{"id":19952,"date":"2026-07-09T13:42:07","date_gmt":"2026-07-09T11:42:07","guid":{"rendered":"https:\/\/uelzener.de\/magazin\/?page_id=19952"},"modified":"2026-07-14T14:19:16","modified_gmt":"2026-07-14T12:19:16","slug":"zecken-beim-pferd","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/uelzener.de\/magazin\/pferd\/tiergesundheit\/zecken-beim-pferd\/","title":{"rendered":"Zecken beim Pferd: Risiken, Vorsorge und das richtige Entfernen"},"content":{"rendered":"<p>Zecken z\u00e4hlen zu den h\u00e4ufigsten Parasiten, mit denen Pferde in Kontakt kommen. Die kleinen Spinnentiere halten sich unter anderem in hohem Gras, Str\u00e4uchern und an Waldr\u00e4ndern auf. Dort warten sie auf einen geeigneten Wirt, von dem sie sich abstreifen lassen.<\/p>\n<p>Viele Menschen glauben, dass Zecken nur zwischen Fr\u00fchling und Herbst aktiv sind. Das stimmt so nicht. Einige Zeckenarten k\u00f6nnen bereits bei Temperaturen von wenigen Grad \u00fcber dem Gefrierpunkt aktiv werden. In milden Wintern ist deshalb auch au\u00dferhalb der klassischen Zeckensaison mit ihnen zu rechnen. Bei Frost und dauerhaft niedrigen Temperaturen nimmt ihre Aktivit\u00e4t dagegen deutlich ab.<\/p>\n<p>Zecken sind nicht nur l\u00e4stig, sondern potenziell gef\u00e4hrlich. Sie k\u00f6nnen w\u00e4hrend des Saugvorgangs Krankheitserreger \u00fcbertragen, die bei Pferden gesundheitliche Beschwerden ausl\u00f6sen. Halterinnen und Halter sollten die Risiken kennen und ihr Pferd regelm\u00e4\u00dfig auf Zecken untersuchen. Wie sich Zecken entfernen lassen und welche Schutzma\u00dfnahmen sinnvoll sind, erkl\u00e4ren wir in diesem Artikel.<\/p>\n<h2>Warum sind Zecken f\u00fcr Pferde gef\u00e4hrlich?<\/h2>\n<p>Zecken suchen sich bevorzugt K\u00f6rperstellen mit d\u00fcnner oder gut durchbluteter Haut. Dort ritzen sie die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an und verankern ihren Stechapparat im Gewebe. Genau genommen bei\u00dfen Zecken deshalb nicht, sondern stechen. Der umgangssprachliche Begriff \u201eZeckenbiss\u201c ist dennoch weit verbreitet.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Saugvorgangs nehmen Zecken Blut und Gewebsfl\u00fcssigkeit auf. Gleichzeitig geben sie Speichel in die Einstichstelle ab. Dieser enth\u00e4lt unter anderem Stoffe, die die Blutgerinnung und die \u00f6rtliche Abwehrreaktion beeinflussen. Dadurch kann die Zecke \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum unbemerkt Blut saugen.<\/p>\n<p>Ein einzelner Zeckenstich verursacht bei einem gesunden Pferd h\u00e4ufig nur eine lokale Hautreaktion. Problematisch wird es, wenn die Zecke Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder einzellige Parasiten in sich tr\u00e4gt. Diese k\u00f6nnen w\u00e4hrend des Saugvorgangs auf das Pferd \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df das Infektionsrisiko ist, h\u00e4ngt von mehreren Faktoren ab:<\/p>\n<ul>\n<li>Zeckenart<\/li>\n<li>Region und Lebensraum<\/li>\n<li>vorhandene Krankheitserreger<\/li>\n<li>Dauer des Saugvorgangs<\/li>\n<li>Gesundheitszustand und Immunabwehr des Pferdes<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Welche Krankheiten k\u00f6nnen Zecken auf Pferde \u00fcbertragen?