Ob Sattel, Zaumzeug oder Steigriemen – Pferde- und Reitausrüstung besteht oft aus Leder. Zwar gibt es heutzutage viel Zubehör aus Kunststoff. Aufgrund seiner Eigenschaften ist Leder jedoch weiterhin verbreitet. Es ist langlebig, strapazierfähig und passt sich mit der Zeit optimal an.
Als Naturmaterial ist Leder jedoch empfindlicher als synthetische Alternativen. Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen können ihm zusetzen. Besonders im Winter wird Leder stark beansprucht. Nässe, Kälte und schlechte Belüftung beeinträchtigen nicht nur die Optik, sondern auch die Geschmeidigkeit und Haltbarkeit.
Mit guter Pflege kannst du dagegen steuern. Wir verraten dir, worauf es dabei ankommt.
So pflegst du Leder in der kalten Jahreszeit
Sattel- und Lederpflege ist in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Ausrüstung, Kleidung und Zubehör sind verstärkt Nässe ausgesetzt, sei es durch Regen, Schnee, Matsch oder Kondenswasser. Das ist ein Problem, weil Leder Feuchtigkeit nicht gut verträgt.
Die Nässe dringt in das Material ein. Es wird steif, verfärbt sich und verrottet. In manchen Fällen bildet sich Schimmel oder Mehltau. Das setzt dem Material ebenfalls zu und kann gesundheitsschädlich sein. Ist das Leder nicht mehr intakt, besteht die Gefahr, dass es reißt. Dadurch steigt das Risiko von Unfällen und Verletzungen.
Sättel und andere Lederausrüstung müssen daher regelmäßig gepflegt und richtig gelagert werden.
Sattel und Lederzeug richtig reinigen und trocknen
Schweiß, Staub und Schmutz sind schädlich für Leder. Sie sind ein Nährboden für Pilze und Bakterien. Schimmel kann die Folge sein. Deswegen sollten Sättel und andere Lederteile nach jeder Benutzung gereinigt werden.
So gehst du vor:
- Nimm einen leicht angefeuchteten Schwamm oder ein weiches Tuch.
- Entferne damit Schweißränder, Schmutz und andere Verunreinigungen.
- Achte darauf, das Leder nicht zu durchnässen.
- Lass die Ausrüstung nach der Reinigung gut trocknen.
- Achte darauf, dass sie dabei von allen Seiten gut belüftet wird.
- Vermeide Heizungswärme. Sie kann das Leder spröde und brüchig machen.
Darüber hinaus solltest du deine Lederausrüstung mindestens alle zwei Wochen gründlich mit Sattel- oder Lederseife reinigen. So entfernst du tiefsitzenden Schmutz.
Pflegen, nähren, schützen: Was Leder im Winter braucht
Bei Kälte verliert Leder schnell Feuchtigkeit. Darüber werden auch enthaltene Fette herausgespült. Die Folge: Das Material wird steif und brüchig.
Spezielle Produkte für die Sattel- und Lederpflege verhindern das. Sie versorgen das Leder mit Fett. Das erhält die Elastizität und schützt vor Austrocknung. Gebräuchlich sind beispielsweise:
- Lederfett: zähe bis cremige Konsistenz
- Lederbalsam: leichtere, emulsionsartige Konsistenz
- Lederöl: flüssige Konsistenz
- Lederspray: flüssig, zum Aufsprühen
- Lederschaum: schaumige Konsistenz
Reinigung und Pflege gehen Hand in Hand. Beim Auftrag eines Pflegeprodukts muss das Leder immer trocken und sauber sein. Nur dann können die Inhaltsstoffe gut in das Material einziehen.
Am besten lässt du das Pflegemittel nach dem Auftrag ein paar Minuten einwirken. Dann arbeitest du es mit einem Baumwolltuch oder einer weichen Bürste ein. Mitunter kann es notwendig sein, im Anschluss noch einmal nachzupolieren. Das Leder erhält dann einen schönen Glanz.
Auch seltener gebrauchte Gegenstände müssen in regelmäßigen Abständen gereinigt und gefettet werden. So bleiben sie intakt und sind jederzeit einsatzbereit.
Tipp: Mit Kombinationsprodukten kannst du dir die Arbeit erleichtern. Das sind Pflegemittel, die in einem Schritt reinigen, imprägnieren und pflegen.
Sattel und Lederausrüstung richtig lagern: Darauf kommt es im Winter an
Der Aufbewahrungsort für Sättel und Lederausrüstung sollte frostfrei und gut belüftet sein. Gut geeignet ist eine Sattelkammer. Die Luft muss darin zirkulieren können.
