Hund hechelt im Schatten auf einer Wiese.
Tiergesundheit

Kreislaufkollaps beim Hund: Was dahintersteckt und wie du richtig reagierst

03.02.2026

Wenn der Hund plötzlich zusammensackt und das Bewusstsein verliert, ist der Schreck bei Halterinnen und Haltern groß. Grund dafür kann ein Kreislaufkollaps sein. In manchen Fällen handelt es sich um eine kurzzeitige Ohnmacht. Sie entsteht, wenn der Kreislauf des Hundes vorübergehend nicht richtig funktioniert. Der Hund ist danach schnell wieder bei sich. 

Es kann aber auch ein lebensbedrohliches Kreislaufversagen dahinterstecken. Der Hund braucht dann sofort medizinische Hilfe. In unserem Artikel erklären wir dir, wie du einen Kreislaufkollaps beim Hund erkennst und richtig reagierst.

Was ist ein Kreislaufkollaps? Ohnmacht vs. Kreislaufschock

Oft wird der Begriff Kreislaufkollaps gleichgesetzt mit einer kurzzeitigen Ohnmacht. In der Medizin spricht man von Synkope. Bei einer Ohnmacht werden die Blutgefäße im Hirnstamm nicht richtig durchblutet. Dadurch fehlt ihnen Sauerstoff.

Der Hirnstamm ist für essenzielle Lebensfunktionen zuständig. Er steuert zum Beispiel die Herzfrequenz, den Blutdruck, die Atmung und den Schlaf-Wach-Zyklus. Durch die Durchblutungsstörung verliert der Hund vorübergehend das Bewusstsein und ist nicht ansprechbar. Seine Muskeln erschlaffen, so dass er in sich zusammensackt oder umfällt.

Eine Ohnmacht dauert nur ein paar Sekunden oder wenige Minuten. Sie stellt nicht immer einen akuten Notfall dar. Trotzdem sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Aber nicht jede Synkope ist ungefährlich. Kollabiert ein Hund, kann es sich auch um einen lebensbedrohlichen Kreislaufschock handeln. Dazu kann es zum Beispiel infolge eines Hitzschlags, einer Vergiftung, einer Magendrehung oder schwerwiegender Herzprobleme kommen. Es ist wichtig, die Warnzeichen zu erkennen und bei einem Notfall schnell zu handeln.

Ursachen für einen Kreislaufkollaps beim Hund

Ein Kreislaufkollaps kann verschiedene Ursachen haben. Ein häufiger Grund sind Herzerkrankungen. Sie haben zur Folge, dass die Förderleistung des Herzens sinkt. Es kann dann nicht mehr ausreichend Blut in den Körper transportieren. Die Folge ist eine kurzzeitige Ohnmacht oder ein lebensbedrohlicher Kreislaufschock. Beispiele für Herzerkrankungen sind:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzklappenfehler
  • Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie)
  • Herzbeutelergüsse
  • Herzwürmer (Herzwurmerkrankung) 
  • Herztumore
  • Herzmissbildungen

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Neurologische und Gehirnerkrankungen: Durchblutungsstörungen durch Hirntumore, Gehirnblutungen etc.
  • Allergische Reaktion oder Vergiftung: plötzliche Gefäßerweiterung und Blutdruckabfall
  • Magendrehung: Abschnüren von Blutgefäßen, eingeschränkter Rückfluss zum Herzen 
  • Schwere Verletzungen: massiver Blutverlust und Blutdruckabfall
  • Extremes Erbrechen und Durchfall: starker Flüssigkeitsmangel, der den Kreislauf destabilisiert
  • Hitzschlag: Überhitzung des Körpers mit Blutdruckabfall, Zusammenbruch des Kreislaufs

Allgemein lässt sich festhalten: Ein Kreislaufkollaps entsteht immer dann, wenn der Körper den Blutdruck und die Durchblutung lebenswichtiger Organe nicht mehr aufrechterhalten kann. Deshalb ist ein Kreislaufkollaps beim Hund ein ernstzunehmendes Warnsignal. Er erfordert eine tierärztliche Abklärung und im Notfall rasches Handeln.