<\/h3>\n<p>Zu den durch Zecken \u00fcbertragenen Erkrankungen, die bei Pferden in Deutschland oder nach Aufenthalten in anderen europ\u00e4ischen Regionen eine Rolle spielen k\u00f6nnen, geh\u00f6ren insbesondere:<\/p>\n<ul>\n<li>Borreliose<\/li>\n<li>equine granulozyt\u00e4re Anaplasmose<\/li>\n<li>Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME<\/li>\n<li>equine Piroplasmose<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Symptome dieser Erkrankungen sind h\u00e4ufig unspezifisch. Fieber, Mattigkeit oder Leistungsschw\u00e4che k\u00f6nnen zahlreiche Ursachen haben. Eine Diagnose l\u00e4sst sich deshalb nicht allein anhand einzelner Symptome stellen. Je nach Verdacht sind Blutuntersuchungen und weitere diagnostische Verfahren erforderlich.<\/p>\n<h4>Borreliose<\/h4>\n<p>Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien aus dem Artenkomplex <em>Borrelia burgdorferi sensu lato<\/em> verursacht. \u00dcbertragen werden sie vor allem durch Zecken der Gattung <em>Ixodes<\/em>, zu denen der Gemeine Holzbock geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Viele Pferde kommen im Laufe ihres Lebens mit Borrelien in Kontakt, ohne klinisch zu erkranken. Der Nachweis von Antik\u00f6rpern im Blut zeigt deshalb zun\u00e4chst nur, dass das Immunsystem Kontakt mit dem Erreger hatte. Er beweist nicht automatisch, dass bestehende Beschwerden durch Borrelien verursacht werden.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Symptome, die im Zusammenhang mit einer Borrelieninfektion beschrieben werden, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Lahmheit oder steife Bewegungen<\/li>\n<li>Muskel- und Gelenkbeschwerden<\/li>\n<li>Mattigkeit und Leistungsabfall<\/li>\n<li>Appetitlosigkeit<\/li>\n<li>Fieber<\/li>\n<li>Augenentz\u00fcndungen<\/li>\n<li>selten neurologische Auff\u00e4lligkeiten<\/li>\n<li>selten entz\u00fcndliche Hautver\u00e4nderungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Diagnose ist anspruchsvoll, weil die Beschwerden unspezifisch sind und viele gesunde Pferde Borrelien-Antik\u00f6rper besitzen. Neben Laborbefunden m\u00fcssen daher das klinische Bild und m\u00f6gliche andere Ursachen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Eine Behandlung erfolgt bei begr\u00fcndetem Verdacht in der Regel mit Antibiotika. Ob tats\u00e4chlich eine klinische Borreliose vorliegt und eine Therapie sinnvoll ist, sollte immer eine Tier\u00e4rztin oder ein Tierarzt beurteilen.<\/p>\n<h4>Equine granulozyt\u00e4re Anaplasmose<\/h4>\n<p>Die equine granulozyt\u00e4re Anaplasmose wird durch das Bakterium <em>Anaplasma phagocytophilum<\/em> verursacht. Der Erreger bef\u00e4llt bestimmte wei\u00dfe Blutk\u00f6rperchen, die sogenannten neutrophilen Granulozyten.<\/p>\n<p>Typische Symptome sind:<\/p>\n<ul>\n<li>pl\u00f6tzlich auftretendes, teilweise hohes Fieber<\/li>\n<li>Teilnahmslosigkeit<\/li>\n<li>Appetitlosigkeit<\/li>\n<li>geschwollene Beine beziehungsweise \u00d6deme<\/li>\n<li>Lahmheit oder Bewegungsunlust<\/li>\n<li>schwankender oder unsicherer Gang<\/li>\n<li>kleine Blutungen in Haut oder Schleimh\u00e4uten<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderungen des Blutbildes, insbesondere eine verringerte Zahl an Blutpl\u00e4ttchen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Erkrankung l\u00e4sst sich in der Regel gut mit geeigneten Antibiotika und unterst\u00fctzenden Ma\u00dfnahmen behandeln. Eine zugelassene Impfung steht nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h4>FSME<\/h4>\n<p>FSME steht f\u00fcr Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis. Sie wird durch das FSME-Virus verursacht und kann zu Entz\u00fcndungen des Gehirns und der Hirnh\u00e4ute f\u00fchren. Da sich das Virus in den Speicheldr\u00fcsen der Zecke befindet, kann die \u00dcbertragung bereits fr\u00fch w\u00e4hrend des Saugvorgangs beginnen.