Optimal ist Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 %. Ist sie zu hoch, kann ein Luftentfeuchter helfen. Was die Temperatur betrifft, sind 10 bis 18 °C ideal. Sollte es kühler sein, kannst du einen Heizlüfter aufstellen. Achte darauf, dass es in der Kammer nicht zu warm wird. Das Leder darf der Heizluft nicht direkt ausgesetzt sein. Andernfalls trocknet es aus. Dasselbe gilt übrigens auch bei direkter Sonneneinstrahlung.
Sättel und Lederteile sollte man nur in sauberem Zustand einlagern. Sättel werden am besten in einem Sattelschoner oder einer luftdurchlässigen Hülle aufbewahrt. So bleiben sie vor Staub und Kratzern geschützt. Sattelhalter sind praktisch, um den Sattel in Form zu halten. Zaumzeug ist am besten auf einem Ständer oder in einem gut belüfteten Koffer aufgehoben.
Lederausrüstung zu pflegen, ist mit Aufwand verbunden. Aber es lohnt sich. Vor allem Sättel sind in der Anschaffung sehr kostspielig. Mit guter Pflege hast du lange Freude daran.
Was tun gegen Schimmel?
Am besten kommt es erst gar nicht zu Schimmel. Eine sorgsame Pflege und eine geeignete Lagerung sind dabei das A und O. Trotzdem ist es nicht immer möglich, Lederzeug unter Idealbedingungen aufzubewahren. In dem Fall können Lederreinigungsprodukte mit Antischimmel-Formel helfen. Sie enthalten Inhaltsstoffe (Essig o.ä.), die Schimmelsporen eliminieren.
Fazit
Im Winter ist in besonderem Maß auf eine umfassende Pflege von Sattel und Lederausrüstung zu achten. Kälte, Feuchtigkeit und schlechte Luftverhältnisse können dem empfindlichen Naturmaterial zusetzen. Dem lässt sich entgegenwirken: mit regelmäßiger Reinigung, guter Pflege und einer geeigneten Lagerung. So bleiben Sattel und Lederteile intakt und geschmeidig.
FAQ – häufig gestellte Fragen zum Thema Sattel- und Lederpflege
Was ist in Produkten für die Leder- und Sattelpflege enthalten?
Häufige Inhaltsstoffe von Lederpflegeprodukten sind:
- Vaseline
- Harze
- Wachse (Carnaubawachs, Bienenwachs etc.)
- Lanolin (Wollfett)
- Kokosfett
- Rizinusöl
- Rapsöl
- Jojobaöl
- Paraffine
Woran erkenne ich, dass Leder Pflege braucht?
Typische Anzeichen sind ein stumpfes Aussehen, raue Stellen, Knarzgeräusche beim Bewegen und ein leichtes „Trockenheitsgefühl“ beim Anfassen.
Warum ist Schweiß schädlich für Leder- und Sattelzeug?
Problematisch sind vor allem die enthaltenen Salze. Sie dringen in die Poren des Leders ein und trocknet es aus.
Kann man Leder überpflegen?
Ja. Wenn man Leder zu oft fettet, kann es ölig und speckig werden. Das hat mehrere Nachteile. Zum anderen verstopfen die Poren und das Leder kann nicht mehr „atmen“. Zum anderen kann die Oberfläche rutschig werden. Dann besteht Verletzungsgefahr beim Reiten, etwa wenn Zügel und Sattel nicht genug Grip bieten.
Wie lange hält ein gut gepflegter Sattel?
Bei guter Pflege kann ein hochwertiger Ledersattel 20 bis 30 Jahre halten.
Wie wirkt sich Stallstaub auf Leder aus?
Staub wirkt wie feines Schleifpapier. Er kann die Lederoberfläche langfristig schädigen, wenn er nicht entfernt wird.
Kann Leder im Winter schneller brechen?
Ja. Kälte trocknet Leder aus. Es ist dann weniger elastisch und anfälliger für Risse.
Welche Folgen kann ein schlecht gepflegter Sattel für das Pferd haben?
Unzureichend gepflegte Sättel können Druck- und Scheuerstellen beim Pferd verursachen. Für die Tiergesundheit ist eine intakte Ausrüstung sehr wichtig. Verantwortungsbewusste Halter und Halterinnen, denen Vorsorge am Herzen liegt, können sich mit einer Pferdekrankenversicherung absichern. Sie schützt vor hohen Tierarztkosten. So kann das Pferd im Ernstfall bestmöglich versorgt werden.