Symptome für einen Kreislaufkollaps

Ein Kreislaufkollaps entsteht plötzlich und unerwartet. Es ist nahezu unmöglich, ihn vorherzusehen. Der Hund kippt von einem Moment auf den anderen um oder bricht zusammen. Auf Ansprache reagiert er nicht. Bei einer Synkope hält der Zustand nur kurze Zeit an. Kommt der Hund wieder zu sich, verhält er sich völlig normal. Es gibt keine Anzeichen von Verwirrtheit oder Erschöpfung. Das unterscheidet eine Ohnmacht zum Beispiel von einem epileptischen Anfall.

Bei einem Kreislaufversagen sieht es etwas anders aus. Hier gibt es eine Reihe von Warnzeichen, die auf einen drohenden Schock hinweisen können. Dazu gehören:

  • Gangunsicherheit, Taumeln
  • Schwäche
  • Fieber
  • Erst tiefrote, später blasse bis gräuliche Schleimhäute
  • Schnelle, flache Atmung
  • Schneller, flacher Herzschlag
  • Apathie 

Diese Symptome deuten darauf hin, dass ein Kreislaufversagen kurz bevorsteht. In dem Fall muss das Tier sofort medizinisch versorgt werden. Extrem kritisch wird es, wenn die Körpertemperatur rapide absinkt. Der Organismus versucht dann, nur noch die lebenswichtigen Organe mit Blut zu versorgen. Dadurch kühlt der Rest des Körpers ab.

Was tun bei einem Kreislaufkollaps?

Wenn ein Hund einen Kreislaufkollaps hat, musst du seinen Zustand genau im Blick behalten. Ist er schnell wieder bei Bewusstsein und verhält sich unauffällig, ist erst einmal nicht von einem Notfall auszugehen. Du solltest deinen Hund aber so bald wie möglich von einem Tierarzt oder einer Tierärztin untersuchen lassen. Eine kurzzeitige Ohnmacht muss nicht immer schlimme Ursachen haben. Trotzdem ist es wichtig, die Gründe abzuklären. 

Wenn dein Hund einen Kreislaufschock hat, braucht er dringend Hilfe. Bringe ihn umgehend in eine Tierklinik oder Tierarztpraxis oder rufe den Tiernotdienst. Jede Sekunde zählt.

Bis ärztliche Hilfe eintrifft, solltest du folgendes tun:

  • Ruhe bewahren
  • Hund mit der Leine sichern
  • Erstmaßnahmen durchführen: bei starken Blutungen Druckverband anlegen, bei Hitzschlag sofort kühlen, bei Unterkühlung (nur) die Beine mit einer Decke oder Rettungsfolie wärmen usw.
  • Nach Möglichkeit eine Decke unter den Hund ziehen oder ihn darauf legen, so kann man ihn später besser transportieren
  • Hund in stabile Seitenlage bringen; bei Bewusstlosigkeit zusätzlich den Kopf überstrecken und Zunge aus dem Maul ziehen, damit er nicht erstickt

Ein Kreislaufschock ist ein absoluter Ernstfall. Je schneller du handelst, desto besser stehen die Überlebenschancen für deinen Hund.

Kreislaufkollaps behandeln

Eine Ohnmacht oder Synkope ist eine milde Form des Kreislaufkollapses. Sie lässt sich oft gut behandeln, wenn die Ursache gefunden ist. Dazu wird der Hund zunächst einmal gründlich untersucht. In jedem Fall wird das Herz abgehorcht. Sollte der Verdacht auf eine Herzerkrankung bestehen, können ein EKG und eine Ultraschalluntersuchung folgen. Röntgenaufnahmen und ein Blutbild können Aufschluss über Atemwegs- und systemische Erkrankungen geben. Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose. 

Bei einem Kreislaufschock ist es oberstes Ziel, den Hund außer Lebensgefahr zu bringen. Zur Stabilisierung können Infusionen eingesetzt werden. Eine Blutuntersuchung hilft bei der Einschätzung des Gesundheitszustands und bei der Diagnose. Abhängig von der Ursache kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Frage. 

