Kätzchen mit einem Kissen in Herzform.

HCM bei Katzen: Hypertrophe Kardiomyopathie einfach erklärt

04.02.2026

HCM steht für hypertrophe Kardiomyopathie. Dabei handelt es sich um die am häufigsten auftretende Herzerkrankung bei Katzen. Bei einer HCM verdickt der Herzmuskel. Dadurch wird die Herzfunktion zunehmend beeinträchtigt.

Im frühen Stadium zeigen die meisten Katzen keine Symptome. Sie wirken nach außen völlig gesund. Erst im weiteren Verlauf treten Beschwerden auf. HCM ist zwar nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden. Entscheidend ist, dass sie früh erkannt wird.

In diesem Artikel erfährst du, was hinter der Erkrankung steckt und was man dagegen tun kann.

Wie entsteht HCM?

Als HCM bezeichnet man eine Erkrankung, bei der sich der Herzmuskel verdickt. Er nimmt immer mehr Platz im Innenraum des Herzens ein. Dadurch verengen sich die Herzkammern und können sich nicht mehr mit ausreichend Blut füllen. Das hat zur Folge, dass zu wenig Blut in den Körper gepumpt wird.

Im weiteren Verlauf kann es zu einem Rückstau in den Lungenkreislauf kommen. Das führt zu Wasseransammlungen in der Lunge, im Brustkorb oder in der Bauchhöhle. 

Bleibt eine HCM unbehandelt, kann es zu Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Thrombosen und anderen Komplikationen kommen. Diese können für betroffene Katzen tödlich sein.

Primäre und sekundäre HCM

HCM ist eine Krankheit, die noch nicht mit der Geburt auftritt. Katzen entwickeln sie erst im Laufe ihres Lebens. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Manche Tiere haben eine genetische Veranlagung dafür. Dann spricht man von einer primären HCM. Sie bildet sich üblicherweise zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr heraus. Männliche Tiere erkranken daran etwas häufiger als weibliche.

Neben der primären gibt es die sekundäre HCM. Sie ist nicht genetisch bedingt. Die Verdickung des Herzmuskels wird stattdessen durch eine andere Grunderkrankung hervorgerufen. Das kann beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion, eine gestörte Nierenfunktion oder Bluthochdruck sein. Von der sekundären HCM sind eher ältere Katzen betroffen.

Symmetrische und asymmetrische HCM

Abhängig von der Art der Herzmuskelverdickung werden zwei Arten von HCM unterschieden. 

  • Asymmetrische HCM: Bei der asymmetrischen HCM ist der Herzmuskel nur teilweise verdickt. Dadurch entsteht eine Diskrepanz zwischen verengten und nicht verengten Stellen. Das lässt sich anhand der Herzgeräusche gut feststellen.
  • Symmetrische HCM: Bei der symmetrischen HCM ist der Herzmuskel gleichmäßig verdickt. Dadurch kommt es auch zu einer gleichmäßigen Verengung. Es gibt daher kaum Unregelmäßigkeiten bei den Herzgeräuschen. Deswegen ist eine symmetrische HCM durch Abhorchen nur schwer zu identifizieren.

Eine Herzmuskelverdickung kann auf der linken oder rechten Seite auftreten. Die linke Seite ist häufiger betroffen. 

So verläuft HCM bei Katzen

Eine HCM verläuft üblicherweise in drei Stadien. 

  • Frühstadium: Bei HCM im Frühstadium sind die Katzen im Regelfall symptomlos und erscheinen gesund. Auch beim Abhorchen lassen sich keine verdächtigen Herzgeräusche ausmachen. Eine HCM kann in diesem Stadium nur durch einen Ultraschall des Herzens diagnostiziert werden.
  • Akutes Stadium: Im akuten Stadium treten Symptome in Erscheinung. Spätestens jetzt sollte eine medikamentöse Behandlung erfolgen, um Beschwerden zu lindern und die Erkrankung einzudämmen.
  • Spätstadium: Im Spätstadium lagert sich Wasser in Lunge, Brustkorb oder Bauchhöhle ein. Die Beschwerden nehmen zu. Der Leidensdruck für die Katze steigt. Mitunter bleibt nur eine Punktion, um das Wasser herauszuleiten. Dem schließt sich eine Dauermedikation an.