<\/p>\n<p>Infektionen bei Pferden verlaufen h\u00e4ufig ohne erkennbare Symptome. Klinische Erkrankungen werden nur selten beschrieben. Wenn das zentrale Nervensystem betroffen ist, k\u00f6nnen jedoch schwere Symptome auftreten:<\/p>\n<ul>\n<li>Fieber<\/li>\n<li>Teilnahmslosigkeit oder auff\u00e4llige Unruhe<\/li>\n<li>erh\u00f6hte Schreckhaftigkeit<\/li>\n<li>Koordinations- und Gleichgewichtsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Zittern oder Muskelzuckungen<\/li>\n<li>Schluckbeschwerden<\/li>\n<li>Kr\u00e4mpfe<\/li>\n<li>Bewusstseinsver\u00e4nderungen<\/li>\n<li>Festliegen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine spezifische Behandlung gegen das Virus gibt es nicht. Die Therapie beschr\u00e4nkt sich auf unterst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen und die Behandlung der Symptome. Auch eine regul\u00e4r f\u00fcr Pferde zugelassene FSME-Impfung steht derzeit nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h4>Equine Piroplasmose<\/h4>\n<p>Die equine Piroplasmose wird durch die einzelligen Blutparasiten <em>Babesia caballi<\/em> und <em>Theileria equi<\/em> hervorgerufen. Die Erreger befallen die roten Blutk\u00f6rperchen und k\u00f6nnen diese sch\u00e4digen oder zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>In Deutschland werden Infektionen vor allem bei Pferden festgestellt, die aus betroffenen Regionen stammen oder dorthin gereist sind. Da geeignete Zeckenarten auch in Teilen Mitteleuropas vorkommen, ist eine \u00dcbertragung grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich.<\/p>\n<p>M\u00f6gliche Symptome sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Fieber<\/li>\n<li>Appetitlosigkeit<\/li>\n<li>Mattigkeit und Leistungsschw\u00e4che<\/li>\n<li>blasse oder gelblich verf\u00e4rbte Schleimh\u00e4ute<\/li>\n<li>Blutarmut<\/li>\n<li>r\u00f6tlich-brauner Urin<\/li>\n<li>Schwei\u00dfausbr\u00fcche<\/li>\n<li>Gewichtsverlust<\/li>\n<li>erh\u00f6hte Herz- und Atemfrequenz<\/li>\n<li>Koliksymptome<\/li>\n<li>Wassereinlagerungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Schwere Verl\u00e4ufe k\u00f6nnen zu Organst\u00f6rungen und zum Tod f\u00fchren. Die Behandlung erfolgt mit speziellen Medikamenten und unterst\u00fctzenden Ma\u00dfnahmen. Eine allgemein verf\u00fcgbare Impfung gibt es nicht.<\/p>\n<h2>Zecken richtig entfernen: So geht es<\/h2>\n<p>Eine festgesaugte Zecke sollte m\u00f6glichst fr\u00fch entfernt werden. Bei einigen Krankheitserregern steigt das \u00dcbertragungsrisiko mit der Dauer des Saugvorgangs. Andere Erreger k\u00f6nnen allerdings schon fr\u00fcher \u00fcbertragen werden. Ein schnelles Entfernen ist deshalb sinnvoll, bietet aber keinen vollst\u00e4ndigen Schutz vor einer Infektion.<\/p>\n<p>Zum Entfernen eignen sich eine feine Pinzette, eine Zeckenzange oder ein anderes geeignetes Zeckenwerkzeug.<\/p>\n<ol>\n<li>Schiebe das Fell rund um die Zecke vorsichtig zur Seite.<\/li>\n<li>Fasse die Zecke m\u00f6glichst hautnah am Stechapparat.<\/li>\n<li>Ziehe sie langsam, gleichm\u00e4\u00dfig und kontrolliert aus der Haut.<\/li>\n<li>Vermeide es, den Hinterleib der Zecke zu quetschen.<\/li>\n<li>Kontrolliere anschlie\u00dfend die Einstichstelle.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein ruckartiges Ziehen ist nicht notwendig. Entscheidend ist ein gleichm\u00e4\u00dfiger Zug. Je nach verwendetem Werkzeug k\u00f6nnen die Anwendungshinweise etwas abweichen.<\/p>\n<p>Nach dem Entfernen kann die Stelle vorsichtig gereinigt werden. Bei Bedarf l\u00e4sst sich ein f\u00fcr Pferde geeignetes Hautdesinfektionsmittel verwenden. Die Einstichstelle sollte in den folgenden Tagen beobachtet werden.