Ist der Hund schwerstverletzt, wird die Blutung gestillt. Operationen sind erst möglich, wenn der Kreislauf wieder stabil ist. Bei einem allergischen Schock werden dem Tier Medikamente zur Eindämmung der Reaktion gegeben. Droht eine Blutvergiftung, kann die Gabe von Antibiotika notwendig sein. Liegt ein herzbedingter Kreislaufkollaps vor, werden Medikamente zur Aufrechterhaltung der Herzfunktion verabreicht. Sie wirken auch Begleiterscheinungen (Lungenödem) entgegen.

Gut zu wissen: Eine Hundekrankenversicherung schützt vor hohen Tierarztkosten. So kann der Hund bestmöglich versorgt werden.

Fazit

Ein Kreislaufkollaps beim Hund darf niemals unterschätzt werden. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Eine genaue Diagnose ist deshalb entscheidend für die Behandlung. Selbst wenn es sich nur um eine kurzzeitige Ohnmacht handelt, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig. Schnelles Handeln ist bei einem Kreislaufschock gefragt. Er kann tödlich enden und muss sofort behandelt werden, um das Leben des Tieres zu retten.

FAQ – häufig gestellte Fragen zum Thema Kreislaufkollaps beim Hund

Kann ein Kreislaufkollaps beim Hund auch im Schlaf auftreten?

Ja, auch in Ruhephasen kann es zu einem Kreislaufkollaps kommen. Mögliche Ursachen sind beispielsweise Atemaussetzer (Schlafapnoe) und Herzprobleme. 

Sind bestimmte Hunderassen häufiger von einem Kreislaufkollaps betroffen?

Es gibt Hunderassen, bei denen Kreislaufprobleme eher auftreten können. Dazu zählen beispielsweise große Rassen wie Doggen oder Bernhardiner. Sie tendieren aufgrund ihrer Genetik zu Herzmuskelerkrankungen. Auch kleine Rassen können Herzprobleme entwickeln. Dackel, Yorkshire Terrier und Cavalier King Charles Spaniel beispielsweise neigen zu Herzklappenerkrankungen. Einem Risiko sind auch brachyzephale Rassen ausgesetzt. Dazu zählen zum Beispiel der Mops und die Französische Bulldogge. Sie haben oft verengte Atemwege und bekommen schlecht Luft. Das kann gerade unter Aufregung oder Anstrengung einen Kreislaufkollaps begünstigen.

Kann Stress oder Angst einen Kreislaufkollaps auslösen?

Panik, Aufregung und extremer Stress können Einfluss auf den Blutdruck haben, gerade bei ängstlichen oder unsicheren Tieren. Das kann einen Kreislaufkollaps begünstigen.

Ist ein Kreislaufkollaps immer mit Bewusstlosigkeit verbunden?

Nein, manche Hunde bleiben bei Bewusstsein, wirken aber extrem schwach, apathisch oder orientierungslos.

Kann ein Kreislaufkollaps wiederholt auftreten?

Kreislaufbedingte Ohnmacht kann immer wieder mal auftreten, vor allem wenn die zugrunde liegende Ursache nicht behandelt wird.

Kann zu wenig Flüssigkeit im Alltag einen Kreislaufkollaps begünstigen?

Ja, es ist wichtig, dass ein Hund genug trinkt. Zu wenig Wasser, besonders bei Hitze oder Krankheit, kann den Kreislauf destabilisieren.

Sind Kreislaufprobleme nach Narkosen normal?

Nach einer Narkose können durchaus Kreislaufprobleme auftreten. Der Aufwachprozess sollte daher tierärztlich begleitet werden.

Kann ich einem Kreislaufkollaps bei meinem Hund vorbeugen?

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen es, potenzielle Erkrankungen zu erkennen. Das hilft dabei, das Risiko für einen Kreislaufkollaps zu reduzieren. Zu 100 % vorbeugen kann man jedoch nicht.

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