Katze hechelt in der Sonne.
Tiergesundheit

Wissenswertes zum Kreislauf bei Katzen

18.02.2026

Das Herz-Kreislauf-System ist die Versorgungszentrale des Körpers. Das gilt für uns Menschen genauso wie für Katzen. Mit jedem Herzschlag wird Blut durch viele kleine Gefäße gepumpt. Dadurch gelangen Sauerstoff und wichtige Nährstoffe zu den Zellen. So können sie arbeiten.

Ist das Herz-Kreislauf-System gestört, hat das Auswirkungen auf alle Körperfunktionen. Organe werden nicht mehr ausreichend versorgt. Die Leistungsfähigkeit sinkt. Kreislaufprobleme bei einer Katze zu erkennen, ist nicht so einfach. Die Tiere sind Meister darin, Schwäche und Unwohlsein zu verbergen. Symptome werden oft erst im fortgeschrittenen Stadium sichtbar.

In diesem Artikel erfährst du, wie der Kreislauf bei Katzen funktioniert. Wir erklären dir, woran du Kreislaufstörungen bei deiner Katze erkennst und was dahinterstecken kann.

Wie funktioniert das Herz-Kreislauf-System bei Katzen?

Das Herz-Kreislauf-System bei Katzen funktioniert vom Prinzip genauso wie bei allen Säugetieren. Das Herz bildet das Zentrum. Es besteht aus einer rechten und einer linken Hälfte, die jeweils einen Vorhof und eine Herzkammer haben. 

Wie wir Menschen haben Katzen zwei hintereinander geschaltete Blutkreisläufe: den Lungenkreislauf (kleiner Kreislauf) und den Körperkreislauf (großer Kreislauf). 

Der Lungenkreislauf

Der Lungenkreislauf sorgt dafür, dass sauerstoffarmes Blut mit Sauerstoff angereichert wird. Die rechte Herzhälfte nimmt das „verbrauchte“ Blut aus dem Körper auf. Von dort wird es über die Lungenarterie in die Lunge gepumpt. Es gibt Kohlendioxid ab und wird mit Sauerstoff versetzt. Das Blut fließt dann über die Lungenvene zur linken Herzhälfte zurück. 

Der Körperkreislauf

Von der linken Herzhälfte wird das sauerstoffreiche Blut in den Körper gepumpt. Der Transport erfolgt zunächst über die Aorta. Das ist die Hauptschlagader. Von dort gehen Arterien ab. Sie befördern das Blut vom Herzen weg in die Organe, Gewebe und Muskeln. Die Arterien verzweigen sich immer weiter und werden feiner. Schließlich enden sie in den Kapillaren. Das sind die kleinsten Blutgefäße. 

In den Kapillaren findet der eigentliche Austausch statt. Das Blut gibt Sauerstoff und Nährstoffe an die Zellen ab. Gleichzeitig nimmt es Abfallstoffe und Stoffwechselprodukte auf. Danach gelangt es über ein Netzwerk von Venen und die große Körpervene zurück zur rechten Herzhälfte. Dort beginnt wieder der Lungenkreislauf.

Systole und Diastole

Das Herz hat die Aufgabe, das Blut in die Lunge oder in den Körper zu pumpen. Die Pumpbewegung unterteilt sich in zwei Phasen: die Systole und die Diastole. 

  • Systole: Die Systole ist die Phase der Anspannung. Das Herz zieht sich zusammen. Dadurch baut sich Druck auf. Damit wird das Blut in den Lungen- oder Körperkreislauf gepumpt. 
  • Diastole: Die Diastole ist die Phase der Entspannung. Der Herzmuskel erschlafft. Dadurch kann Blut in die Herzkammern fließen. Das Herz füllt sich. Mit dem nächsten Herzschlag wird das Blut wieder in Umlauf gebracht.

Beide Phasen wechseln sich rhythmisch ab. 

Das Herz-Kreislauf-System bei Katzen: Wichtige Vitalwerte

Anhand von Vitalwerten lässt sich einschätzen, wie es um den Kreislauf einer Katze bestellt ist. Dazu gehören die Atemfrequenz, die Herzfrequenz und der Blutdruck.

  • Atemfrequenz: Die Atemfrequenz bei ausgewachsenen Katzen sollte im Ruhezustand bei 20 bis 30 Atemzügen pro Minute liegen. Bei körperlicher Aktivität können bis zu 40 Atemzüge pro Minute erreicht werden.
  • Herzfrequenz: Bei einer ausgewachsenen Katze liegt der Ruhepuls bei 110 bis 130 Schlägen pro Minute. Jüngere Tiere haben oft einen schnelleren Herzschlag. Außerdem haben kleinere Katzenrassen meist eine höhere Herzfrequenz als größere. Unter Stress kann der Puls auf 140 bis 200 Schläge pro Minute steigen.
  • Blutdruck: Der normale Blutdruckbereich bei Katzen ähnelt dem des Menschen. Es werden immer zwei Werte angegeben: der obere (systolische) und der untere (diastolische) Blutdruck. Der obere Wert sollte im Ruhezustand zwischen 110 und 140 mmHg betragen. Der untere sollte bei 60 bis 80 mmHg liegen.