Je eher eine HCM erkannt wird, desto besser stehen die Chancen, sie in den Griff zu bekommen. 

Symptome einer Herzmuskelverdickung

Symptome einer HCM zeigen sich erst im akuten Stadium. Sie sind weitgehend unspezifisch. Das heißt, dass sie auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Das erschwert die Diagnose. Zu den typischen Anzeichen zählen:

  • Atembeschwerden (Hecheln, Atmen mit offenem Maul etc.)
  • Bläulich verfärbte Mundschleimhäute 
  • Beschleunigter Puls
  • Verringerte Leistungsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Ohnmachtsanfälle

Schon bei ersten Anzeichen einer HCM sollte die Katze tierärztlich untersucht werden. 

Ohnmacht, Atemnot, plötzliche Lähmung: Jetzt musst du handeln

HCM kann eine Reihe von gefährlichen Symptomen und Komplikationen nach sich ziehen. Fällt die Katze immer wieder in Ohnmacht, kann das auf Herzrhythmusstörungen zurückzuführen sein. Wenn sich diese verschlimmern, besteht das Risiko, dass das Tier an plötzlichem Herztod stirbt. Bei Ohnmachtsanfällen muss die Katze daher schnellstmöglich tierärztlich untersucht werden. Auch Atemnot ist ein Notfall. Hier ist eine umgehende medizinische Versorgung wichtig. 

Dasselbe gilt bei einer Aortenthrombose. Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das die Durchblutung der Gliedmaße (meist Hinterbeine) unterbricht. Das äußert sich in einer plötzlichen Lahmheit und starken Schmerzen. Eine Aortenthrombose ist lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. 

Mit einer Katzenkrankenversicherung oder Katzen-OP-Versicherung bist du im Ernstfall auf der sicheren Seite. Sie bietet Schutz vor hohen Tierarztkosten, damit deiner Katze bestmöglich geholfen werden kann.

HCM Bei Katzen diagnostizieren

Um HCM zu diagnostizieren, wird die Katze zunächst allgemeinmedizinisch untersucht. Dann hört der Tierarzt oder die Tierärztin Herz und Lunge mit einem Stethoskop ab. Dem schließt sich eine Ultraschalluntersuchung an. Daran lässt sich das Ausmaß der Herzmuskelverdickung erkennen und herausfinden, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist (Lungenödem). 

Generell empfiehlt es sich, mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Es gibt Bluttests, mit denen Herzerkrankungen nachgewiesen werden können. Eine wichtige Rolle spielt in dem Zusammenhang die NT-proBNP-Konzentration. NT-proBNP steht für „N-Terminal Pro-B-Type Natriuretic Peptide“. Dabei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der als Insuffizienzmarker dient. Er wird von den Herzmuskelzellen als Reaktion auf erhöhten Druck und Dehnung in den Herzkammern freigesetzt. Die Menge an NT-proBNP im Blut gibt Aufschluss über den Schweregrad der Herzschwäche. Mit dem Test lässt sich HCM diagnostizieren, auch wenn sich noch keine Symptome zeigen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen empfehlen sich insbesondere für Rassen, die eine Veranlagung für HCM mitbringen. Dazu zählen unter anderem die Maine Coon, Ragdoll, Britisch Kurzhaar und Perserkatze. Grundsätzlich aber kann HCM jede Katzenrasse treffen.

HCM bei der Katze behandeln

Ob und wie eine Katze mit HCM behandelt wird, hängt vom Stadium der Erkrankung und den Symptomen ab. Bei gesteigerter Herzfrequenz werden Mittel verabreicht, die den Puls senken. Gegen Herzrhythmusstörungen können Antiarrhythmika helfen. Es kann auch sein, dass die Katze Medikamente zur Unterstützung des Kreislaufs, zur Steigerung der Pumpkraft des Herzens oder zur Gerinnungshemmung bekommt. Haben sich bereits Wasseransammlungen gebildet, ist eventuell eine Punktion nötig. Anderenfalls erhält die Katze entwässernde Medikamente. 

Grundsätzlich ist HCM gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Katzen können mit der Erkrankung noch viele Jahre ein schönes Leben haben. 

Wie kann ich meine Katze mit HCM unterstützen?

