Sibirische Katze im Schnee.
Rasseportrait

Sibirische Katze: Sanfte Schönheit aus dem kalten Norden

10.01.2026
RasseportraitDie Ragdoll

Die Sibirische Katze ist eine beeindruckende Erscheinung. Sie hat dichtes, flauschiges Fell und einen kräftigen Körperbau. 

Ursprünglich stammt sie aus den nördlichen Regionen Russlands. Dort hat sie sich über die Jahre an Schnee, Eis und Kälte angepasst. Das prägt ihr Aussehen bis heute.

Was ihr Wesen betrifft, gilt die Sibirische Katze als freundlich, ausgeglichen und sehr menschenbezogen. Sie sucht die Nähe zu ihrer Familie, ist anhänglich, verspielt und neugierig. 

In unserem Artikel stellen wir dir die Sibirische Katze näher vor. 

Herkunft und Aussehen der Sibirischen Katze

Die Sibirische Katze gehört zur Gruppe der Waldkatzen. Damit reiht sie sich neben die Norwegische Waldkatze und Maine Coon ein. Die Waldkatzen sind nicht durch Zucht entstanden, sondern natürlich aus Hauskatzen hervorgegangen. Mittlerweile werden sie zwar gezüchtet, gelten aber ihrem Ursprung nach als Naturrassen.

Waldkatzen stammen aus kalten, nördlichen Regionen. Die Norwegische Waldkatze ist in Norwegen beheimatet, die Sibirische Katze in Sibirien und die Maine Coon im Norden der USA. Sie alle haben eine dichte Unterwolle und langes, wasserabweisendes Deckhaar. Dadurch sind sie optimal an das Klima ihrer Region angepasst und gegen Kälte und Nässe geschützt.

Verglichen mit der Norwegischen Waldkatze und der Maine Coon hat die Sibirische Katze einen rundlicheren und stämmigeren Körper und sanftere Gesichtskonturen. Ihre breiten Wangenknochen sind niedrig angesetzt, die Ohren sind mittelgroß. Das Fell kann jede Farbe, jedes Muster und jede Farbkombination aufweisen, wobei nicht alle Varianten von den Zuchtverbänden anerkannt sind.

Typisch für Sibirische Katzen sind ein üppiger Kragen um Hals und Vorderbrust sowie „Knickerbockerhosen“, also besonders plüschiges Fell an den Hinterbeinen. Außerdem haben sie „Schneeschuhe“. Das sind Haarbüschel zwischen den Zehen.

Sibirische Katzen sind große und schwere Katzen. Sie können eine Schulterhöhe von bis zu 35 cm und eine Gesamtlänge von bis zu 120 cm erreichen. Kater wiegen zwischen 7 und 9 kg. Katzen bringen zwischen 4 und 7 kg auf die Waage.

Wie die Sibirische Katze Verbreitung fand

Die Sibirische Katze gilt als russische Nationalkatze. Sie gehört einem Typus an, der ursprünglich auf dem gesamten Gebiet der ehemaligen Sowjetunion verbreitet war. 

Lange Zeit war die Sibirische Katze in Westeuropa nahezu unbekannt. Im 19. Jahrhundert wurden zwar einige Tiere nach Großbritannien importiert, dort begeisterte man sich jedoch stärker für die Perserkatze. 

Beachtung fand die Sibirische Katze erst wieder in den 1980er Jahren. Beim Bau der Druschba-Trasse, der damals größten Erdgasleitung der Welt, wurden Bauarbeiter der DDR auf die Katzen aufmerksam und nahmen einige Exemplare davon mit. Daraufhin startete man in Ostdeutschland eine Zucht. 1987 wurde die Sibirische Katze in der DDR als eigene Rasse anerkannt. 

Zur selben Zeit gelangte ein Paar Sibirischer Katzen in die BRD. Dort etablierte sich in den Folgejahren ebenfalls eine Zucht. Nach und nach fand die Sibirische Katze auch in anderen Teilen Westeuropas und in den USA Verbreitung. Seit 1992 ist die Sibirische Katze von der World Cat Federation (WCF) und seit 1998 von der Fédération Internationale Féline (FIFe) offiziell als Rasse anerkannt.

Gut zu wissen: In Deutschland wurde ursprünglich die Bezeichnung Sibirische Waldkatze verwendet. 1991 entschloss man sich jedoch, auf den Zusatz „Wald“ zu verzichten und die Rasse künftig „Sibirische Katze“ zu nennen. Das sollte dazu dienen, sie besser von der Norwegischen Waldkatze abzugrenzen.

Charakter der Sibirischen Katze

Die Sibirische Katze ist eine lebendige Katze. Sie liebt es, zu spielen, zu klettern und die Natur zu erkunden. Freigang in einem abgesicherten Garten wäre ideal. Aber auch in der Wohnung können Sibirische Katzen gut leben. Wichtig ist, dass sie ausreichend Beschäftigung und Bewegung haben.

Viele Sibirische Katzen sind dem Wasser sehr zugetan. Sie baden gern und fühlen sich vom Trinknapf oder von tropfenden Wasserhähnen nahezu magisch angezogen.