Auch die Körpertemperatur ist ein Indikator. Bei erwachsenen Katzen beträgt sie normalerweise zwischen 38 und 39 °C. Bei Kitten gelten Werte von bis zu 39,5 °C noch als normal. Problematisch wird es, wenn die Katze Fieber bekommt oder die Körpertemperatur rapide sinkt. Werte unter 37 °C können auf einen Kreislaufschock hindeuten. Das ist ein medizinischer Notfall. Die Katze muss dann umgehend behandelt werden.

Kreislaufprobleme bei der Katze erkennen

Kreislaufprobleme bei Katzen sind mitunter schwer zu erkennen. Oft zeigen die Tiere nicht, wenn es ihnen schlecht geht. Außerdem sind manche Symptome sehr unspezifisch. Sie können beispielsweise auch auf normale Alterserscheinungen hindeuten. Dazu zählen:

  • Müdigkeit, hohes Schlafbedürfnis
  • Verringerter Spieltrieb
  • Weniger Lust an Bewegung
  • Schnelle Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit

In vielen Fällen zeigen sich Herz-Kreislauf-Beschwerden erst im fortgeschrittenen Stadium. Zeigt die Katze bereits Anzeichen für einen Kreislaufschock, zählt jede Sekunde. In diesem Fall droht ein tödliches Organversagen. 

Warnzeichen für einen Kreislaufschock sind:

  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Hecheln (auch bei Ruhe oder geringer Anstrengung)
  • Flache Atmung bis hin zur Atemnot
  • Erst gerötete, später blasse Schleimhäute
  • Sinkende Körpertemperatur
  • Taumeln
  • Plötzliche Lähmungen (Hinterbeine)

Im Fall eines Kreislaufschocks braucht deine Katze dringend medizinische Hilfe. Entweder du kontaktierst den Tiernotdienst oder du bringst dein Tier in eine Tierklinik oder Tierarztpraxis. Ohne professionelle Versorgung gibt es keine Überlebenschance. Eine Katzenkrankenversicherung oder Katzen-OP-Versicherung bietet dir im Ernstfall Schutz vor hohen Tierarztkosten. So kannst du deiner Katze die optimale Behandlung ermöglichen

Mögliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems bei Katzen

Wenn eine Katze Kreislaufprobleme hat, können dahinter ernste Erkrankungen stecken. Beispiele dafür sind: 

  • Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie): Die häufigste Herzerkrankung bei Katzen ist die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Das ist eine Verdickung des Herzmuskels. Sie verengt die Herzkammern. Dadurch können sie sich nicht mit ausreichend Blut füllen.
  • Herzklappenerkrankungen: Wenn sich die Herzklappen nicht mehr richtig schließen oder vollständig öffnen, wird der Blutfluss gestört. Das Herz muss dann mehr arbeiten und kann überlasten.
  • Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien): Schlägt das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig, spricht man von Herzrhythmusstörungen. Sie können eigenständig auftreten oder die Folge anderer Herzerkrankungen sein. 
  • Herztumore: Tumore am Herzen bilden sich zwar selten, können aber auftreten.
  • Angeborene Herzfehler: Manche Katzen kommen mit Fehlbildungen am Herzen zur Welt. Je nach Art und Ausprägung kann das zu Kreislaufproblemen führen.
  • Bluthochdruck (Hypertonie): Ein zu hoher Blutdruck belastet auf Dauer Herz und Blutgefäße. Häufig leiden ältere Katzen oder Tiere mit Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen darunter. 
  • Blutgerinnsel (Thromben): Bei Herzerkrankungen wie HCM können sich Blutgerinnsel bilden und Blutgefäße verstopfen. Besonders gefährlich ist die Aortenthrombose, also eine blockierte Hauptschlagader. 

Nicht alle Grunderkrankungen sind heilbar. Viele lassen sich jedoch gut behandeln, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert werden. 

Herz-Kreislauf-Beschwerden bei der Katze vorbeugen

Du kannst im Alltag einiges tun, um den Kreislauf deiner Katze zu unterstützen. In erster Linie solltest du auf folgendes achten:

  • Ausreichend Bewegung: Körperliche Aktivität hilft dabei, den Kreislauf in Schwung zu halten. Deine Katze sollte sich deshalb ausreichend bewegen. Das kann draußen im Garten oder drinnen beim Toben und Spielen. 
  • Auf Idealgewicht achten: Übergewicht ist ein Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen. Es kann nicht nur die Gelenke belasten, sondern auch das Herz-Kreislauf-System. Deine Katze sollte daher ihr Idealgewicht halten.
  • Ausgewogene, gesunde Ernährung: Gib deiner Katze ein hochwertiges, gesundes Futter. Das ist wichtig, damit sie alle Nährstoffe bekommt, die sie braucht.
  • Regelmäßige Gesundheitschecks: Regelmäßige tierärztliche Kontrollen ermöglichen es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Gesunde, ausgewachsene Katzen sollten mindestens einmal im Jahr zur Vorsorge gehen. Ältere oder kranke Katzen öfter.

