Dalmatiner sitzt im Strandkorb.
Rasseportrait

Dalmatiner: gepunktete Familienbegleiter

27.01.2015

Spätestens seit „101 Dalmatiner“ von Walt Disney kennt jeder die fröhlich gepunkteten Hunde. Aber auch beim Dalmatiner – wie bei allen anderen Hunderassen – muss man sich zuerst über die Bedürfnisse des Hundes im Klaren sein, bevor man sich entscheidet, einen Dalmatiner ins Haus zu holen. Denn auch er hat seine ganz persönlichen Ansprüche an sein zukünftiges Herrchen oder Frauchen.

Gepunktete Hunde standen ebenso wie gepunktete Pferde beim Adel über die Jahrhunderte immer wieder hoch im Kurs. So konnte sich der elegante und bewegungsfreudige Dalmatiner einen festen Platz in den erlauchten Kreisen adliger Familien erobern. Im 19. Jahrhundert war er unter anderem ein beliebter Kutschen-Begleithund, der zum Schutz der Reisenden mitlief.

Seine Vergangenheit gibt schon erste Hinweise auf seine Bedürfnisse: Er kann (und will) stundenlang laufen. Sein Bewegungsdrang macht ihn daher zum idealen Begleiter von Menschen, die selbst täglich viel draußen unterwegs sind, sei es beim Joggen, Radfahren oder Reiten. Auch Hundesport macht dem intelligenten Hund Spaß. Als reiner „Wohnungshund“ mit nur wenig Bewegungsmöglichkeiten ist er hingegen nicht geeignet.

Dalmatiner sind ausgesprochen anhängliche Hunde, die am liebsten rund um die Uhr mit „ihrem“ Rudel zusammen sein möchten. Ein Dalmatiner sollte daher nicht den ganzen Tag allein in der Wohnung auf sein Herrchen warten müssen. Auch auf Streitigkeiten reagiert er empfindlich. Denn so sportlich sie auch sind, die hübschen Hunde haben auch ihre sensible Seite: Tägliches Kuscheln im Kreis der Familie gehört bei ihnen unbedingt dazu. Mit Fremden müssen sie dagegen erst einmal „warm“ werden.

Auch bei der Erziehung ist ein feines Händchen gefragt: Dalmatiner reagieren auf Grobheiten unter Umständen mit Vertrauensverlust und schalten auf „Durchzug“. Andererseits könnten eine zu nachsichtige Erziehung und zu viel Nettigkeit den Hund davon überzeugen, selbst der König im Haus zu sein. Hier ist mal wieder der goldene Mittelweg der beste: Eine freundliche, aber konsequente Erziehung mit viel Lob gibt dem Hund Sicherheit und macht aus ihm einen treuen Begleiter fürs Leben. Daher ist ein Dalmatiner eher für Menschen geeignet, die schon Erfahrung mit Hunden gesammelt haben. Anfänger in Sachen Hundeerziehung, die sich dennoch für einen Dalmatiner entscheiden, sollten sich fachliche Hilfe holen, um sich und dem Hund den Start ins gemeinsame Leben zu erleichtern.

Im Übrigen, wer sich beim Züchter das erste Mal einen Wurf neugeborener Dalmatiner anschaut, sollte nicht erschrecken, weil sie komplett weiß sind: Die beliebten Punkte erscheinen in der Regel erst nach etwa zwei Wochen.

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