Auch wenn sich HCM nicht heilen lässt, kannst du viel tun, um deine Katze im Alltag zu unterstützen.

  • Stress vermeiden: Sorge für einen ruhigen, geregelten Alltag und ein friedliches Umfeld. Das hilft helfen deiner Katze, sich sicher und entspannt zu fühlen. 
  • Maßvolle Bewegung: Deine Katze sollte sich weiterhin bewegen dürfen, aber maßvoll. Körperliche Anstrengung (hektische Jagdspiele, wildes Toben etc.) gilt es zu vermeiden. 
  • Auf Ernährung und Gewicht achten: Gib deiner Katze kein salzhaltiges Essen vom Tisch. Zu viel Salz ist nicht gut für das Herz. Achte stattdessen auf ein hochwertiges, ausgewogenes Futter. Behalte auch das Gewicht deiner Katze im Auge. Übergewicht ist eine zusätzliche Belastung für die Gesundheit.
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Regelmäßige Kontrollen sind das A und O, um den Verlauf der Erkrankung im Blick zu behalten und die Therapie bei Bedarf anzupassen. 
  • Auf Warnzeichen achten: Achte auf Warnsignale wie Atemprobleme, Müdigkeit oder Appetitverlust. Lass dir vom Tierarzt oder deiner Tierärztin zeigen, wie man die Ruheatemfrequenz bestimmt. Sie sollte unter 45 Atemzügen pro Minute liegen. Steigt sie an, ist es möglich, dass sich Wassereinlagerungen gebildet haben.

Mit Geduld, Aufmerksamkeit und einer guten medizinischen Begleitung kannst du deiner Katze trotz HCM ein erfülltes Leben ermöglichen.

Fazit

HCM ist eine Herzerkrankung, die bei Katzen häufig vorkommt. Sie verläuft am Anfang symptomlos und kann lange unentdeckt bleiben. Beschwerden zeigen sich erst im fortgeschrittenen Stadium. Bei schweren Verläufen kann HCM für die Katze lebensbedrohlich werden. Wird die Erkrankung jedoch rechtzeitig erkannt, lässt sie sich mit Medikamenten gut in den Griff kriegen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher sehr wichtig. 

FAQ – häufig gestellte Fragen zum Thema HCM bei Katzen

Ist HCM für die Katze schmerzhaft?

Die Herzmuskelverdickung selbst ist nicht schmerzhaft. Allerdings können damit einhergehende Symptome und Komplikationen Schmerzen verursachen. Ein Beispiel ist die Aortenthrombose.

Dürfen Katzen mit HCM noch geimpft werden?

In vielen Fällen, ja. Ob und in welchem Umfang Impfungen sinnvoll sind, solltest du jedoch individuell mit der Tierärztin oder dem Tierarzt abstimmen. Oft werden nur die wichtigsten Impfungen empfohlen, um die Katze keinem unnötigen Stress auszusetzen.

Kann sich HCM durch Medikamente wieder zurückbilden?

Nein. Medikamente können die Symptome lindern und den Krankheitsverlauf eindämmen. Die Verdickung des Herzmuskels lässt sich jedoch nicht rückgängig machen.

Wie oft sollte eine Katze mit HCM kontrolliert werden?

Das hängt vom Stadium bzw. Schweregrad der Erkrankung ab. Ist die Katze weitgehend stabil, reichen Kontrollen alle 6 bis 12 Monate. Bei ernsteren Fällen können kürzere Abstände notwendig sein.

Sollten Geschwister oder Nachkommen einer HCM-Katze auf Herzkrankheiten untersucht werden?

Ja. Bei genetisch belasteten Rassen ist eine kardiologische Vorsorge absolut sinnvoll – auch wenn die Tiere keine Symptome zeigen.

Wie wirkt sich HCM auf die Lebenserwartung aus?

Die Lebenserwartung hängt vom Stadium, möglichen Komplikationen und vom Ansprechen auf die Therapie ab. Viele Katzen leben mit guter Betreuung noch mehrere Jahre.

Wann sollte ich mit meiner Katze sofort in die Tierklinik fahren?

Bei akuter Atemnot, plötzlicher Lähmung der Hinterbeine, starken Schmerzen oder wiederholten Ohnmachtsanfällen handelt es sich um Notfälle, die sofort behandelt werden müssen.