohl des Hundes an erste Stelle zu setzen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Hund im Stadion
Wo finde ich die Hausregeln für mein Stadion?
Viele Stadien und Vereine veröffentlichen ihre Hausordnungen auf ihrer Webseite. Im Zweifel kannst du beim Verein oder Veranstalter anrufen und dich direkt erkundigen. Bei öffentlichen Sportstätten können die Kommunen weiterhelfen.
Was passiert bei Verstößen gegen die Hausordnung?
Wer seinen Hund trotz Verbot mitnimmt oder sich nicht an die Regeln (bspw. Leinenpflicht) hält, kann des Stadions verwiesen werden. Auch Geldstrafen sind möglich.
Wie laut ist es in einem Stadion für Hunde?
Im Stadion können Lautstärken von über 100 Dezibel erreicht werden. Das entspricht dem Geräusch einer Motorsäge. Für Hundeohren ist das extrem belastend.
Gibt es spezielle Hundebereiche in Stadien?
Einige wenige Stadien bieten Sonderbereiche für Assistenzhunde an. Für normale Begleithunde gibt es solche Angebote in der Regel nicht.
Dürfen Hunde mit in den VIP-Bereich oder in die Loge?
Auch für Logen und VIP-Bereiche gelten die jeweiligen Stadionregeln. Wenn es ein Hundeverbot gibt, trifft das auch für diese Bereiche zu.
Darf der Hund vor dem Stadion warten?
Nein. Einen Hund vor dem Stadion anzubinden ist gefährlich und kann als Verstoß gegen den Tierschutz gewertet werden.
Darf ich einen Hund in einer Tragetasche mitnehmen?
Wenn Hunde im Stadion nicht erlaubt sind, darf man sie auch nicht in einer Tragetasche mitnehmen.
Können Vereine eigene Hundetage im Stadion anbieten?
Theoretisch ja. Das passiert aber selten. Solche Events müssen tierschutzgerecht gestaltet sein.