<\/p>\n<p>\u00d6l, Alkohol, Klebstoff, Nagellack, Cremes oder andere Hausmittel sollten nicht auf die festgesaugte Zecke aufgetragen werden. Solche Substanzen entfernen sie nicht zuverl\u00e4ssig und k\u00f6nnen den Saugvorgang unn\u00f6tig verl\u00e4ngern.<\/p>\n<h3>Was tun, wenn Teile der Zecke stecken bleiben?<\/h3>\n<p>Beim Entfernen kann es passieren, dass Teile des Stechapparats in der Haut zur\u00fcckbleiben. Umgangssprachlich wird dann h\u00e4ufig gesagt, der \u201eKopf\u201c der Zecke sei stecken geblieben. Meist handelt es sich jedoch um Teile der Mundwerkzeuge und nicht um den vollst\u00e4ndigen Kopf.<\/p>\n<p>Versuche nicht, tief sitzende Reste mit einer Nadel oder einem anderen spitzen Gegenstand aus der Haut herauszuschneiden. Dadurch kann das Gewebe zus\u00e4tzlich verletzt werden.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig st\u00f6\u00dft die Haut kleine Reste im Rahmen der nat\u00fcrlichen Wundheilung selbst ab. Die Stelle sollte sauber gehalten und beobachtet werden. Eine weitere \u00dcbertragung von Erregern durch die zur\u00fcckgebliebenen Mundwerkzeuge ist nicht zu erwarten, da der K\u00f6rper der Zecke entfernt wurde.<\/p>\n<p>Tier\u00e4rztlicher Rat ist sinnvoll, wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>die Stelle deutlich anschwillt<\/li>\n<li>eine starke R\u00f6tung oder W\u00e4rme entsteht<\/li>\n<li>Eiter oder Fl\u00fcssigkeit austritt<\/li>\n<li>das Pferd schmerzhaft reagiert<\/li>\n<li>sich ein gr\u00f6\u00dferer Knoten bildet<\/li>\n<li>das Pferd in den folgenden Tagen Fieber oder andere Krankheitssymptome entwickelt<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Checkliste: So sch\u00fctzt du dein Pferd vor Zecken<\/h2>\n<p>Einen hundertprozentigen Schutz vor Zecken gibt es nicht. Mit einigen Ma\u00dfnahmen l\u00e4sst sich die Zahl der Zeckenstiche jedoch reduzieren.<\/p>\n<h3>Pferd regelm\u00e4\u00dfig absuchen<\/h3>\n<p>Untersuche dein Pferd nach dem Weidegang und nach Ausritten gr\u00fcndlich. Achte besonders auf K\u00f6rperstellen mit d\u00fcnner Haut oder dichtem, schwer einsehbarem Fell.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig betroffene Stellen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Kopf und Ohren<\/li>\n<li>N\u00fcstern und Maulbereich<\/li>\n<li>Ganaschen<\/li>\n<li>M\u00e4hnenkamm<\/li>\n<li>Brust<\/li>\n<li>Achselbereich<\/li>\n<li>Unterbauch<\/li>\n<li>Innenseiten der Oberschenkel<\/li>\n<li>Schlauch- oder Euterregion<\/li>\n<li>Schweifansatz<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kleine Zecken k\u00f6nnen leicht \u00fcbersehen werden. Fahre deshalb nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den H\u00e4nden \u00fcber die Haut.<\/p>\n<h3>Nur geeignete Zeckenschutzmittel verwenden<\/h3>\n<p>F\u00fcr Pferde werden verschiedene Repellentien und Insektenschutzmittel angeboten. Nicht jedes Produkt wirkt jedoch zuverl\u00e4ssig gegen Zecken. Die Wirksamkeit und Wirkdauer k\u00f6nnen sich deutlich unterscheiden.<\/p>\n<p>Verwende ausschlie\u00dflich Mittel, die ausdr\u00fccklich f\u00fcr Pferde vorgesehen sind. Produkte f\u00fcr Hunde, Katzen oder Menschen d\u00fcrfen nicht eigenm\u00e4chtig auf ein Pferd \u00fcbertragen werden. Wirkstoffe und Dosierungen k\u00f6nnen ungeeignet sein oder unerw\u00fcnschte Reaktionen verursachen.<\/p>\n<p>Am besten l\u00e4sst du dich tier\u00e4rztlich dazu beraten, welches Pr\u00e4parat f\u00fcr dein Pferd, seine Haltung und die regionale Zeckensituation geeignet ist. Beachte au\u00dferdem die vorgeschriebene Anwendung, m\u00f6gliche Wartezeiten und Vorgaben f\u00fcr Turnierpferde.