Es ist gut, wenn du weißt, wie du die Atemfrequenz und die Herzfrequenz deiner Katze bestimmst. So kannst du dich im Zweifel vergewissern, ob mit deinem Tier alles in Ordnung ist.

Atemfrequenz bei der Katze messen

Am besten bestimmst du die Atemfrequenz, wenn deine Katze ruht oder schläft. So gehst du vor:

  • Beobachte den Brust- oder Bauchbereich deiner Katze.
  • Fixiere dich auf eine Stelle, an dem du das Heben und Senken besonders gut siehst.
  • Ein Atemzug besteht aus Ein- und Ausatmen, also Heben und Senken.
  • Zähle die Atemzüge für 30 Sekunden und multipliziere den Wert mit 2. 
  • Das Ergebnis entspricht den Atemzügen pro Minute.

Wenn deine Katze friedlich schlummert, kannst du auch eine volle Minute durchzählen. Den Wert musst du dann nicht mehr multiplizieren.

Herzfrequenz bei der Katze messen

Die Herzfrequenz bestimmst du am besten, wenn deine Katze entspannt liegt.

  • Umfasse mit der Hand eines der Hinterbeine.
  • Lege die Kuppen von Zeige- und Mittelfinger (nicht Daumen) an die Innenseite des Oberschenkels.
  • Erfühle den Puls.
  • Zähle die Schläge für 15 Sekunden und multipliziere den Wert mit 4 (oder 30 Sekunden zählen und mit 2 multiplizieren).
  • Das Ergebnis entspricht den Herzschlägen pro Minute.

Manche Katzen irritiert es, wenn sie längere Zeit am Oberschenkel berührt werden. Sollte dein Tier sich herauswinden oder gestresst sein, versuche es später noch einmal. Aufregung kann den Puls beschleunigen.

Fazit

Das Herz-Kreislauf-System ist für Katzen genauso lebenswichtig wie für uns Menschen. Es versorgt den ganzen Körper und hält Organe, Muskeln und Gewebe funktionstüchtig. Gerät das System aus dem Gleichgewicht, kann das weitreichende Folgen haben. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind daher sehr wichtig. Es gilt: Lieber zu früh als zu spät Rat einholen. Je eher Herz-Kreislauf-Probleme erkannt werden, desto besser stehen die Prognosen für die Katze.

FAQ – häufig gestellte Fragen zum Thema Kreislauf bei Katzen

Können auch junge Katzen Herzprobleme haben?

Ja. Manche Herzerkrankungen sind angeboren oder genetisch bedingt. Sie können auch bei jungen Tieren auftreten.

Gibt es Hausmittel, die bei Herz-Kreislauf-Problemen helfen?

Bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Probleme solltest du auf keinen Fall mit Hausmitteln experimentieren. Lass deine Katze in einer Tierarztpraxis untersuchen. Dort sagt man dir, wie du deiner Katze helfen kannst. 

Wie oft sollte das Herz meiner Katze untersucht werden?

Gesunde, erwachsene Katzen sollten mindestens einmal jährlich tierärztlich untersucht werden. Bei älteren Katzen oder bekannten Vorerkrankungen können häufigere Kontrollen sinnvoll sein.

Sind bestimmte Katzenrassen anfälliger für Herzerkrankungen?

Ja. Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) tritt zum Beispiel besonders häufig bei der Maine Coon, Ragdoll und Britisch Kurzhaar auf. 

Spielt das Gewicht meiner Katze eine Rolle für den Kreislauf?

Ja. Übergewicht belastet das Herz und den Kreislauf. Es erhöht das Risiko für verschiedene Erkrankungen.

Ist Hecheln bei Katzen normal?

Nein, anders als bei Hunden ist Hecheln bei Katzen meist ein Warnzeichen. Es kann auf Atemnot, Überhitzung oder Herzprobleme hindeuten. 

Kann Hitze Kreislaufprobleme auslösen?

Ja. Hohe Temperaturen können den Kreislauf stark belasten. Vor allem ältere Katzen haben oft mit Hitze zu kämpfen. Kühle Rückzugsorte und ausreichend Wasser sind wichtig.

Wie wirkt sich Flüssigkeitsmangel auf den Kreislauf aus?

Ein Flüssigkeitsmangel hat zur Folge, dass sich das Blutvolumen verringert. Das hat Auswirkungen auf den Blutdruck. Ein schwerer Mangel kann zu einem Kreislaufschock führen.

Warum wird meine Katze bei Anstrengung schnell müde?

Das kann ein Hinweis darauf sein, dass das Herz-Kreislauf-System nicht optimal arbeitet. Es ist ratsam, das tierärztlich abzuklären.

Wie verändert sich der Kreislauf im Alter?

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen. Deshalb sind regelmäßige Checks wichtig.

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