Typisch für die Rasse ist ihr warmherziges, ausgeglichenes Wesen. Sibirische Katzen suchen die Nähe und Aufmerksamkeit ihres Menschen. Sie sind treu, anhänglich und wunderbar als Familienkatzen geeignet.

Sibirische Katzen sind selbstbewusst. Wenn es um ihre Interessen geht, können sie auch mal auf stur schalten. Trotzdem ist das Zusammenleben mit ihnen in der Regel harmonisch. Sie sind recht gesprächig und maunzen und schnurren viel. Das kann auch ein Nachteil sein.

Tipps zur Haltung und Pflege

Da Sibirische Katzen sehr gesellig sind, sollten sie nicht allein gehalten werden. Mit Artgenossen und verträglichen Hunden kommen sie meist gut aus. Da die Rasse gerne jagt, klettert und springt, sollte sie in der Wohnung einen hohen Kratzbaum zur Verfügung haben. Abwechslungsreiches Spielzeug ist wichtig, denn Sibirische Katzen wollen auch mental ausgelastet werden. 

Trotz ihres plüschigen Fells sind Sibirische Katzen pflegeleicht. Um das dünnere Sommerfell kümmern sie sich allein. Unterstützung benötigen sie beim Winterfell und während des Fellwechsels. Dann sollten sie regelmäßig gebürstet werden.

Was die Gesundheit betrifft, gelten Sibirische Katzen als robust und wenig anfällig. Entscheidend ist, dass sie aus einer seriösen Zucht stammen. Erbkrankheiten lassen sich trotzdem nie ganz ausschließen. So neigen manche Zuchtlinien beispielsweise stärker zu Herzerkrankungen. 

Für ein langes Katzenleben spielt die richtige Ernährung eine große Rolle. Sie muss artgerecht, gesund und ausgewogen sowie auf den individuellen Bedarf der Katze ausgelegt sein. 

Für wen ist die Sibirische Katze geeignet?

Die Sibirische Katze passt zu vielen Menschen und Lebenssituationen. 

  • Für Familien mit Kindern: Die Sibirische Katze ist geduldig, freundlich und meist sehr gelassen. Sie kommt gut mit Kindern zurecht, wenn diese respektvoll mit ihr umgehen. 
  • Für Berufstätige mit Zeitfenstern: Zusammen mit einem Artgenossen oder Spielkameraden kann eine Sibirische Katze auch mal allein zu Hause bleiben. Trotzdem brauchen die Tiere ausreichend Zeit mit ihren Menschen. 
  • Für Katzenliebhaber, die Nähe mögen: Die Sibirische Katze ist menschenbezogen und sucht Kontakt. Aufmerksamkeit und Nähe zu ihrer Bezugsperson sind ihr wichtig.
  • Mehrkatzenhaushalte: Sibirische Katzen sind sehr sozial und verstehen sich gut mit Artgenossen, wenn die Zusammenführung behutsam erfolgt. 

Weniger geeignet ist die Sibirische Katze für Menschen, die wenig Zeit haben oder kaum Platz für Bewegung und Beschäftigung bieten können. Denn trotz ihres ruhigen Wesens ist die Rasse aktiv, neugierig und möchte Teil des Alltags sein.

Fazit

Die Sibirische Katze sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch ein wunderbares Wesen. Sie ist freundlich, verspielt und mag die Nähe zu ihren Menschen. Gleichzeitig ist sie ruhig und ausgeglichen. Wer genug Platz und Zeit für Zuwendung hat, findet in der Sibirischen Katze eine treue Begleiterin, die viel Freude ins Leben bringt.

FAQ – häufig gestellte Fragen zur Sibirischen Katze

Wie alt werden Sibirische Katzen?

Sibirische Katzen haben eine Lebenserwartung von 11 bis 15 Jahren. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen, gesundheitliche Probleme möglichst früh zu erkennen. Eine Katzenkrankenversicherung leistet dabei gute Dienste. Sie übernimmt die Kosten, wenn die Katze medizinische Hilfe braucht.

Sind Sibirische Katzen gute Kletterer?

Ja, sibirische Katzen klettern gut und leidenschaftlich gerne. Deswegen lieben sie Kratzbäume, Schränke und andere erhöhte Plätze.

Warum gelten Sibirische Katzen als besonders robust?

Die Rasse gilt als robust, weil sie sich über viele Jahre natürlich entwickelt hat. Zuchtbedingte Erbkrankheiten sind daher selten. Trotzdem gibt es Zuchtlinien, die beispielsweise zur hypertrophen Kardiomyopathie neigen. Das ist eine Verdickung des Herzmuskels. Es ist wichtig, dass Züchterinnen und Züchter ihre Würfe daraufhin untersuchen lassen.

Wann ist eine Sibirische Katze ausgewachsen?

Sibirische Katzen sind mit etwa drei Jahren vollständig ausgewachsen.

Eignet sich die Sibirische Katze für Kinder?

Sibirische Katzen kommen normalerweise gut mit Kindern aus. Trotzdem hat jedes Tier seinen eigenen Charakter. Deshalb kann es Ausnahmen geben.

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