<\/p>\n<h3>Weiden und Ausl\u00e4ufe pflegen<\/h3>\n<p>Zecken bevorzugen feuchte, gesch\u00fctzte Bereiche mit h\u00f6herer Vegetation. Ein durchdachtes Weidemanagement kann deshalb helfen, geeignete Lebensr\u00e4ume in unmittelbarer N\u00e4he der Pferde zu verringern.<\/p>\n<p>Sinnvolle Ma\u00dfnahmen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>hohes Gras regelm\u00e4\u00dfig m\u00e4hen<\/li>\n<li>Geb\u00fcsch und dichten Bewuchs an h\u00e4ufig genutzten Wegen zur\u00fcckschneiden<\/li>\n<li>Laub- und Pflanzenreste entfernen<\/li>\n<li>feuchte Randbereiche nach M\u00f6glichkeit begrenzen<\/li>\n<li>Z\u00e4une und Aufenthaltsfl\u00e4chen von dichtem Unterholz freihalten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vollst\u00e4ndig beseitigen lassen sich Zecken dadurch nicht. Die Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen die Begegnung mit ihnen aber reduzieren.<\/p>\n<h3>Gesundheitszustand beobachten<\/h3>\n<p>Beobachte dein Pferd nach einem Zeckenfund aufmerksam. Nicht jeder Zeckenstich f\u00fchrt zu einer Erkrankung. Treten jedoch Fieber, Mattigkeit, Lahmheit, geschwollene Beine, neurologische Auff\u00e4lligkeiten oder ein deutlicher Leistungsabfall auf, sollte das Pferd tier\u00e4rztlich untersucht werden.<\/p>\n<p>Eine vorbeugende Blutuntersuchung nach jedem einzelnen Zeckenstich ist normalerweise nicht erforderlich. Ob eine Diagnostik sinnvoll ist, h\u00e4ngt von den Symptomen, dem Aufenthaltsort, der Zeckenart und der Krankengeschichte des Pferdes ab.<\/p>\n<p>Gut zu wissen: Eine Pferdekrankenversicherung kann vor hohen Kosten sch\u00fctzen, wenn das Pferd tier\u00e4rztlich untersucht oder behandelt werden muss. Welche Vorsorgeleistungen und Impfungen \u00fcbernommen werden, h\u00e4ngt vom gew\u00e4hlten Tarif und den Versicherungsbedingungen ab.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Zecken geh\u00f6ren zu den Risiken, die mit Weidegang und Bewegung im Freien verbunden sind. Sie k\u00f6nnen nicht nur lokale Hautreaktionen hervorrufen, sondern auch unterschiedliche Krankheitserreger auf Pferde \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Der wichtigste Schutz besteht darin, das Pferd regelm\u00e4\u00dfig und gr\u00fcndlich abzusuchen und festgesaugte Zecken m\u00f6glichst fr\u00fch zu entfernen. Erg\u00e4nzend k\u00f6nnen ein gutes Weidemanagement und geeignete, ausdr\u00fccklich f\u00fcr Pferde vorgesehene Schutzmittel helfen.<\/p>\n<p>Nicht jeder Zeckenstich f\u00fchrt zu einer Erkrankung. Treten nach einem Zeckenfund jedoch Fieber, Mattigkeit, Lahmheit, geschwollene Beine oder neurologische Ver\u00e4nderungen auf, ist eine tier\u00e4rztliche Untersuchung wichtig. Je fr\u00fcher eine m\u00f6gliche Erkrankung erkannt wird, desto besser l\u00e4sst sie sich in vielen F\u00e4llen behandeln.<\/p>\n<h2>FAQ: H\u00e4ufig gestellte Fragen zum Thema Zecken beim Pferd<\/h2>\n<h3>Ist die Hyalomma-Zecke auch f\u00fcr Pferde in Deutschland eine Gefahr?<\/h3>\n<p>Zecken der Gattung <em>Hyalomma<\/em> sind urspr\u00fcnglich vor allem in w\u00e4rmeren Regionen Afrikas, Asiens und S\u00fcdeuropas verbreitet. Einzelne Exemplare werden regelm\u00e4\u00dfig durch Zugv\u00f6gel nach Deutschland eingeschleppt. In besonders warmen Jahren k\u00f6nnen eingeschleppte Entwicklungsstadien hier zu ausgewachsenen Zecken heranreifen.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu heimischen Zeckenarten warten Hyalomma-Zecken nicht ausschlie\u00dflich passiv auf einen Wirt. Sie besitzen gut entwickelte Augen und k\u00f6nnen potenzielle Wirte aktiv \u00fcber eine gewisse Entfernung verfolgen. H\u00e4ufig befallen sie gr\u00f6\u00dfere S\u00e4ugetiere, darunter auch Pferde.<\/p>\n<p>Funde sollten ernst genommen werden. Eine Zecke kann vorsichtig entfernt und zur Bestimmung an eine geeignete tiermedizinische oder wissenschaftliche Stelle geschickt werden. Ob sich Hyalomma-Zecken dauerhaft in Deutschland etablieren k\u00f6nnen, h\u00e4ngt unter anderem von den klimatischen Bedingungen ab.<\/p>\n<h3>K\u00f6nnen sich Zecken von B\u00e4umen auf ihren Wirt fallen lassen?<\/h3>\n<p>Nein. Zecken springen nicht und lassen sich normalerweise nicht von B\u00e4umen fallen. Viele heimische Arten halten sich in Bodenn\u00e4he, in Gr\u00e4sern, Kr\u00e4utern oder niedrigen Str\u00e4uchern auf. Von dort werden sie von einem vorbeistreifenden Tier abgestreift.<\/p>\n<p>Die genaue H\u00f6he h\u00e4ngt von der Zeckenart und ihrem Entwicklungsstadium ab. Meist befinden sie sich deutlich unterhalb der Baumkrone.<\/p>\n<h3>K\u00f6nnen Zeckenschutzmittel f\u00fcr Hunde auch bei Pferden angewendet werden?<\/h3>\n<p>Nein. Produkte f\u00fcr Hunde sind f\u00fcr die Anwendung bei Pferden nicht automatisch geeignet. Wirkstoff, Konzentration, Tr\u00e4gerstoffe und Dosierung k\u00f6nnen sich erheblich unterscheiden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pferde sollten nur ausdr\u00fccklich geeignete Produkte verwendet werden. Im Zweifel ist eine R\u00fccksprache mit einer Tier\u00e4rztin oder einem Tierarzt erforderlich.<\/p>\n<h3>Kann ich die Zecke vor dem Entfernen bet\u00e4uben?<\/h3>\n<p>Nein. Alkohol, \u00d6l, Klebstoff, Nagellack oder Cremes sind zum Entfernen einer festgesaugten Zecke ungeeignet. Sie l\u00f6sen die Zecke nicht zuverl\u00e4ssig und k\u00f6nnen den Vorgang verz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Die sicherste Methode besteht darin, die Zecke mit einem geeigneten Werkzeug m\u00f6glichst hautnah zu fassen und gleichm\u00e4\u00dfig herauszuziehen.<\/p>\n<h3>Muss mein Pferd nach jedem Zeckenstich untersucht werden?<\/h3>\n<p>Nein. Die meisten Zeckenstiche verursachen keine Erkrankung. Eine tier\u00e4rztliche Untersuchung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Einstichstelle stark entz\u00fcndet ist oder das Pferd in den folgenden Tagen beziehungsweise Wochen auff\u00e4llige Symptome entwickelt.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlen insbesondere Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Lahmheit, geschwollene Beine, ein unsicherer Gang oder ein deutlicher Leistungsabfall.<\/p>\n<h3>Kann man Pferde gegen Borreliose impfen?<\/h3>\n<p>F\u00fcr Pferde steht in Deutschland derzeit keine allgemein verf\u00fcgbare, regul\u00e4r zugelassene Borreliose-Impfung zur Verf\u00fcgung. Impfstoffe f\u00fcr Hunde d\u00fcrfen nicht eigenm\u00e4chtig bei Pferden angewendet werden.<\/p>\n<p>Der wichtigste Schutz besteht deshalb darin, Zecken m\u00f6glichst fr\u00fch zu finden und zu entfernen sowie die Zahl der Zeckenstiche durch geeignete Ma\u00dfnahmen zu reduzieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zecken z\u00e4hlen zu den h\u00e4ufigsten Parasiten, mit denen Pferde in Kontakt kommen. Die kleinen Spinnentiere halten sich unter anderem in hohem Gras, Str\u00e4uchern und an Waldr\u00e4ndern auf. Dort warten sie auf einen geeigneten Wirt, von dem sie sich abstreifen lassen. Viele Menschen glauben, dass Zecken nur zwischen Fr\u00fchling und Herbst aktiv sind. 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